Seriöse Aussage oder Schwarzmalerei?

30.08.2004 Felice



Hallo, Euro Fachkenntnis ist mal wieder gefragt. Wir hatten am letzten Samstag eine Bausachverständigen bei uns im Haus, der sich unsere feuchten Keller- und Stallwände angesehnen hat.

So wie er sich äußerte ist das Haus ja fast reif für den Abriß (ju hu). Nein mal Spaß beiseite.
Wir haben im Keller eine Luftfeuchtigkeit von durchschnittlich 90%. Bei den Messungen die der Sachverständige an den Kellerwänden vornahm, waren die Werte zwischen 155-165. Im Stall nicht besser. Hier fehlt die Horizontalsperre komplett. Er sagt das wäre gleichzusetzen mit einem Schwamm. Durch die hohe Feuchtigkeit kommt es zu einer extremen Salzbildung, was zu einer sehr schnellen Zerstörung der Ziegel führt. Super! Er riet uns schnellsten etwas zu tun. Am besten sofort. Seine Vorschläge.

1. Injektionen im gesamten Mauerwerk von Innen, ab der Unterkannte des Kellers im gesamten erdberührenden Bereich. Dazu die Innenwände mit einer Horizontalsperre. Kostenpunkt ca. 250,- pro/m². Wenn ich das kurz überschlage reichen 20.000,- Euro nicht aus.
2. Wir sollten von Außen das gesamte Haus freilegen, das Mauerwerk/Fundament mit Sanierputz Verputzen und dann die Abdichtung mit Dickschichtlasur und Perimeterdämmung vornehmen. Die Firma würden dann nur noch eine Horizontalsperre in allen Wänden anbringen (ca. 3. - 4.000 Euro). Dazu sollten wir den Kellerfußboden (Stampflehm mit Ziegeln) rausreißen und gegen eine Betonplatte, die von unten gegen aufsteigende Feuchtigkeit mittels Dachpappe abgedichtet werden soll, austauschen.
3. Lüften! Egal wie warm es draußen ist, alle Fenster sollen Tag und Nacht aufstehen, damit die Feuchte Luft raus kann.

Ich bin jetzt ziemlich unsicher! Um es mal ganz locker zu sagen, wenn das Haus noch 50 Jahre sicher steht – reicht mir das. Muß ich denn wirklich so viel Aufwand betreiben?
Es gibt doch unendlich viele Häuser, die seit 100 Jahren stehen und deren Keller nicht abgedichtet wurde. Was soll wir nur tun? Freue mich auf Eure Meinungen. Vielen Dank.



Aussagen nicht überbewerten



Mit dem vorgeschlagenen Sanierungskonzept eures Sachverständigen geh ich nicht ganz konform.
1. Die meisten alten Stallungen haben keine Horizontalsperre und sind durch die Ausscheidungen der Tiere voller Salze. Hier mag eine nachträgliche Horizontalsperre sinnvoll sein, wobei ich persönlich den Injektionsverfahren nicht vertraue.
2. Ständiges Lüften des Kellers bringt wenig (außer vielleicht im Winter). Es ist nur sinnvoll zu lüften, wenn dadurch die Feuchtigkeit nach außen Transport werden kann, d.h. der Temperatur/Feuchteunterschied es zuläßt. Lüften bei hoher Luftfeuchtigkeit und hoher Temperatur bringt stattdessen mehr Feuchte in den Keller; besser nachts lüften bzw. wenn es kühl ist Stoßlüften.
3. Sanierputz mit Dickschicht ist eine Kombination von Baustoffen, die wohl gegensätzlicher nicht sein kann und wohl auch nicht von langer Dauer. Der Vorteil des Sanierputzes ist, dass er durch sein kapillares Gefüge zur Entsalzung von Mauerwerk und Putz beitragen kann. Bringt man darauf eine Sperrschicht auf, so wird die Entsalzungsfunktion meines erachtens erheblich gestört.
Ich würde vorschlagen sich nochmals von jemand anderem beraten zu lassen, der bestimmt ein in sich schlüssigeres Sanierungskonzept liefern wird.





