Kellerboden zu Badezimmerboden umbauen

09.09.2014 Pauline



Hallo,

Ich besitze ein Einfamilien-Haus von 1906. Nun möchte ich einen ungedämmten 7qm Kellerboden (siehe Bild) mit einem Aufbau versehen, um den Raum als Badezimmer mit begehbarer Dusche zu verwenden. Ich würde nun gerne wissen, ob mein geplanter Aufbau in Ordnung wäre.

Aufbau: alter Boden - Abdichtungsbahn (Knauf Katja) - gebundene Ausgleichsschüttung (fermacell) - Dämmung Styrodur - Trockenestrich (fermacell powerpanel TE) - Mörtelbett - Fliesen


Zudem weiß ich nicht, wie ich den Abschluss an der Wand machen sollte, damit es dort zu keinen Problemen kommt. Die Wand wird lediglich weiß gestricen und nur im Duschbereich mit Fermacell ausgestattet und gefliest. Ich würde mich über Eure Meinung freuen. Viele Grüße Pauline



Kellerdusche



Oberste Frage lautet: wie bekommt man das Abwasser heraus?



Abwasserrohre



Hallo!

Ja, das hätte ich noch erwähnen sollen. In dem Raum gibt es einen Abfluss, sowie Wasserzuleitung. Der Abfluss wird erneuert und etwas umgebaut. Die Rohre sind dann auf der Ebene der gebundenen Schüttung vorgesehen.

Grüße



Dusche im Keller



Hi Pauline,

dass Abflussrohre vorhanden sind, bzw. erneuert werden, reicht nicht.
I.d.R. befinden sich Kellerräume unter der Rückstauebene, daher ist eine Hebeanlage unabdingbar. Es sei denn man nimmt in Kauf, gelegentlich den Keller unter Wasser zu haben.
Fliesen mit geeignetem Fliesenkleber und nicht im Mörtelbett verlegen.
Und da drunter gehört (auf Boden und Wand) eine Abdichtung aus Elastogum; die Ecken werden mit dem dazugehörigen Dichtband ausgebildet.
Alle Anschlüsse innerhalb des Duschbereiches werden mit entsprechenden Manschetten eingebunden.
Die Silikonfuge im Fliesenbelag ist eine Wartungsfuge.
Viel Erfolg.
SG
Paul



Abwasserrohre



Hallo Paul,

danke für deine Tips. Also, bisher hatten wir noch kein Wasser im Keller, zumindest nicht vom Abfluss;-). Der Keller liegt ein paar cm höher als die Straße. Der Abfluss wird seit Jahren für die Waschmaschine genutzt. Das zusätzlich vorhandene Abflussgitter im Boden wird für Putzwasser verwendet.

Fermacell bietet auch ein Dichtungssystem an, u.a. eine Flüssigfolie. Ich nehme an, dass Elastogum etwas derartiges ist.

Warum Fliesenkleber statt Mörtelbett?

Viele Grüße
Pauline



Dusche im Keller



Hi Pauline,
gut, wenn der Keller oberirdisch, die Sohle also oberhalb der Straßenkrone ist, dann ist auch keine Hebeanlage erforderlich.
Abdichtungssysteme für bodengleiche Duschen bieten alle namhaften Hersteller an. Auch Fermacell, hier der Link: http://www.fermacell.de/de/content/abdichtung_grundierung.php
Diese Systeme sind für Fliesenkleben vorgesehen; zwischen Fliesenbelag und Dichtebene sollen keine Hohlräume sein.
Last not least: eine Lüftungsanlage ist empfehlenswert.
Viel Erfolg.
SG
Paul



Rückstauebene



Sie sollten bei der Gemeinde einen Kanalbestandsplan anfordern (pdf-Datei) und die für Sie maßgebliche Rückstauhöhe ermitteln. Das ist der höhergelegene von zwei Kanaldeckeln oberhalb und unterhalb Ihres Hausanschlusses in Fließrichtung (!!!) des Abwassers, nicht unbedingt nur das Strasseniveau an Ihrem Grundstück.

