Sandsteinkeller trockenlegen

01.07.2004



Hallo,
ich habe eine Frage an die erfahrenen Fach- und Heimwerker hier:

Unser Keller wird seit einiger Zeit von Wassereinbrüchen heimgesucht. Kein Rohr ist defekt, so dass wir annehmen das Wasser drückt sich aus dem davorliegenden Garten durch. Warum das gerade jetzt (nach 100 Jahren)auftritt weiss keiner.
Wichtig ist die Lösung: Wir sollen den Keller von aussen trocken legen.
Problem: Keine Erfahrung damit. Die Kelleraussenwände bestehen aus Sandsteinblöcken die ca. 0,5x0,5x0,5m gross sind.

Nun bitte Eure Hilfe:
Wie sollen wir vorgehen? Welche Methode ist sinnvoll (Kiesdrainage oder Folie/Bitumen)? Ich würde ungern den Sandstein mit irgeneiner schwerzen klebrigen Masse einpinseln...zumal braucht Sandstein doch aufgrund seiner Poren ein besonderes Mittel, oder????

Hilfe...hat jemand damit Erfahrung oder kennt links zu dem Thema?

Sonstige Themen die unser Haus betreffen: Witterungschutz für Sandstein, Bedingungen bei Denkmalschutz, kleine Tiere leben im/auf/an Sandstein (was sit das)?


Schon mal Danke.



Sandsteinkeller trockenlegen



Hallo,

zu Beginn jeder Maßnahme sollte eine Ursachenforschung stehen! Auch wenn äußerlich sichtbar kein Rohr defekt ist, gibt es reichlich Möglichkeiten, von wo und durch was Wasser eindringen kann. Verstopfte Abflußrohre innen wie außen, eine Oberflächenversiegelung in des Nachbarn Grundstück, eine Kellerbodenversiegelung in Ihrem Haus....

Sind die eigentlichen Ursachen behoben, kann man beginnen, dem Mauerwerk etwas Gutes zu tun. Vermeiden Sie Versiegelungen und Material, das wesentlich härter und fester als Sandstein ist. Geben Sie dem MW die Möglichkeit zum Atmen...

Grüße aus Limburg
Uwe Berghammer



Außenabdichtung mit Lehm



Ein preiswertes und zuverlässiges System aus Lehm
(kann man auch leicht selbst machen) hilft bei drückendem Wasser von Aussen. Referenzen vorhanden.
Fachhandel Naturbaustoffe und Farben
Bettina Mickan
Grolmanstr. 46
10623 Berlin - Charlottenburg
030. 88 71 02 88



Wasser von aussen



Hallo

Ich hab ein ähnliches Problem mit Natursteinwänden...
Ich hab vor, die Wände aufzugraben, Ringdrainage zu Verlegen und dann vor dem Verfüllen versiegelte Wellasbestplatten gegenzusetzen ( ich hab keine Angst vor Asbest... außerdem ist er im Boden und mit Wasserglas gebunden...)
Normalerweise sollten die großen Wellen der Wand die Möglichkeit zum Lüften lassen und verhindern, daß die Wände mit der Erdfeuchte in Berührung kommen.


Andreas



Danke für die Antworten



Hallo,
erstmal danke für die Antworten.

Die Ursachensuche habe wir recht gründlich durchgeführt. Haben dabei auch zwei tote Rohre entdeckt, allerdings können sie nicht die Ursache gewesen sein.

Die betreffende Hausseite geht zu unserem Garten, dort wurde nur ein Baum gefällt (wäre ja auch als Grund möglich).
Ansonst ging dort mal die Sickergrube raus und die liegt auch im Garten. Rohre sind aber entfernt und die Grube verschlossen und hat einen extra Ablauf.

Unser Keller ist aus Sandstein, dieser bildet auch den Sockel des Hauses. Man kann es sich also so vorstellen: Der Keller ist 2/3 in der Erde, die Kellerfenster sind kanpp über Erdhöhe. Die Etage des Hauses ist also nicht auf Bodenhöhe sondern ca 2 m höher (wie bei alten Häusern so üblich).
Leider zieht sich die Feuchtigkeit durch das gesamte Mauerwerk. Mittlerweile auch in die Wohnräume. Einer Wassersperre (Steine aufbrohren und was einfüllen) stehe ich nicht so positiv gegenüber.


