Nasser Keller nur im Sommer

16.12.2005



Es handelt sich um einen Neubau aus dem Jahr 2002 in einem feuchten Tal. Zum Bau selbst: Streifenfundamente ca 1m*1m, bew. Bodenplatte Stärke=50cm, Noppenfolie gegen aufsteigende Feuchtigkeit,um die Bodenplatte herum Gefällebeton, dort liegt eine blaue Drainage,deren Boden geschlossen ist.Im Haus dicke Wasserundurchl. Folie ,Styropor-Dämmung, Fließestrich.
Kellerwände außen: Isolierputz,schwarzer Anstrich (keine Dickbeschichtung),Delta-Thene,Styropor,Vlies.
Im Sommer bemerkte ich Feuchte Wandstellen kurz über dem Estrich, was mich dazu bewegte den Estrich an mehreren Stellen in zwei Zimmern aufzustemmen. In den Ecken stand Wasser, das ich absaugte. Dies ging über mehrere Wochen bis die Bodenplatte trocken war.
Architekt,Heizungsbauer und Geologe waren ratlos.Sämtliche Abflussrohre habe ich persönlich überprüft, ohne Ergebnis.Komisch ist auch, daß es nur in zwei Zimmern nass war und bis heute kein Wasser mehr kam, sondern es wurde nur die Bodenplatte feucht, die innerhalb weniger Tage wieder trocken war. Dies geschah auch nur in Sommermonaten oder an sehr schwülen Tagen.
Heute z.B. in einem sehr feuchten Dezember ist alles trocken.
Hat jemand eine logische Erklärung dafür?
Und vieleicht auch eine gute Idee oder einen Tipp wie ich meinen ausgestemmten Estrich (nur an der Wand entlang) wieder verschliessen kann?(muß die Bodenplatte atmen?)
Vielen dank im voraus.



Im Sommer feuchte Keller ist "normal"



Hallo, Christian Scheid,
über dieses Phänomen, daß die Keller im Winter trocken sind und im Sommer feucht, wurde hier in diesem Forum schon viel geschrieben. Bitte fassen Sie es nicht persönlich auf, wenn ich das (aus Zeitgründen) nicht wiederhole, sondern suchen Sie bitte einfach mal selbst mit der Stichwort-Suche, Link oben rechts außen.

Daß Keller im Winter trockener sind, hängt einfach mit der relativen Luftfeuchte und der Temperaturdifferenz zusammen. Im Winter bei Frost soll man Keller intensiv lüften, aber im Sommer geschlossen(er) halten. Wahrscheinlich machen Sie es genau umgekehrt: Im Sommer, wenn es "schön warm" ist, Lüften Sie den Keller. Und im Winter wollen Sie die Kälte draußen lassen und machen alles dicht. Das "Problem" ist also die Temperaturdifferenz und das Wasseraufnahmevermögen der Raumluft. Nicht die Temperatur an sich. > Das physikalische Wirken mit dem Kondenswasser und der relativen Luftfeuchte sollen Sie bitte selbst nachlesen.
Ich fürchte auch, weil Ihr Haus noch nicht sooo alt ist, daß die Mauern und das Fundament noch Restfeuchte enthalten - und abgeben. Auch das macht sich freilich im Sommer (nicht im Winter) stärker bemerkbar.

Verständnisvolle Grüße
D.Fr.



Lüften mit System



Dr. Kies & Partner
Ingenieurbüro für technisch-wirtschaftliche Beratung
Beyrodtstraße 47
12277 Berlin
Tel.: 030 7201 9392
Fax.: 030 7201 9383

Liebe Forumleser,
Gleichzeitiges Heizen und Lüften ist das einzig akzeptable Mittel zum Trocknen eines Gebäudes.

Das funktioniert aber nur dann, wenn die Außenfeuchte geringer ist als die Feuchte im Raum (Sommerfeuchte).

Genauer betrachtet ist es nötig, nur die Feuchtigkeit aus dem Gebäude zu bringen. Die Wärme kann mit der trockneren Außenluft wieder in das Gebäude zurückgeführt werden. Dadurch kann der Bedarf an Heizenergie gemindert werden.

Dies bewirkt die dezentrale Systemlüftung mit bis zu 92% Wärmerückgewinnung und feuchte-selektiver Steuerung.
Wir wollen immer dann lüften, wenn sich die Feuchte der Außenluft nicht am schlechtesten Bauteil im Gebäude abscheiden kann. Durch das messen der Außentemperatur und das berechnen des Wärmedurchgangskoeffizienten bestimmen wir die Taupunkttemperatur auf der großen inneren Oberfläche des Bauteils und steuern dem entsprechend die Lüfter.

Mit freundlichen Grüßen
Bernhard Tiedtke



Nasser Keller nur im Sommer



Vielen Dank Herr Fröhlich und Herr Tiedtke, für Ihre antworten
und die hinweise.

MfG. Christian Scheid