Keller schöner machen und rostige Stahlträger

04.02.2014



Hallo,
ich habe eine Gründerzeitwohnung und suche immer wieder Rat von bauökologischen und alten Weisheiten.
Nun ist der Keller imm etwas feucht wesen an den Wänden und der Vorbesitzer hat vor gut 20 Jahren gerne auch Farbe in den Kellern verwendet, die nicht atmen konnte. Jetzt bröckelt es hier und da (vorallem im Bodenbereich):
Mein Plan war das Abschlagen von losem Putz, dann Kalkputz (ohne Zusätze) und Kalkfarbe, damit überhaupt die Feuchtigkeit mal raus kann.
In meinem eigenen Keller wurde zum Glück halbwegs atmende Farbe verwendet, aber von der Decke fiel der Putz stellenweise nun doch runter. Teilweise liegen jetzt Stahlträger mit Flugrost frei (zwei unabhängige Architekten meinten, dass es nicht schlimm wäre und der Statik nichts tut). Nr 1 meinte, man solle die Träger entrosten und mit Menning streichen, Nr. 2 meinte offen lassen, die Decke nicht Verputzen und nur mit Farbe auf der Betondecke arbeiten.
Probleme:
1. die Stahlträger liegen nicht komplett frei (der Putz ist teils sehr fest und es wäre sehr mühsam da dran zu kommen!
2. Reinweißer Keller und dann rostig sieht nicht hübsch aus.
3. irgendwie würde ich das freiliegende gerne abbürsten, schützen und dann verputzen, um eine weiße, einheitliche Fläche zu bekommen

Was mache ich jetzt sinnvollerweise und mit gutem Gewissen?
Kann man die Drahtbürste und Rostfarbe aus dem Baumarkt nehmen, drüberpinseln? Dazwischen noch einen Entroster? Oder Stahlträger so lassen und nur Putz drüber?

Ich bin gespannt, was für Ideen ihr so habt...





entrosten, Rostschutz mit Sandeinstreuung sonst hält dir der darauffolgende Putz nicht.





genau, ein reiner Kalkputz ist ein guter Rostschutz durch seine alkalische Wirkung.

Grüße





Hallo,
tolle Antworten, die mir sagen, dass ich "Gutes" plane.
Da wo ich evtl nicht 100% Rostfarbe hinbekomme ist dann durch Kalkputz abgeschirmt.
Den Rostschutz mit trockenem Sand aus dem Sandkasten mischen? Wieviel Sand und erst beim 2. Anstrich, oder?
Wie "entroste" ich "richtig"? Abbürsten oder mit Entroster? Es wird ja Werbung gemacht mit lose Teile entfernen, Metallreiniger und dann Farbe drauf...
Metallschutzfarbe dann die Baumarktversion eines bekannten Anbieters oder eine spezielle Leinölfarbe? Was hält länger an ohne Pflege, da unterputz?



Die Farbe atmet?



Nun seit wann atmet ein Baustoff - gleich ob Farbe oder Putz?
Lauter Phrasen und nichts dahinter.
Was ist denn Bauökologisch?
Fragen Sie sich doch erstmal warum der alte Verputz kaputtgeht, das hat doch einen Grund.
Warum rostet der Stahlträger? Hat doch auch eine Ursache, nämlich die zu hohe Feuchte und die Wechselwirkung feucht/trocken.
Wenn Sie den Verputz abschlagen dann geht halt der Ziegel weiter kaputt.
Wenn Sie diese Flächen mit "reinem" Kalkputz verputzen, dann hält dies nicht lange. Kalkputz aber auch alle anderen sind nicht geeignet auf durch Feuchte und Salz geschädigte Kellerwände.
Was soll eigentlich mit dem dann schönen Keller geschehen?
Wird dieser beheizt?
Bilder wären hilfreich bei der weiteren Bewertung.





Ein Bild für Pilzfreunde.
Hier lag wohl mal ein Holzstapel.



Nein, da standen die Farbeimer, aber..



..im Nachbarraum (80cm Mauerwerk dazwischen) war Holz gelagert.
Richtig ist es war Echter Hausschwamm und nicht nur hier sondern im ganzen Keller.





Schicke Fotos und ich bin dankbar, dass es bei uns nicht so aussieht. Ich hatte Architekten da und kenne deren Meinung... Mit solchen Bildern kann ich nicht dienen.

Die Farbe hat abgesperrt und es konnte keine Diffusion stattfinden... Jeder weiß was mit atmen gemeint ist und ich hoffe, dass weder Putz noch Farbe durch den Keller krabbeln und Geräusche von sich geben. Frauen geben ihren Autos Namen, wieso sollte da die Farbe nicht mal atmen dürfen ;-)
30 Jahre Kellernutzung haben den Keller einfach ehrenvoll ergrauen lassen. Gründerzeit ist halt nicht Neubau...
Ich danke für weitere Konstruktive Kommentare. Schreckensfotos kann ich mir bei Bedarf selbst googeln.



