Keller trocknen: Luftkalkputz oder Kalkschlemme?

09.03.2008



Hallo,

und noch eine Frage zu unserem feuchten Keller. Ich bin noch nicht sicher woher die Feuchtigkeit kommt. Der Vorbesitzer hat auf jeden Fall im Sommer eine Dauerquerlüftung gehabt. Bevor ich die Experten mit den teuren Lösungen ranlasse möchte ich erst mal sehen ob die Feuchtigkeit wirklich von draußen kommt. Wie kriege ich das Mauerwerk optimal trocken? Wenn die Mauern offen liegen bzw nur eine Kalkschlemme drauf kommt (nur alten Putz ab)? Oder hat ein grobporiger Luftkalkputz hier echte Vorteile? Spricht was gegen Kalkschlemme?

Viele Grüße,
Alex



Keller trocknen



Am trockensten kriegt man einen Bau, wenn nichts auf dem Mauerwerk ist. Vorausgesetzt, die Verdunstung ist höher als der Tauwasserniederschlag.
Nichts spricht gegen Kalkschlämme.

Grüße





Vielen Dank für die Antwort,

als Kalkschlemme, wie ich in einem Beitrag gelesen habe, dünnen Solubel PS50 Leichtkalkputz mit dem Quast auftragen?

Kalkschlemme ist ja offenbar nicht gleich Kalkschlemme!

Und das mit dem Kondensat möchte ich mit einer Lüftung mit Wärmerückgewinnung (bayernluft.de) und Temperatursteuerung in den Griff bekommen? Toi Toi Toi!

Grüße,
Alexander



Keller trocknen



Verkneifen Sie sich das mit der Wärmerückgewinnung im Keller und Lüften Sie lieber im Winter statt im Sommer.

Viele Grüße





Das Gerät kostet 350€ und wälzt die Luft 4 mal pro Tag um. Die Luft wird im Sommer heruntergekühlt und das Kondensat tropft nach draußen ab. Außerdem werde ich im Sommer nur zeitgesteuert nachts oder temperaturgesteuert lüften, so dass meines Erachtens keine gesättigte Luft in den Keller kommt. So schlecht finde ich meine Idee gar nicht. Außerdem kühlt der Keller im Winter dann nicht zu stark aus (90% Wärmerückgewinnung).



Unsinn!!!!



Laß das! Wenn die warme Luft im Sommer fast("bis 91%"?) bis auf Keller-Luft!-Temperatur herunter gekühlt wird und schon kondensiert, gehst du nun mit 100% relative Feuchte in den kühleren Keller. Die Wände sind dann noch kälter. Ein Kondenswasseranfall an den Wänden ist dir dann sicher.

Spare dir das Geld und mache nicht noch mehr Schaden.

Gruß Marko



Richtig. Daher die Temperatursteuerung



Hallo,

der Wärmetauscher ist auch hauptsächlich für den Winterbetrieb, dass der Keller nicht auskühlt. Im Sommer möchte ich nur in der Nacht lüften, wenn es draußen < 16°C ist. Dann hoffe ich auch im Sommer etwas Effekt zu erzielen.

Grüße,
Alexander





vor dem Einsatz irgendwelcher Geräte kann mit wirkliche einfachen Mitteln (Berechnung des Taupunktes an der Wandoberfläche/Bestimmung der Luftfeuchte und Temperaturen) herausgefunden werden wie kalt/warm der Raum sein darf. Einfach ein Gerät auf gut Glück zu betreiben ist nicht besonders sinnvol und m. E. herausgeworfenes Geld.

Wenn die Wand bereits offen liegt ist das doch wunderbar. Beobachten Sie doch zunächst was passiert, bevor eine Veränderung im Keller durchgeführt wird, die Einfluss auf den Feuchtehaushalt hat.

Grundsätzlich wüsste ich nicht was gegen eine Kalkschlämme spricht. Achtung: Auch das in der Schlämme enthaltene Wasser muss nach der Verarbeitung verdunsten und führt zunächst zu einer Erhöhung der Feuchte. Solche Arbeiten sollten nicht unbedingt im Sommer ausgeführt werden.
Ansonsten wie Herr Böttcher schon sagt: Lieber im Winter lüften!

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Meine Kellertemperaturen



Im Sommer max. 16°C mit Fenster zu. Im Winter minimal 6°C mit offenen Fenstern und Lüfter an einem Fenster, also schön Durchzug. Wenn die Kellerdecke gedämmt ist, dann lasse den Keller doch ruhig kalt werden.

Gruß Marko





Dann habe ich mal noch eine Frage zu den hygroskopischen Salzen, die eine Trocknung verhindern können.
Das betrifft doch nur das oberflächliche Salz oder (Salpeterblümchen etc)? Wenn ich über die Wand eine frische Kalkschlemme aufbringe ist dann die Wirkung der Salze neutralisiert?



Schlämme oder nicht?



Die billigste konventionelle Kalkschlämme besteht aus der oberen Schicht des gelöschten Weisskalks mit dem darauf schwimmenden wasserglashaltigen Kalksinterwasser.Da dieser Anstrich nicht wischfest ist, empfiehlt sich die Zugabe von 2-5 % Leinölfirnis. Damit dieser mit dem Wasser emulgiert, je l Leinölfirnis ca. 2 sauber ausgelöste Eidotter durch ein Sieb drücken, das gibt eine leckere gut riechende Kalkmilch. Die ist aber nicht auf versalzenen Mauern anwendbar, da sie überhaupt kein Porenvolumen hat wie z.B. ein mit Luftporenbildner angereicherter magerer Kalkmörtel. Deshalb dürfte die Schlämme im Bereich der Kristallisationszone(Die Grenze zwischen nassen und trockenen Zonen, welche mit den Jahreszeiten steigen und fallen)sich nach ca 2-3 Jahren von der Wand lösen, da sich die Salze darunter manifestieren. Sinnvoll ist eine poröse algizide Wandbeschichtung, welche das Kondenswasser leicht aufnimmt und abgibt. Gruß Robert