Keller mit Lufttrockner trocknen




Liebe Fachwerkler,

ich habe mal wieder eine Frage zu meinem Keller. Mein Fachwerkhaus ist von 1929 und hat einen Natursteinkeller von ca. 2m Höhe, 2m Breite und 8m Länge - insgesamt also 32qm Rauminhalt. Zwei Drittel des Kellers befinden sich unterhalb der Erdoberfläche. Leider habe ich eine permanente Luftfeuchtigkeit von ca. 90% bis 98% in dem Keller und kann ihn nur sehr eingeschränkt nutzen. Daher möchte ich die Luftfeuchtigkeit senken. Von einer automatischen Kellerlüftung wurde mir abgeraten, da dass Volumen recht klein und der wirtschaftliche Aufwand dafür zu hoch ist.

Ich überlege jetzt, einen Lufttrockner zu kaufen. Hat jemand von euch Erfahrung mit solchen Geräten? Wieviel Wasser fällt täglich an, wenn ich die Luftfeuchtigkeit auf ca. 60% senken möchte und wie hoch ist der Stromverbauch. Sind diese Geräte störend laut und könnt Ihr mir ein Gerät empfehlen?

Ich freue mich auf eure Anregungen.

Liebe Grüße
Dieter



Die Feuchte ist einfach abzusenken,aber..



..je "trockener" es wird um so mehr wird nachgesagt.
Da es aber nicht nur Wasser ist sondern dies auch mit bauschädlichen Salzen versehen ist nehmen dann die Schäden an der Oberfläche zu! Ob dies auf Dauer gut ist wage ich zu bezweifeln.
Wenn jedoch die Abdichtung außen damfdicht ist (die Feuchte nur durch den Boden eindringt), dann müsste auch der Boden dicht gemacht werden.
Nun bei mir läuft ein Luftentfeuchter seit 1983. Mein Keller war vorher voller Schimmel. Ich habe jedoch sehr dichte Wände aus Beton, da wird so gut wie nichts nachgesagt.
Was soll denn erreicht werden??
Was wird denn gelagert und auch wie lange?
Hohe Luftfeuchte ist für die Lagerung mitunter auch gut.



Ursachen ermitteln



Hallo, für mich stellt sich erst einmal die Frage nach den Ursachen. Ich sage gern Ursachen, denn meistens ist es nicht nur Eine. Trocknung nutz nur, wenn die Quelle wenigsten eingedämmt ist. Sind die Türen und Fenster dicht, gibt es im Raum eine ungedämmte Kaltwasserleitung? Da der Keller teilweise aus der Erde heraussteht, kommt die Temperaturdifferenz zwischen erd- und luftberührt noch hinzu. Oder vielleicht gibt es noch weitere Ursachen. Also einfach Trockner aufstellen ist sicherlich nur ein halber Erfolg und eine Kostenquelle.



Der Keller ist feucht


Der Keller ist feucht

Die relative Feuchte sehr hoch, ist doch nicht so kompliziert.
Es bleibt noch die Frage, steht gelegentlich Wasser im Keller oder nicht?
Wenn kein Wasser eindringt ist es doch logisch, dass es sich um Tauwasser handelt.
Abgesehen davon, dass es keinen "trockenen" Keller gibt. Etwas Feuchte ist immer vorhanden.
Der weitere Aufwand ist immer davon abhängig, welche Nutzung gewünscht wird.
Ich denke nicht, dass dieser Maßkrug undicht ist nur weil außen das Wasser runterläuft.



Kellerlüftung



Wir hatten doch aber bereits vorher festgestellt, dass der Keller in "guter" Verfassung ist und keine sichtbaren Feuchteschäden vorhanden sind. Ebenfalls hatten wir schon den Ausfall von Kondensat durch "falsche" Belüftung vermutet.

Eine "Konditionierung" des Kellerklimas auf um die 60 Prozent relative Luftfeuchtigkeit, war angedacht um Schimmelwachstum zu verhindern.