Vielen Dank Herr Leyh für Ihre Antwort,
das mit dem Lüften war uns auch etwas suspekt. Das spricht gegen alles was wir bisher gelesen haben.
Würde es etwas bringen, wenn wir von innen die Wände mit Sanierputz verputzen?
Allerdings würde weiterhin Wasser und Salz von außen eindringen, solange von außen keine Sperre angebracht wurde.
Mit der Horizontalsperre im Stall haben wir folgende Idee. Da es sich um ein zweischaliges Mauerwerk handelt, könnte man doch erst von innen Stück für Stück alte Ziegel entfernen, Dachpappe einbringen und neue Ziegel einsetzten und dann auch noch von außen. Dauert sicher seine Zeit wäre aber eine kostengünstige Variante.



Sanierputz



Sanierputz im Innenbereich ist eine heikle Sache. Je nach Vorbelastung der Wand mit Salzen ist der Putz irgendwann vollgesogen und muß erneuert werden, er ist eine Verschleißschicht mit einer Lebensdauer bis max. 10 Jahre (kann auch nach 3 Jahren schon voll Salz sein).
Von außen sollten eigentlich keine neuen Salze ins Mauerwerk kommen, außer das Haus liegt an der Straße mit Salzstreuung. Oft hilft hier schon eine Drainage mit Sickerschicht entlang der Außenwände. Empfehlenswert ist in diesem Fall auch eine Sockelheizung (siehe div. Forumsbeiträge), die erheblich zur Trockenlegung beitragen kann. Alternativ würde ich das Einbringen der Horizontalsperre durch Einsägen/Pressen empfehlen (soweit möglich bei Denkmal/Nachbarbebauung/etc.), da damit gewährleitet wird, dass sich auch durchgehend ist.





Sie meinen also, wenn ich Sie richtig verstanden habe, müßte der Sanierputz nach einigen Jahren abgeschlagen und erneuert werden. Das wäre ja kein Problem.
Da wir bereits, als die neue Heizungsanlage gebaut wurde, vorsorglich Blindleitungen in den Keller gelegt haben, ist eine Heizung sicher nicht das Problem, allerdings ist eine Sockelheizung ziemlich teuer. Normale Heizkörper würden doch sicher auch etwas Abhilfe schaffen. Oder?

Was ist mit dem Fußboden. Der kann doch so bleiben oder nicht?

Die Werte, die der Sachverständige gemessen hat, sind die wirklich so bedenklich?



Fragen über Fragen



Genau. Der Sanierputz muß alle paar Jahre wieder runter.
Wegen der Heizung und auch wegen der anderen Fragen würde ich mich an einen guten Planer/Architekten/Bauingenieur wenden, der die vor Ort Maßnahmen koordiniert und aufeinander abstimmt. Im Forum können so umfassende Fragen nur grundsätzlich/oberflächlich geklärt werden, oder Lösungsvorschläge/Hilfestellungen aufgezeigt werden. Ohne Kenntnis des Bauwerks und der Konstruktionsaufbauten kann aber nicht "die Lösung" präsentiert werden.
Lassen Sie sich beraten.



Danke



Vielen Dank Herr Leyh, für Ihre Geduld und Ihre Hilfe. Wir werden uns entsprechend beraten lassen.



Sanieren = Heilen



Meiner Ansicht nach sollten Sie die Ruhe bewahren und die Sache überlegt angehen. Wasser ist immer und überall zu finden, geben sie der Feuchte die Möglichkeit das zu tun, was sie eigentlich möchte: Verdampfen. In Büchern aus dem 15.Jahrhundert heißt es: " Wasser wenn es kommt und geht, schadet nicht; aber Wasser wenns steht, das schadet".
Lassen sie Sperrputze und Horizontaldichtungen aus dem Gebäude. Sorgen Sie für eine ausreichende Belüftung und
benutzen sie einen reinen Kalkputz, er ist Diffusionsfähig
und läßt Feuchte leicht durch ( Wasserdanpf).
Wenn Sie Klimasan Putz benutzen, haben sie ein Produkt, das seit 30Jahren erfolgreich im Denkmalschutz eingesetzt wird; ein reines Naturprodukt-ohne Zusätze von Kunstoffen. Nähere Info über mein Profil. U.Dahlbüdding



thermische Horizontalsperren



es gibt sog. thermische horizontalsperren, dss sind nichts anderes als Wandheizungen im sockelbereich, nicht verwechseln mit einer fußleisenheizung, allerdings würde die u.U. im Wohnbereich auch vor aufsteigender feuchtigkeit schützen.



