Kellerisolation




Ich wohne in einem ca.100 Jährigen Haus mit diversen Kellern.der eine Keller wurde vor drei Jahren frisch gemauert und mit einer Aussendipersion angestrichen. Sollte laut Baufirma jetzt dicht sein. Wie aber von mir befürchtet ist die Mauer innen wieder feucht und hat graue flecken,kleine, aber doch ca.50mm Durchmesser.An die Aussenwand hat es Erdreich das mit Bollenstein versehen ist.gerne würde ich den Keller mit Styropor auslegen und darüber Spanplatten oder evt.besseres Holz legen für ein Büro.Da es feucht ist werde ich sicher keine Ordner mit Papieren dort lagern können.Auch mit dem PC könnte es schwierig werden, da ich im Winter ca.8 Grad im Keller haben.
Meine Frage nun: Muss ich in der Isolation am Boden eine Dampfsperre einbauen?
Soll ich Styropor oder Steinwolle nehmen oder gibt es etwas besseres.
Vielen dank für eine Antwort
M.Oberholzer



Es ist alles machbar, aber ob es auch Erfolg bringt???



Keller besser nutzen!
Abdichtungsarbeiten im Keller
Wenn Keller feucht sind ist es mit dem angenehmen und gesunden Wohnklima vorbei.
Der Modergeruch verbreitet sich im Haus, die Wände und der Boden fangen an zu schimmeln, das Werkzeug und andere Materialien aus Eisen fangen an zu rosten.
Die Wärmedämmung nimmt mit zunehmender Feuchte sehr schnell ab.
Weil nun dies alles dazu beiträgt, dass die Schimmelpilze vermehrt wachsen, wird sicherlich auch noch falsch gelüftet, d.h. in der Regel zu lange. Dies deswegen, weil eben dieser Modergeruch aus dem Keller entfernt werden soll. Auch das hat jedoch verhängnisvolle Folgen.
Die Nutzung ist somit sehr stark eingeschränkt.
An den Wänden zeigen sich Feuchteschäden und Ausblühungen. Es kommt zu Farbabplatzungen an den Oberflächen und zum Teil werden auch die Putze geschädigt. Das Wasser läuft die Wände entlang, der Belag auf dem Boden fängt an zu faulen.
Dies bedeutet jedoch auch gleichzeitig eine Verschlechterung der Wärmedämmung. Häufig wirken beim Auftreten solcher Feuchtigkeitsschäden auch verschiedene Ursachen zusammen.
Wie vermeidet man solche Schäden und Durchfeuchtungen?
Es müsse einige Punkte beachtet werden. Die Außenwände müssen beim Neubau gegen das Eindringen von Feuchtigkeit von außen her geschützt sein, in der Regel geschieht dies durch Abdichtungen die in der Norm 18195 und 18336 erwähnt werden. Darüber hinaus gibt es eine Reihe Merkblätter und Regelwerke von Firmen die spezielle Produkte und Lösungen dafür anbieten.
Beim Altbau ist jedoch auch aus Kostengründen eine Abdichtung von innen möglich und in der Regel einer Außenabdichtung aus Kostengründen vorzuziehen. Überwiegend ist es sowieso nur Kondenswasser, das die Oberflächen schädigt.
Die Kellerwände kühlen bei Feuchteschäden stärker aus, außerdem ist darauf zu achten, dass an der Außenseite eine Wärmedämmung in ausreichender Form notwendig ist. Bei Hanglagen ist das Wasser durch Drainagen abzuführen. Auch hierfür gibt es für den Neubau Normen z.B. DIN 4108 u. 4095 sowie 18308.
Im Altbaukeller ist auch die Überlegung wichtig, dass nichts zu faulen anfängt.
Wenn ein Holzboden vorhanden ist oder Holz bzw. Kartons gelagert sind (Regale etc.) kommt es sehr oft durch diese hohe Feuchte zu Fäulnisschäden und auch zur Bildung von Hausschwamm. An den Oberflächen der Wände lagern sich z. B. bauschädliche Salze an und nehmen ebenfalls vermehrt Wasser auf.
Fast jeder kennt die Effekte von Schwitzwasser.
