Was ist schlimm an feuchten Kellern?

29.11.2005



Hallo zusammen,

mal ganz laienhaft gefragt: Was ist eigentlich das Problem bei einem feuchten Keller?

Wir haben ein Haus von 1927, der Keller ist aus Ziegeln gemauert und sichtbar feucht bis zur Teerpappe-Sperrschicht. Wir haben keinen Schimmel o. ä. im Keller, wollen diesen Winter über Lüften und dann mal schauen. Aber welche Schäden könnten denn überhaupt auftreten, wenn wir an der Feuchtigkeit nicht grundlegendes ändern?
Zur Situation.
Einen Teil des Nässeproblems haben wir hoffentlich behoben, indem wir eine vollgelaufene Sickergrube und eine ebensolche Zisterne direkt am Fundament trockengelegt haben. An diesen Stellen war Wasser durch die Wände gedrückt und hat auf Dauer sicherlich auch den Rest des Kellers in Mitleidenschaft gezogen.
Wir haben das Wohnhaus saniert; es hat ein durchgehendes Holztreppenhaus, über das leider die Kälte aus dem Keller ins ganze Haus transportiert wird. Wir möchten daher unten an der Kellertreppe eine zweite Tür einsetzen, die den Aufgang ins Haus etwas isoliert. Wir planen ansonsten keine Dämmmaßnahmen im Keller, auch die alten Fenster sollen drinbleiben. Über die neue Heizung wird allerdings wenig Wärme an die Kellerräume abgegeben. Kann es sein, dass diese Wärme - wenn man den Kelleraufgang durch eine 2. Tür quasi "isoliert" - nicht ausreicht, um das "Feuchtigkeitsgleichgewicht" im Keller aufrecht zu erhalten?

Drainage und Abdichtung erscheinen mir grundsätzlich fragwürdig, da wir die Räume nicht nutzen wollen. Oder kann die Feuchtigkeit in der beschriebenen Situation zu Bauschäden führen?

Vielen Dank schonmal im Voraus!



Noch was vergessen...



wir haben doch ein Schimmelproblem, und zwar an der Innenseite des besagten Holztreppenhauses. Wir gehen davon aus, dass dies entstanden ist, weil das Haus über mehrere Jahre nur in einzelner Räumen beheizt wurde und gleichzeitig durch die beschriebenen Defekte an Sickergrube etc. viel Feuchtigkeit ins Kellermauerwerk eingedrungen ist. Jetzt hoffen wir, dass sich das Problem durch konstantes Heizen des Treppenhauses lösen lässt.

Müssen wir den vorhandenen Schimmel (weißer, rund-fleckiger Belag) trotzdem entfernen, und wie macht man das an einer Holzwand am besten?



Weise Entscheidung.



Weise Entscheidung.Der Stein kann die Feuchtigkeit ohne Probleme verkraften.
Nur nicht den Fehler machen und irgendwelche Zaubkästen oder Injektionsverfahren einsetzen.Anständig Lüften ist ok.
Die Schimmelflächen können Sie mit Alkohol abwaschen .Bei Bedarf sollten Sie das gesamte Fugennetz mal überprüfen.Schadhaftes und marodes Fugenmaterial entfernen und neu Verfugen.Am besten mit Luftkalkmörtel.
Für weitere Fragen stehe ich Ihnen sehr gerne zur Verfügung.

mfg Peter Schneider



feuchte Keller - feuchte Wände



Hallo
eigentlich sollten Keller auch feucht sein - vor allem solange man darin Gemüse lagert etc.
die "Entfernung" der Hauptquellen der Feuchtebelastung war sehr gut - und das ohne grosse Abdichtereien anzustellen.
wichtig ist aber doch die Be- und Entlüftung der Kellerräume - vor allem wenn es trockene und kalte Luft gibt
da sich das Mauerwerk und die Mörtelschichten im Laufe der Zeit mit Wasser gesättigt haben, werden die Trocknungszeiten noch ein wenig andauern.

ich weiss nicht ob da die angedachte "Kellertüre" einen positiven Beitrag leisten kann oder wird. Es kann sein, dass die Feuchte langsamer weg zu bekommen ist.

Das mit dem "Trockenheizen" ist eine m.E. gute Idee - man sollte es aber nicht mit "Warmluft" machen, sondern mit Strahlungswärme - und diese sollte - wie ich meine - möglichst im ganzen Haus zum Einsatz kommen ...

wie Herr Schneider schon warnt: keine Zauberkästchen und sonstigen "Abdichterischen" Humbug oder Hokus-Pokus veranstalten lassen.
Viel Luft, Strahlungswärme und sinnvollen Einsatz von feuchten Kellern zu Lagerzwecken ....

