Wiedereinmal Keller

05.01.2007


Hallo liebes Forum,

ich habe ein altes Gebäude erworben, das nun wieder saniert werden soll. Leider ist der Keller nur 1,8m hoch mit Lehmboden. Die Mauern (Dicke ca 55cm)sind aus Ortbeton, sind ca 1,4m im Erdreich und stehen auf dem Kellerboden! Der Ortbeton geht bis Mitte Erdgeschoss, danach ist das EG noch mit NF Ziegeln fertiggemauert. Das Dachgeschoss darüber besteht aus Holz und ist nicht ausgebaut.
Die Keller-Holzdecke habe ich jetzt entfernt.
Ich habe vor, die Kellermauern abschnittsweise zu unterfangen (ca 70cm tiefer) und eine Bodenplatte zu betonieren.
Ist es sinnvoll bzw möglich bei der Unterfangung eine Horizontalsperre einzubauen und unter der Bodenplatte eine Abdichtung verwenden (der Keller soll als Werkstatt genützt werden)?
Sollte die Unterfangung breiter als das Mauerwerk werden?
Kann die Unterfangung wieder bis zu Unterkante der kapillarbrechenden Schicht gehen, oder muss sie 0,5m tiefer
bleiben?(Der Untergrund besteht aus lehmigem Schotter)

Vielen Dank schonmal

Markus



Keller unterfangen



Lieber Markus,
was Du vorhast, ist ein sehr aufwändiges und schwieriges Vorhaben. Bei falscher Ausführung besteht die Gefahr von Einstürzen; Risse und Verformungen des Bauwerkes sind nie vollständig auszuschließen. Das Unterfahren von Fundamenten ist in den DIN 4123 und 4124 geregelt, Du solltest sie penibel einhalten.
Vorab ist eine Erkundung des anstehenden Baugrundes und des Grundwasserspiegels unbedingt durchzuführen. Die Erkundung sollte etwa bis in etwa 1,5 m Tiefe gehen. Zur Interpretation der Bodenverhältnisse solltest Du einen Fachmann zu Rate ziehen.

Viele Grüße

Georg





Lieber Herr Trixl,
beherzigen Sie die Ratschläge des Herrn Böttcher. Einen Statiker sollten Sie unbedingt einschalten, auch die Ausführung sollten Sie von einer Fachfirma vornehmen lassen, da später evtl. Haftungsfragen berührt werden. Sie tun sich keinen großen Gefallen, wenn Sie konstruktiv wichtige Bauteile in Eigenleistung ausführen. In den Ausbaugewerken ist ansonsten allerhand Potential für Eigenleistung.
Viele Grüße in das schöne Tirol sendet,
Bernd Kibies



danke



für die Antworten.
Ich mache die Unterfangung nicht selbst sondern jemand der (hoffentlich)Erfahrung damit hat.
Mich würde aber trotzdem interessieren, ob das so funktioniert.
Macht eine Horizontalsperre Sinn und die Abdichtung unter der Bodenplatte Sinn, wenn dann auf die Aussenwand noch eine Dichtbahn angebracht wird?
Risse kann man nicht ausschliessen?

schöne Grüsse
Markus



Wieder einmal Keller



Lieber Markus,
eine Horizontalsperre bei der Unterfangung einzubauen, ist nicht das Problem, macht (für den Keller)aber nur Sinn, wenn Sie mit einer senkrechten Abdichtung kombiniert wird. Den Keller auch noch außen freizulegen, halte ich für außerordentlich heikel, unabhängig davon, wie die konkreten Bedingungen sind.Ich glaube nicht, das der Aufwand und die Risiken den Nutzen aufwiegen. Eine Abdichtung unter der Bodenplatte kann eingebaut werden. Ob sie Sinn macht, hängt wie bei dem ganzen Vorhaben von den konkreten Baugrundverhältnissen ab. Risse werden bei der beabsichtigten Unterfangung auftreten, auch bei günstigem Baugrund. Die Frage ist nur wann und in welchem Umfang.

Viele Grüße
Georg