Eichendielen bemessen und reklamieren?

11.12.2010



Hallo liebe Fachwerkfreunde,

vor 2 Tagen bekam ich eine Ladung massive Eichendielen Rustikal. Schönes Material (18 cm breit und fallende Längen bis 2,9 m, wobei die meisten Bretter eher über 2 m sind, als darunter), soweit ich es als Laie beurteilen kann.

Da ich es meistens sehr genau nehmen, habe ich mal nachgemessen, was in den Pakten drin ist und mit dem verglichen, was als qm-Angabe drauf steht.

Ergebnis:
Je Packung (um 3qm) fehlen bis zu 1 % der versprochenen qm-Angabe. Hört sich nicht viel an, macht jedoch auch bei 20 Paketen immerhin 4-5 m aus. Scheint mir ein systematischer (absichtl.?) Fehler des Herstellers zu sein, falls ich richtig gemessen habe. Da liegt mein Problem:

Daher meine 1. Frage an die Sachkundigen unter Euch:
Wie wird die Fläche in den Paketen eigentlich berechnet? Wird die Feder evtl. mitgerechnet oder wird nur der später sichtbare Oberteil der Diele berechnet (was ich mal vermute)? Gibt es diesbzgl. Normen, wie z. B. bei Verpackungen von Lebensmittel, etc. ?

Die 2. Frage zielt darauf ab, dass ein paar (vielleicht 4-5 Stck.) Dielenbretter Beschädgungen an der Nut bzw. Feder aufweisen, also nicht an der sichtbaren Oberseite. Wahrscheinlich passierte das durch den Transport. Sollte ich diese Dielen reklamieren oder versuchen, die schadhaften Bretter an den geeigneten Stellen einzubauen?

Viele Grüsse
Gerry



Hallo Gerry



Zur 1. Frage:
Verrechnet wird die gesamte Brettbreite, also auch die Feder.
Zur 2. Frage:
Ist die Sichtseite nicht betroffen, so ist keine Reklamierung notwendig.

Viele Grüße



Nein,



berechnet wird immer das, was der Hersteller als Berechnungsgrundlage angibt. Einige meiner Lieferanten berechnen nach Deckmaß, andere nach dem Federmaß.

Kleinere Beschädigungen an der unteren Nutwange oder an der Feder würde ich ebenfalls tolerieren.

Im übrigen würde ich die Pingeligkeit nicht übertreiben. Viel wichtiger ist, daß die Holzfeuchte stimmt, Nut/ Feder exakt passen und die Sortierungskriterien eingehalten werden.

Grüße

Thomas



Danke für die Antworten!



Abgerechnet wurde im Deckmaß, wobei ich bis zu den Erklärungen nicht wußte, was das bedeutet. Im nachhinein ist es natürlich fast selbsterklärend... Hab wohl zu viele Bretter vor dem Kopf gehabt:-)

Wie schon gesagt, die Qualität ist bei den Dielen, die ich bisher gesehen habe, ansonsten sehr gut. Die Holzfeuchte kann ich leider nicht bestimmen, da ich kein Meßwerkzeug habe. Vielleicht besorge ich mir noch eins vor dem Einbau...

Die Dielen werde ich übrigens auf eine Lagerholzkonstruktion schrauben.

Hier der Aufbau:
Kellerdecke (trocken, Altbau)
Holzfaserklötze punktuell alle 50 cm
Darauf Distanzbrettchen zum Höhenausgleich
Darauf Lagerhölzer 5,8 x 3,8, die mit einer Laserwaage und den Distanzbrettchen nivelliert werden.
Zwischenraum mit Isofloc WLZ040 verfüllen
Dielen auf Lagerhölzer Fräßkopfschrauben durch die Feder schrauben.

Der Abstand der Lagerhölzer und Dielen von den Wänden wird ca. 15 mm betragen.

Soweit alles klar. Nur bei der 1. Dielenreihe frag ich mich, welchen Abstand die Schrauben von der Wand haben, die ja von oben durch die Deckschicht geschraubt werden müssen.
15 mm Abstabd zur Wand und dann nochmal 10-15 mm Abstand vom Dielenrand? Reicht dass, um die Schraubköpfe durch Randleisten abzudecken? Sollte man die Nut der 1. Dielenreihe evtl. sogar entfernen (Wände sind gerade, sodass keine Anpassungen nötig wären)

Grüsse
Gerry



Eine Feuchte-Sperre...



...gegen unbeheizt ist sinnvoll. Ein "trockner Keller" ist sehr relativ. Holzfaserklötze direkt auf unbeheizter Kellerdecke? Das würde ich ohnehin lassen, auf kurz oder lang geht das schief.

Als Dichtbahn ist z.B. die GEFITAS PE 3/300 sehr gut geeignet und kann selbst verlegt werden.

Grüße

Thomas



Der Aufbau stammt



vom Lieferanten, der seit Jahren selber auch die Montage genau so ausführt, wie von mir beschrieben. Ich habe ihn auch gefragt, ob eine Abdichtung auf der Kellerdecke nötig sei. Das hat er verneint.

Warum soll das ein Problem sein? Die Kellerdecke ist aus den 20er Jahren aus Beton gegossen worden und seit ca. 2 Jahren vom alten Holzboden "befreit". In der Zeit hat sich immer mal wieder diverses Material auf der Kellerdecke angesammelt (Lehm, zemnt, Gips, ...), was immer Staubtrocken geblieben ist. Sichtbare Feuchtigkeitsprobleme habe ich zumindest nicht festgestellt.

Zudem wird die Kellerdecke im Januar auch noch mit 50 mm Kellerdeckendämmplatten von unten gedämmt.

Ich werde den Dielenverkäufer aber nochmal fragen.

Grüsse
Gerry



Ihr verlegender Lieferant...



...ist i.d.R. nach 5 Jahren aus der Gewährleistung heraus. Sie wollen da länger wohnen, vermute ich.

Das solch ein Aufbau hier und da bislang funktioniert hat, lässt sich nicht verallgemeinern. Und daß Baureste nicht naß geworden sind, sagt ja nun erst recht nichts. Unter einem Dielenboden, der hohlraumfrei gedämmt wird, gibt es sehr viel weniger Zirkulation als über den Mörtelresten der Bauzeit. Organisches Material würde ich keinesfalls direkt auf die Decke legen.

Wie hoch ist denn Ihre gesamte Aufbauhöhe? Gff. ist bei richtiger Ausführung des FB-Aufbaues die Dämmung der Kellerdecke von unten überflüssig.

Grüße

Thomas



Hallo Herr Böhme,



die Aufbauhöhe beträgt ca. 9-11 cm, incl. 2 cm Dielendicke.
Die Dämmung unterhalb der Kellerdecke ist deshalb nötig, um die Mindestdämmwerte nach EnEv 2009 zu erfüllen, wie von der KFW bzw. dem Energieberater gefordert.
Vor der Sanierung lag auch ein Holzboden mit stumpfen Kanten auf Lagerhölzern, die direkt auf der Kellerdecke lagen. Dazwischen war Asche bzw. Schlackereste - wohl zur Trittschalldämmung.

Hier übrigens der Link zum Händler:
http://www.parkett-naturnah.de/verlegeratgeber/index.php

Grüsse
Gerry