Im Sommer beschlagen bei Gewitter oder sehr starken Regenfällen die Autoscheiben, beim Betreten eines Lokales beschlägt die Brille, oder eine Flasche beschlägt, wenn Sie aus dem Kühlschrank genommen wird. Alles Erscheinungen, die jeder kennt.
Dem Entstehen von Tauwasser und Schimmelpilzen auf der inneren Oberfläche von Außenwänden liegt ein einfacher physikalischer Vorgang zu Grunde. Warme Raumluft kühlt an kälteren Wandoberflächen soweit ab, dass der in der Raumluft enthaltene Wasserdampf auf der Wand zu Wasser kondensiert. Dieses jedoch saugt die Oberfläche der Wand sofort auf und dadurch lässt man sich täuschen, man sieht nichts. Deswegen sollten insbesondere im Frühling und Sommer die Kellerfenster möglichst geschlossen bleiben.
Die Mauern bekommen eine "gute" Wärmeleitfähigkeit.
Dies kann jedoch durch eine innenliegende Abdichtung und eine innenliegende Wärmedämmung behoben werden. Dadurch wird auch das teure Aufgraben von außen nicht mehr notwendig.
Die inneren Wandoberflächen dürfen nicht soweit abkühlen, dass es bei normaler relativer Luftfeuchtigkeit von ca. 60 - 70 % zu Schwitzwasserbildung kommt.
Wenn die Wandoberflächen und der Boden den Anforderungen an die Wärmedämmung entsprechen, verändert sich dies jedoch sehr oft im Bereich der Kellerdecken die schlecht gedämmt sind. Es kommt im Bereich des Deckenauflagers von neuem zu Kondenswasserschäden.
Innenliegende „falsche“ Wärmedämmungen
Eine nicht unerhebliche Fehlerquelle ist es wenn Möbel, Schränke, Regale an der Außenwand stehen und somit eine Erwärmung der Wandoberflächen verhindern. Es wirkt genauso wie eine innenliegende Dämmung.
Heizen und Lüften
Des weiteren ist darauf zu achten, dass bei Kellerräumen die höherwertig genutzt werden die dementsprechende Beheizung und Lüftungsmöglichkeit geschaffen werden muss. Ein Heizkörper im Keller ist meistens nicht ausreichend, erst recht nicht, wenn Möbel die Außenwände verstellen!
Die Ursache muss gefunden und beseitigt werden
Feuchte und nasse Baustoffe haben wie vor schon erwähnt eine wesentlich schlechtere Wärmedämmung als trockene, deswegen ist vorab genau zu ermitteln, woher die Feuchte kommt. Wie vor beschrieben kann es sich um Kondenswasser, oder um Wasser von außen handeln. Am Schadensbild ist das jedoch nicht so leicht zu erkennen!
Nur wenn es sich um eine undichte Fuge handelt wird das Wasser irgendwann eindringen und als Wasserlacke am Boden sichtbar sein. Diese Undichtigkeiten kann man mit sehr dünnflüssigen Kunststoffen auf Epoxyd oder Polyurethanharzbasis auch von innen abdichten oder verpressen. Dies ist ein spezielles Verfahren was von Fachfirmen durchgeführt werden kann.
Eine Innenabdichtung
mit dem I-Bau - Saniersystem ©, d.h. Aufbringen einer dichten Noppenbahn an der Innenseite und dem anschließenden Verputzen mit Sanierputz bringt eine wesentliche Reduzierung der Feuchtebelastung im Keller. Ein Großteil der Feuchteabgabe erfolgt durch die Außenwand sowie die angrenzenden Zwischenwände.
In vielen Fällen, insbesondere bei Gebäuden aus Beton, ist somit ein Luftentfeuchter eine sinnvolle und ausreichende Maßnahme um die Luftfeuchte zu reduzieren. Diese Geräte (kosten je nach Leistung zwischen 300 bis 800 €) sind in der Lage und „ziehen“ aus einem normalen Keller, eines Ein- oder Zweifamilienhauses am Tag ohne weiteres 10 bis 30 Liter Wasser. Wie sollen dann wenige Tropfen eventuell eindringendes Wasser noch ein Problem darstellen?
© = im November 1998 beim Patentamt unter Nr.: 295 21 952.1 als Gebrauchsmuster eingetragen.



