Keller ausschachten

18.02.2008



Hallo, wir haben ein Haus von 1930 gekauft und ab der 1. Etage alles restauriert u. renoviert. Alles leraning by Doing mit Hilfe von Büchern und Verwandtgen. Bis jetzt klappte alles bestens.
Aber jetzt kommt der Keller dran, und da graut es mir. Im Grunde ist es ein riesieger Raum (35 m2 ) der 3 offene -naja Sichtluken - zur Straße und Hof hat. Die Wände sind gemauert, Der Putz war schon runter als wir vor 4 JAhren einzogen. Die Wände sind trocken ! Von außen habe ich mal ein wenig gegraben und eine Folie und tiefschwarzen Aufstrich gesehen. Das Probelm ist eher der Boden, und da hören auch meine Kenntnisse auf. Es liege einfach Gehwegplatten, darunter 20 cm Sand und dann kommt dicker schwarzer Lehmboden. Tiefer habe ich noch nicht gegraben. Ich möchte den Boden 30 cm ausschachten, neuen Boden legen und die Wände am liebsten verputzen.
Was muss ich beachten ?
Kann ich nach dem Ausschachten die Gehwegplatten als Unterlage nehmen, ( Folie drunter )und Estrich auf die Platten ?
Einfach Kalkputz auf die Wände ?
Hat der Lehm und Sand einen tieferen Sinn Oder kann es raus ?
Gelegentlich riecht es schonb muffig im KEller, kommt aber wohl daher da es keine schließbaren Fenster gibt und wenn es regnet läuft etwas rein und Kartons werden feucht. Denn Wände sind ansonsten knochentrocken.



Ist doch nicht schlecht.



Dann solltest Du vielleicht erstmal Gott danken (oder Dich 3mal nach Mekka verneigen) und an die armen Leute denken, die KEINEN trockenen Keller haben.

Die Gehwegplatten und der Sand üben keine besondere Funktion aus, die kannst Du einfach entfernen. Der Lehmboden hat sicherlich eine gewisse Abdichtungsfunktion.

Ich weiss nicht, wie Du den Keller nutzen willst, aber wenn er - eventuell auch erst später einmal - beheizt werden soll, müsstest Du mal an Dämmung denken.



Kellerwände knochentrocken?



Und keine schließbaren Fenster? Dann stimmt dies im Winter durchaus, aber im Sommer habe ich da so meine Zweifel(Kondenswasser). Wie viel % Feuchtigkeit ist eigentlich knochentrocken? Meine Kellerwände sind jetzt auch schön "trocken". Habe aber im Sommer trotz dichter Fenster manchmal über 90% rF in der Luft (ohne Entfeuchter).

Leider Feuchte Kellergrüße

Marko



Luftzug



Also im Sommer ist es auch nicht feucht drunten. Ich denke mir, es liegt an den Fenstern. Also den offenen Sichtluken. 2 gehen nach vorne raus, 1 nach hinten und da geht immer n leichtes Lüftchen durch.
Ich hatte im Winter mal ein Fenster zugemacht mit MEtallplatte, um zu testen. 2 Wochen später wurden Kartons nass, von unten. Wände nach wie vor trocken.
Eigentlich möchte ich die Räume nutzen, und zwar als Sportraum. Habe zur Zeit einen Anbau fremdgenutzt, möchte dies aber in den Keller verlegen. Also schwere Geräte (Kraft) sowie Fitness. Laminatboden am liebsten.

Ist ein einfacher Kalkputz ausreichend ?
Ich habe noch nie Estrich verlegt, denke aber Verbundestrich wäre am besten.
Möchte gerne den Sand raus (ca. 20-25 cm), die Gehwegplatten wieder auf den Lehmboden, da dieser Lotgerecht und fest liegt. Darauf dann die Folie (20mm) und Estrich drauf.
Dann die Wände mit Kalkputz verputzen.
Sollte es Probleme geben, kann mann ja immer noch zu Porofil greifen, chemische Horizontalsperre. Aber wenns nich muss, besser, da sehr teuer. 78 Eur der lfd. Meter.



Keller trockenlegen



Ein Fitnessraum ist eine ungeeignete Nutzungsart für einen Keller, es sei denn, er wird nicht bzw. nur sehr sporadisch dazu genutzt und man stört sich nicht am Rost der Geräte.
Um einen Keller in einen dafür passenden Raum umzufunktionieren, ist ein hoher konstruktiver und damit finanzieller Aufwand erforderlich.
Hier sollte Aufwand und Nutzen miteinander abgewogen werden.
Ansonsten genügt ein einfacher Kalkputz und ein Kalkanstrich.

Viele Grüße



Keller trocken legen - Keller nass legen



Hallo Herr Neukirchen,

kommt zwar von woanders her aber trifft vielleicht: "Never touch a running System".

Danken Sie für den trockenen Keller und packen Sie einen Kalkputz ohne Zement- oder Gipszuschläge darauf.

