Keller Sanieren erste Maßnahmen

28.11.2014 Matthes1980



Hallo zusammen, wir haben ein Haus - Bj. 1930 - gekauft. Der Keller war mit Holzverkleidung verkleidet, er roch recht feucht. Die Holzverkleidung habe ich abgerissen und den (ich vermute es war Zementputz) abgeschlagen. Die Ziegel waren feucht, so langsam fängt alles an zu trocknen und der Muff ist fast raus.

Wie sollte ich vorgehen? Fugen auskratzen und mit Kalkmörtel auffüllen, danach mit Silikatfarbe Streichen oder muss auch ein Sanierputz drauf.

schöne Grüße



Erst einmal



eine Bestandsaufnahme machen und schauen, ob sich eine horizontale Mauerwerkssperre unter der Decke bzw. knapp über dem KG-Fussboden in der Wand befindet. Wenn nicht, sind Innenwandputze nur als feuchteverträgliche, sehr diffusionsoffene und kapillaraktive Putze möglich. JEde Art von hochzementärem Sperrputz oder mineralischer Dichtschlämme treibt die Mauerwerksfeuchte nach oben.

Ggf. ist nur neuverfugen und nicht Verputzen die beste Lösung. Mit der normalen Mauerwerksfeuchte werden sie leben müssen. Wenn Sie den Keller wirklich sanieren und dauerhaft trocken bekommen wollen, müssen Sie sich nach der BEstandsaufnahme Gedanken über die Bauwerksabdichtung von außen machen.

Bei Bedarf kann ich mir Ihre Situation gerne im Sinne einer Bauberatung anschauen. Sie haben vielleicht noch weitere Fragen, die sich für Sie nach dem Hauskauf ergeben haben und die in diesem Zusammenhang geklärt werden können. Ich habe z.Zt. eine Baustelle in Köln und kann von dort aus einmal vorbeikommen.



Vielen Dank



Vielen Dank für die schnelle Antwort und das Angebot.

Werde wohl erst mal die Fugen mit Kalkmörtel P1 füllen und in eins zwei Jahren den Keller von außen bearbeiten. Denke, das ist die beste Lösung.

Grüße Matthias



Das sind so die üblichen Empfehlungen, aber ???



.. je nach Nutzung sollte auch die Instandsetzung ausgerichtet werden.
Bei Putzen - noch dazu in einem Keller dessen Wände feucht und salzbelastet sind würde ich immer abraten.
Warum?
Die Einen sind zu dicht - diese haben keinen Platz für Salze die an die an die Oberfläche transportiert werden und sind auch mit der Feuchte übelastet und damit auch nicht für diesen Untergrund geeignet.
Die Anderen zu offenporig und reichern im Laufe der Zeit die Feuchte im Keller an.
Dazu wurde hier schon sehr oft diskutiert.
Wieso sollte von außen abgedichtet werden?
Wenn Sie den Keller hochwertig instandsetzen wollen dann brauchen Sie ein System was
a: Tauwasseranfall vermeidet
b: Salze in Lösung beläst
c: die Feuchte im Raum reduziert
d: eine termische Trennung vom Untergrund ergibt
usw..
Lesen Sie sich dazu bitte auf meiner Seite erstmal dazu ein.
Ich denke auch, dass sich das Wasser (wenn es wirklich von außen aber dann logischerweise auch von unten eindringen könnte) immer eine undichte Stelle sucht und weiter eindringen kann. Oder wie soll das Wasser von unten abgehalten werden?
Haus hochheben - unten Abdichten - wird sehr aufwändig werden!
Auf den Bildern kann man eine Betondecke vermuten. Wenn dem so wäre erübrigt sich eine Horizontalsperre !
Oder wegen was sollte hier abgedichtet werden?



Das Messen der Temperatur und der Feuchte bitte nicht so wie abgebildet



Damit bekommen Sie keine brauchbaren Ergebnisse.
Bitte nicht am Boden - weil dieser immer kälter ist. Somit sollte die Temperatur und auch die relative Feuchte des Raumes an einer Innenwand und in einer Höhe von ca. 1,5 mtr. gemessen werden.
Das Gerät das hier verwendet wird ist dafür gut geeignet.



mh dann doch erste Maßnahme ...



