Kellersarnierung notwendig?

24.02.2010


Hallo,

Die Situation:
Das Fachwerk-Haus wurde ca. 1900 erbaut, und soweit ich weiß ist in dem betroffenen Teil des Kellers (ca. 25 m²) ein Lehmboden, auf dem Beton-Steine verlegt sind. In einem Bereich des Kellers sind die Steine etwas eingesackt gewesen, und waren deswegen mit einer Holzplatte abgedeckt.
Da der Keller nur als Lagerraum diente, hat es uns nicht gestört.

Wir haben uns vor kurzem aus Platzgründen von dem Fachwerkhaus getrennt.

Nach der Räumung des Kellers wurde festgestellt, dass eine Wand (unterhalb einer Fensterluke, bzw. alte Kohlerutsche) feucht ist, und der Boden mit den darauf liegenden Betonsteinen in diesem Bereich auch.
Was wir auch wissen ist, dass in dem gesamten Keller ein falscher Putz verwendet wurde, und die Wand dadurch Ausblühungen hat. Die restlichen Wände sind trocken, und es riecht auch nicht merkwürdig im Keller.

Nun hat sich der neue Besitzer an mich gewendet, und meinte eine komplette Sanierung des kellers sei notwendig, was zuvor nicht ersichtlich war.

Laut Angebot eines ansässigen Bauunternehmens soll der komplette Putz (ca. 50m²) entfernt und durch einen Sanierputz erneuert werden, die Betonplatten entfernt werden, den Keller anschließend ca. 15cm auskoffern, mit Grubenkies aufschütten, eine PE-Folie als Dampfsperre einbringen und anschließend betonieren. Und das ganze für ca. 7000€

Da ich zuvor schon mehrmals gute Ratschläge aus dem Forum bekam, hier einige Beiträge gelesen habe die von den oben genannten Sanierungsvorschlägen abraten und ,das Angebot nicht von einem unabhängigen Gutachter stammt interessiert es mich, ob die oben beschriebenen Probleme eurer Meinung nach überhaupt ein Grund für eine Sanierung ist, bzw. ob die folgenden Maßnahmen angebracht sind.
Vielen Dank im Voraus.





Hallo Andreas,

mich würde an Ihrer Stelle erstmal interessieren ob das Ihr Problem, oder das des neuen Eigentümers ist.
Er hat schließlich ein über 100 Jahre altes Haus gekauft.
Was den Schaden betrifft, ist äußerst fraglich warum der ganze Keller einen Sanierputz erhalten soll wenn doch nur eine Wand betroffen scheint.
Durch den Sanierputz wird die Wand auch nicht trockener, auch wenn der Bauunternehmer das so zu verkaufen versucht.
Sanierputze haben andere Aufgaben.
Und wenn der neue Eigentümer eine Beton Boden haben will soll er diesen sich doch einbauen lassen und bezahlen. Von Ihnen hat er nur den Lehmboden mit Betonsteinen gekauft.

Grüße aus Schönebeck



und



er wird mit Sicherheit noch mehr finden, was man aus heutiger Sicht mit modernen Baustoffen sanieren könnte und vorher nicht zu sehen war. Deshalb ist gut zu wissen, ob Du einen entsprechend vorausschauenden Kaufvertrag mit ihm beim Notar Deines Vertrauens ausgehandelt hast. Wenn am Kellerputz Ausblühungen zu sehen waren, dann ist das doch für den Käufer auch so gewesen. Für anstehende Rechtsstreitigkeiten können wir allerdings keine Beratung, sondern nur Tips geben, wie wir uns verhalten würden bzw. auf auf dem Bau so üblich ist.



Moin,



lassen Sie sich nicht ins Boxhorn jagen, Sie sitzen hier wohl einem auf der seinen Kauf refinanzieren möchte. Am besten den Anwalt antworten lassen (denn wenn ichs richtig verstehe sollen Sie in Regress genommen werden oder ?)





Ich würde erstmal überhaupt nicht reagieren.
Wenn er Klagt würde ich meinen Anwalt bemühen, vorher nicht.


Grüße aus Schönebeck



@Oliver



...ist halt nicht jeder so cool wie Du, manchen Leuten schlägt derlei Forderungsgeschreibsel auf den Magen.

Oliver, recht hast
Andreas, möchte mal den Anwalt sehen, der auf Doppelvorkriegsaltbaukellerfeuchte klagt...

Gruß...J.





eben darum Jürgen, das hat nichts mit cool zu tun.
Cool währe, wenn Andreas mal nachfragt welches Parkett er denn noch gern im Keller hätte.

Grüße



Anmerkung



Also ich wollte hier keine Rechtsbelehrung.
Das Angebot des neuen Besitzers war auch mit keiner Forderung mir gegenüber verbunden...
Rein Rechtlich kann ich laut Kaufvertrag nur belangt werden, wenn ich nachweislich Mängel verschwiegen habe.

Es sollte hier in diesem Beitrag nur um den Keller gehen, ob eine Sanierung zwingend notwendig ist, und ob das Vorgehen des Bauunternehmens richtig wäre, da ich hier schon oft gelesen habe, dass viele ihre Betonplatte wegen Problemen entfernen.

Trotzdem Danke für die rege Diskussion.

Noch eine Anmerkung zu der feuchten Wand: Diese ist ja wie erwähnt vor der Kohlerutsche, vor dieser ist kein Fenster, nur ein Lochblech durch das auchh die Nässe (oder evtl. geschmolzener Schnee) eindringen kann.



