Kellerbodensanierung/Dränung (Bj.56)

16.11.2019 Herr Giu



Hallo liebe Forenmitglieder,

ich verfolge seit längerer Zeit hier einige Themendisskusionen bzgl. Kellerbodensanierung und Dränung.
Nun stellen sich mir trotz der interessanten Lösungsvorschläge noch 1 - 2 Fragen.
Kurz zu meinem Haus. BJ 56-58, Freistehend, Vollunterkellert auf Streifenfundamente (30 cm tief) - 0,6 m über der Erde ca. 1,40 m im Erdreich, 95 % Betonsteine und 5 % Schlackensteine, Horizontalsperre über der 1.Steinreihe und unter der Kellerdecke, Kellerboden Magerbeton (5-10cm) auf Lehmboden.

Problem:
-1.Steinreihe über OKFB (zieht Feuchtigkeit von unten) und gibt ihn an die Räume ab
-Betonboden weist Feuchte Stellen auf
-allgemein nur als Lagerraum nutzbar

Lösung:
- alter Boden raus, 10-15 cm von bestehendem Boden (Fundamente "nur 30-40 cm Tief) Auskoffern und dann Diffusionsdicht bis über 1.Steinreihe (Wannenförmig) abdichten
Aufbau von unten nach oben:
-gestampfter ebener Lehm
-PE - Folie
-Magerbeton/Sauberkeitsschicht 5cm
-Hohlkehlen Boden/Wandbereich
-Abschweißen/Kleben sd-wert <1500 m bis 10 cm über 1.Steinreihe
-Styrodur 10 cm
-Dampfsperre (Alu)
-Trockenschüttung 3cm
-Trockenestrichplatten 2cm

Frage:
- Hat die Methode so einen Erfolg den Raum trocken zu bekommen ?
- Ist überhaupt eine Dränung sinnvoll...klar bei längerem Regen oder generell in den Regen- aber auch Wintermonaten habe ich eine erhöhte Feuchtebildung aber kein eintretendes Wasser oder Pfützenbildung. Könnte man auf Aufstauendes Sickerwasser datieren - trotzdem für mich eher nicht Sinnvoll.

Danke schön mal im Vorraus und schönes Wochenende.

Liebe Grüße aus dem Saarland
Josef



Kellerbodensanierung



Ob Dämmung des Kellerbodens sinnvoll ist hängt von der geplanten Nutzung ab.
Wenns ein Lagerraum bleiben soll würde ich nur den Fußboden und die feuchte Wand
zB mit aufgespachteltem MB 2 K von innen abdichten. (sog. Negativabdichtung bei Wasserdruck von außen)
Bei den Horizontalsperren dafür sorgen, dass die nicht überputzt wurden bzw einen Kellenschnitt anbringen.

Der Untergrund muß für Innenabdichtungen tragfähig genug sein.

Bei höherwertigerer Nutzung müßten neben dem Boden auch die Wände gedämmt werden, sofern es keine Außendämmung gibt.

Auch überprüfen, ob die Regenwasserfallrohre an Entwässerungsrohre angeschlossen sind oder evt nur in ein Kiesbett führen.



Danke



für die schnelle Antwort.
Die angestrebte Nutzung wir wohl auf eine Mischnutzung hinauslaufen - aber nicht als Lagerraum für Lebensmittel wie er Ursprünglich nur genutzt werden konnte.
Mein Ziel ist es auf Dauer den Keller im Bereich von 55-65 % Luftfeuchte zu gestalten.
Die erwähnte Negativabdichtung ist eine diffusionsoffene Gestaltung - damit reichere ich ja trotzdem meine Raumluft mit der Feuchte der Mauer/Boden an oder sehe ich das falsch. Also ich tendiere eher zu einer kompletten Isolierung oder enstehen dadurch Probleme oder gar Stauwasser unter der Bodenplatte/an den Wänden/Fundamenten ?


Genau 2 Fallrohrleitungen muss ich noch sanieren - diese sind alte Tonrohre..



Feuchten Keller sanieren



Der Wasserdampfdiffusionswiderstand von MB 2K beträgt µ = 1755 x Schichtdicke der Abdichtung in Meter ergibt den Sd-Wert, Bi 5 mm also 17755 x 0,005 = 8,775 m.
Soo diffusionsfähig ist es auch nicht, wobei eine gewisse Diffusionsfähigkeit die Möglichkeit der Mauertrocknung begünstigt sowie verhindert, dass Feuchtigkeit kapillar zu hoch aufsteigt.

Bei entsprechender Lüftung, ggf mit feuchtegesteuertem Ventilator und Reduzierung von Spritzwasser, Oberflächenwasser etc sollte es möglich sein, die Luftfeuchtiglkeit genügend zu begrenzen.

Auf dem Boden könnten später zusätzlich mit Schutzbelag versehene Dampfsperrfolien aufgelegt werden.

Kondensationsmöglichkeit warmer feuchter Außenluft auf kühlerem Kellermauerwerk durch entsprechende Abdichtung des Kellers gegen Zugluft bzw gesteuerte Lüftung vermeiden