Ausstellungsraum im Keller

08.05.2009



Folgendes Problem, ich sammle/restauriere alte Militärgewehre, Pistolen und Ausrüstungsgegenstände aus der Zeit Napoleons. Um diese zu präsentieren möchte ich in meinem Keller einen Ausstellungsraum einrichten. Das Haus ist von 1903. Im Kelleraum ist eine Luftfeuchtigkeit von ca. 70%, ist das ok? Hatte vor, die Kelleraussenwand von innen zunächst mit einer Dampfbremsfolie zu bekleben und anschließend dünne Porenbetonsteine daran zu mauern damit die Waffen an der leicht feuchten Wand keinen Schaden bekommen, sinnvoll?



Ausstellungsraum Keller



Hallo Stephan,
so wird das nicht funktionieren.

Folgende Schritte sind notwendig:
- Abdichtung/Dämmung Fußboden,
- Abdichtung/Dämmung Wände,
- Heizung und Belüftung planen und realisieren.

Welche Techniken bzw. Materialien dafür eingesetzt werden, hängt von der konkreten Situation und dem baulichen Zustand ab.
Eine Möglichkeit wäre:
1. Einbau einer Innendämmung für Fußboden und Wand mit Foamglasplatten. Das Material ist wasser- und dampfdicht, beim Einbau entsteht gleichzeitig eine Abdichtung.
2. Einbau einer Konvektionsheizung (Heizkörper)
3. Einbau einer feuchtesensorgesteuerten Zwangslüftung.
2. Wandverputz und Fußbodenbelag einbauen.

Deine Variante ist weder ausführbar noch brauchbar.

Viele Grüße





Genau. 70% ist keinesfalls in Ordnung, für die Sammlung würde es wohl das Ende bedeuten.
Als erstes gilt es herauszufinden, woher die hohe Luftfeuchtigkeit kommt. Erst dann kann die geeignete Maßnahme gewählt werden.
Erzähle mehr, was ist alles nass, in welcher Höhe, wie wird zur Zeit der Keller genutzt und wie oft wird gelüftet ...

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Eine langfristige sinnvolle Erhaltung....



... von solchen Ausstellungsstücken geht nur über eine permanent kontrollierte Luftentfeuchtung mit Abführung des Kondensats - eingestellt auf die Materialien.

Am Einfachsten ist der Besuch einer entsprechenden Ausstellung auf der nächsten Burg. Die eingesetzte Technik kann man selbst ausfindig machen und/oder erfragen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Keller nass



Wir haben das Haus noch nicht so sehr lange und wohnen seit einer Woche dort. Der Keller war sogar bis vor ein paar Tagen sehr lange Zeit von der Tochter der Mieterin bewohnt (eigentlich unerkärlich für mich...). Mein Nachbar (Verputzer, Selbstständig) meinte die Wände wären noch in einem guten Zustand. Lediglich an zwei Stellen an Decke und Wand (in einem anderen Kellerraum) bröckel der Putz.

Die Wände sehen trocken aus und es ist natürlich auch kein Schimmel oder Ähnliches sichtbar. Problem ist vermutlich, dass das Regenwasser der Dachrinne direkt neben der Kellerwand ins Blumenbeet läuft...



egal wie die Umstände sind....



... die Luftfeuchtigkeit muss runter sonst gammelen Dir deine kriegerischen Pretiosen dahin.

Grüße

Frank



Wie man es falsch und richtig macht...



(Kurzfassung)
Vor mehr als 10 Jahren wurde durch Fachleute der Bunker der Kunsthalle Mannheim (1.600 m²) zur Präsentation von Kunst saniert.
Die Sanierung erfolgte nach den neuesten Techniken der Fachleute.
Ergebniss: Kein einziger Kunstgegenstand konnte darin ausgestellt werden.
Schwankende Temparaturen zwischen 18 und 25° Grad, relative Luftfeuchtigkeit schwankend zwischen 50 und 80 %. Mitarbeiter und Aufsichtspersonal klagten nach 1 Stunde Aufenthalt über Kopfschmerzen, Reizhusten usw.