@Oliver Torsten Neuhaus



haben sie zufällig quelle, wo ich das mal genauer nachlesen kann? vielen dank.



in einer der Bücher von ...



Klaus Schillberg habe ich über diese Möglichkeit der Mauerwerkstrockenlegung gelesen. Letztlich war es nur ein Kupferrohr in Lehmputz eingebettet in der Naäe des Sockels verlegt.

Ähnl. Funktionsweise ist beschreiben unter www.lehmwandheizung.de



Bauteiltemperierung



Hallo,

zu dem Thema hier mal das Suchwort Großeschmidt eingeben.

Gruß



heizung



Ich möchte mich erst einmal für die Hinweise bei allen bedanken.

Die Anregungen zur Mauerwerkstrockenlegung/Bauteiltemperierung werfen jedoch noch Fragen auf, denn dies würde ich gerne in Erwägung ziehen. Im Keller, na ja ? aber für den Ausbau des Stalls, wäre es super. Nur!!!
1. was ist mit den Salzen und anderen Stoffen, die sich im Mauerwerk befinden? Hier lebten bis vor 2 Jahren noch Tiere drin.
Wenn ich mal davon ausgehen, ich baue eine Wandheizung o.ä. ein und verputze diese mit Lehm, kommen die Salzablagerungen dann auf dem Lehmputz zum Vorschein? Oder müßte ich diese erst mal mittels Kalkputz rausbekommen?
Dann bleibt aber immer noch das Problem, daß im Stall keine Horizontalsperre vorhanden ist, es würde also, weiterhin Feuchtigkeit von unten aufsteigen und wenn im Sommer nicht geheizt wird, würden die Wände wieder feucht werden. Oder?
2. was noch interessant ist, wenn ich das System im Keller anwende, müßte ich das ganze Jahr über die Heizung laufen lassen? Denn dort würde die aufsteigende Feuchtigkeit von unten und von der Seite, die Wände wieder durchfeuchten.
Ich möchte an sich auch einen Keller im herkömmlichen Sinne behalten, also kühl und gut geeignet zur Lagerung von Lebensmittel. Hier war unsere Überlegung, die Wände mit Kalk zu putzen und noch zwei weitere Lüftungsöffnungen einzubauen, dann weiter wie bisher nachts die Fenster aufzumachen. Entprechend der Anmerkung von Herrn Dahlbüdding " Wasser wenn es kommt und geht, schadet nicht; aber Wasser wenns steht, das schadet".
2. wir beheizen unser Haus mittels Brennwertgastherme, es liegen Blindleitungen, wie bereits oben erwähnt, im Keller und auch im Stall. Könnte man daran so ohne weiteres das System anbauen? Also Heizverteiler, daran die Leitungen usw.

Wieder viele Fragen, aber es ist sehr schön, wenn man vom Wissen und den Erfahrungen der Fachleute und Bauherren lernen kann.



Keller nicht heizen!



Lassen Sie den Keller Keller sein. Ich würde im Keller keine Sockelheizung einbauen, das bringt wenig, weil der Keller im Sommer feucht wird und wird wohl ein Faß ohne Boden, was die Heizkosten betrifft.
Noch kurz grundsätzlich zum Salz im Mauerwerk. Die Salze werden durch die Feuchte der Wand gelöst und transportiert. An den Stellen, wo Feuchte entweicht/verdampft bzw. das Mauerwerk trocknet, treten diese Salze dann als Ausblühungen auf. Die Bauteiltemperierung im Sockelbereich soll den Salztransport stoppen, indem das Mauerwerk getrocknet wird. Es wird also nur der Punkt, an dem Salztransport und Ausblühungen auftreten unterhalb der Sockelebene verlegt.



Stall ?



Hallo Kerstin,

wenn da vor 2 Jahren noch Tiere drin waren, hast Du m.E. wenig Chancen, diese Mauer(n) auf Sicht zu entsalzen. Sicherlich kann man Opferputze aufbringen - das gibt aber eine ewige Baustelle. Ich habe auch so eine Ecke in meinem Haus, da zeigen sich nach 70 Jahren Tierfreiheit immer noch Ausblühungen.

