Haus kaufen??? mit feuchtem Keller, Bruchsteinwände

15.08.2012



Hallo!
Mein Mann und ich wollen ein Haus kaufen und haben auch ein Bestimmtes im Auge, das eine tolle Lage hat und insgesamt sehr verwunschen-romantisch wirkt.
An dem Haus (Baujahr 1954) müsste allerdings noch einiges gemacht werden! Am meisten Sorgen bereitet mir der Keller, dessen Wände recht feucht sind und in dem es entsprechend riecht...
Es handelt sich um Bruchsteinwände. Diese wurden verputzt und der Putz bröckelt jetzt ab. Ich habe gehört, das Verputzen von Bruchstein sei ein Kardinalfehler, der Putz müsse runter?!
Frage ist nun, ob und wie man die Feuchtigkeit raus bekommt? Wie teuer so etwas in etwa ist? Oder ob eine gewisse Feuchtigkeit bei Bruschstein womöglich normal ist?
Letztlich stellt sich für uns die Frage, ob es überhaupt Sinn macht, solch ein Objekt zu kaufen, bei dem das Fundament auf so wackligen Beinen steht.
Ich wäre sehr dankbar für erfahrende Meinungen!!!



Moin,



es hat keiner eine Kristallkugel und ohne eine Besichtigung kann man keine haltbare Aussage treffen. Wer erzählt einen solchen Schmarn man dürfe Naturstein nicht verputzen? Dem im WW üblichen Basalt ists egal wie, ob und womit verputzt wird. Bei den z Zt herrschenden Aussentemperaturen und einem wahrscheinlich doch leerstehenden Haus sind Feuchte Kellerwände kein Wunder,
Last but not least ist ein Keller ein Keller und mir persönlich wärs egal ob hier und da ein wenig Putz im Keller bröckelt.
Alledings können die Regenfallrohre defekt sein, das Abwassersystem, das Trinkwassersystem, ebenso spielen die geologischen Verhältnisse eine Rolle.
Aber wie gesagt hol dir jemand an die Örtlichkeit der eine konkrete Aussage machen kann, alles andere ist Unsinn



Lasst Euch nicht...



... allzusehr von Euren Emotionen leiten, geht das sachlich an...

Sucht Euch 'nen Fachmensch, der Euch entsprechend beraten kann, auch wenn der Geld kostet... es ist gut angelegtes Geld... für jeden Mangel, den er findet und sich traut zu beziffern, könnt Ihr den Kaufpreis drücken, wenn die Immobilie ohne Kenntnisgabe des Mangels angeboten wird, zumindest prinzipiell...

Bei einem feuchten Bruchsteinkeller ist es mit dem Abschlagen von Putz meist nicht getan, immerhin ist der Putz ja nicht an der Feuchte schuld...

Hier heißt es einfach: Ursache der Feuchte finden, abstellen, trocknen (lassen) und gegebenenfalls sanieren...

Aufwand und Kosten abzuschätzen wäre von hier aus Kaffeesatzleserei, also lasse ich es gleich...

Bruchstein ist nicht grundsätzlich feucht, und Feuchtigkeit = Wasser riecht eigentlich auch nicht, also wohl irgendwelchen Pilze...

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner



putz



auf bruchsteinwänden muss nicht unbedingt ein kardinalfehler sein.wie sie schon selbst vermutet haben ist es aber in ihrem fall eher nicht die geeignete lösung gewesen. der putz sollte da erstmal entfernt werden und danach dürfte es schon viel besser aussehen.auf die entfernung und nur durch ihre beschreibung natürlich schwer zu beurteilen.
bruchsteinkeller weisen in der tat eine gewisse grundfeuchte auf die aber kein grund zur beunruhigung sein sollte. allerdings wären jetzt sturzbachartige wassermassen schon etwas beunruhigend. scherz bei seite,sie sollten sich einen fachmann für ihr anliegen holen der sich das vor ort anschaut und sie dahingehend genauestens berät. hier im forum kann nur auf der basis von vermutungen dem problem zu leibe gerückt werden.

was die kosten angeht gilt das selbe wie bei der vermeintlichen schadensbeurteilung. der fachmann schaut und beurteilt und weiß danach was zu tun ist und was es kostet.



Nur mal so...



...zur relativen Beruhigung:

der Oschi hier steht auch auf nassen Füßen; das Neue Rathaus in Hannover ist kontrolliert im Wasser mit Eichenpfahlbalken gegründet, zur Wasserhaltung sind die Teiche drumrum extra angelegt worden... ein anderes Beispiel sind die Lagunenstädte an der norditalienischen Adria, allen voran Venedig, wo auch noch die Salzbelastung dazukommt...

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner



Nasser Kellerkauf - oder Ja?



Hallo

So aus der Ferne und mit dem Informationsgehalt diese 6 Zeilers würde eine Beratschlagung ins Unsinnige gehen.

Suchen Sie sich einen Berater, der zu Ihnen passt, zu dem Sie Vertrauen haben und zahlen Sie den - dann sind Sie zwar den Betrag x los aber um eine Sicherheit reicher - oder er kann Ihnen die richtigen Ratschläge geben.