Die Variante mit dem Lehm interessiert mich (Danke Fr. Mickan). Allerdings weiss ich nicht ob das funktioniert, da der Sandstein ja Erdberührung hat. Aus finanziellen Gründen werden wir wohl selbst Hand anlegen müssen, deshalb bin ich für jeden Tipp /Link dankbar. Zudem ist Berlin ziemlich weit vom ODW entfernt.

Die Variante mit dem Wellasbest macht, mir Laie, Sinn, allerdings wollte ich keinen Sondermüll im Garten verscharren.

Danke





hallo gabi,
hier ein älterer beitrag zu einer ähnlichen frage. erklärt vielleicht eher grundsätzliches:

...auf keinen fall "versiegeln"!!
- der keller wird immer feucht sein, das ist nicht schlimm, dies ist ein sog. "dauerfeuchter keller", es soll leute geben die bauen sich sowas sogar unter einen neubau. (ist eben nur als lagerkeller, eben nicht für papier, Werkzeug und kekse tauglich)
-sandstein ist porös. durch die kapilarwirkung steigt wasser von unten, u.U. vornehmlich, nach oben.
ein Abdichten würde verhindern, dass das aufsteigende "wasser" nach aussen hin austreten kann, also es würde noch weiter nach oben steigen, oder noch mehr nach innen.
-wenn dies nicht der hauptgrund sein sollte, also keine steigende feuchtigkeit, sondern wasser aus dem vor dem keller liegenden erdreich, dann wäre es sinnvoll eine Drainage mit Kies herzustellen, um das wasser vor der Kellerwand möglichst schnell nach "unten" abzuführen.
-wenn auch dies nicht der fall sein sollte, da ggf. sandiger boden ohne wasserführende schichten oder wenn das haus auf einem "berg" steht, dann könnte Oberflächenwasser ein dritter grund sein. wenn z.B.: asphalt, Pflaster oder betonoberflächen bis an den sockel reichen, oberflächenwasser bis dahin läuft und dann in den (immer vorhandenen) Spalt nach unten läuft. dies dann abstellen, durch aufnehmen dieser Oberflächen und dann, ggf. drainage...
wenn alle möglicheiten überprüft sind zur geeigneten massnahme greifen und ursachen beheben.
wichtig ist es sich mit einem dauerfeuchten keller anzufreunden, diesen gezielt(auch die muss richtig gemacht werden) lüften.
alles andere ist überflüssig, erstmal.
grüsse
christian bernard



Wasser von aussen



Hallo

Das mit dem Wellasbest war auch nur ein Vorschlag, es kann ja auch Welleternit sein oder anderes Sperrmaterial, es sollte nur bis klnapp unter das Niveau vom Fundament und bis in Höhe des Erdboden.
Mit Lehm würde ich es nicht versuchen, da dieser immer Wasser zieht.

Feuchter Keller ist ok, aber die Feuchtigkeit sollte nicht zu hoch steigen...


Andreas





Hallo,

da bei uns jetzt zeitlich wieder etwas Luft ist beginnen wir im Oktober mit dem Anlegen einer Drainage.

Nochmals vielen Dank für die Tipps.

Ziel ist es nicht den Keller trocken zu legen. Wir haben uns mit dem dauerfeuchten Keller abgefunden. Aber bei stärkerem Regen drückt es richtig das Wasser in eine Wand. Keine Tropfen sondern schon kleine Bäche laufen dann die Wand entlang. Deshalb dachten wir eine Drainage mit Kies ist sinnvoll um das anfallende Wasser nach unten abzuleiten.