Folgende Vorgaben hätten eigentlich eingehalten werden sollen:
Temperatur 20 - 21 ° Grad
relative Luftfeuchtigkeit 40 - 52 %, absolut staubfrei

Die Sanierung der Sanierung wurde dann wie folgt durchgeführt:
Alle Wärmedämmmaßnahmen, Dampfbremsen, Gipsverputze und die Bodenbeschichtung wurden entfernt. Ebenso sämtliche Heizkörper. Dies galt im übrigen auch für die Fachleute ;)
Ergänzung der Heizleitung, Kupferleitung d=18 mm, als Wandtemparatur-Einheit.
Sockelbereich Vorlauf-Rücklauf und in ca. 1 m Höhe nochmals Rücklaufleitung.
Wand- und Deckenverputz mit reinem Kalkmörtel.
Wandanstrich mit Thermo-Shield.
Bodenbelag Gussasphalt, Beschichtung wässriges Epoxi.
Belüftung: einfacher Luftaustausch in 12 Std.

Ergebniss: Seit 8 Jahren werden 20° Grad Raumteparatur und 50-51 % Luftfeuchtigkeit gehalten und ständig aufgezeichnet.


Diese Baustelle hat 2 Jahre meines Lebens gekostet und mir unzählige graue Haare beschärt.


Viele Grüße



So ähnlich würd ichs auch machen.



Hallo

1. Ergänzung der Heizleitung, Kupferleitung d=18 mm, als Wandtemparatur-Einheit.
Sockelbereich Vorlauf-Rücklauf und in ca. 1 m Höhe nochmals Rücklaufleitung.
2. Wand- und Deckenverputz mit reinem Kalkmörtel.
3. Wandanstrich mit Thermo-Shield.
4. Bodenbelag Gussasphalt, Beschichtung wässriges Epoxi.
5. Belüftung: einfacher Luftaustausch in 12 Std.

Punkte: 3, 4 würde ich so nicht machen - eher offener!

gutes gelingen

FK



danke für die guten Ideen!



Heute lag die Luftfeuchtigkeit bei 60%. Das mit dem Heizkörper lässt sich recht gut umsetzen, da im Raum daneben die Ölzentralheizung ist. Auch die anderen Sachen lassen sich bestimmt relativ gut umsetzen.



Ergänzende Antwort...



zu meinem Vorredner Herr Kurz.

bezüglich Thermo-Shield:
Der ausschlaggebende Punkt für den Einsatz dieser Wandfarbe war der hohe Anteil von Titandioxid. Dadurch lassen sich sehr gezielt Pastellfarbtöne erstellen.
Ein weiterer Punkt der für diese Farbe sprach, war die 3-fache Oberflächenerweiterung durch die eingemischten "Bubbels".
Desweiteren wurde durch Untersuchungen an der FH festgestellt das bei dieser Farbe die Strahlungswärme 3-mal länger wirkte als bei anderen handelsüblichen Farben.

bezüglich Gussasphalt:
Dieser war schon im Vorfeld eingebaut und es gab keine Alternative hinsichtlich der kostengünstigen Sanierung.

Natürlich gib es hier auch andere Möglichkeiten. Diese müssen jedoch an die örtlichen Gegebenheiten angepasst werden.

Die Beschichtung mit wässrigem Epoxi hatte den Hintergrund, dass bei Schäden bzw. Umstellung der Ausstellungsstücke und damit verbundene Farbveränderungen eine wirtshaftliche Überarbeitung gewährleistet ist. Was auch ein ausschlaggebender Punkt war, ist dass der wässrige Epoxi keine Lichtspiegelungen bei entsprechender Mattierung erzeugt.

Grüße