Wassereinbruch am Abwasserrohr was unter dem Fundament entlang geht

29.09.2010



Hallo und guten Abend,

ich habe ein Haus BJ 1927, voll unterkellert mit 1 Etage.
Das Haus besitzt ein Backsteinfundament, teilweise aus Holblocksteinen gemauert, und wurde auf einem Lehmboden errichtet. Das ganze Umland ist bis auf ca. 2-3m Tiefe aus Lehm.
Nun hatte ich bei Anschluss an das Abwassernetz mein Abwasserrohr unterhalb des Fundamentes hindurch gelegt. Das war vor etwa 8-10 Jahren. Damals hatte ich den Aushub wieder eingebracht. Danach hatte ich keine Probleme mit eindringendes Wasser an dem Rohr. Da ich etwas Feuchte Wände habe und den Keller nutzen wollte, habe ich die Außenwände aufgeschachtet und gesehen das diese nicht verputzt waren. Habe die Wände verputzt, Grundierung aufgebracht und 2 lagig Dickschicht Bitumen angebracht. Danach noch Dämmung und eine Noppenbahn (Noppen nach außen)angebracht und wieder verfüllt.
Nach dem Aushub nach habe ich kein drückendes oder aufsteigendes-stehendes Wasser erkennen können nur etwas Feuchte.
Nun war am WE Dauerregen und nun hat es Wasser an dem Rohr sowie an der Fundamentsohle durchgedrückt.

1. wie kann ich jetzt das Rohr so Abdichten das kein Wasser mehr dort durchdrücken kann?
2. mein Kellerboden ist mit Backsteinen gepflaster, die ich gern herausnehmen und dann mit einer ca. 10cm dicken Betongschicht bedecken möchte. Vorher soll noch zur Abdichtung eine Sperrbahn aus Folie verlegt werden. Nach welchen Regeln ist die Schicht und die Folie einzubringen?

Vielen Dank fürs lesen und für die Hinweise!

Gruß MAT



für



die Abdichtung von Rohren gibt es genügend Lösungen im Netz,z.B. bei Deitermann.
Da Abdichtungen nicht auf Lehm aufgebracht werden können, brauchst Du 2 Lagen Beton/Estrich und der ungeschützte Bereich bleibt doch die Wand Selber, wenn es nicht gelingt, die Abdichtung bis zur horiz. Sperre zu führen und fachgerecht anzubinden ....
Fachmann ranholen, 2x machen wird viel teurer.



Feuchter Keller



Das ist ein klassischer Fall, den ich als Sachverständiger immer wieder vorfinde.
Man will seinem Keller etwas Gutes tun und versucht es mit einer kunststoffmodifizierten Bitumendickbeschichtung (KMB).
Leider fehlen den ausführenden Hobbyhandwerkern die theoretischen Grundlagen und praktische Erfahrung.
So werden Baumängel produziert, die die Wirkung der KMB oft gegen 0 fahren.
Wenn so etwas bei nicht bindigem Baugrund passiert, ist dies nicht so schlimm, aber bei bindigem Boden passiert das vom Fragesteller beschriebene Szenario.
Oberflächenwasser wird durch die eingebaute senkrechte Dränschicht nach unten geführt und staut sich am Fußpunkt der Wand auf, wo es durch die ungenügend gedichtete Aufstandsfuge o.ä. ins Mauerwerk dringt. Nach unten durch den bindigen Boden kann es nur schwer versickern, außerdem ist diese Fläche, die einmal der Boden des Arbeitsraumes war, mit Putzresten bedeckt, die beim Arbeiten samt dem Boden festgetrampelt und verdichtet wurden. Das ergibt eine nahezu wasserundurchlässige Versiegelung.
Wundersamerweise kam hier nicht die Geheimwaffe jedes heimwerkenden Kellertrockenlegers zum Einsatz, die "Drainage".
Die wird sonst immer ins Spiel gebracht, auch wenn Sie überflüssig ist. Hier wäre sie notwendig und erforderlich.

