Dämmung der Kellerdecke und Speicher-Dämmung

28.04.2006



Hallo zusammen,

ich habe bereits einige Beitraege im Forum zu DER Thematik schlecht hin gelesen.
Es geht mal wieder um Daemmung des Fussbodens zum Keller hin oder eher in meinem Falle der Decke des Kellers.
Wir haben ein Fachwerkhaus vor ca. 4 Jahren als Familienerbstueck uebernommen. Das Haus wird auf ueber 100 Jahre geschaetzt. Dort, wo es gerade steht, steht es seit etwa 110 Jahren. Es hat bereits in einem anderem Dorf gestanden. Wurde dort abgebaut und an der jetzigen Stelle aufgestellt.
Es handelt sich hierbei um ein altes Bauernfachwerkhaus. Wohneinheit, Stall und Scheune nebeneinander.
Wir haben einen Bruchsteinkeller. Die Decke zur Wohneinheit hin scheint betoniert zu sein - es wurden mehrere T-Traeger (es sind alte Eisenbahnschienen) eingezogen. Der Keller besteht aus 2 Raeumen. Insgesamt haben wir dort 3 kleine Fenster. Der Keller war frueher sehr feucht (wir haben vor 2 Jahren eine Drainage um den Keller gemacht - ist jetzt trocken). Im Keller befindet sich unser Hauswasserwerk sowie ein Brunnen, der staendig abgepumpt werden muss.
Ueber dem Keller befindet sich das Wohnzimmer sowie das Esszimmer. Das Haus wurde aussen isoliert und verschiefert.
Leider haben wir zu spaet geschaltet und eigentlich auch Bedenken gehabt, dass die Raeume zu niedrig werden (Deckenhoehe max 215cm), deshalb haben wir KEINE Fussbodenheizung reingebaut (urspruenglich war eine Nachtspeicherheizung drin). Somit haben wir "normale" Heizkoerper an den Waenden (ebenfalls vor etwa 4 Jahren eingebaut) - derzeit heizen wir noch mit Erdgas.
Die Fussboeden im EG sind alle gefliest (sie wurden direkt auf den Estrich angebracht :( ).
Ihr koennt Euch sicherlich sehr gut vorstellen, wie schnell die Raeume im EG abkuehlen - mein GAS-Versorger freut sich Jahr fuer Jahr :(
... und wie kalt die Boeden sind.
Meine Idee ist jetzt, die Kellerdecke zu isolieren/dämmen. Den Keller werden wir als solches nicht nutzen. Lediglich zum Lagern von Obst, Kartoffeln, Wein etc.pp. Natuerlich bleibt auch unser Wasserwerk drin. Die Deckenhoehe im Keller betraegt max. 170cm.
Jetzt brauche ich einen Rat vom Fachmann - ist diese Ueberlegung ueberhaupt sinnvoll, die Kellerdecker zu isolieren - bringt es wirklich was? Ich habe bereits im Forum Beitraege gelesen, wo vorgeschlagen wurde, Teppiche auszulegen und/oder warme Schuhe anzuziehen ... Kann ja nicht die Raetsels Loesung sein.
Sollte die Kellerdeckendaemmung etwas bringen, wuesste ich natuerlich gerne, welche Materialien ich dafuer am besten verwenden soll und ob noch irgendwas dabei zu beachten ist - Kondenswasser etc.pp.

Mein weiteres Problem, wo ebenfalls die Energie floeten geht, ist der Speicher.

im EG haben wir die besagten zwei Raeume (Wohnzimmer sowie das Esszimmer). Des Weiteren befindet sich auf dieser Ebene noch die Kueche und quasi unser Flur mit dem Treppenhaus zum 1.OG.
An der Wohneinheit ist direkt der Stall dran. Diesen haben wir so umgebaut, dass sich dort ein Wirtschaftsraum, das Gaeste-WC sowie der Heizungsraum befinden.
Im 1. OG ueber der Kueche, dem WZ und dem EZ befinden sich zwei Arbeitsraeume sowie ein Gaeste-Zimmer (zukuenftig das Kinderzimmer). Des Weiteren - quasi im 1.OG des Stalls haben wir ein Badezimmer, Ankleidezimmer sowie ein Schlafzimmer.
Ueber diesen ganzen Raeumen haben wir einen Speicher, den wir nicht nutzen. Je nach dem, wann die Kinder kommen, muesste man sich hierzu ein paar Gedanken machen, aber momenten ist es nicht akut. Das Problem waere aber dabei, dass wir den Dachstuhl komplett hochziehen muessten, da der Speicher sehr niedrig ist - max. an der hoechsten Stelle 175cm.
Dach wurde neu gedeckt (vor etwa 4 Jahren). Leider wurde dort nichts isoliert.

