Keller mit Bruchsteinmauern abdichten

15.08.2020

Keller mit Bruchsteinmauern abdichten

Hallo Leute,
mein Haus (BJ 1896) ist teilunterkellert. Die Wände bestehen aus etwa 50 cm dickem Bruchstein und sind ca. 1,5m unter der Erde. Der Keller wurde früher für Kohle und zum Kartoffeln / Äpfel einkellern genutzt und war dafür ausreichend, eigentlich sogar ziemlich gut geeignet. Die Wände sind von innen grob verputzt und dann offensichtlich mit Kalkfarbe gestrichen.

Nun plane ich den Keller als Lager verwenden, dafür muss er trockener werden.
Der Plan ist: Einfach so weit es geht ohne große investitionen trockenlegen und dann einen Luftentfeuchter rein. Die Wandbeschaffenheit finde ich OK so, da soll ja niemand wohnen also muss auch nicht fein verputzt werden.

Nun habe ich vor allem das Problem, dass vor allem durch zwei Wände, die unter dem Haus und einem Anbau liegen nach Starkregenphasen Wassertröpfchen eindringen, und zwar soviele, dass sich kleine Pfützen bilden.

Spricht eigentlich irgendwas dagegen, die betroffenen Wände von innen erst mit Reparaturmörtel auszubessern und dann mit Dichtschlämme zu streichen, damit kein Wasser mehr eindringt? Bruchstein kann doch ohnehin dauerhaft nass bleiben. Dann einfach wieder mit Kalkfarbe drüber...

Oder ist das irgendwie ein Problem, wenn die Bruchsteinwand dann von innen dicht ist und nicht mehr atmet?

Ciao, Jörg



Je dichter



Du den Keller machst, desto mehr steigt die Feuchtigkeit nach oben. DAS spricht dagegen.

Lass ihn wie er ist: nutzbar für Äpfel und Kartoffeln, wie Du sagst. Lagerraum schafft man besser in nem Schuppen.



Vielen Dank für die Antwort.


Vielen Dank für die Antwort.

Vielen Dank für die Antwort. Mist, ja, das klingt logisch.

Das Ist natürlich dumm, das sind immerhin fast 40 qm, die so kaum nutzbar sind und ich brauche leider Platz.
Die Bruchsteinmauer ist bis 35 cm über der Erdoberfläche ausgeführt. Der Boden des Erdgeschosses liegt etwa 50cm über der Erde. Ich habe mal ein Teil der Bruchsteinmauer von außen fotografiert und angehängt.

Die Bruchsteinmauer ist an einer der nassen Wände von außen verputzt, da über der Nassen Wand ein Anbau steht. Die andere Nasse Wand ist praktisch unter dem Haus.

Ist das denn wirklich so, dass das Wasser Innerhalb der Bruchsteinmauer in diesem Fall signifikant über das Erdniveau hinaus ansteigt?

Mir kommt gerade als Gedanke: Man könnte es doch theoretisch einfach ausprobieren:
Ich bringe Dichtschlämme von Innen nur bis einige cm Niveau der Erdoberfläche auf. Dann Messe ich im darüberliegenden Teil die Feuchtigkeit im Verlauf des Winters immer mal wieder. Wenn diese signifikant ansteigt kann ich doch die Abdichtung wieder runterkloppen!?

Was meint Ihr? Macht das Sinn?

Ciao, Jörg



nasse Wände



sind denn die Wände dauerhaft so naß, das Wasser steht? Wenn das nur bei Starkregen auftritt, ist es ein Wasserdruckphänomen, welches andere Ursachen haben könnte, undichte Leitungen etc. Ich bin übrigens nicht der Ansicht, dass eine Abdichtung von innen dazu führt, das Feuchte in der Wand nach oben zieht, zumal Bruchstein kapillar nur über die Mörtelfugen tätig sein kann . Geh doch mal auf die Homepage von Edmund Bromm, der bietet Abdichtungssysteme für innen an. Allerdings denke ich auch nicht, dass diese Abdichtung von innen dauerhaft haltbar ist, einen punktuellen Versuch kannst Du natürlich unternehmen. Wahrscheinlich läßt sich eine Lösung wirklich nur vor Ort finden.
Nochwas verstehe ich nicht: Kohlenkeller und stehende Pfützen vertragen sich nach meiner Erfahrung nicht so gut.



