Keller tiefer legen

27.11.2010


zu diesem Grob-Thema gibt es schon ein paar Threads, die aber nicht ganz auf meinen Fall passen:
wir wollen in den Keller, der derzeit nur ca. 1.85 Raumhöhe aufweist, eine kleine Einliegerwohnung bauen. Hierfür möchten wir den Fußboden ca. 80cm tieferlegen (Isolierung, Fußbodenheizung...)
Das Gebäude ist knapp 100J alt, weist keine Risse auf. Die Außenwände im Keller bestehen aus ca. 70cm Stahlbeton, die Bodenplatte ist ca. 25cm dick und lt. Bauzeichnung alle 10cm mit 1cm dicken Baustählen armiert. Hintergrund der massiven Bauweise: Untergrund ist eine aufgefüllte Kiesgrube: bis in ca. 10m Tiefe handelt es sich nicht um gewachsenen Untergrund sondern um Auffüllungen aus den Jahren 1907 bis 1917. (und außerdem hat hier eine Baufirma für sich selbst gebaut: ehemalige Kantine)
Die neuen Räume sollen eine Außentreppe bekommen, sodass die Wand an einer Stelle eh geöffnet wird, sodass kleinere Baumaschinen auch in den Keller einfahren können.
...und keine Sorge: ich frage nur desshalb an, um eine Idee zu bekommen, was zu machen ist und im Idealfall eine Vorstellung zu bekommen, was der Spass denn kostet. Wenn wir und für die Durchführung entscheiden, werden wir einen Architekten beauftragen.
Danke für die Hilfe,
Lasse



Keller umbauen



Hallo Lasse,
zuerst sollten Sie sich fragen, warum damals die Stahlbetonplatte als Fundament gegründet wurde.
Jemand hat Sie damals für NOTWENDIG gehalten, vermutlich ein Statiker.
Wenn Sie die Platte entfernen lassen, dann zerstören Sie diese Gründung.
Warum glauben Sie, das diese Gründung jetzt plötzlich nicht mehr erforderlich ist bzw. der Statiker sich geirrt hat?

Zum Ausbau selber:
Einen Keller in einen Aufenthaltsraum zu verwandeln ist immer teuer und technisch aufwändig.

Ich zähle mal ein paar der erforderlichen Leistungen auf:
- Sicherung des Baugrundes infolge des Abbruchs der Bodenplatte, Sicherung der Wände infolge Unterfahrung (Mikropfahlgründung und/oder Verpressung mit Zementsuspension oder...)
- Ausbruch der Bodenplatte, Ausbruch der Türöffnung,
- Herstellung eines Anbaues mit neuer Kellertreppe,
- Aushub,
- abschnittsweise Untermauerung der Wände einschließlich neuer Gründung,
- neuer gedämmter Fußbodenaufbau,
- Dämmung der Kelleraußenwände (entweder freischachten, dichten, Perimeterdämmung oder Innendämmung aus foamglas bzw. CS),
- Eventuell Schaffung weiterer Fensterflächen (etwa ein Achtel der Grundfläche ist Minimum),
- Einbau getrennter Versorgungsstränge ELT, Wasser, Heizung,
- Innenausbau,
- Maßnahmen zum Schall- und Brandschutz,
- Planung, Statik.

Glauben Sie, das sich das rechnen wird?
Ich nicht.
Allein für die Planung/Statik könnten infolge der ungünstigen geotechnischen Kategorie ca.10.000,- € draufgehen.
Falls Sie die kluge Idee haben sollten das einsparen zu wollen riskieren Sie den Fortbestand des gesamten Gebäudes.

Viele Grüße



Fundamente verlängern



@ Georg Böttcher,
genau, um solch eine Antwort zu bekommen, habe ich meine Frage gestellt. Konnte selber die Kosten für den Ausbau incl. Ver- /Entsorgung abschätzen, habe aber keine Erfahrung darin, was diese sichernden/konstruktiven Maßnahmen kosten - aus der Höhe der Planungsaufwandes von ca. 10.000€ schließe ich darauf, dass Sie die Kosten des Umbaues auf ca. 100.000€ schätzen? Wenn man den Ausbau mit ca. 30.000 ansetzt, dann wären die Kosten des Tieferlegens mit ca. 70.000€ anzusetzen? (ganz, ganz grob geschätzt) Es handelt sich um ca. 4+10+5 lfm Außenwände mit ca. 70cm Wandstärke und ca. 10 lfm zum nicht tieferzulegenden Keller, sowie ca. 3 lfm zwischen den beiden tieferzulegenden Räumen, in Summe also ca. 32 lfm, die Grundfläche beträgt ca.42qm
Vielen Dank,
Lasse Winter




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