Wenn hohe Feuchtebelastungen vorgeherrscht haben, dann haben Sie hoffentlich auch etwaig einbindende Balken und andere Holzteile in diesen Bereichen gründlich überprüft ... ??!!

mfG

Florian Kurz



Kein Holz weit und breit



außer den Kellertüren gibt es bei uns im Keller kein Holz, erst wieder in der Decke. Da diese aber über der Sperrschicht liegt und der daraufliegende Dielenboden absolut trocken ist, denke ich, dass wohl alles in Ordnung ist.

Die 2. Kellertür soll v.a. die kalte Luft aus dem Treppenhaus fernhalten. Oder ist es besser, die Holzwände von der Kellerseite aus zu dämmen und die Tür zum Flur abzudichten? Dann muss man aber doch socher erstmal den Schimmel restlos entfernen und "abtöten", sonst wird es doch erst richtig anfangen zu gammeln, oder?



Wenn - Dann ...



... also Wenn Sie eine Türe dort installieren, dann sollten Sie freilich vorher den sichtbaren Schimmel entfernen (wie schon beschrieben) aber nicht mit irgendwelchen "Sperren" behandeln!
Wenn dann die Türe drinnen ist und die kalte Luft nicht mehr durchs Haus ziehen kann - wird die transportierte Feuchte sich andere "Bleiben" suchen - deshalb: weiterhin und nun erst recht: Augen auf!
Wie schaut denn die Kellerdecke aus? Holzbalken oder Kappengewölbe?
Ist dann darauf ein "Holzboden"?

FK



Kellerdecke



...besteht aus Stahlträgern, zwischen denen eine leicht gewölbte (Beton?)Decke gezogen wurde (Kappengewölbe??!). Darauf liegt eine Balkenlage mit Sandschüttung, darüber der Dielenboden. Wir haben an mehreren Stellen Dielen herausgenommen und darunter nirgendwo Feuchtigkeit entdeckt, auch der Boden ist augenscheinlich trocken. Der Keller riecht nicht muffig oder stockig, sondern nur nach feuchtem Ziegel, auch der Kellerboden ist soweit trocken.

Mein Mann sagte gestern, dass die Wände an einer Seite des Hauses (Südseite) wesentlich nasser sind. Dort war vor kurzem noch die undichte Zisterne. Wir leiten das Regenwasser von der einen Dachhälfte jetzt zum Versickern in ein Sumpfbeet neben dem Haus (ca. 1m entfernt) um, dass nicht gegen die umliegende Erde abgedichtet ist. Kann es sein, dass dadurch Wasser wieder zum Haus zurückläuft und gegen die Wand drückt? Ich kann mir das bei den geringen Wassermengen eigentlich nicht recht vorstellen.

Das Haus liegt in einem Gebiet, in dem früher Flussarme der Weser verliefen. Unser Architekt hat auf irgendwelchen Karten nachgesehen und meint, dass keine Arme über unser Grundstück verlaufen. Woran erkennt man, ob es sich bei der Nässe in unserer südlichen Kellerwand um drückendes Wasser handelt?

Ich denke, wir suchen uns einen Gutachter, kennt jemand da einen unabhängigen Experten in unserer Gegend (Hameln), der einem nicht irgendwelchen Mist andrehen will?



wenn alles trocken ist ..



.. dann brauchen Sie auch keinen Gutachter ...!

die Versickerung des Regenwassers in der Nähe von 1 Meter finde ich etwas nah! Da würde ich entweder das Regenwasser in einer Art Zisterne sammeln und / oder weiter weg versickern lassen - wenns geht in Richtung Weser - also "Hang-Abwärts"

Wenn man um das Haus aufgräbt und eine Schotterpackung einbringt, dann kann sich die Lage auch etwas entspannen - aber da kann man erst drüber entscheiden, wenn man die Gesamtsituation genauer kennt.

Aber aus Ihren Beschreibungen heraus ist ja nichts im "Argen" - es brennt nicht!

ein weiterer Grund für "nasse Wände" kann eine ehemalige Sanierung mit Zementschlämmen, Zementputzen oder anderen "dichtenden" Beschichtungen usw. sein - dann muss das Zeug schleunigst weg
Die gutgemeinten Abdichtereien sind leider eine häufige Ursache von Schäden und Feuchtigkeiten im Kellerbereich -