... wie sollte diese aussehen? Der Keller soll einzig und alleine als Lagerraum dienen, die Sachen - welche wir dort lagern wollen - sind alle in Plastikkisten eingepackt um sie einwenig vor der Feuchtigkeit zu schützen.

Grüße aus Leverkusen



Kellersteine verfugen



Hallo Matthes,

Ich würde, einfach weil es wesentlich schneller und gründlicher geht, mit einem Hochdruckreiniger die Wände gut säubern- dabei werden sicher auch die Fugen soweit gereinigt, daß du die hinterher mit Kalkmörtel verfugen kannst.

Auch nicht zu gründlich, daß die Steine nicht herausfallen !

Das Wasser dann z.B. mit Naßsauger aufsaugen.

Wenn der Kalkmörtel etwas fest geworden ist mehrmals DÜNN mit Kalkfarbe streichen.

Silikatfarbe würde evt auch gehen, kann aber bei weicherem Untergrund zuviel Spannung aufbauen.
Außerdem ist die teurer und du mußt sicher gehen, daß du eine REIN- Silikatfarbe ohne organische Bestandteile bekommst.

Wäre gut wenn du dann gründlich Lüften kannst, um die Feuchtigkeit zu reduzieren.

Andreas Teich



@ Herr Teich warum ist denn der alte Verputz am Boden gelandet?



Ihr Vorschlag hilft nur kurzfristig um eine schönere Oberfläche zu bekommen.
Auf lange Sicht landet dieser Kalk/Mörtel auch wieder auf dem Boden.
Weiter was soll den da abtrocknen?
Alles was an Wasser (und somit auch Salze) innen kurzfristig abtrocknet kommt doch wieder nach!
Es könnte auch sein, dass alles noch schlimmer wird.
Bitte keine solchen Vorschläge umsetzen!



Kein Putz nur Fugen



Hallo Edmund,

Ich hatte nur zum Verfugen mit Kalk- ( je nach Feuchtigkeitsanfall hydraulischem Kalk-) Mörtel und Anstreichen mit Kalkfarbe geraten .

Vielleicht hätte ich von Verfug- Mörtel reden sollen, falls das mißverständlich war.

Eine Ursachbekämpfung ist das natürlich nicht,

aber es ist ja eh die Frage, wie lange der alte Putz gebraucht hat um abzufallen und inwieweit die - jetzt entfernte- Verkleidung die Austrocknung verhindert und den Schaden begünstigt hat.

Grundsätzlich sollte natürlich immer die Schadensursache gesucht und abgestellt werden- da bin ich ganz auf deiner Seite!

Nur Verfugen und mit Kalk- bzw REIN-Silikatfarben streichen ist erstmal eine günstige Möglichkeit,deren Erfolg abgewartet werden könnte.

Wenns dann immer noch nach einer 100% Lösung schreit,
kann die dann ja immer noch durchgeführt werden.

Vielleicht hält es ja wieder 84 Jahre- dann ist der Eigentümer auch nicht mehr in optimalem Zustand..??

Andreas Teich



...



Hallo zusammen.
Danke für die schnelle Hilfe. Der Putz (meiner Meinung nach auch noch der Falsche) hat lange gehalten, jetzt fällt er teilweise von selbst von der Wand.

Die Frage ist, ob ich erst mal was falsch mache, wenn ich den alten Putz runternehme die Fugen sauber mache, die Fugen neu verfuge und dann mit Kalkfarbe streiche? Es handelt sich um eine Doppelhaushälfte den Großteil der Kellerwand kann man eh nicht von außen begutachten.

Ich bin jetzt kein Fachmann aber von wegen Ursachenermittlung bin ich mir sicher, das Wasser kommt von außen wegen der fehlenden Kellerabdichtung und der fehlenden horizontalsperre.



Ähnlicher Keller



Hallo,

man muss wirklich umdenken. Mit neuzeitlichen Baumaterialien arbeitet man super schnell aber zerstören in alten Bauwerken sie Substanz. Man schmiert das Zeug auf die Wand und es sieht sehr gut aus ... erst mal ... nach Jahren kommt das große staunen. Die Feuchtigkeit kommt an anderer Stelle wieder. Das Zeug hält zwar immer noch Bombe aber dahinter tickt es. Klar, wo soll das Wasser hin. Anstatt es zu kontrollieren wird es nur dazu verleitet die Wände hoch zusteigen.