Könnte es auch sein, dass je mehr verdunstet (atmet) es um so schlimmer wird?



Woher kommt dieser Unsinn, dass eine Oberfläche atmen soll?
Glaubt denn wirklich jemand daran, dass durch eine feuchte Wand noch eine nennenswerte Diffusion stattfindet und dann auch noch eine Verbesserung dadurch erreicht wird? Wenn dabei Salze an die Oberflächen kommen und abtrocknen - was dann?
Das Gegenteil ist doch der Fall.
Wenn es gelingt, dass die bau-schädlichen Salze in einer Wand in Lösung bleiben (d.h. die Kristallisation nicht stattfindet) ist doch eine erhebliche Schädigung der Oberflächen nicht mehr gegeben.
Ansonsten würden doch alle feuchten Wände im laufe der Zeit verrotten oder zusammenbrechen.
Dabei denke man an die vielen alten - im Wasser stehenden Brücken und sonstiger Gebäude. Deren Fundamente sind ständig feucht und es passiert nichts.
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Das Bild zeigt eine feuchte ca. 300 hundert Jahre alte Friedhofsmauer. Außer, dass einige Steine an der Oberfläche leicht geschädigt sind ist die Funktion als Stützmauer immer noch sicher.





Hallo,
ich habe verschiedene Theorien zu Wasser im Keller gelesen.
Wenn an der Wand Wasser kondensiert (im Sommer), dann speichert die Wand zumindest oberflächlich, oder? Klar kann sich Wasser durch Mauerwerk bewegen und das würde ich Diffusion nennen. Es kann Jahre andauern...
Verbesserung wofür tritt ein? Ich denke, dass der Raum trockender werden kann, wenn das Wasser besser an die Raumluft abgegeben werden kann und bei kühlen Temperaturen gelüftet wird, dann geht das Wasser teilweise raus.
Jetzt ist evtl bei uns auch ein unterirdischer Fluss beteiligt (angrenzende Nachbarhäuser haben da teils ein großes Problem mit).
"Bau-schädliche Salze" Wenn ich den Beitrag richtig verstehe, dann soll man die Salze in der Wand einsperren und diese mit Wasser gelöst lassen. Bauschädlich sind sie, wenn ich den Text richtig verstehe nur in auskristallierter Form?! Genau da ist doch der Knackpunkt - das Salz sorgt dafür, dass Wasser verstärkt in die Wände will - bis zum Gleichgewicht. Warum soll man denn nicht die Salze mit einem Putz entziehen, wenn die Wand dann trockener werden kann?
Im Endeffekt werden Salze laut Theorien Wasser anziehen (osmotischer Druck).
Die Friedhofsmauer ist nicht verputzt und kann doch auch Wasser abgeben an die Außenluft... Sie hat doch dann eine ideale "Atmungsfähigkeit".
Ich hatte auch tatsächlich überlegt, ob ich den Putz nur abschlage, aber der ist nur an wenigen Stellen ca 8 qm lose und deshalb soll halt ausgebessert werden.
Wenn ich nun ca. 10 Jahre mit den 8 qm neuen Putz glücklich sein werde, dann ist das okay und ich glaube nicht, dass die Wand Schaden erleiden wird, weil sie etwas trockender werden wird - nass ist sie ja ohnehin nicht...
Umgekehrt denke ich, dass Wasser seinen Weg sucht - sperre ich ideal die Innenwand vertikal ab, dann steigt das Grundwasser höher in die Wand - bis ein Kräftegleichgewicht entsteht. Wenn Wände im Wasser stehen können, dann brauche ich keine teure Horizontalsperre.
Zur Lagerfreundlichkeit der Kellergegenstände ist es auf jeden Fall sinnvoll, wenn es auf Dauer gesehen trockener wird und nicht überall Sand aus der Wand bröckelt und den Raum verschmutzt... Frisches weiß tut dann meinem Auge gut.
Zudem wurde schon vor vielen Jahren der Kalkputz erprobt uns hält teilweise 300 Jahre. Ich fange halt jetzt mit Kalkputz an und opfere die erste Maßnahme, um irgendwann eine Dauerlösung zu bekommen - ich glaube noch nicht mal, dass Salz kommen wird, da ich bisher keines im Keller gesehen habe.
Ich vertraue da auch mal auf die 2 Architekten...
Von außen gibt es wegen der Architektin einen venezianischen Putz, der diffusionsoffen ist.



Eindringendes Wasser hat damit nichts zu tun!



Warum steht denn der Keller nicht mehrmals unter Wasser?
Auch wenn die Oberfläche abtrocknet kommt doch neues (zwar sehr langsam - mehrere Jahre) Wasser nach.
Sie können uns ja in ein paar Jahren von Ihren Erfolgen berichten.