Was kann man also konkret machen:
Leider ist auf dem Foto nichts Relevantes erkennbar.
Aber ich würde dem Rat von Olaf folgen, die Rohrdurchführung freischachten und den Durchbruch fachgerecht dichten.
Besser wäre es gewesen, den Ausgang weiter oben, z.B. unterhalb der Kellerdecke im frostfreien Bereich zu wählen und die Einbindung ins öffentliche Netz über einen Hausanschlußschacht mit Absturz zu lösen. Das ist auch wartungsfreundlicher und bietet mehr Sicherheit gegen Rückstau.
Falls Abwasser im Keller einzuleiten ist (z.B. von einer Waschmaschine) dann ist das über eine Hebeanlage machbar.
Die fehlende Dränung und die anscheinend ungenügend abgedichtete Aufstandsfuge kann man nur durch erneutes Freischachten einbauen. Ich vermute das dann auch die KMB zu erneuern bzw. nachzubessern ist.
Das ist ein erheblicher Aufwand. Ob das im Verhältnis zum Nutzen steht, muß der Fragesteller selbst entscheiden.
Billiger ist es zu versuchen, Oberflächenwasser vom Haus wegzuleiten und so den Wassereinbruch von oben zu mindern.
Zum Fußboden:
Wenn der Keller Keller bleiben soll, dann kann auch das Flachschichtpflaster so verbleiben.

Ein Massivfußboden hätte folgenden Aufbau:
ca. 10 cm Kiesschicht als Sauberkeitsschicht, waagerechte Dränung und Planum, zur besseren Verzahnung die ersten 5 cm eingerüttelt,
5-10 cm Unterbeton,
Abdichtung (Schweißbahn, besser mineralische Dichtschlämme),
Zementestrich ca. 40- 50 mm.
Um die Fußbodenplatte drucklos zu halten, sollte ein kleiner Punpensumpf gesetzt werden, der bei Bedarf über eine einfache Tauchpumpe den Wasserstand reguliert. Das sollte aber der absolute Ausnahmefall sein und nicht als Dauerbetrieb laufen.

Zuletzt noch eine Bemerkung, wie der Keller vorher funktionieren konnte:
Die alte Abdichtung sollte nur flüssiges Wasser fernhalten, Erdfeuchte, also ein Mauerwerk und ein Fußboden mit hoher Bauteilfeuchte, war erwünscht.
Als Abdichtung wurde das anstehenden bindige Erdreich benutzt.
Man mauerte bei bindigem Boden solche Keller direkt gegen den senkrecht aufgeschachteten Boden. Deshalb fehlt auch der Verputz, die verbleibende Fuge Mauer/Erdreich wurde mit Mörtel verfüllt oder ausgestampft.
So konnte kein Oberflächenwasser an der Kellerwand nach unten laufen, es wurde oben abgeführt oder verteilte sich langsam im Erdreich.

Viele Grüße





Vielen Dank für Eure Antworten!

"Fachmann ranholen, 2x machen wird viel teurer."
Wer ist Fachmann und kann in meiner Situation mir zur Seite stehen?
Meine Lösung für das Problem wäre diese wie im Bild:

* ein Rechteck von 80cmx80cm direkt vor die Fundamentmauer setzen und zur Hälfte im Lehm. Die Hohlräume im Fundament würde ich dann noch von beiden Seiten mit Beton ausfüllen. Ist dies eine Möglichkeit?



oh Mist, sorry Georg,



ich habe nicht genau hingesehen und tatsächlich den falschen Button geklickt. Eigentlich wollte ich Dir einen hervorragenden Beitrag bestätigen, schon allein der Länge, der Genauigkeit und der Verständlichkeit wegen.

Davon geht zwar die Welt nicht unter, wills nur kurz klarstellen.

Gruß Jürgen



Feuchter Keller



Unterhalb der Fundamentsohle ist jeder Abdichtungsversuch zwecklos.
Von innen noch mal das Rohr Freilegen und unterhalb des Fundamentes mit Beton bis zum gewachsenen Boden ummanteln, das kann etwas helfen aber nicht das zeitweilig aufstauende Druckwasser fernhalten.
Was nicht so gut ist: Wenn unterhalb der Fundamentsohle gebuddelt wird, da werde ich unruhig, bitte die Arbeitsgrube klein halten!
Dazu kommt die verfüllte Baugrube, die Wasser bis unter die Fundamentsohle leitet. Bei bindigem Boden ist das keine gute Konstellation.

Viele Grüße



Na Jürgen…



dann klick doch mal bei dem Beitrag den Du falsch gevotet hast auf “hervorragender Beitrag”
Dann iss der “Stinkefinger” nämlich wieder weg.