Der Boden zur Wohneinheit hin besteht aus Holzbalken, OSB-Platten(?) und Lehm-Stroh-Gemisch (richtig fest gepappt). Teilweise mussten wir die Balken ersetzen, da die Decke durchhing. Anstatt des Lehms wurde Glaswolle zwischen die Balken gelegt - kann jederzeit rausgenommen werde, da der Fussboden auf dem Speicher nicht renoviert wurde bisher. Axo, die obeste Schichte auf dem Fussboden auf dem Speicher scheint Estrich zu sein Ganz duenn - max 2-3 cm.
Der Fussboden ueber dem Teil, der noch zum Stall gehoert ist gemauert - kein Fachwerk.
Was sollte ich hier am besten machen? Also wo sollte ich die Daemmung anbringen? Fussboden des Speichers oder doch eher direkt Dachdaemmung (koennte sich bisschen schwierig gestalten, so wie ich es einschaetzen kann, denn die "Balken" des Dachstuhls sehen eher nach Bohnenstangen aus - vielleicht bisschen uebertrieben, aber manche von denen sehen nicht wirklich wie Balken aus :( - muesste ich dann mit einem Dachdecker klaeren, was er dazu sagt).
Die Daemmung im OG ist genau so wichtig wie die im EG. Im OG haben wir natuerlich das "Phaenomen", dass es im Winter ziemlich schnell abkuehlt und dementsprechend kalt ist, und im Sommer ist es dort super heiss und schwuel.
Welche Materialien sind hierzu zu verwenden. Dachdaemmung = Glaswolle? Was ist hierbei zu beachten? Kondensat etc.pp.

Fragen ueber Fragen.
Danke vielmals an die, die sich Zeit genommen haben, diesen langen Text zu lesen. Vielen Dank.
Beste Gruesse aus dem Westerwald
-p



auf den Kalten Fliesenbelag im Erdgeschoss



würde ich z.B. einen Korkbelag aufbringen. Hier wären 2 Varianten zu empfehlen:
1) Korkunterlagen Stärke ca 5mm, darauf einen Kokos-oder Sisalteppich
2) die Fliesenfugen zuspachteln und drüber ein HD (HD=hochverdichtet)-Korkparkett Stärke d= ca 5-6mm kleben.
Zur Heizungsoptimierung wäre zu empfehlen, die vhd.Heizkörper gegen eine Fußleistenheizung ersetzen( dies können an vhd. Heizrohre angeschlossen werden).
Zur Wärmedämmung im Speicher empfehle ich:
Die "abgesoffene" Glaswolldämmung ausbauen, Schüttdämmung z.B. mit Hanfgroßschäben Stärke d=16-18cm, darauf einen Lehmestrich von 2 cm. Bitte prüfen Sie mal nach, ob Ihre Dachdeckung flugschneesicher ist. Falls dies nicht der Fall ist, sollte ein Holzbelag mit N-Feder (einfache Rauhspundbretter N+Feder) auf Lagerhölzer gelegt werden. Bitte immer unter dem Holzbelag ca 15 bis 20mm Luft belassen.
Eine andere Wärmedämmalternative zu den Hanfschäben wäre eine Mischung aus Sägemehl, Hobelspänen,evtl. Holzhackschnitzeln + Kalk in die Blindböden trocken einzufüllen.
Um genauere Sanierungstips geben zu können, empfehle ich Ihnen den Besuch eines Altbausanierungs-Seminars, z.B. am 13.Mai im Freilichtmuseum in 61 267 Neu-Anspach.Weitere Infos finden Sie unter www.texbis.de



Ihre Energieverluste



werden wohl maßgeblich von der Konvektionsheizung verursacht. Da Sie vom Auskühlen schreiben, nehme ich an, daß Sie Nachtabsenkung vornehmen. Das sollte man besser unterlassen.

Wenn Sie von A nach B fahren und einer stetig 50 km/h, der andere mal 200 Km/h und mal Vollbremsung nutzt, wer wird mehr Treibstoff durch den Motor jagen? Genauso geht es beim Heizen. Abkühlen und Aufheizen sind im Unterschied zum stetig Heizen e-funktionale Vorgänge. Dabei wird viel Energie vernichtet.