Aber hier noch einige Fragen:
Ich habe bisher nur von Kiesdrainagen gelesen die oben offen sind, d.h. man sieht den Kies. Gibt es auch Drainagen wo er Kies mit Erde abgedeckt ist? Ist das sinnvoll (setzt sich die Drainage dann schnell mit Erde zu, kann man das verhindern?)
Wie tief muss der tiefste Punkt sein? Bodenplattenhöhe oder etwas tiefer?
Kann man verhindern das die Drainage der Sammelplatz für Wasser wird (Wasser geht immer den leichtesten weg) und wir am ende das Wasser im Kies stehen haben.
Kennt jemand eine Adresse an die ich mich wenden kann zur Beratung? In Nähe Darmstadt oder PLZ 69483? In Sachen Bauberatung, gerne auch Denkmalschutz.
Zwischen Drainage und Kellerwand: Was kommt dahin? Nichts? Noppenmatten? oder ähnliches? kann Lehm diese Funktion übernehmen?

Gibt es Fachliteratur (speziell für Sandstein)?

Frau Mickan:Was ist die Funktion der Lehmschicht auf dem Sandstein? Ist es bei der beschriebenen Situationn sinnvoll eine Schicht aufzubringen? Oder kann diese auch wie ein Schwamm wirken. Ist die Lehmschicht mit Kiesdrainage (davor) möglich?

Wiedermal vielen Dank im Voraus.

gruß
Gabi



vertikale Abdichtung im Fundamentbereich



Na da bin ich ja froh, daß mein Vorschlag nicht zubituminiert wurde und doch noch wenigstens geprüft wird. Also,
eine SpezialLehmmischung wird in eine Schalung lagenweise eingebracht und verdichtet werden (in Eigenleistung leicht möglich) ca. 20 -30 cm breit . Dadurch entsteht eine vertikale Fundamentabdichtung und eine Verfugung. Ähnlich einer Teichabdichtung. Bundesweite Lieferung möglich. Referenzobjekt (in Sachsen) vorhanden und zu aller Zufriedenheit funktionstüchtig.
Schönes Wochenende
Bettina Mickan



Einige Anbieter wollen die geschädigten Hausbesitzer doch nur für dumm verkaufen



Mauertrockenlegung, mittels Elektroosmose oder andere elektrophysikalische Methoden.

In der letzten Zeit taucht wieder öfter eine sehr „umweltfreundliche und schonende„ Sanierungsmethode auf.
Dabei handelt es sich um eine Verfahrensvariante, die immer wieder in mehr oder weniger modifizierter Weise auftaucht, nämlich um die "Trockenlegungsart" mittels „Elektro-Osmose„ oder anderer elektrophysikalischer Methoden. Dabei soll mittels elektrischer Energie das Wasser in das Erdreich zurückgedrängt werden.

Es sind viele Parameter entschlüsselt, die "Saugfähigkeit" der meisten Baustoffe ist gut erforscht. Diese ergibt sich aus den Parametern:
* Anzahl und Lage der Kapillaren
* Durchmesser, eingeteilt nach Größe und Häufigkeit
* Oberflächenbenetzung der Kapillaren