Das Luftvolumen des Kellers ist doch recht übersichtlich. Eine manuelle (Stoß-) Lüftung ist ohne Umstände nicht möglich gewesen. Eine automatische Lüftung vom Aufwand her möglicherweise zu teuer, hinzu kommen zusätzliche Energiegieverluste durch Lüften im Winter und die Funktionseinschränkung bei sommerlichen Wetter.

Diese Abwägung erscheint mir mehr für einen Lufttrockner mit Hygrostat zu sprechen.

Adsorptionstrockner können auch bei geringen Lufttemperaturen noch eine gute Leistung erreichen. Ein separater Ablauf für das Ablaufwasser kann zur Ersparnis von Betreuungsaufwand führen.



Nur durch Kondensatausfall



Hallo Mario,

nur durch Kondensatausfall wirst Du kaum auf eine relative Luftfeuchte von annähernd 100% kommen. Wenn es Kondensatausfall wäre, müssten ja die Werte im Winter wesentlich niedriger sein.

Mit welcher Art von Hygrometer wurde denn gemessen?

Nun aber zum Lufttrockner: Ich selbst habe auch einen einfachen für rund 130€ ab und zu in Betrieb. Im Sommer steigt auch bei unserem feuchten Sandsteinkeller die rel. Luftfeuchte auf rund 75%. Der Keller hat insgesamt 45qm und der Entfeuchter braucht etwa 2h um auf etwa 65% die Lufeuchtigkeit zu senken.

An Stromkosten musst Du bei einer Leistung von rund 350W und einem Preis von ca. 0,23€/kW von etwa 0,05€ pro Betriebstunde rechnen. Läuft der Trockner den ganzen Tag kommen, durch Enteisung und Pausen, rund 1,50€ zusammen.

Liebe Grüße
Holger





@Holger

Es ist gar nicht mein Keller. Ich wollte nur die Feststellungen in vorangegangenen Fragen zum selben Keller aufgreifen.

Der Keller ist ja mit 32 Kubikmetern Volumen doch recht "klein". Da macht doch der Wassergehalt in der Luft bei 90 zu 65 Prozent nur ein knapp gefülltes kleines Wasserglas aus.

Das kannst du beispielsweise hier näherungsweise ausrechnen.

http://www.pb-schilling.de/baubiologie/luftfeuchte-rechner/

Wegen der geringen Wassermenge ist auch der Energieverbrauch verhältnismäßig gering.

So kommen wir aber von der hohen Oberflächenfeuchte an den Wänden weg, wenn wir die Taupunkttemperatur absenken. Und damit kann sich der Schimmel nicht ausbreiten.

Am besten man mist nochmals die Temperaturen und die relative Feuchte in der Kellerluft. An den (kühlen) Wänden wird sie wohl fast immer knapp 100 Prozent betragen.

Eigentlich müsste man bei dem momentanen Wetter zumindest über die Nacht noch effektiv durch Lüften sehr hohe Raumluftfeuchten absenken können.



Keller mit Lufttrockner trocknen - vielen Dank



Liebe Fachwerker,

Vielen Dank für die wertvollen Beträge.

Bei der Feuchtigkeit handelt es sich wohl nicht um Kondenswasser, weil die relative Luftfeuchtigkeit trotz Stosslüftung nach ein paar Minuten auch im Winter bei 90% lag.

Ich habe den Keller vor drei Jahren saniert und die Ziegelsteine auf dem Boden durch Estrich und Fliesen ersetzt. Jetzt ist es an der Kante zwischen Bodenfliesen und Wand feucht. Außerdem ist ein Teil unter der Treppe nicht verfließt worden (ca. 1,5qm. Hier sind noch die Ziegel auf dem Sand-/Lehmboden und die Stelle ist immer feucht. Unser kürzlich leider viel zu früh und plötzlich verstorbene Georg Böttcher hat sich den Keller vor Ort angeschaut und mit dazu geraten, die Lücke zu schließen.

Ich werde die Lücken schließen und mir einen Lufttrockner anschaffen. Die Kosten sind entsprechend euren Beiträgen ja überschaubar.

Vielen Dank noch mal und liebe Grüße
Dieter