Ggf. drückt Ihnen bei Rückstau im ungünstigsten Falle das Abwasser über den Bodeneinlauf in das Haus. Sie sollten die Bodeneinlauf mit einer separaten Rückstauklappe ausstatten.

Bei der Verlegung von Abwasserleitungen und Wasserleitungen in einer gebundenen Schüttung sollten die Leitungen eine Wärmedämmung bekommen, die verhindert, das sich an kalten Leitungen im Sommer Kondensat bildet.

Dort nistet sich dann gerne der Hausschwamm ein.



Rückstauebene



Die DIN 1986-1 führt unter 7.1 aus:
… Die maßgebende Rückstauebene (siehe DIN 4045) wird von der örtlichen Behörde (Ortssatzung) festgelegt. Sofern … die Rückstauebene nicht festgelegt … ist, gilt … die Höhe der Straßenoberkante an der Anschlussstelle.



Leitung und Kondensat



Hallo an alle,

vielen Dank für die hilfreichen Kommentare!

Die Wasserrohre müssen meiner Meinung nach nicht gedämmt werden, da der Keller im Sommer kühler ist und gerade auch der Boden eine permanente Kälte aufweist. Kondensat ist kein Thema, außer man betrachtet den Raum, wenn er per Heizung in den anderen Jahreszeiten erwärmt wird. Vielleicht ist er dann wärmer als im Sommer... Ob es dann zu einer Kondensat-Bildung kommen kann, ist mir unklar. Unser Installateur wird da sicher eine Idee haben.

Viele Grüße
Pauline



Dämmung WL



Das dämmen von TWW + TWK ist immer sinnvoll. Es entspricht den Regeln der Technik. Aber das sollte der Installateur wissen.



Kondensat...



wird sich an der Kaltwasserleitung immer dann bilden, wenn Feuchte warme Luft anliegt. Also zumindest nach jedem Duschen. Ganz ohne Duschaktivitäten habe ich an meiner Kaltwasserzuleitung im Keller (ungedämmt) Kondensat. Eine dauerfeuchte Leitung tropft nicht nur, es kommt auch oft zu Schimmel...

Grüße

Thomas



Verbindung: Boden/Wand



Hallo zusammen,

ja danke, dann ist eine Dämmung also empfehlenswert. Wie sieht denn eine Dämmung von Leitungen aus?

Ich habe ganz vergessen, dass noch unklar ist, wie die Verbindung von Wand und Boden aussehen kann. Die Wände, abgesehen vom Duschbereich, erhalten lediglich einen dünnen Kalkputz. Wie bleibt die Wand am Übergang zum Boden geschützt?

Fermacell sieht folgenden Aufbau vor: Abdichtungsband, welches an der Wand seitlich hochragt und zwar mit derselben Höhe wie beim Bodenaufbau. Daran schließt ein vertikaler Dämmstreifen an, ebenfalls über die gesamte Höhe des Bodenaufbaus. Die Fliesen als Oberbelag werden nicht bis zur Wand verlegt, sondern nur bis vor den Dämmstreifen. Wie wird nun eine saubere Sache daraus? Zum einen sieht der Übergang unschön aus, zum anderen ist das eine Angriffsfläche für Wasser (Wischwasser, Spritzwasser...)

Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass die Wand nicht exakt gerade verputzt wurde, sondern einige Unebenheiten aufweist.

Viele Grüße
Pauline



Dämmung WL – Fußleiste



Hi Pauline,

die Dämmung besteht z.B. aus Elastomerschaum auf Basis synthetischen Kautschuks, das sind Schläuche, die über die Rohre gezogen werden; ggfs. vorher geschlitzt und geklebt. Die Dämmstärke ergibt sich nach der EnEV; Stärke und Verarbeitung sollte der Installateur wissen.

Für die Verbindung von Wand und Boden eignet sich beispielsweise eine Sockelleiste aus dem gleichen Material wie Fußboden oder Wand im Duschbereich.

SG
Paul



Dämmung WL – Fußleiste



Vielen Dank Paul! Dann weiß ich Bescheid.