Probieren Sie es vielleicht mal aus, bevor Sie in m.E. unsinnige Dämmstoffkonstruktionen investieren. Es kann über 25% Heizenergie ausmachen.

Und wenn ich weiter annehmen würde, daß Sie gummilippendichte Isofenster haben, dürften Sie wesentlich höhere Luftfeuchten in der Heizperiode haben, als bei Normalfenstern ohne Dichtung. Das hieße, daß Sie mit Ihrem lufterhitzenden Heizsystem zur Erwärmung von Feuchtluft auch wesentlich mehr Energie verbrauchen, als für Trockenluft.

Es hängt also alles miteinander zusammen. Und ob man der Dämm-Werbung vertrauen soll oder eben nicht, ist eine Grundsatzfrage.

Jeder ist da seines Glückes Schmied.

Viel Glück!

Konrad Fischer



Das ist ein rechter Unsinn...



Herr Fischer, was sie da schreiben, ihr Vollbremsungs-Analogon ziemlich daneben, Energie wird bekanntermaßen ja nicht vernichtet. Und ob das Abkühlen/Aufheizen in Form einer E-Funktion geschieht oder nicht, ist auch völlig Wurst, was wollten sie den damit ausdrücken?

Der Nutzen einer Nachtabsenkung bestimmt sich durch den Dämmstandard und die Gebäudemasse.
Den höchsten Nutzen hat eine Nachtabsenkung bei schlecht gedämmten Gebäuden mit wenig Masse, den geringsten Nutzen bei Gebäuden mit guter Dämmung und hoher Gebäudemasse.
Bei einem Bretterschuppen mit Holzheizung kann jeder den Spareffekt sofort nachvollziehen.

Aber gute Dämmung ist für Sie ja eine Horrorvorstellung, deshalb sollten sie konsequenterweise immer zur Nachtabsenkung raten.



Na gut,



mich haben Sie (fast) überzeugt. Bitte nehmen Sie sich auch mal der abgefeimterweise berechnungsgestützten Irrlehre von Herrn Hok an:

http://www.ahok.de/dt/Nachtabsenkung.html :

"Die Wärmezufuhr muss zwingend genauso groß sein, wie die Wärmeabgabe, sonst wird die Anfangstemperatur nie wieder erreicht. Anders gesagt: Genau die Wärmemenge, die nachts durch die Wände abgegeben wird, muss wieder zugeführt werden, damit am nächsten Tag die Innentemperatur des Vortages wieder erreicht wird.
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Um die Einsparung von Heizkosten durch Nachtabsenkung zu bestimmen, muss man also nur die Wärmeabgabe berechnen, denn die Wärmezufuhr ist genau gleich groß!

"Bleibt die Heizung aus, spart man Energie" - das ist der Trugschluß.

Denn auch wenn die Heizung nachts Pause macht - die Wärmeabgabe setzt sich nahezu unvermindert fort. Dabei ist der Wärmeübergang proportional zur Temperaturdifferenz. Solange es drinnen noch wärmer ist als draußen, wird Wärme abgegeben, und zwar umso schneller, je größer das Temperaturgefälle von drinnen nach draußen ist.

Aufheizphase
Wenn die nächtliche Auskühlung nach einer Nachtabsenkung, so gering sie auch sein mag, morgens in ein oder zwei Stunden von der Heizung kompensiert werden soll, muss eine wesentlich höhere Vorlauftemperatur gefahren werden, als ohne Nachtabsenkung erforderlich wäre. Je nach Heizkessel und Heizkörper bewirkt das einen niedrigeren Wirkungsgrad. Höhere Vorlauftemperatur heißt eben auch höhere Abgastemperatur und mehr Verluste.
Wie schnell sind dadurch die 3% nächtliche Einsparung wieder verspielt!

Feuchte Wände
Bei der absichtlichen(!) Auskühlung der Außenwände während der nächtlichen Temperaturabsenkung wird u.U. irgendwann unnötigerweise die Taupunkttemperatur unterschritten. Feuchtigkeit setzt sich auf und in den Außenwänden ab. Auf der Wand führt das zu Schimmelbildung und in der Wand zu einer stark verringerten Isolationswirkung. Die Wärmeverluste steigen, die Wand kühlt noch weiter ab, es bildet sich noch mehr Feuchtigkeit, die Verluste steigen weiter usw."

Tip: Schreiben Sie es bei ihm ein bisserl netter als mir, dann wird es bestimmt leichter, ihn von seinem wahnsinnigen Nachtabsenkungstrip runterzuholen.

In diesem Sinne

Ihr Konrad Fischer