Das vernünftigste wäre es, die betroffenen Wandteile neu aufzumauern - mit einer Horizontalsperre. Oder - den betreffenden Raum nicht zu Wohnzwecken nutzen.

Gruß aus BS

Bernd



@ Bernd



Hallo Bernd,
das hatte ich befürchtet. Die letzten Jahre hatte der Vorbesitzter zwar nur noch Kleintiere im Stall, aber früher war da immer eine Kuh oder so drin gewesen (lt. Nachbarn). Wir wollen den Stall aber auf jedenfall für Wohnzwecke nutzen. Ich möchte daraus eine große Küche machen. Könnte man evtl. einfach eine neue Wand davor bauen? Spontan fällt mir ein in die alte Wand Lüftungsöffnungen anzubringen und einfach davor eine neue Wand setzen mit Horizontalsperre. Oder alternativ in die neue Wand eine Hinterlüftung für die Alte einzubauen. Dann bliebe jedoch das Feuchtigkeitsproblem der alten Wände. Verdammt ist das alles kompliziert.



Wandaufbau ???



Hallo Kerstin,

wenn es eine Massivwand ist, sollte grundsätzlich ein zweischaliger Aufbau möglich sein. Die beiden Schalen müssen dann aber gut entkoppelt sein.

Würde den Aufbau aber mal mit einem erfahrenen Architekten besprechen. Bei dieser Lösung wirst Du dann aber auf Dauer außen an der Außenwand ebenfalls Ausblühungen haben. Lassen sich aber mit Wasser entfernen ;-)

Gruß aus BS

Bernd





Wir haben ein zweischaliges Mauerwerk.Da sind im Stallbereich von außen auch schon Ausblühungen zu sehen. Damit könnte ich aber leben.
Kann ich in diesem Fall noch eine dritte Wand setzten? Was ist mit der Feuchtigkeit? Wenn die Wand hinterlüftet wird, dürfte es ja eigentlich keine Probleme geben, oder?

Ich möchte aber auch noch mal auf die Problematik des Anschlußes an das vorhandene Heizungssystem zurück kommen. Da mein Mann die komplette Heizungsanlage selber gebaut hat (außer den Gasanschluß), würde er auch die Erweiterung selber vornehmen wollen.



@ Bernd



hallo bernd,

salzausblühungen besser nicht abwaschen mit wasser, da sie sich sonst wieder lösen und wieder in die Mauer gelangen - also bürsten oder kratzen.

grüsse von oli>er



@Oliver Torsten Neuhaus



Mach es auch mit einem scharfen Besen !
Trotzdem aber danke für den generellen Hinweis.

Gruß

Bernd



Abdichtungsarbeiten: Ist alles, was machbar ist, auch wirklich notwendig?



weitere Info siehe.www.ISARBAUTENSCHUTZ.de e.Mail: bromm@isarbautenschutz.com
Vom Sollen und Können des (Ab)Dichtens