Alles andere wird Kondensat mit sich bringen. Wenn dann noch Doppelglasfenster kommen würde ich als Nutzung eher eine Sauna vorschlagen.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



An den Fenstern ...



liegt es meiner Ansicht nach nicht, daß Du immer wieder eine erhöhte Feuchtigkeit im Keller hast.
Ich tippe eher auf den natürlichen Lehmboden unterhalb des Sands und der Gehwegplatten, da Du geschrieben hast, daß die Kartons von unten feucht geworden sind.

Die undichten, bzw. nicht vorhandenen Fenster würden eigentlich einem Feuchtigkeitsaustausch mit der Außenluft fördern. Dies allerdings natürlich nur in gewissem Rahmen.

Was die trockenen Wände angeht, kann ich mich meinen Vorschreibern nur anschließen, da trocken von jedem anders ausgelegt wird. Ein schwarzer Sperranstrich auf der Außenseite der Kellerwand ist zwar gut, aber kein Garant für einen 100%-igen Schutz vor Feuchtigkeit aus dem Erdreich. Hier genügen schon kleine Beschädigungen dieses Anstriches um Feuchtigkeit eindringen zu lassen.

Falls Du wirklich ausschachten willst, solltest Du darauf achten, daß Du nicht zu tief gräbst (Fundament), um einen Grundbruch zu vermeiden.

Zu den Kartons muß ich noch den Hinweis geben, daß Kartonagen in feuchten Räumen die besten Nistplätze für Schimmel sind.

Viel Efolg und alles Gute
Gruß, Oliver



Grundbruch



ist bei diesem Baujahr schon vorprogrammiert, wenn 20 cm tiefer geschachtet wird.
Der Lehmboden wird gewachsener Boden sein.
Man kann das haus natürlich tieferlegen, braucht dann aber einen vom Statiker abgesegneten Arbeitsablaufplan mit genauer Beschreibung der einzelnen Schachtabschnitte.

Grüße vom Niederrhein



Abdichtungsarbeiten im Keller



Immer wieder liest man die sonderbarsten Beschreibungen für Abdichtungsarbeiten im Keller.
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Unabhängig von den vielen Meinungen oder der sonstigen Details, werden wir aufgefordert ein Angebot auszuarbeiten für das außen aufgraben, das Abdichten noch sehr oft verbunden mit einer Wärmedämmung und das wieder verfüllen. Wenn ich dann das Objekt besichtige stelle ich fest, dass eine Abdichtung überhaupt nicht möglich ist. Denn gegen was sollte abgedichtet werden und wie? Die erste Frage lautet immer, wenn wir eine Abdichtung brauchen so müssen wir gleichzeitig darüber diskutieren wie hoch denn das anstehende Wasser von der Außenseite sein kann. In den meisten Fällen muss man feststellen, dass weder die Grundwasserstände bekannt sind, noch ist bekannt ob Stauwasser entsteht.
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Die Annahme, dass es sich um Wasser von außen handelt, wird nur davon abgeleitet, weil eben der Keller an der Innenseite feucht ist.
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Ein Beispiel:
An einem größeren Gebäudekomplex in der Bundeshauptstadt wurde die Planung für die Abdichtung von einem namhaften Planungsbüro durchgeführt. Bei der Diskussion ergab sich dann, dass die Abdichtung so ausgeführt werden solle, dass diese einen Wasserdruck von
1,5 Meter standhalten müsste. Diese auch deswegen, weil in unmittelbarer Nachbarschaft ein Bachlauf war. Dieses Gebäude war aus Ziegelstein gemauert und es war schon vorgesehen, dass als Abdichtung im Mauerwerkquerschnitt die Abdichtung mit Chromstahlplatten ausgeführt werden sollte. Nun ist zwar das Verfahren durch Eintreiben der Chromstahlplatten
als eines der sichersten Verfahren gegen kapillare Saugfähigkeit anzusehen. Es ist jedoch nicht geeignet, um eine Abdichtung im Querschnitt gegen Wasserdruck herzustellen, da Wasser als Flüssigkeit ja durch die Anschlussfugen eindringen könnte. Des weiteren wurde diskutiert wie dem Wasserdruck von 1,5 Meter Wassersäule entgegen gewirkt werden könnte, dabei ergab sich eindeutig, dass zumindest im Bodenbereich eine 75 cm starke Betonplatte eingebaut werden müsste um dem Wasserdruck von 1,5 Meter stand zu halten. Außerdem müsste im Bereich bis zu 1,5 Metern Höhe ebenfalls gegen diesen Wasserdruck eine Art Wanne ausgebildet werden die noch dazu mit der Bodenplatte nach zustand verbunden werden muss. All diese Maßnahmen waren jedoch zu wohl räumlich als auch technisch als unsinnig bezeichnet worden.

Hierbei zeigt sich natürlich wieder ganz deutlich, dass alleine wegen der spekulativen Stauwasserhöhe ein nicht zu vertretender Aufwand betrieben worden wäre. Bei der weiteren Diskussion ergab sich, dass auch die Abdichtung mit anderen Verfahren und Produkten nicht besser abschneiden können. Nach dieser Diskussion habe ich mir erlaubt zu fragen, wie oft der Keller im Laufe der letzten Jahre mit den Problemen eindringenden Wassers belastet wurde, dabei stellte sich heraus, dass die letzten 100 Jahre nie Wasser eingedrungen ist. Es gab noch viele Diskussionen, aber ich konnte mich letztendlich dazu durchringen, dann auf eine Abdichtung, sowohl im Mauerwerksquerschnitt als auch gegen aufstauendes oder drückendes Wasser ganz zu verzichten und statt dessen konnte ich den Vorschlag der Instandsetzung mit dem I-Bau-System einbringen. Dabei handelt es sich um eine Instandsetzung der durch Feuchte und Salz geschädigten Wandinnenseite, durch das Aufbringen einer dichten Folie mit einem aufgebrachten Putzträger auf den dann in der Regel mit Sanierputz oder mit sogenannten wärmedämmenden Leichtputzen die wasserabweisend eingestellt sind eine neu verputze Oberfläche herzustellen.

Eine Abdichtung an der Außenseite sowie im Mauerwerksquerschnitt an der Unterseite würde zwar letztendlich eine trockenere Wand ergeben, wobei trotz dieser sehr teueren Maßnahme an der Innenseite die gleiche Thematik und die gleiche Problematik, nämlich die Tauwasserentstehung und damit der Wechsel zwischen feucht und trocken weiterhin stattfinden würde, was zu den bekannten Problemen führt. Das durch diesen Wechsel Salze
a) Feuchtigkeit aufnehmen und b) beim Abtrocknen einen sehr hohen Druck durch die Kristallisation entsteht. Um zu verdeutlichen welche Problematik dabei gelöst wird gebrauche ich immer den Vergleich: Man denke an einen schönen Biergarten, vor sich eine schöne kühle frische Maß und jedem wird sofort klar, dass der Maßkrug an der Außenseite beschlägt, d.h. es entsteht Tauwasser auf Grund der Feuchte in der Luft und der relativ kalten Oberfläche des Kruges. Wobei kein Mensch auf die Idee käme, diesen Krug an der Innenseite abdichten zu wollen, um an der Außenseite das Tauwasser wegzubringen. Neben den vielen Messungen sowohl der Temperaturen als auch der Feuchte in Keller, hierbei sind insbesondere die Arbeiten von Herrn Professor Dreier und Herrn Hecht aus der TU in Wien entscheidend mit eingeflossen. Des weiteren beschäftigte sich Herr Professor Weichert ehemals Bundeswehrschule Neubiberg bei München, mit diesem Phänomen. Letztendlich wird die von unserer Firma gemachte Erfahrung bestätigt, dass durch eine sogenannte Innen Instandsetzung die Mauer zwar noch feucht bleibt, was ihr ja auch nicht schadet, denn weder der Ziegel noch der Mörtel fault. Daraus kann man nun folgendes ableiten, wenn es gelingt, dass die Mauer feucht bleibt und auch die damit zusammenhängenden Kristallisationsprobleme wegfallen und außerdem die Feuchteabgabe in dem Raum reduziert wird, bzw. ganz verhindert wird, dann geht es letztend-lich nur noch darum eine saubere trockene Oberfläche zu bekommen. Was sowohl mit den Verputzarbeiten möglich ist, als auch einer Trockenbauweise d.h. einer Wandverkleidung ge-geben sein kann.

Tiefgraben und Drainage
Hierzu wird sehr oft kontrovers diskutiert.
Ab wann ist eine Drainanlage sinnvoll?
Ab wann ist ein Kiesgraben eine Verbesserung?
Wann ist eine Unterfangung notwendig?
In den letzten Jahren wird sehr oft auch bei alten Gebäuden um das Haus aufgegraben und ei-ne Drainage eingebaut so wie ein Kiesgraben bis zur Oberkantegelände hochgezogen und dies alles führt sehr oft eher zu einer Verschlechterung als zu einer Verbesserung.
Vorab muss erwähnt werden, dass die Abdichtungsnorm auch einen Hinweis auf eine einzubauende Drainage nach DIN 4095 vorsieht. Es ist jedoch auch ganz klar, dass diese Normen nur für den Neubau gelten und auch nur dann, wenn feststeht, dass es darum geht, Abdichtungen vor erhöhtem Wasserdruck zu schützen.
Sehr oft wird jedoch das Gegenteil erreicht insbesondere bei alten Gebäuden, war bisher Erdreich zum Teil auch vermischt mit Bauschutt darüber Humus bis am Haus, durch diesen Belag nur sehr wenig Wasser in flüssiger Form eindringen. So wird nach dem Herstellen eines Kiesgrabens und einer Drainanlage das Wasser regelrecht „angesaugt“ und um die gesamte Haus-länge verteilt. Dies führt sehr oft dazu, dass an allen Stellen Feuchtigkeit in erhöhtem Maße vorhanden ist. Ebenso tritt jetzt in den oberen Randbereichen ein ständiger Wechsel zwischen Feucht und Trocken - nicht nur über das Wasser sondern auch über die Kondensation statt.