Nein, logisch



klingt das ganz und gar nicht, ist es auch nicht.
1. Es gibt keinen physikalischen Grund dazu
2. Der Bruchstein ist nicht kapillar
3. Steine sind grundsätzlich nicht Wasserlöslich, können also nass bleiben
4. Wenn Wasser in den Keller läuft können Sie beruhigt wie von Ihnen geplant vorgehen, Abdichten der Undichtigkeit mit Stopfmörtel, anschl. Dischtschlämme. Aber Achtung auf der Schlämme wird sich jede Menge Kondensat bilden. Herr Edmund Bromm (auch hier im Forum zu finden) hat ein vielleicht für Sie interessantes System

@Pope, manchmal machst Du mir Angst.........



vielen Dank für die Antworten. Erst zu den Rückfragen:



@Kohle vs Pfützen: Das Pfützenproblem tritt nur in einem Raum auf, da gab es kein Kohle, sondern Regale mit viel Platz für eingemachtes. Meine Familie wohnt jetzt 40 Jahre in dem Haus, wir haben den Keller früher für Äpfel, Kartoffeln und Eingemachtes genutzt, später nur noch als Abstellraum. Mit Kohle haben wir nie geheizt. Ich weiß garnicht wie lange das schon so ist, dass sich kleine Pfützen bilden oder ob das schon immer so war. Die Pfützen sind übrigens so klein, dass ich das allermeiste davon früher, als die Regale noch davorstanden, nie gesehen habe. Nur in Ausnahmefällen (einmal alle 2, 3 Jahre vielleicht) hat sich so viel Wasser gebildet, dass das deutlich sichtbar war und sich das Wasser zu einer größeren Pfütze zusammengelaufen ist. Ich war damals jahrelang der Ansicht das Wasser würde durch den Schornstein reinkommen und von da aus durchs Mauerwerk sickern. Die Kohlen lagen früher übrigens nicht am Boden sondern auf Holzkonstruktionen, hatten also keinen (Estrich-) Bodenkontakt.

@logisch vs. unlogisch
OK, ich dachte dass sich das Wasser vielleicht irgendwie durch den Mörtel wie in einem Schwamm verteilt. Aber so wie Sie das erklären klingt es natürlich auch logisch.

Schön, wenn man merkt wie wenig Ahnung man von einem Thema hat, wenn einem immer das Argument am schlüssigsten erscheint, das man zuletzt gehört hat :-)

@ Edmund Bromm: Ich kann das System garnicht finden (habe http://www.haus-schwamm.de überflogen)

Warum sollte sich eigentlich Kondensat auf der Dichtschlämme bilden? Wegen der Flüssigkeit im Mauerweik und weil die Dichtschlämme diffusionsoffen ist?

Ich denke, das läuft dann darauf hinaus, dass ich die problematischen Wände mit ein paar Schichten gestrichener Dichtschlämme von innen abdichte, mit Kalkfarbe streiche und dann beobachte.

Ciao, Jörg



@ Olaf Bernhardt



Angst? Inwiefern?



Weil



Du zeitgleich das etwa Gleiche geschrieben hattest wie ich, deshalb ;-)



C.G. Jung



nennt das Phänomen auch Synchronizität.



I-Bausystem



Ich habe das I-Bausystem von Eduard Bromm vorhin gefunden und gelesen. Klingt einleuchtend.

Was ich nicht so ganz verstehe:
In der Beschreibung steht als erstes: Noppenbahn aufbringen. Wir bringt man da eigentlich die Noppenbahn auf, sodass sie hält? Die sind doch flexibel, da kann doch nicht dübeln? Die Folie muss doch absolut dicht an der Wand sitzen, weil ansonsten doch einfach dahinter Wasser herunterläuft!?



An der Quelle suchen



am besten, Eddi Bromm mal selber fragen, wie das funktionieren kann.



Vielleicht so.



Guten Abend,

wäre es nicht besser von außen ausschachten bis unter der bestehende Bodenplatte weitere 30 cm tiefer , eine Schalung aufstellen die von der bestehenden Wand 15 cm weg ist betonieren C 25/30 nach dem erhärten des Beton Bitumen Voranstrich und 2 Komponenten Dickbeschichtung auftragen, Noppenfolie und die Drainagerohre dazu verlegen,wasserdurchlässiges Material verfüllen nur mit Schotter, von innen jetzt den alten Putz wegmachen und die fugen mit Trasszementmörtel neu verfugen



leider nicht möglich,



da eine betreffende Wand von außen durch einen Anbau überbaut ist und die Andere (im nur teilunterkellerten Haus) unter dem Haus liegt :-/

Aber trotzdem danke für den Tipp.
Ciao, Jörg



Ein neuer Versuch.



Also ein Anbau ist ohne Keller, dann eine Horizontale Bohrung durchführen ( auf die höhe der alten Bodenplatte wenn möglich ist zwei DN 100 Rohre Verlegen um Höhen unterschiedlicher ), DN 150 Strasil Drainage Rohr durchgeführt ( irgendwie versuchen oder die Firma die so welche arbeiten machen werden einen Weg finden ) auf der einen Ende einen Kontrollschacht anschließen zum säubern und auf dem anderen Ende Anschluss Kanalisation.




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