Abdichtungen und Wärmedämmungen - sowohl von außen, als auch im Querschnitt - sind bei Neubauten unerläßlich. Bei Altbauin-standsetzungen sollte zumindest eine Trennung des Wandquerschnitts zwischen Keller und Erdgeschoß gegen aufsteigende Feuchte hergestellt werden, eine Maßnahme, die nicht nur der Optik (Putzschäden) zugute kommt, sondern auch Energie sparen hilft!
Ob ein solches Unterfangen jedoch auch im Kellerbereich eines Gebäudes obligatorisch ist, muß von Fall zu Fall genau geprüft wer-den.
Bei Abdichtungsplanungen auf dem Gebiet der Altbauinstandsetzung heißt es immer wieder: „Wenn wir schon dabei sind, dann machen wir’s doch gleich gescheit“. Dann wird der alte (und durchaus nicht immer zutreffende) Spruch zitiert, daß die Ursache für Feuchtigkeit im Keller stets von außen eindringendes Wasser sei. Und so wird fleißig von außen aufgegraben, abgedichtet, wärmegedämmt, geschützt und wieder verfüllt - und dabei eines völlig außer acht gelassen: das Kosten-Nutzen-Verhältnis.
Denn zunächst bleibt innen der „alte“ Zustand bestehen. Es müssen die Oberflächen erneuert werden. Dies bedeutet in der Regel alten salzbelasteten und sehr oft schimmelpilzbefallenen Putz abschlagen und durch Sanierputz ersetzen.
Bei Bauobjekten, in das tatsächlich Wasser von außen eindringt, ist es oft ratsam, an allen eindeutig kritischen Stellen aufzugraben. Außerdem sind alle möglichen Fehlerquellen abzustellen, wie zum Beispiel eine undichte Wasserleitung reparieren oder auch ein schadhaftes Regenablaufrohr.
Der Baustoff macht’s
Zu unterscheiden ist zunächst, ob ein Gebäude in Ziegelbauweise oder aus Beton gebaut wurde. Im ersten Fall ist zu überprüfen ob jemals zuvor Wasser in den Keller eingedrungen ist und, sollte dies der Fall sein, wie hoch der Wasserstand war und wie hoch der mögliche Grundwasserspiegel ist. Sollte der Grundwasserspiegel in einem kritischen Bereich liegen, ist zu überlegen, ob die Nut-zung eines solchen Kellerraums generell eingeschränkt werden muß.
Trotzdem gibt es Möglichkeiten, selbst solche feuchtigkeitgefährdeten Keller hochwertig zu nutzen - solange einige Schutzmaßnahmen vollzogen werden.
Abdichtungen von innen
Hier bietet sich zum Beispiel die Möglichkeit einer innenliegenden Drainanlage an, so daß an einer Stelle das Wasser gesammelt und von dort abgepumpt werden kann.
Ist in einem Keller zuvor noch nie Wasser eingedrungen, kann davon ausgegangen werden, daß diesbezüglich auch in Zukunft kein ernsthaftes Problem entstehen wird.
Die Oberflächen solcher Keller können aber dennoch starke Feuchteschäden aufweisen, was die alte Mär von den ausschließlich von außen eindringendem Wasser herrührenden Feuchteschäden, widerlegt. Ursache für solche Schäden ist vielmehr die Tatsache, daß die Außenwände von außen nicht ausreichend abgedichtet und /oder wärmegedämmt sind. Wenn es dadurch zu einer Durchfeuch-tung des Ziegels kommt, wird die Wärmeleitfähigkeit erhöht - und dann spielt die Kondenswasserbildung eine ganz erhebliche Rol-le.
Gute Wärmeleitfähigkeit bedeutet schlechte Wärmedämmung!
Wird die Luftfeuchtigkeit nicht gemindert, führt dies zu einer weiteren Durchfeuchtung und zu einer Verschlimmerung der Schäden, was wir in unserem Artikel „Sinn und Unsinn einer Mauertrockenlegung „klar zum Ausdruck gebracht haben. *Bereits i.d. Südd. Zeitung (Planen und Bauen) erschienen
Es ist durchaus möglich, die Feuchtigkeit im Keller durch einen Luftentfeuchter mit ausreichend hoher Kapazität soweit abzusen-ken, daß eine ausreichende Nutzung der Kellerräume möglich wird.
Eine positive Ergänzung ist die Abdichtung der Außenwände an ihrer Innenseite, so daß die Feuchtigkeitszufuhr durch die Außen-wand eingeschränkt wird. Erfahrungsgemäß ist es ausreichend, die Außenmauern und ca. 1,5 bis 2 Meter der einbindenden Zwi-schenwände abzudichten. Dies kann ohne weiteres mit wasserdichten Putzen und mit sogenannten Sanierputzen erreicht werden. Aber auch andere Abdichtungen, wie beispielsweise das I-bau-System - eine Konstruktion aus einer wasserdichten, dampfundurch-lässigen Noppenfolie und einem Putzträger sowie einen wärmedämmenden Putz auf der Oberseite -,gewährleisten, daß keine Feuch-tigkeit mehr von der Außenseite in den Raum gelangen kann.
Man ist heute durchaus in der Lage, auch mit anderen Maßnahmen, nur von der Innenseite ausreichend trockene Oberflächen herzustellen, und dies ist in der Regel weitaus kostengünstiger als von außen abzudichten.