Tja



dann...





Na dann verstehe ich die Frage nicht so ganz.

Ob eine Maßnahme sinnvoll ist hängt von den Bedürfnissen, bzw. der späteren Nutzung ab.
Wie dann eine Sanierung ausgeführt werden sollte kann letztendlich nur durch Kenntnisse die man vor Ort erhalten kann entschieden werden.
Sanierputz ist auf jeden Fall kein geeignetes Mittel, weder die Wand, noch deren Oberfläche trocken zu kriegen. Diese Systeme sind im besten Falle flankierend zu Abdichtungsarbeiten sinnvoll.


Grüße aus Schönebeck



Dann frage ich direkter...



Ist es normal, dass am Boden(Lehmboden mit Betonsteinen) im Keller eines über 100 Jahr alten Fachwerkhauses eine gewisse Feuchtigkeit herrschen kann?

Wenn im Keller eine Wand feucht ist, diese sich direkt unter einer nicht verschlossenen Kohlerutsche befindet und alle anderen Wände trocken sind, ist es warscheinlich dass diese Feuchtigkeit durch die Öffnung (z.B. durch Schnee oder Regen) kommt?

Wenn durch diese Feuchtigkeit bedingt einige Beton-Steine lose sind - ist dies schon ein akuter Handlungsbedarf den kompletten Keller zu sanieren?

Ist der Oben genannte Aufwand der Kellersanierung nötig, wenn man diesen nur als Lagerraum nutzen möchte?

Falls man den Putz in so einer Kellerbeschaffenheit erneuern möchte, ist es dann nicht sinnvoller normalen Kalkputz statt Sanierputz zu verwenden?

Und zur Info: So wie ich Die Situation verstanden habe "will" der neue Besitzer nicht unbedingt den Keller sanieren, sondern hat sich wegen der feuchten Stelle auf dem Boden und der Wand den Rat eines Bauunternehmens geholt - auf den das Angebot folgte.

Nochmals Dabnke für die Antworten und freundliche Grüße
Andreas





Ja
Durchaus möglich, auch schlechte Luftzirkulation durch die Rutsche.
Nein
Nein
Ja


Grüße aus Schönebeck



zur



Korrektur meiner Antwort - es klang rechtlichen Zusammenhängen: "und meinte eine komplette Sanierung des kellers sei notwendig, was zuvor nicht ersichtlich war.",

aber ansonst stimme ich Oli mit 99 % bezüglich einer Notwendigkeit zu, und zu Deiner letzten Info - als Bauunternehmer würdet Du von mir trotzdem ein Angebot bekommen - es ist Winter und es ist sinnvoll, wenn ich in einem warmen Keller arbeiten kann !!
Der Sinn ist also immer abhängig, wer danach fragt oder für wen das Ergebnis was bringen soll. Wobei - eine Sanierung kann nie Unsinn sein. Aber das kann man wirklich nur vor Ort entscheiden.





nochmals Danke,

sicherlich gibt es da einen rechtlichen Hintergrund.
Auch wenn es (noch?) nicht mit einer Forderung verbunden war hat der neue Besitzer das Angebot an mich weitergeleitet.

Nur dachte ich mir, dass die rechtliche Seite sowieso durch den Kaufvertrag geregelt ist (Der neue Besitzer hatte die Möglichkeit das Objekt vor Kauf ausgiebig zu besichtigen und mir waren keine versteckten Mängel bekannt).
Aber tut trotzdem gut sich hier nochmals bestätigt zu fühlen.

Nur wenn es wirklich akuten Handlungsbedarf gäbe, und ich durch Unwissenheit nicht reagiert habe, hätte ich ein schlechtes Gewissen gegenüber dem neuen Besitzer und dem Haus (habe ja schließlich auch schon genug Zeit und Geld in das Haus investiert)

Und der neue Besitzer muss sein Geld ja auch nicht unnötig aus dem Fenster werfen, nur weil eine Unternehmen mit finanziellem Interesse einen Auftrag möchte.





Versteckte Mängel sind solche, die man als durchschnittlich informierter und durchschnittlich aufmerksamer Interessent nicht bemerken kann. Dinge, mit welchen man auf Grund des Alters oder/und der Bauweise eines Hauses rechnen muss, sind kein Mangel, sondern einfach dem Alter entsprechender Zustand. Ein feuchter Keller wäre bei BJ 1900 zu erwarten, und deshalb muss ein Käufer vor dem Kauf das Gebäude daraufhin untersuchen, wenn er keinen feuchten Keller erwerben will. Es sei denn, ein trockener Keller sei ausdrücklich im Vertrag als zugesicherte Eigenschaft erwähnt.
Frag doch den Käufer einmal, was er eigentlich noch von Dir will. Es ist jedenfalls nicht üblich, Sanierungsofferten kommentarlos dem Verkäufer weiterzureichen. Dass man, wenn man einen Bauunternehmer um Rat fragt, ein Angebot bekommt, ist wohl normal.



Moin Andreas,



erstmal sollten die Betonsteine im betroffenen Areal entfernt und der Keller gründlich ausgelüftet werden - dat kost nix und wenns besser wird, kann man auf weitere Massnahmen verzichten.

Wenn nicht, zeigt sich vielleicht deutlicher, ob die Feuchte durch die Luke, die Wand oder den Boden eindringt. Dann kann man das gezielt beheben.

Gruss, Boris




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