Keller zum HACCP Raum umbauen, Verputzen, Fliesen, Feuchtigskeitsproblem?

14.12.2020

Keller zum HACCP Raum umbauen, Verputzen, Fliesen, Feuchtigskeitsproblem?

Werte Fachwerkfreunde, als Imker wünsche ich mir einen HACCP fähigen Raum, also ein Raum zur Verarbeitung von Lebenmitteln nach gewerblichen Standard. Dafür habe ich einen unserer Kellerräume vorgesehen. Nun ist der Keller leicht feucht, eine Außenwand schwitzt gelegentlich, ebenso wie im Sommer schonmal der Fußboden. Der HACCP Raum muss so beschaffen sein, dass die Wände z.B. gefliest werden, um Sie leicht zu reinigen, der Boden muss wischbar und gegen aufsteigende Feuchtigkeit gesichert werden. Wenn ich nun die Wände mit Kalkputz erstverputze, darauf Fliesen aufbringe und den Boden mit einem feuchtigkeitswehrenden Zuschlag beim Estrich versehe, greife ich vermutlich zu stark in die Bauökologie des Hauses ein, oder? Die Frage ist, was passiert mit der "ausgesperrten" Feuchtigkeit, worauf lasse ich mich da ein? Ein paar Fotos anbei... Freue mich auf Tipps und Hinweise.
beste Grüße
Martin



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Kellerwand außen



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Vorsatzmauerschale mit Luftschicht zur Außenwand



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Außenwand



Keller umbauen



zuerst sollte mal die tatsächliche Wandfeuchte ermittelt werden, weil schwitzende Wände und Böden in erster Linie mit Kondensatausfall aufgrund falscher /fehlender Lüftung zu tun haben und nichts mit grundsätzlicher, gar aufsteigender oder eindringender Feuchtigkeit. Wie lüftest Du , vor allem im Sommer? Um was für ein Haus handelt es sich ( Baujahr) und wie sind die Wände im Erdgeschoß aufgebaut ? Gibt es eine Horizontale Abdichtung/Feuchtesperre zwischen Keller und Erdgeschoß im Mauerwerk ( meist eine lage Bitumenpappe)?



Lüftung



Moin Pope,
danke für deinen Beitrag. Der Keller wird im Sommer, wie auch Winters über zwei gegenüberliegende Ventilatoren gelüftet. Der eine bläst kühlere Außenluft des Nachts herein, der andere bläst Sie wieder raus. So haben ich einen relativ trockenen Keller.
Der Boden schwitzt nur bei extremen Außentemperaturen, punktuell. Das Haus ist geschätzt ca. 1930 erbaut worden, es gibt bereits eine Bitumenlage zwischen Keller- und Erdgeschoss. Ich habe die Wände vor Jahren von allerlei Holzvertäfelungen befreit, damit diese abtrocknen können. LG Martin



ausgesperrte Feuchtigkeit



die wird dort bleiben wo sie ist. Ich empfehle Dir, oben unter der Lupe mal nach Edmund Bromm zu suchen, der bietet mit seinem I-System genau Lösungen für Dein Problem an.



Tipp



O.K., danke für den Tipp, den werde ich suchen... LG und frohes Fest Martin



Kellerraum ausbauen



Sofern ansonsten ein tragfähiger Untergrund vorliegt kannst du Löcher und Vertiefungen mit Kalkzementmörtel oder hydraulischem Kalkmörtel zuputzen.

Anschließend die Fläche mit Glattputz versehen.
Darauf dann eine Innenabdichtung zB mit MB 2K aufbringen.

Auf diesem Untergrund können feuchtebeständige Dämmplatten wie Schaumglas oder XPS vollflächig geklebt werden.

Anschließend Untergrund für Verfliesung vorbereiten und Fliesen legen.

Rechtzeitig Elektro- und Wasserinstallationen berücksichtigen,
ggf Lüftung und Heizung/Kühlung.

Boden ähnlich wie Wände behandeln,
Als Abdichtung sind auch Folien verwendbar und statt Estrich feuchtebeständige, zementgebundene Trockenestrichplatten.

Statt Fliesenspiegel bei Arbeitsflächen sind großformatige VA-Bleche evt besser geeignet, da fugenfrei und einfacher zu reinigen



Abdichtung



Moin Herr Teich,

danke für Ihren Beitrag. An die VA-Platten habe ich auch schon gedacht. Ein befreundeter
Zimmermann meinte nun, das Ganze über eine hinterlüftete Trockenbaukonstruktion zu lösen und dort entweder einen Fliesenspiegel aufzubringen, bzw. die VA-Platten.
Von Remmers soll es wohl eine Schlämme für den Boden geben...
Da will ich mich noch schlau machen...
LG Martin



Trockenbauvorsatzschale



der Zimmermann meint bestimmt eine Hinterlüftung der Vorsatzschale von der Raumseite aus, mit Außenluft geht ja wahrscheinlich im Keller schlecht. Was er außer Acht gelassen hat ist, dass die Kellerwand mit ihrer Oberflächentemperatur von vielleicht 8-10 Grad eine Taupunktfläche schafft, wo warme, Feuchte Raumluft die durch die Hinterlüftung ja hinter die Vorsatzschale strömt und an der Wand kondensiert. Die Hinterlüftung wird nie so stark sein, dass dieser Kondensatanfall an der Kellerwand wieder abtrocknen kann. Das Ergebnis ist das, was Du nicht willst in Deinen lebensmittelechten Räumen: Schimmel an der Wand.



Lüftung



.. zugegeben, das kann natürlich passieren... das der Kondensatausfall wieder an den Außenwänden abtropft und schimmelt... hmhmh.. vielleicht muss ich doch einen anderen Raum im Keller wählen, der trocken ist und wo diese Gefahr nicht besteht..



Trockener Raum



ich dachte, das hättest Du eh getan, den trockensten Raum rausgesucht? Wobei der Einbau einer Vorsatzschale wie vom Zimmermann vorgeschlagen, nicht von der Trockenheit des Raumes, sondern von der Wandtemperatur abhängig ist. Eine kalte Wand führt auch in einem ansich trockenen Wohnzimmer zu Schimmel, wenn die Bedingungen gegeben sind.



Raum



nein, es ist der einzige Raum mit Zugang nach draußen, wollte die Wege kurz halten...



Kellerdämmung



Vorsatzschalen an Außenwänden sind immer riskant was Kondensatausfall betrifft und würde ich vermeiden.
Die MB 2K- Abdichtung kann auch für Fußböden und viele andere Anwendungsfälle verwendet werden.




Keller-Webinar Auszug


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