Ich mache so was im ganzen Bundesgebiet, wenn Sie möchten mache ich Ihnen ein Angebot - mailen Sie.

an sonsten

Gutes Gelingen

Florian Kurz



Nur mal etwas Allgemeines



häufig ist das für Laien auffälligste Problem an einem alten Haus, nicht das größte Problem. Ich würde Euch deshalb auch dringend raten, das Haus von jemandem, der was davon versteht, begutachten zu lassen, es sei denn, ihr habt genügend finanzielles Polster um alle evtl. Überraschungen unbeschadet zu überstehen. Bitte nicht als Schwarzmalerei verstehen. Wir haben auch ziemlich unbeschlagen 2 Fachwerkhäuser+Scheune, Ställe usw. gekauft und viel Glück gehabt. Trotzdem blieb uns die eine oder andere unschöne und ungeplante Überraschung nicht erspart. Mittlerweile sind wir nur schon gefasster ..... ;)



Moin Rike,



ein paar Fotos bzw. Internet-link wären das mindeste, um so aus der Ferne was sagen zu können.

Generell ist bei dem Bj. eine Menge fällig, d.h. ihr kauft im Prinzip einen Rohbau + Grundstück und zahlt am Ende mehr, als für einen Neubau (worst case).

Da sollte die Lage schon fast einmalig sein und ihr selbst auch eine Menge selber machen wollen.

Gruss, Boris



Vielen Dank ...



für die vielen guten Ratschläge!!! So schnell hatte ich gar nicht mit euren Antworten gerechnet!!!
Wir werden uns auf jeden Fall nun erst Mal einen Fachmann holen, der sich das Ganze in Ruhe anschaut!
Es ist eben mehr als die normale Feuchte eines Kellers, die man so eben mal hin nehmen würde, Olaf! Aber Sturzbäche sind es zum Glück auch nicht, Andreas!
Mir ging es ja auch erst mal um eine erste Einschätzung: Und grundsätzlich scheint die Feuchte ja nach euren Aussagen noch kein Weltuntergang zu sein. Wir schauen also mal, ob der Fachmann die Ursache findet und was er uns dann rät...
Wie schon angedeutet, gibt es ja auch noch viele weitere Baustellen: Dach, Elektronik, Wasserleitungen...
Aber das Haus hat eben "Potenzial", im Geiste k ö n n t e ich es mir s e h r schön vorstellen. Aber man sollte, wie Sebastian so schön schrieb, wohl die Emotionen wirklich bei Seite schieben und sachlich an die Sache ran gehen (Zumal wir kein unendliches finanzielles Polster haben :-)

Also vielen Dank noch mal,
Grüße aus dem Westerwald, Rike



Hauskauf



Die Feuchtebelastung in einem historischen Altbau setzt sich idR aus einer Kombination unterschiedlicher Feuchteeinträge zusammen: nicht abgedichtete erdebrührte Bauteile, Kapillarfeuchte, kondensierte Raumluftfeuchte an feuchten/kalten Wänden, defekte Grund- und Abwasserleitungen etc.

Manche dieser Belastungen sind mit vertretbarem Aufwand nicht zu eliminieren und gehören als "Systhemfehler" zum Gebäude bzw. entsprechen dem Stand der Technik zum Zeitpunkt des Baues. Ggf. muss man sich damit arrangieren und die Raumnutzung entsprechend festlegen. Zu diesen Gebäudbereichen gehören z.B. Keller und Geschosse in Hanglage (Teilsouterrain).

Vor dem Kauf eines solchen Gebäudes sollte auf jeden Fall eine ausführliche Objektbegehung durchgeführt werden zur Bewertung der Bausubstanz und dem Erfassen von (sichtbaren)Bauschäden.

Ein Sanierungskonzept inkl. Kostenschätzung und die Klärung von Bau- und Umbauoptionen (Bestandsschutz/ Umnutzung etc.) sollten ebenfalls vor Kauf erstellt bzw. geklärt werden, um eine solide Finanzierung zu gewährleisten.

Ich kann Ihnen eine Zusammenarbeit in diesen Punkten anbieten in Form einer Immobilienkaufberatung mit Objektbegehung.

Ich bin im Westerwald z.Zt. in 2 Fachwerksanierungen beratend unterwegs (Hennef + Altenkirchen) und kann mir bei Gelegenheit Ihr Objekt gerne einmal mit Ihnen zusammen ansehen. Sie können sich dazu gerne mit mir in Verbindung setzen ("Homepage" anklicken). Nähere Informationen zur Immobilienkaufberatung sende ich Ihnen auf Wunsch zu.



Vielen Dank...



für das freundliche Angebot. Wenn wir das Haus tatsächlich näher in Betracht ziehen, werden wir aber wohl einen Archtitekten im Ort fragen. Mein Schwiegervater kennt ihn recht gut, so dass wir diesen Kontakt nutzen sollten.
Trotzdem ein herzliches Danke schön!
Im Moment lassen wir das Thema ruhen und schauen uns alternative Möglichkeiten an. Dann sehen wir weiter...

Mit freundlichem Gruß,
Rike