Na?! Wie alt isses wirklich?

24.07.2011



Hallo (lang ist's her),
wir habenvor einem Jahr eine alte Dorfschule gekauft. Laut Kirchenarchiv wurde sie als Küsterhaus Ende des 15. Jahrhunderts errichtet und erstmals 1529 als Schule genutzt. Dnach kamen einige Erweiterungsbauten (1659, 1735 und 1778) sowie moderneres, was dann wieder abgerissen wurde. Das Haus steht NICHT (jeder wundert sich) unter Denkmalschutz, denn es wurden während der DDR Zeit zu viele Veränderungen durchgeführt (im Erweiterungsbau von 1778, den wir abgerissen haben). Das Landesdenkmalschutzamt war da und ist aussen dran vorbai gelaufen und hat abgeleht, es auf die Liste zu nehmen (wir waren tatsächlich traurig).
Soderle. Jetzt zur eigentlichen Frage: Unsere Dorf(hobby)historiker fahren ganz auf den Keller ab, der unter dem ältesten Teil des Hauses ist. Sie spekulieren, dass dieser der Zugang zum Burgwall aus dem 9.Jahrhundert sein könnte. Wenn ich mir als Laie den Keller anschaue, dann kann ich dort auch Spuren von Umbauten sehen. Ich hab mal'n Bild abgehängt. Der Keller ist in Porphyrfelsen gehauen, seine Wände und der Boden sind Fels. Auf der rechten Seite des Bildes, seht ihr das Ende des Keller, das Bruchstein als Gewölbe hat, mit Lehm verfugt. Das Gewölbe geht fast bis zum Boden. Auf der linken Bildseite ist das Ende des Kellerzugangs. Hier gibt es Backsteine als Gewölbe, sie reichen nur bis Schulterhöhe und es wurde Kalk in die Fugen gegeben und mit Kalkmilch gestrichen. Ich mag ja ein Brot sein, aber sieht das nicht so aus, als ob das Kellerende vor dem Zugang gebaut wurde??? Wenn jemand in der Nähe von Grimma wohnt, Ahnung hat und sich das mal anschauen mag - wir spendieren Kaffee und Kuchen!
Was denkt ihr?
Tschüß und danke für's lesen!
Annelie

PS: Achso. Bevor jetzt jemand sagt "kannstu doch in die Chroniken kucken" - alles bei der Flut 2002 durcheinandergewirbelt bzw verloren gegangen und wird noch sortiert. Das macht eine Frau alleine und die macht das wohl noch 20 Jahre...



Altersbestimmung



Das ist auf keinen Fall 9.Jhr., eher 19. Ich glaube kaum, das dies vor dem 17.Jhr. gebaut wurde.

Viele Grüße



messe



doch mal die mauerziegel (Formatgöße).





Hallo,

die dicken Klosterformate (hier aber spezielle keilförmige)
sind sicherlich die mindestens dritte Bauphase. Zum Natursteinmauerwerk (Bruchstein) vermag ich wenig zu sagen, denn die Technik hat sich 2000 jahre lang kaum geändert. Es ist aber gut denkbar, dass man sich vom erbauten keller in der Berg vorgearbeitet hat, andersrum gehts nämlich nicht.

Grüße vo Niederrhein



Unser Keller Krimi



Soderle!
Vielen Dank für eure Antworten! Ihr habt warscheinlich alle Recht. Der vordere Teil des Kellers ist jüngeren Datums, ich vermute der Zugang wurde mit dem dritten Anbau gemacht (um 1735, siehe Skizze). Der Keller könnte von der anderen Seite von aussen zugänglich gewesen sein, zur Zeit des Küsterhauses (ab 15.Jhd). Hier ist ganz anderes Material verwendet worden, Bruchstein mit feinem Lehm verfugt, Tonnengewölbe (bitte korrigiert mich, wenn ich die falsche Terminologie benutze, bin halt nicht vom Fach). Danach kam der erste Anbau (1659), der den Keller warscheinlich nicht beinflusste. Der dritte Anbau kam genau aufs Tonnengewölbe drauf (1735), evtl Zugang wurde damit verschlossen und alternativer Zugang geschaffen (Kappengewölbe aus Backsteinen, Klosterformat, Kalkmörtel und Putz).
Jetzt aber die große Frage: Wenn da ein Zugang war, warum war an dieser Stelle ein Lichtschacht? Wenn dort aber nie ein Zugang war: Warum hat man erst ein riesen Loch in den massiven Porphyr gehauen, nur um dann eine ca 70cm dicke Mauer reinzubasteln, die den Gewölbekeller abschliesst??? Der gesamte Keller wurde in Porphyrfelsen gehauen, ich wundere mich dann über jedes unötig scheinende Extraloch, was wahnsinnig viel Arbeit sein muss.
Fragen über Fragen. Der Fachmann weiss bestimmt eine sehr einfache Lösung?
Tschüß
Annelie