Ich habe diese Erkenntnisse aus diesem Forum und wenn man sich damit intensiver beschäftigt wird es logisch. Zusätzlich sehe ich mein altes Haus (um 1900) von meinen Vorbesitzern und insbesondere vom letzten Überschlauen zugekleistert wurde. Er hatte auch die Möglichkeit die Augen zu öffnen und nicht noch eine Lage Beton und Mineralwolle zu verarbeiten. Ich kann genau vermuten wo der Nässeherd ist. Nämlich hinter den mit Beton verputzten Stellen. Nachdem ich diese entfernt habe kommen teilweise schwarze Steine und extrem feuchter Kalk/Sand Mörtel zum Vorschein. Nach ein paar Tagen trocknet die Wand ab und es bleibt die nasse Quelle übrig. Bestes Beispiel dafür hier nichts mehr rüber zu schmieren. Da mein Vorgänger der Sache nicht Herr wurde entschied er sich scheinbar damit anzufangen die Wände mit Metall-Ständerwerk und Fermacel zu verkleiden. Noch habe ich dies nicht abgerissen aber ich kann mir schon vorstellen wie es dahinter aussehen wird.

Da ich einen 1/3 Keller habe und die Kellerwände meist unter der „Bodenplatte“ liegen kann ich weder die Kellerwände von außen abdichten noch direkt eine Dränage legen. Demnächst werde ich die Fenster die mit Platten verschlossen wurden wieder öffnen und neu einbauen (von sechs sind nur noch zwei zu öffnen). Witterungsbedingt benutze ich einen Luftentfeuchter und fördere ca. 6 l pro Tag an Wasser. Damit erreiche ich wenigstens eine rel. Luftfeuchte von < 65%.

Leider besteht mein Keller aus nicht sehr schönen Bruchmauerwerk. Es wäre schöner alles freizulegen und dann etwas mit Kalk/Sand zu verfugen und fertig. Es sieht wie beschrieben nicht sehr ansehnlich aus. Der vordere Teil des Kellers soll aber als Waschkeller benutzt werden. Daher müsste schon einig Ansehnlichkeit der Wände geschaffen werden. Ich würde wenigstens gerne die Wände mit Kalk/Sand Mörtel putzen und dann mit Kalkfarbe streichen. Wenn ich Herrn Bromm aber richtig verstehe sollte ich das eben nicht. Gibt es da einen Kompromiss für mich und meinen Keller? Vielleicht verputzen und dann alle paar Jahre an den nassen Stellen erneuern?

Gruß



Kellerwände sanieren



Ich würde fast immer erst einmal die Wände freilegen, dichte Farbschichten entfernen, losen Putz entfernen, ggf Fugen auskratzen, sofern diese absanden.

Dann könnte man abwarten, ob die Wände nun bei guter Lüftung besser trocken bzw wie sich die Feuchtigkeit verändert.

Wenn sich die Situation verbessert, würde ich nur mit (hydraulischem) Kalk und Sand verfugen und mit Kalk- oder Reinsilikatfarbe streichen, wenn verfugte Wände optisch genügen.

Wenn eine glatte Oberfläche gewünscht wird,bei ziemlich trockenen Wänden mit Kalkhydrat und Sand bzw bei etwas feuchteren Wänden mit hydraulischem Kalk und Sand verputzen.

Zumindest waren die Keller jahrhundertelang auf solche Weise hergestellt worden.

Natürlich ist es möglich,daß eine solche Lösung nicht jahrzehntelang hält- das garantiert einem aber auch kein Anbieter von sündhaftteuren Trockenlegungsmaßnahmen.

Wer diese trotzdem für sinnvoll hält kann die immer noch durchführen lassen.

Erfahrungsberichte wären interessant.



NHL



Zusätzliche Frage in Bezug auf hydraulischem Kalk: In welcher Quallität (NHL2, 3.5 oder 5) wäre dies für unsere Zwecke mind. erforderlich? Im normalen Baumarkt wäre dies wohl auch nicht erhältlich. Wo sonst? 2€/kg sehe ich im INet als verteuert an?