Was schädigt Baustoffe, Ziegel und Mörtel?
Die Bedenken, daß eine Wand feucht bleibt und Schaden nimmt, wenn sie nur von innen isoliert wird, sind unbegründet!
Denn:
• im Erdreich sind Baustoffe in der Regel nicht frostgefährdet,
• sie werden durch Salze nicht geschädigt (diese bleiben in Lösung)
• und sie können nicht faulen.
• Die Mauern dichten sich zum Teil selbst ab, wenn die Kapillaren mit Wasser gefüllt sind

Es gibt auch kein Gesetz, wenn ein Gebäude fünfzig Jahre feucht war, daß durch eine Abdichtung von innen sich das Wasser an-schließend einen anderen Weg suchen könnte.
Ob sich somit der arbeits- und kostenaufwendige Einsatz, außen aufzugraben, lohnt, ist äußerst fragwürdig.
Ferner ist zu überlegen welche Probleme zusätzlich auftreten können!
Wie können zum Beispiel
• Sparten (Gas, Wasser, Strom, Telefon, Fernheizung und dergleichen) verlegt werden?
• Anschlüsse im Bereich der Kommunwände hergestellt werden?
• Anbauten z.B. Eingangspodeste, Treppen abgedichtet und,
• unter Garagen und Begrenzungsmauern etc., die Verbindungen zu den Abdichtungen ergänzt werden?

Ein Beispiel aus der Praxis
Im Münchner Zentrum steht ein Palais aus dem Jahr 1880. Natürlich ist hier alles an Sparten vorhanden, was nur möglich ist; und trotzdem hat man an diesem Gebäude bis auf vier Meter (zum Teil auch tiefer) ringsum aufgegraben. Es mußten neben den Sparten außerdem Provisorien (Abstützungen für das Gerüst und den Baukran etc.) für die Bauzeit geschaffen werden, um die Abdichtungen an der Außenseite ordnungsgemäß anzulegen.
Nach dem Freilegen wurden die Oberflächen gesäubert und erst einmal vorbetoniert. Auf diesen Beton kam eine bituminöse Dickbeschichtung, davor wurden „Schemelsteine“ gestellt (ca. 12 cm dicke Betonsteine mit Hohlkammern und Anschlüssen für eine au-ßenliegende Drainage). Darauf wurde eine Perimeterdämmung aufgebracht (die Mauerdicke war über 1 bis zu 1,40 Meter) und, nicht genug damit, man hatte noch eine Wellplatte davor gestellt - als Schutz der Wärmedämmung!
Es ist somit absolut sicher, daß dieses Objekt von außen her dicht ist und bleibt. Doch wen wundert es, daß bei einem solchen Aufwand mehr als 150€ (Mietzins im Monat) pro Quadratmeter erforderlich sind, um die Instantsetzungskosten einigermaßen auszugleichen?!
Nur wenige Bauherren könnten sich diese Aktion leisten, die meisten anderen müßten nach kostengünstigeren Alternativen suchen.
Die Kehrseite
Wie verhält es sich mit der Sicherheitsgarantie für die Instandsetzung? Wenn nun zu einem späteren Zeitpunkt aus welchem Grunde auch immer doch ein Wasser- oder Schimmelfleck an der Wand auftaucht - wie würde ein Rechtsstreit enden?
Interessant bleibt auch die Frage, was passiert, wenn der Wasserspiegel ansteigt und so Wasser in das Gebäude eindringt.
Man hat bei dem Palais in der Münchener Innenstadt auch daran gedacht, eine Abdichtung gegen den ansteigenden Wasserdruck herzustellen, ferner daran, daß man die Außenwände im Keller von unten abdichtet, also auch den Querschnitt der Mauer mit ein-bindet. Und auch bei dieser Investition wurde nicht gespart: man trug eine mehrlagige Abdichtungsbahn auf. Sollte nun jedoch der Wasserspiegel ansteigen, so müßten auch die dementsprechenden Auflasten eingebracht werden. Das heißt: wenn man davon ausgeht, daß der Wasserspiegel einen Meter über die Kellersohle ansteigen würde, so müßte mindestens eine 50 cm dicke Betonschicht aufgebracht werden, um die Lasten des drückenden Wasser aufzunehmen. Dies allerdings war aus Platzgründen nicht machbar, und so ergibt sich auch hier wieder einmal die Frage, ob das ganze Unterfangen überhaupt sinnvoll und konsequent geplant und durchgeführt worden ist.
Es ist durchaus verständlich, daß Baufirmen heute mehr machen, als unbedingt notwendig ist. Schließlich ist die Gefahr einer Klage wegen Nachlässigkeit sehr groß. Nicht wenige Sachverständige und Rechtsanwälte verdienen sehr gut daran, geringfügige Mängel zu einem „erheblichen Schaden“ hochzupuschen.
Es ist verständlich, daß sich heute niemand mehr traut, irgendwo Einsparungen vorzunehmen, selbst wenn sie auch noch so sinnvoll erscheinen. Jedoch sei die Frage erlaubt, wohin diese Einstellung führen soll. Hätte man im besagten Palais beispielsweise die Abdichtungen- und Wärmedämmungen und sonstiges nur von innen vorgenommen, hätte man möglicherweise eine Sicherheit von „nur“ 95 Prozent erzielt, so aber das Drei- bis Vierfache einer Abdichtungsmaßnahme von der Außenseite eingespart. Die restlichen fünf Prozent hätte man mit Hilfe einer Klimaanlage zur Absenkung der relativen Luftfeuchtigkeit oder auch zur Beheizung der Außenmauer an der Innenseite erzielen können.