Schöne Grüße
Pauline



Unebene Wand mit Unterkonstruktion für Nassraumplatte



Hallo zusammen,

jetzt hat sich doch noch eine wichtige Frage ergeben. Da ich den Duschbereich fliesen möchte, werde ich auch da mit fermacell Powerpanel arbeiten. Die bequeme Ausgleichsschüttung zum Begradigen fällt ja hier leider weg... welchen einfachen Weg gibt es an den Wänden, um die Unebenheiten von teils 7 cm auszugleichen? Mit Dirketabhänger und CD-Profilen? Oder mit einer Vorwandinstallation? Und was ist mit Feuchtigkeitsstau hinter der Wand... wie kann ich sie trocken halten? Ich wäre froh, wenn ihr mir Tipps geben könntet. Danke!

Viele Grüße
Pauline



Vorschlag zum Aufbau



Hallo Pauline,

sofern es keine Unebenheiten von mehr als 7 cm gibt, empfehle ich eine einfache Vorsatzschale (50 mm Unterkonstruktion), die vor die Wand gestellt wird. Die Wand sollte flächig mit einem Dichtklebesystem abgedichtet werden.

Der Anschluss zwischen der Abdichtung des Bodens und der Abdichtung der Wand lässt sich am besten mit einem Dichtklebeband schließen. Das Band wird einfach in die noch feuchte Flüssigfolie eingelegt und erneut mit Flüssigfolie überstrichen.

Viel Erfolg beim Umbau!



Vorsatzschale



Hallo!

Danke für den Vorschlag. Wie habe ich mir eine Vorsatzschale vorzustellen und wo/wie wird sie dann montiert, wenn sie "vor die Wand gestellt wird"? Und was passiert mit den Hohlräumen hinter der Vorsatzschale? Die Vorsatzschale selbst werde ich dann mit einer Flüssigfolie versehen, nicht aber die dahinterliegende Wand, oder wie war das gemeint?

Und: mit was fängt man eigentlich generell an bei Wand- und Bodensanierungen, mit dem Boden oder der Wand?

Sorry für die vielen zusätzlichen Fragen, ich bin absoluter Neuling.

Viele Grüße
Pauline



Montage der Vorsatzschale



Hallo Pauline,

zunächst ist wichtig, dass die Kellerwand trocken ist. Abgedichtet wird nur die Vorsatzschale.

Zur Montage der Vorsatzschale:

Die Vorsatzschale wird freistehend vor die vorhandene Wand gestellt. Konkret sieht das so aus: Auf dem Boden und unter der Decke werden UW-Profile befestigt und dazwischen die CW-Profile gestellt. Auf diese Profile werden dann die Platten verschraubt.

Ich hoffe, das ist verständlich geworden. Sonst gerne einfach nochmal nachfragen!

Weitere Informationen findest du zum Beispiel auf Seite 77 des folgenden PDF Dokuments:
http://www.fermacell.de/de/docs/FC-Gipsfaserplatten_k1.pdf

Oder hier:
http://www.fermacell.de/de/docs/fermacell_PuV_Powerpanel_H2O_innen.pdf



doch noch Fragen zur Vorsatzschale



Hallo,

ja, vielen Dank für die Erklärung und Links! Leider ist im Keller die Wandhöhe 2,80m und ich wollte eigentlich nur bis 2,20m Fliesen anbringen und dementsprechend auch nur dort H2o Panel anbringen. Dann könnte ich die Schale aber nicht mehr an der Decke befestigen. Könnte ich die Vorsatzschale nicht auch an der Wand befestigen? Am Boden möchte ich nämlich ebenso ungern etwas verschrauben, da ich nicht weiß, wie schnell ich beim Erdreich lande. Ich weiß nicht, was unter dem alten Boden liegt und wie dick er ist.

Mit der Vorsatzschale ist eine Unterkonstruktion gemeint, die ich selbst mit Holzlatten oder Metall baue, oder?

Zudem habe ich eine allgemeine Frage: mit was fängt man zuerst an, wenn Wand und Boden saniert werden? Mit dem Boden oder der Wand?