Wenn Sie das Regenwasser in das "Sumpfbeet" leiten könnten Sie es mit Ton Abdichten und zum Teich umfunktionieren - aber wenns geht ein bisschen weiter weg, als 1 Meter

mfG

Florian Kurz



Nur zur Tür



Guten Tag, über Schimmelpilz und Holzschädlinge will ich mich außnahmsweise mal nicht auslassen. Aber ich möchte dem Kollegen Kurz widersprechen, was die Tür angeht.
Ohne Tür haben wir es mit dem Phänomen "klimatisch gekoppelter Räume" zu tun. Das Treppenhaus ist zwar kein Wonbereich, sondern eine Art Zwischenbereich. Trotzdem muss man davon ausgehen, dass die Lufttemperatur dort höher ist als im Keller. Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte Luft. Wenn diese warme luft also in den Keller gelngt, kühlt sie sich ab. Absolut ist die gleiche Menge Wasser wie vorher in der luft, die relative Luftfeuchte steigt, da kalte Luft weniger Wasserdampf binden kann. Noch kälter als die Luft im Keller ist die Wand- und Deckenoberfläche des Kellers. Direkt vor den Wänden muss man nun annehemn, dass die Luft weiter abkühlt, nahezu auf die Temperatur der Oberflächen, in den Poren der Oberflächen auf die Oberflächentemperatur. Noch kälter heißt noch weniger Wasseraufnahmevermögen der Luft. Das Risiko von Tauwasser steigt weiter. Entweder muss also das Raumklima und die Oberflächentemperatur im Keller etwa dem Kilma des Treppenhauses entsprechen, oder die Tür zum Keller muss möglichst luftdicht schließen.
In dem Zusammenhang ist auch das Klima und Oberflächentemperaturverhältnis zwischen Wohnbereich und Treppenhaus zu prüfen. Auch hier sollte möglicherweise eine dichte Tür, die auch geschlossen gehalten wird, als Verbessung dienen. Der Keller muss zur Außenluft hin gelüftet werden, nicht zum Treppenhaus. Das im Sommer die beschrieben Kondensaterscheinungen auch bei Luftaustausch mit der Außenluft entstehen könen gilt die Binsenweißheit, dass ein Keller wenn es außen kalt ist gelüftet werden sollte und wenn es außen warm ist weniger stark gelüftet werden sollte. Möglicherweise ist es empfehlenswert zusätzlich sowohl im Keller als auch im Treppenhaus nicht direkt eine Heizung zu installieren, aber doch Heizflächen, die eine gewisse "Temperierung" ermöglichen um die beschriebenen Tauwasserrisiken zu begrenzen.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Seit 1927 steht das Haus ohne Türe zum Keller ...



und jetzt soll eine rein!
Hab ich dem "widersprochen"?
Ich hab es in Frage gestellt!
allerdings habe ich auch im Physikunterricht gelernt, dass warme Luft nach oben steigt und falls es sich um "Fallwinde" handelt, die sich abkühlen, machen die das relativ rasch und nicht erst ganz unten ...
aber sei wie's mag ...
und die Theorie der fest verschliessbaren Keller- und Sonstwastüren teile ich nicht gänzlich.
Was allerdings der Unterschied zwischen:
nicht direkt eine Heizung zu installieren, aber doch Heizflächen
ist, würde mich noch interessieren - und vor allem was die dann im Keller zu suchen hat ... denn wir haben doch gelernt, dass wärmere Luft mehr Feuchtigkeit aufnehemen kann und die wollen wir doch nicht im Keller ...
Da kenn ich mich nicht aus bei der Theorie - aber das muss ich ja nicht!
Praktisch ist das in meinen Augen nicht!

Also: Lüften Sie den Keller im Winter, wenns schon kalt und trocken ist, und schauen Sie dass die Versickerung etwas weiter weg passiert - wenn die Ursachen behoben sind wird sich das schon wieder regeln und zum positiven wenden!

Florian Kurz



Vielen Dank soweit



... ich denke, wir werden wie folgt vorgehen:

1. Keller über Winter lüften, Tür v. Heizungskeller offen lassen!

2. Schimmel an der Innenseite der Holzwand zw. Keller und Treppenhaus entfernen und Entwicklung beobachten!

3. Vorhandene Tür zw. Keller und Flur (oben am Treppenaufgang) so gut wie möglich abdichten (nicht dämmen!)

4. Keine zusätzliche Tür unten an der Treppe einbauen, keine Drainage, keine Abdichtung der Kellerwänd gegen das Erdreich!

5. Versickerung wenigstens einseitig zum Haus hin abdichten (liegt übrigens doch rund 2 Meter vom Haus weg)

6. Im nächste Frühjah Fugen überprüfen und ggf. neu mit Luftkalkmörtel verfugen!

7. Kelleraußenwände vorerst weder neu Verputzen noch Streichen oder sonstwie behandeln!

und dann mal abwarten, was das nächste Jahr bringt.
Vielen, vielen Dank für die Ratschläge



na dann ist ja alles ...



in "trockenen" Tüchern ...
von 1 bis 7 ist das keine schlechte Einstellung - würde ich auch machen und abwarten und Tee trinken ... ist ja in der Jahreszeit auch nicht das Schlechteste ... paar Plätzchen, Glühwein, Kachelofen ....