Durch Versuche an den Hochschulen in Delft, (NL) sowie an der E.T.H. in Lausanne und Zürich (CH) wurde genau ermittelt, in welcher Zeit, wieviel Liter Wasser "aufgesaugt" werden, und außerdem, wie hoch dann diese Feuchtigkeit „aufsteigen„ kann.
Wird nun diese Saugfähigkeit ermittelt, ergibt sich aus den vorgenannten Fakten rein rechnerisch eine Saugleistung von plus/minus 60 Volt. Jetzt kann man sich im Einzelfall darüber streiten, ob nun 30 oder besser 90 Volt richtig sind. Jedoch auch einem Laien wird klar, dass eine größere Kraft aufgewendet werden muss, als die der Saugfähigkeit.
Eine andere Untersuchung der Universität in Wien kommt zum Ergebnis, daß die Leistung des Saugens ca. fünfzehn Meter beträgt und bei anlegen einer Spannung von zweihundert Volt pro Meter - nur eine Beeinflussung von zehn Zentimetern möglich ist.
Es ist somit absoluter Nonsens, mit irgendeinem elektrophysikalischen Verfahren, dessen Leistung z.B. 5-10 Volt geringer ist als die der Saugfähigkeit, einen signifikanten Effekt erreichen zu wollen.
So gibt es noch andere bekannte Größen, die eine Funktion verhindern z.B. das Zetapotential. Es ist der Effekt, der dadurch entsteht, dass eine Ladungstrennung an den Kapillaroberflächen stattfindet, sobald Flüssigkeit in einer Kapillare transportiert wird. Dabei sind die Effekte des Saugens bei Ziegel und Kalkmörtel unterschiedlich zu bewerten, weil diese in einem umgekehrten Verhältnis zueinander stehen.
Eine weitere Problematik ergibt sich aus dem bekannten Effekt, dass Wasser bei Anlegen von Spannungen von über 1,3 Volt zersetzt wird. Dabei kommt es zu einer Aufspaltung: an der Anode entsteht nasszierender Sauerstoff (sehr aggressiv), deswegen kommt es auch sofort zu einer Korrosion der Elektroden und an der Kathode wird Wasserstoff ( ab 4% = Knallgas) erzeugt.
Nun gibt es einige Sicherheitsbestimmungen, die auch am Bau einzuhalten sind, weil bei der Zersetzung von Wasser auch Wasserstoff entsteht. Dieses Gas ist leichter als Luft. Es müßte dafür gesorgt werden, dass diese Räume ausreichend be - und entlüftet werden. Diese Anlagen unterliegen auch den Bestimmungen der VDE-Vorschriften.
All das sind klassische, physikalische Werte. Die Ergebnisse sind verbindlich und nachvollziehbar. Von anerkannten Fachleuten durchgeführte Kontrolltests bestätigen diese Ergebnisse eindeutig.

In nahezu betrügerischer Weise wird von einigen Herstellern versprochen, mit sogenannten Erdstrahlablenkgeräten zum Teil primitivster Bauart eine Trockenlegung zu erwirken.
Um es kurz zu machen: In der Praxis funktioniert dies alles nicht. Um so erstaunlicher ist es, wieviel „Fachleute„ auf diesen Hokuspokus immer wieder hereinfallen.
Das Vorgenannte ist nur deshalb etwas ausführlicher beschrieben, damit auch der auf dem Gebiet der Elektrophysik weniger Versierte versteht, dass nicht jeder, der sich als Spezialist ausgibt, auch wirklich sein Handwerk versteht.

All dies interessiert die Vertreiber solcher Anlagen offenbar nicht. Sie verweisen stets auf bisher so erfolgversprechende praktische Ergebnisse. Jedoch keine Patentanmeldung, auch keine goldene Erfindermedaille von der Messegesellschaft „X„ und erst recht kein Referenzschreiben des Herrn Pfarrer „Y„ aus „Z„ kann diese Fakten aus der Welt schaffen. Ebensowenig hilft eine schöne Urkunde mit einer sehr langen Gewährleistungszeit.
Viele Firmen sind sich ihrer unlauteren Machenschaften sehr wohl bewußt und profitieren nur von der mangelnden Sachkenntnis der meisten Hausbesitzer.
Weitere info: www.denkmal-pflege.de
Edmund Bromm
Geschäftsführer Isar Bautenschutz



Sandsteinmauern trockenlegen



Hallo!

Ich baue gerade meine Scheune aus und möchte die alten, darin verarbeiteten Sandsteine trockenlegen. Ich habe gehört das es eine neue Methode gibt die Sandsteine anzubohren und mit einem Plastikmix zu befüllen, der das Wasser verdrängt und die Steine langzeitig Wasser undurchlässig macht. Man könnt die Steine dann auch verputzen. Ich habe noch keine Seite im Internet gefunden die diese Methode beschreibt bzw. anbietet. Bitte um evtl. Nachricht



Plastikmix als Trockenleger?



Hallo


Ich hab vor ein paar Jahren auf dem Bau gearbeitet. Dort hab ich Kernbohrungen in Naturstein ( Sandstein) durchgeführt. Anschließend wurden Lanzen eingeklebt und diese dann mit Wasserglas im Hochdruckverfahren zugepappt.

Dieser Schwachsinn war schweineteuer und hat nix gebracht, da Sandstein porös ist und Unmengen dieser Suppe verbraucht.
Alles zum Thema SAndstein und Trockenlegen ist hier im Forum gut beschrieben... komprimiert: Trockenhalten, und nicht sperren...