Sorry, dass mir immer noch so viel unklar ist;-)

Viele Grüße
Pauline



Metall und Holz möglich



Hallo Pauline,

genau, die Vorsatzschale kann sowohl als Metall- oder Holz-Unterkonstruktion gebaut werden.

Ob du mit der Wand oder dem Boden anfängst, ist grundsätzlich egal und hängt auch von den anderen Gewerken ab, z. B. der Sanitär-Installation.

Wie die Unterkonstruktion in deinem konkreten Fall genau auszusehen hat, lässt sich aus der Ferne nur schwer beurteilen. Ich möchte dir natürlich auch nichts Falsches sagen und würde dir daher raten, auch nochmal einen Fachmann einen Blick auf deinen Boden werfen zu lassen.



Das klingt ...



...alles entschieden so, also ob Du die Sache einem Fachbetrieb übertragen solltest.

Vorsatzschalen im Kellerbereich bergen ein beträchtliches Fehlerpotential. Manch einer hat schon sehr interessante Bauschäden produziert. Holz z.B. würde ich da keinesfalls verwenden.

Grüße

Thomas



Schwierigkeiten bei Kellerräumen



Lieber fermacell-Mitarbeiter und lieber Thomas,

ich danke Euch für Euren Rat. Ja, ein Keller weist so einige Fehlerpotenziale auf, wie ich nach Recherche immer mehr feststelle. Aus finanziellen Gründen müssen wir das aber alleine stemmen. Was kann denn bei Vorsatzschalen passieren?

Mit meinem anfangs vorgestellten Bodenaufbau bin ich auch wieder etwas unsicher, da ich Beiträge gelesen habe, bei denen sich unter der Abdichtungsbahn Schimmel gebildet hatte. Da die Bahn nur 0,9mm dick ist, ist auch unklar, ob sie nicht von der Ausgleichsschüttung kleine Risse/Löcher bekommen könnte. Zudem könnte an der Wand unten eine Feuchtigkeitsbrücke sein.

Mein geplanter Aufbau: alter Boden - Abdichtungsbahn (Knauf Katja) - gebundene Ausgleichsschüttung von fermacell oder Bituperl von Knauf - Dämmung (lieber natürliche Holzfaser als Styrodur) - Trockenestrich (fermacell powerpanel TE) - Dichtungsfolie - Kleber - Fliesen

Ist dieser Aufbau bzgl. Feuchte- und Schimmelschutz verbesserungswürdig?

Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr mir weiterhelfen könntet, auch wenn gewissen Fragen eigentlich an den Experten vor Ort zu richten wären.

Viele Grüße

Pauline



Hallo Pauline,



kalkuliert man das Risiko eines falschen Aufbaues (der durch online-Beratung nicht unbedingt vermeidbar ist) und das Risiko der falschen Ausführung (die bei Laien wahrscheinlich ist) mit in die Rechnung hinein, ist der Selberbau auch schon 'mal die teuerste aller möglichen Varianten. Weil er zu (geschätzt) 30% wieder herausgerissen wird, Entsorgungskosten anfallen, zusätzliche Bauschäden erzeugt haben könnte und dann die Arbeit fachgerecht noch 'mal gemacht werden muß.

Ich habe schon Hausschwammkulturen von übermotivierten Laien inspizieren müssen, auf die obiges zu 100% zutraf. Gebaut mit Halbverdautem aus dem Netz und Vertetertipps.

Wenn ich zum Beispiel lese, daß ein anonymer Firmenverteter Holz für eine Vorsatzschale im Keller empfielt, fallen mir einige sehr deutliche und völlig unschmeichelhafte Worte dafür ein.

Organische Baustoffe haben in einem Keller von 1906 nichts verloren, Herr "Fermacell".

Sucht Euch zumindestens einen sanierungserfahren Planer oder Sachverständigen (gibt's auch hier im Forum), der die Sache anschaut und gegen Honorar eine Aufbauempfehlung gibt und bei Bedarf auch noch 'mal zwischendurch vorbeischaut.

Grüße

Thomas