Schöne Zeit noch und offene Augen!

Florian Kurz



nochmal zur Tür



Guten Tag, ich habe Ihrer in Frage Stellung widersprochen, nicht Sie Herr Kurz, Sie haben es wie Sie ja anmerken in Frage gestellt.
Zum Thema, dass das Haus seit vielen Jahren ohne Tür zum Keller steht ist anzumerken, dass in den letzten Jahren der Anspruch an Wohnkomfort und damit an die Raumlufttemperatur in Wohnbereichen stetig gestiegen ist. Früher war also die Differenz zwischen den Lufttemperaturen nicht so hoch wie heutzutage.
Sie haben sicherlich recht, dass warme Luft das Bestreben hat nach oben zu steigen, da die Dichte ja geringer ist als bei kalter Luft. Dieser Vorgang wird aber durch andere Strömungen überlagert. Wir müssen zwar "luftdicht" bauen, trotzdem besteht immer eine gewisse Undichtheit, bei zum Lüften geöffneten Fenstern erst recht. Dann sorgt der Wind draußen für Druckunterschiede, die auch einmal die Luft nach unten in den Keller bewegen können.
Den Unterschied zwischen einer Heizung und einigen Heizflächen sehe ich darin, dass mit einer Heizung ein Heizkörper installiert wird, der darauf dimensioniert ist im zu beheizenden Raum ein Wohnklima zu erzeugen. Das brauchen wir im Keller nicht, außerdem ist man dann ganz schnell in Bereichen, die Formal eine Außendämmung des Kellers usw. erforderlich machen. Wenn aber ein Heizrohr an besonders tauwassergefährdeten Bereichen vor der Wand verlegt wird, kann es die Oberflächentemperatur dieser Bereiche sowie die Lufttemperatur geringfügig anheben. So kann das Risiko von Tauwasserbildung vermindert werden. Auch hier haben wir natürlich mit der formalen Regel zu kämpfen, dass Heizleitungen in nicht beheizten Räumen mit Dämmstoff ummantelt werden müssen (EnEV).
Ich geb Ihnen jedoch recht, dass man sich mit der Situation etwas genauer befassen muss bevor man eine solche - ich nenne es mal - "Schwachstellentemperiierung" einbaut.
Machen wir mal eine grobe Betrachtung, wobei wir uns nicht um zehntel Grad, zehntel Grammm oder 1 % relative Luftfeute streiten wollen, aber das Risiko erkennen können:
Angenommen im Treppenhaus haben wir 18°C und 65 % rel. Luftfeuchte, dann sind gut 11g/m³ Wasser in der Luft vorhanden. Gelangt diese Luft in den Keller mit angenommen 12 °C Lufttemperatur und sagen wir einmal 9 °C Oberflächentemperatur, dann ist mehr Wasser in der Luft als gasförmig gehalten werden kann. Wir bekommen Tauwasser. An der Wandoberfläche kühlt auch die Zugetretene Luft auf 9 °C ab. Damit kann sie aber nur noch etwa 9 g/m³ Wasser halten. Das restliche Wasser fällt flüssig aus. In porösen kapillaren Baustoffen werden die Poren sogar unter 100% relativer Luftfeuchte = Taupunkt befeuchtet.
Mit freundlichen Grüßen
Ulrich Arnold



bin etwas verwirrt



jetzt dachte ich, ich habe alles verstanden, aber etwas ist mir noch nicht klar: Der Schimmel hat sich bei uns an innen einer Holzwand gebildet, die den Kelleraufgang (kalt!) vom Flurbereich (warm!) trennt. Dies kann doch eigentlich nicht durch Kondenswasser geschehen sein, denn das Holztreppenhaus, zu dem die Wand gehört, ist ja nicht kälter sondern eher wärmer als die Luft, die aus dem Keller hochzieht.

Naja, wir werden es trotzdem machen wie beschrieben...





.. und die Oberfläche der Holzwand zwischen Keller und Flur ist kälter als die Raumluft im Flur.

Außerdem:
Wenn die Luft in der Wohnung wärmer als die Luft im Flur ist, kann bei offener Tür zur Wohnung zusätzlich Feuchte von der Wohnung in die Luft im Flur transportiert werden.

Irgendwo muss die unzuträgliche Feuchte für den Schimmelpilz ja hergekommen sein. Nach der Beschreibung erscheint mir ein Wasserzutritt duch Baumängel unwahrscheinlich, sondern ich denke eher an Tauwasser.

Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold