Feuchte Wände im Ziegelkeller

04.05.2011



Hallo erstmal an die Fachwerk-Community, seit Monaten lese ich hier fleissig als Besucher das Forum und habe mir hier den ein oder anderen guten Ratschlag "abgeholt". Nun will ich selbst mal eine Frage an euch richten.

Wir haben uns Anfang des Jahres eine alte Dorfschule von 1696 gekauft. Unter der Küche gibt es einen kleinen Ziegelkeller(ca. LBH: 4x4x2m) der bis vor kurzem noch einer Tropfsteinhöhle glich. Man hatte die zwei Kellerfensterschächte einfach mit Gehwegplatten überflastert und mit Beton verschmiert. Das Wasser hing in dicken Tropfen von der Decke. Nach dem Öffnen der Fenster waren die Tropfen binnen kurzer Zeit weg. Lediglich die Wände sind noch zu feucht. Laut Sachverständigen-Gutachten haben wir Schichtenwasser, das für die hohe Feuchtigkeit verantwortlich sein soll.

Der Keller soll kein Wohnraum werden, sondern lediglich so genutzt werden, wie er auch geplant wurde, als Lageraum für Konserven und anderen Kram.

Ich möchte die beiden Außenwände gern vertikal "abdichten", es muss aber nicht Staubtrocken sein. Hierzu würde ich die Kellerwand ausschachten und eine Vertikaldichtung anbringen. Ich dachte dabei an eine Elastomerschlämme von Remmers. Anschließend möchte ich von Innen die Wände etwas säubern und mit Sanierputz verputzen.

Könnte ich das so machen oder würde die Arbeit keine Früchte tragen? Wie gesagt, ich will keinen staubtrockenen Keller, nur einen in den meine Frau sich hinunter traut :-)

Viele Grüße



Keller abdichten



Wenn der Keller 4x4 m groß ist dann wäre das Schulhaus nur 4 m breit- das glaube ich nicht.
Andersrum: max. 2 Kellerwände sind von außen zugänglich, wenn eine Giebelwand und eine Traufwand (in Teilen) darauf stehen. Wie wollen Sie den Keller dann von außen ausschachten?
Das hat aber auch seine Vorteile:
So kommen Sie hoffentlich nicht auf die Idee, Ihr Vorhaben umzusetzen. Die Standsicherheit Ihres Hauses und Ihre Gesundheit werden es Ihnen danken.
Warum? So etwas ist riskant und gefährlich, wenn man davon keine Ahnung hat.

Zum Problem selber:
Solange kein Wasser in flüssiger Form in den Keller läuft, haben Sie keinen Handlungsbedarf.
Wenn Sie die Luftfeuchte etwas senken wollen, geht das mit einem diffusionsdichten Fußboden; notwendig ist es nicht.
Sie sollten aber dafür sorgen, das der Luftaustausch zwischen dem warmen Wohnbereich oben und dem Keller möglichst unterbunden wird. Also Kellertür ordentlich eindichten und kellerseitig dämmen.

Viele Grüße



Keller abdichten



Der Keller befindet sich an einer Ecke des Hauses und ja, auf den Kellerwänden liegt das Fachwerk auf (Giebel und Traufwand). Das Haus ist ca. 10x12m groß.

Wäre es nicht möglich erst die eine und dann die andere Seite des Kellers zu bearbeiten, sodass nicht die ganze Ecke "frei liegt". Würde es eine andere Möglichkeit geben den Keller frauenfreundlich zu gestalten?



Keller abdichten



Vertikalsperre geht auch mit "Noppenbahn" .
Dichtschlämme funktioniert auch , aber wie reagiert die Ziegelwand in ihrem feuchten Zustand dann ?
Ausschachten nur abschniitsweise , Wand abstützen kann u.U. hilfreich sein . Drainagerohr auch keine schlechte Idee .

Jürgen Kube
@Georg : er will an die Kellerwand , nicht unter den Keller - so versteh ich es



So..



..hätt ich das auch verstanden.
Aber wie kommt er dann an die zwei verbleibenden Wände, bei einem TEILunterkellerten Haus?

Die beiden Wände werden ja auch erdberührt sein und das Schichtenwasser, so es denn da ist, wird auch in den Bereichen anstehen, in denen das Haus nicht unterkellert ist.

Nichtfachmännische Grüße
Michael



Da wird



auch nur Diele und Sand sein ..
Und die Drainage darf auf die lange Sicht ums Haus rumgeführt werden ..
Ich hatte ein gleiches Problem am eigenen Haus , aber gottseidings durstigeren Boden umzu .
Gruß Jürgen Kube





Wie ist denn der Sachverständige auf Schichtenwasser als Ursache gekommen?
Hat der ein Bodengutachten gemacht oder ist er mit der Wünschelrute durchs Gelände gezogen?
Warum haben Sie keine Wassereinbrüche wenn doch (Schichten)wasser außen ansteht?

Grüße
Oliver Struve



Eine Bodenprobe



hat der Sachverständige nicht genommen, es ist eine Annahme weil das hier im Ort "normal" ist.


Warum haben Sie keine Wassereinbrüche wenn doch (Schichten)wasser außen ansteht? - Muss man den Wassereinbrüche haben? Die Wand ist nur sehr feucht.

Viele Grüße





Wenn Wasser außen ansteht dann steht es ziemlich sicher auch innen.


Grüße
Oliver Struve



Moin,



ein Keller ist ein Keller, will sagen das Ding wurde ohne Abdichtung gebaut und wird auch ohne Abdichtung weiterhin funktionieren, von dem Geld was in die Abdichtung gesteckt wird könnte man in den Urlaub fahren, sich sinnlos besaufen, den ganzen sommer Grillen ...................
Keine Ahnung wie lange sich schon Kondensat im Keller nach deinen Beschreibungen gebildet hat, gib dem Mauerwerk mal ein wenig Zeit zum Abtrockenen dann kann man immer noch entscheiden.



Da



ist was wahres dran. Der Keller müsste nun seit etwas mehr als 10 Jahren verschlossen gewesen sein. Vielleicht sollte ich wirklich erstmal warten und gucken wie sich das Klima weiter entwickelt.

Würde es etwas bringen den Keller bei geschlossenen Fenstern aufzuheizen um so eine höhere Feuchtigkeitssättigung der Luft zu erreichen und dann im Intervall zu lüften? - Ich hätte da noch nen Gasgebläseheizer :-)

Vielleicht lässt sich so der Abtrockungsprozess etwas beschleunigen...



Moin



bei jeder Verbrennung entsteht Wasserdampf----> mit Deinem Gasgebläse wirst Du also kontraproduktiv sein.
am besten abwarten und Tee (oder was auch immer) trinken.



Wie sicher kann man Wasser beim eindringen abhalten?



Dringt es nur auf der Seite ein oder könnte es auch von unten eindringen.
Welche Abdichtungsarbeiten sind im Keller machbar/notwendig?
Immer wieder gibt es heftige Diskussionen welche „Abdichtungsarbeiten im Keller notwendig sind.
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Wenn Keller an der Innenseite feucht sind, dann empfehlen sehr viele Fachleute: da hilft nur außen Aufgraben, Abdichten, Einbauen einer Drainanlage und dann auch noch alles mit einer Wärmedämmung versehen usw..
Vorab sollte jedoch immer genau geprüft werden, woher denn die Feuchte kommt?
Denn dies muss nicht immer von außen sein!
Diese Feststellung ist jedoch nicht einfach, und ich kämpfe oft gegen viele alte Vorurteile. Wenn ich ein feuchtes Objekt besichtige, stelle ich oft fest, dass eine Abdichtung überhaupt nicht möglich ist. Interessant ist, kaum jemand weiß, gegen welch drückendes Wasserwas, sollte abgedichtet werden und dann, auch noch wie?
Denn wenn eine Abdichtung (je nach Lastfall) sinnvoll sein sollte, so müsste man auch darüber diskutieren, wie hoch denn das Wasser an der Außenseite anstehen könnte. Aber auch wie unter dem Haus eine Ergänzung dieser Abdichtung hergestellt werden könnte. Viele Hausbesitzer wissen überhaupt nicht, ob Stauwasser entstehen kann und kennen auch die Grundwasserstände nicht.
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Meine erste Frage ist oft, wie hoch steht das Wasser im Keller?
Die Antwort ist meist - Wasser steht nicht im Keller, „nur“ die Wände sind feucht.
Dies wird dann davon abgeleitet, dass Wasser eindringen muss, wenn innen die Wände feucht sind. Dass es auch noch andere Möglichkeiten von Feuchteschäden im Keller gibt, ist oft erst nach einer längeren Diskussion verständlich.
Eine Abdichtung an der Außenseite, sowie an der Unterseite im Mauerwerksquerschnitt könnte zwar auch eine „trockenere“ Wand ergeben. Es bleibt die Frage, ob dies nachträglich technisch überhaupt herzustellen ist?
Dabei ist zu berücksichtigen, dass trotz dieser sehr teuren Maßnahme (Abdichtung von außen) an der Innenseite die gleiche Problematik, nämlich die Tauwasserentstehung und damit der Wechsel zwi-schen - feucht und trocken - weiterhin stattfinden würde, was zu den bekannten Problemen führt. Nämlich, dass durch diesen Wechsel, Salze
a) Feuchtigkeit (hygroskopisch) aufnehmen, und
b) beim Abtrocknen einen sehr hohen Kristallisation-Druck aufbauen und weiterhin die Oberflächen zerstören bzw. schädigen.
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Der Bierkrug im Sommer gibt ein gutes Beispiel.
Um zu verdeutlichen welche Problematik gelöst werden muss, gebrauche ich gerne den Vergleich: Man denke an einen schönen Biergarten, vor sich eine schöne kühle frische Maß und jedem wird sofort klar, dass der Maßkrug an der Außenseite beschlägt, d.h. es entsteht sehr schnell Tauwasser auf Grund der Feuchte in der warmen Luft und der kalten Oberfläche des Kruges. Wobei kein Mensch auf die Idee käme, diesen Krug an der Innenseite abdichten zu wollen, um an der Außenseite das Tauwasser wegzubringen.
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Neben den vielen eigenen Messungen, sowohl der Temperaturen als auch der Feuchte in Kellern, verweise ich insbesondere auf Arbeiten von Herrn Prof. Dr. J. Dreyer und Herrn Dr. Clemens Hecht von der TU in Wien.
Denn daraus ergibt sich eindeutig, dass es bei Feuchteschäden im Keller sehr oft "nur" Tauwasser-probleme sind.
Außerdem kam Prof. Dr.- Ing. L. Weichert (ehemals Universität der Bundeswehr München), bei Feuchte,- und Temperaturmessungen an Gebäuden, ebenfalls zu solchen Ergebnissen.
Deren Ergebnisse sind bei meinen Überlegungen entscheidend mit eingeflossen, nach abwägen von Aufwand und Ergebnis, und insbesondere der Kosten eine Instandsetzungen „nur“ noch von innen durchzuführen.
Daraus kann auch abgeleitet werden, wenn es gelingt, dass die Salze in Lösung bleiben (die Mauer also feucht bleibt) und auch die damit zusammenhängenden Kristallisationsprobleme an den Oberflächen wegfällt und außerdem die Feuchteabgabe in dem Raum verhindert wird, dann sind diese Keller hochwertig zu nutzen. Im Bedarfsfall ist es ohne Problem auch eine Wärmedämmung in das System einzubauen.
Nur Nichtfachleute suggerieren den Hausbesitzern, dass durch die Feuchte, die Wände bzw. Mauern geschädigt werden. Es werden oft nur Ängste geschürt, es stimmt einfach nicht, denn weder der Ziegel noch der Mörtel fault. Logisch ist aber auch, dass es hinter Sanierputzsystemen (auch mit Dichtschlämmen) auch feucht bleibt. Wände „atmen“ schließlich die Feuchte nicht aus.
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In diesem Zusammenhang ist auch zu fragen, was hilft in einem solchen Fall eigentlich eine Drainanlage?
Hierzu wird auch sehr oft kontrovers diskutiert.
Ab wann ist eine Drainanlage sinnvoll?
Ab wann ist ein Kiesgraben immer eine sinnvolle Maßnahme und auch eine Verbesserung?
In den letzten Jahren wird sehr oft auch bei alten Gebäuden um das Haus aufgegraben und eine Drainanlage eingebaut, sowie ein Kiesgraben bis zur Oberkantegelände hochgezogen und dies alles führt sehr oft eher zu einer Verschlechterung als zu einer Verbesserung.
Vorab muss erwähnt werden, dass die Abdichtungsnorm DIN 18195 auch einen Hinweis auf eine einzubauende Drainanlage nach DIN 4095 vorsieht. Es ist jedoch auch klar, dass diese Normen nur für den Neubau gelten und auch nur dann, wenn feststeht, dass es darum geht, Abdichtungen vor erhöhtem Wasserdruck zu schützen.
Ganz andere Überlegungen müssen bei einem alten Gebäude mit einfließen und auch abgewogen werden.
Sehr oft wird bei einer nachträglichen Instandsetzung mit einer Drainanlage der gewünschte Effekt – „ein trockener Keller“ nicht erreicht, bzw. manchmal auch das Gegenteil bewirkt, insbesondere bei alten Gebäuden.
War bisher Erdreich - und Humus am Haus, durch diese konnte nur sehr wenig Wasser eindringen. Nach dem Herstellen eines Kiesgrabens und einer Drainanlage wird das Wasser von der Oberfläche und auch das Regenwasser von der Fassade regelrecht „angesaugt“ und um die gesamte Hauslänge verteilt.
Dies führt oft dazu, dass an allen Stellen d.h. rund ums Haus Feuchtigkeit in erhöhtem Maße vorhanden ist. Es ist immer nur ein Wunsch, dass das Wasser durch die Drainanlage nur abläuft.
Wer jedoch wie ich, sich lange genug mit dieser Thematik beschäftigt weiß, dass sich Drainanlagen, aber auch der Kies mit Pflanzen und Schmutz oft zusetzen. Ob dann noch der gewünschte Erfolg möglich ist bleibt fraglich.
Ebenso findet dann, wenn Kies als Auffüllung eingebaut wird, in den oberen Randbereichen ein ständiger Wechsel zwischen feucht und trocken - nicht nur über das Wasser, sondern auch über die Kondensation statt. Dieser Wechsel zerstört oft die mit Sockelputzen ausgeführten Bereiche.
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Und weiter kann beim Wiederauffüllen und dem Verdichten oft ein größerer Schaden durch die Vibration des ganzen Hauses entstehen.
Beim Verdichten entstehen beträchtliche - auch seitliche Drücke, und können die Wand eindrücken aber auch vom Auflager verschieben. Dies kann auch wieder zu einer Undichtigkeit führen.
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Es ist also nicht ganz so einfach, immer das Richtige zu tun.
Es bleiben sicher noch genügend offene Fragen.
In all diesen Fällen ist es auch wichtig zu untersuchen, ob es sich um Stau,- oder gar um drückendes Wasser handeln kann.
Eine genaue Prüfung z.B. nach Merkblatt WTA* ist sicher besser als der oft erwähnte Spruch – „das haben wir schon immer so gemacht“.
Siehe hierzu auch:
Merkblatt WTA - http://www.wta.de/de/system/files/4-3-98.pdf