Kellerfußboden



Hallo Herr Oberholzer, Sie haben natürlich viele Fragen aufgeworfen. Nun ich habe auch so ein 100 Jahre altes Haus und damit auch viele ähnliche Probleme. Meine Erfahrung
mit dem Kellerfußboden: sicher ist er feucht und eine der Ursachen, daß die Luftfeuchte im Keller sicher sehr hoch ist. Messen Sie erst einmal die rel. Luftfeuchte im Keller und dann die Lufttemperatur. Dann sollten Sie auch die Oberflächentemperatur der Kellerwand messen, dazu gibt es kleine IR-Thermometer ( Infrarot- )z.B. bei Conrad für 25 EURO. Mit diesen Werten kann man schon mal abschätzen was Sache ist. Ausserdem würde ich mal eine Folie auf dem Kellerfußboden legen, mit einigen cm Abstand, wird die Folie von unten feucht ( Schwitzwasser ) oder bleibt sie trocken. Wenn sie feucht wird, was anzunehmen ist, dann ist ein richtiger Fußbodenaufbau anzuraten ( Kies, Magerbeton, Folie, Wärmedämmung/Styropur, Estrich/Fliesestrich ), so haben Sie Ruhe.

Eine vertikale Sperre der Wände ist schon gut, aber wie ist es mit der horizontalen ? Wasser "zieht" in alten Wänden schon mal 2-3 mtr hoch und dringt dann auch in das Gewölbe vor, das kann man mit relativ einfachen elektrischen Messungen nachweisen.

mit freundlichen Grüssen
Gotthard Senf



Herr Senf da ist einiges falsch



Wer auch immer den sehr fragwürdigen Versuch als erster mit der Folie gemacht hat, dieser gibt nicht das gewünschte Ergebnis.
Es ist doch nur eine Frage der Luftfeuchte und der Temperatur. Logisch ist auch, dass durch die Folie - knapp über dem Boden die ansonsten im Raum höhere Temperatur abgehalten wird, und somt in Grenzbereichen, dann auch Tauwasser ausfällt.
Dieser Versuch verfälscht gewaltig.
Denn selbst bei "dichten" Schichten, kann sich Tauwasser bilden.
.
Und die Behauptung eine Wand zieht 2-3 mtr. ist auch falsch.
Hier handelt es sich auch Tauwasser und nicht um aufsteigende Feuchte!
.
Und auch noch, mit elektrischen Messgeräten können sie am Bau keine Feuchte, sondern nur Leitfähigkeit messen.
Auch wenn auf so mancher Kiste Feuchtmessgerät draufsteht.
Somit helfen Ihre Erfahrungen hier nicht wirklich weiter.
Ich hoffe doch, dass Sie sich wegen dieser Kritik nicht beleidigt fühlen.
Aber was nicht richtig ist, darf so nicht einfach stehenbleiben.



Keller



Sehr geehter Herr Bromm , Sie sind sicher Baufachmann und ich habe mal vor langer Zeit auch studiert.

Mit den elektischen Messgeräten misst man elektrische Widerstände oder Leitfähigkeiten.

Ich weiß wovon ich spreche: wenn eine Kellerwand 60 cm dick in 20 cm tiefe noch nass ist dann kann es wohl kein Schwitzwasser sein. Mein Haus steht in der Nähe von Chemnitz, ich würde es Ihnen gern vorführen.

Sicher liegt jeder Fall anders und die Beschreibungen lassen oft viele Fragen offen. Es waren ja nur einige Anregungen von mir um die Probleme einzugrenzen. Wenn ich eine Folie auf den Fußboden lege und sie beschlägt von unten dann muß das Wasser aus dem Fußboden kommen, vorausgesetzt man verhindert, dass ein Luftaustausch mit der Kellerluft stattfindet, also ringrum abdichten.

Ich habe nicht grundlos die Messung der Lufttemperatur, der rel. Luftfeuchte und der Oberflächentemp. der Kellerwände empfohlen. Mit diesen Werten kann man sehr schnell erkennen, ob sich Schwitzwasser auf der Wand bilden kann.
Bei start saugenden alten Putzen sieht man das Wasser fast nicht.

Wir sollten solche fragen ernsthaft aber ohne erhobenen Zeigefinger diskutieren, ob diese Form dazu geeignet ist lasse ich offen.
Mit freundlichen Grüssen

Gotthard Senf