Aber es soll ja noch immer Instanzen geben, für die ein paar Tausender nur Peanuts sind . . .
Edmund Bromm
Isar Bautenschutz





Hallo Kerstin
Was war das denn für ein Bausachverständiger arbeitet der vielleicht hauptberuflich bei LEGO oder so, oder war das ein sogenannter unabhängiger Sachverständiger, der Ihnen nur eine Horizontalabdichtung verkaufen wollte? Uneigennützig natürlich und den Vertrag für die ausführende Firma hat er natürlich rein zufällig gleich dabei. Ich hoffe, für die Auskünfte dieses Mannes haben Sie nicht noch Geld bezahlt.
Da ich das Objekt nicht gesehen habe, kann ich Ihnen nur raten, etwas gegen die Feuchte zu unternehmen -horizontalabdichtung im Injektionsverfahren funktioniert, wenn sie richtig ausgeführt wird.Vorausgesetz es ist wirklich feucht, man weiß ja nicht was manche Sachverständigen so messen und womit??????
Zu ihren Problemen mit der nutzbar Machung des Stalls:
aus der Ferne kann man da nicht viel sagen. Sie sollten sich die Zeit nehmen und entweder einen Sachverständigen zu rate ziehen, der etwas vom Altbau und seiner Sanierung versteht oder sich gleich von einen Handwerker beraten lassen, der etwas davon versteht.
Ich sehe des öfteren Gebäude, die von Meisterbetieben mit tatkräftiger Unterstützung durch Architekten kaputtsaniert wurden.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und irgendwann eine ruhige Stunde in Ihren sanierten Heim.
mit freundlichen Gruß C. Heise



sag ja gut und schlechtachten



sag ja immer wieder ...es giebt gut und schlechtachter...
will mich hier auch gar nicht weiter auslassen..nur eins zur überlegung...es giebt wie gesagt viele häuser die schon über 100 jahre stehen. Und nun ....wird alles nass und feucht ...wieso fragen sich viele..

ich denke ihr solltet zuerst mal die baussubstanz überprüfen.
fugen ect..denke dann findet ihr schnell herraus woran es liegt.habe das selbe problem in meinen Bruchsteinkeller gehabt.dort stieg die feutigkeit bis ins eg..habe den nassen putz entfernt,,die schadhaften fugen entfernt und mit Luftkalkmörtel in 2 arbeitsgängen neu verfugt..
habe das ganze dann offen stehen lassen ..und siehe da ..die luftfeute reduzierte sich immer mehr.habe nachdem alles einigermaßen trocken war die wände mit luftkalkmörtel verputzt ...und siehe da keine probleme mehr und ca 30000,00 € gespart

gruß peter