Kellersanierung

06.02.2003 Müller



Wer kann mir Tipps und Tricks sowie Verfahrensweisen zur Kellersanierung aufzeigen ? Es handelt sich um einen 100 Jahre alten Bruchsteinkeller, der gegen drückendes Wasser von einer Seite (Hanglage) sowie leichte Bodenfeuchte dauerhaft isoliert werden soll.
Grüsse, Joe



feuchter keller- eigentlich kein Problem



Hallo alexandra und jochen müller,

es ist keine so glückliche Lösung, einen 100 Jahre alten Keller absolut dicht zu bekommen. Wenn Ihr das nötige Kleingeld dafür habt ist sicherlich alles hinzubekommen. Jedoch wird keine der je durchgeführten Maßnahmen (sei es aufsägen, von außen alles dicht machen mit Dickbeschichtungen, Elektroosmose, ...etc.) je zum Erfolg führen. Alle Ecken und Kannten zu erwischen ist praktisch unmöglich. Man sollte eher versuchen mit diesem Keller zu leben und ihn so zu nutzen wie er einmal dafür vorgesehen worden ist. Um genauere Aussagen machen zu können sind ggf. Bilder oder Schnittzeichnungen ganz hilfreich. Aber das kann ja noch nachgeholt werden. Bei dem Hang ist zu untersuchen, woher das Wasser kommt. Bei Schichtenwasser ist es möglich im reichlichen Abstand vor dem Haus Gräben zu Entwässerung zu ziehen und somit Herr dem Wasser zu werden. Abdichtungen können mit Ton erfolgen, weil dieser sinnvoller ist als jede Dickbeschichtung oder Dichtungsschlämmen. Innen sollten die Bruchsteine mit Kalk- oder Lehmkalkmörtel verputzt werden. Der Fußboden sollte diffusionsoffen ausgeführt werden. Wir verwenden dazu einen Liaporkalkestrich. Auf diesen können Sie Terrakotta oder Sandsteine verlegen. Es wird immer feucht sein, jedoch die Nass. Auch hängt die Feuchte/Nässe vom richtigen Lüftungsverhalten ab. Viele Lüften im Sommer und wundern sich, warum der Keller vor Nässe nur so trieft. Ist logisch, denn die eingeführte warme Luft kann sich an den kalten Steinen sofort niederschlagen.

Viele Grüße
Michael Reisinger



Kellerabdichtung



Früher hat man breite Tonpackungen entlang der Wänden, die in der Erde waren, aufgestampft. Es ist dicht und atmungsaktiv. Im Fussbodenbereich sollte man nichts machen. Ein Keller zum Lagern von Nahrungsmittel sollte stets etwas feucht sein.
MfG
J.E.Hamesse



zu: Kellerabdichtung / feuchter Keller ...



Erstmal vielen Dank für die Nachrichten !
Wir wollen den Keller natürlich nicht "absolut dicht" bekommen. Zumal eigentlich nur die zum Hang hin zeigende Seite wirklich betroffen ist. Die hangabweisende Seite ist trocken, weil freistehend und die beiden anderen Wände sind nur zu zweidritteln bedeckt.
Die Hangseite ist insofern ein Problem, als daß bei starkem Regen oder jetzt bei Tauwetter das Wasser durch die Wand sickert und auf der mehr oder weniger dichten Bodenplatte stehen bleibt - zwar gibt es insgesamt eine Schräge, die jedoch nicht ausreicht bzw. da nur Estrich zu rauh ist, als daß das Wasser ablaufen würde. Zur Zeit ist es kein Problem, da wir bei dem kalten Wetter gut lüften können. Im Sommer soll es ein Problem sein, da die Feuchte Luft entweder im Keller steht oder (beim Lüften) an Decken- und Wandecken auskondensiert. Ein Gutachter hat vor 10 Jahren diesen Punkt auch schon mal bemängelt und erhebliche Nachbesserúngen an der Hangwand empfohlen, die natürlich nicht erfolgt sind.
Wir würden gerne eine Drainage mit Kiesbett legen und dabei die Hangwand mit Schlämme und Bitumen plus Sickerwand in zweites Drainrohr (beide Drainagen in vorhandene Grube) versorgen. Was wird denn davon gehalten ? Grüsse, J.Müller



Drainagen sind meistens ein Flopp



Hallo Herr Müller,
von der Drainage halte ich persönlich nicht, da die praktizierten DIN-gerechten Ausführungen fast immer kränkeln und versagen. Per E-Mail schicke ich Ihnen mal ein par Anregungen dazu. Denn mit der DIN-gerechten Lösung der Drainage hohle ich mir IMMER das Wasser erst an Haus, anstatt wie gewollt und gut beabsichtigt, es fern zu halten. Da ist eine Lehmpackung, die es Herr Hamesse beschreibt am geeignetsten. Dieser Lehm (Ton) wird länger halten als Ihre Bitumenschicht und ist zudem fürs Erdreich verträglich. Solche Tonpackungen werden seit einigen Jahren auch für Deponieabdichtungen verwendet. Und das muss schon was heißen in der heutigen Zeit. Oder? Wichtig ist das Wasser vor dem Haus abzufangen. Dazu sollte der Boden untersucht werden, auf welcher Schicht das Wasser entlangfließt. Das Hangwasser ist immer vor dem Haus und nie am Haus selbst abzuleiten!!!! Aber es kann auch sein, das sich das Gelände zum Haus hin neigt und so das beschriebene Tauwasser ideal versickern und letztendlich an Ihrer Wand wieder zum Vorschein kommt. Viele Grüße





Auch hier könnte der Einsatz der Bauteilheizung das Problem lösen. Nähere Info´s gibt Ihnen Dr. Jochen Käferhaus +43/ 2244/ 54 63. Die Wände könnten dann mit Lehm-Kellerputz verputzt werden. Im Bodenbereich könnte zusätzlich ein Stampflehm-Boden mit einer Lehmschüttung ausgeführt werden. So bleiben die Feuchteeigenschaften des Kellers als Lagerkeller (Obst, Gemüse, Weine etc.) absolut erhalten und das Bauteil wird artgerecht saniert.

Mit freundlichen Lehmbau-Grüßen

Christian A. Rauch
www.lehm.at



Kellersanierung



SOTANO: Das System zur dauerhaften Innen-Abdichtung von feuchten Kellern.
Bei Interesse können Sie uns gerne anrufen. 02372 9271-44
Viele Grüße
Martin Grünewald
www.sotano.de