Altbaukeller

03.07.2019 Grantler



Guten Morgen,

1. Post und gleich eine Frage, eigentlich frech von mir :)

Wir wohnen in einem Altbaumehrfamilienhaus (BJ 1938 - 4 Parteien), Isolieren von Aussen ist nicht möglich und nicht finanzierbar (auch nicht sinnvoll meiner Meinung nach)

Das Haus ist aus normalen Zielgelsteinen gebaut, Kellerboden besteht aus gestampften Lehm den irgendein Vorbesitzer schon mal mit einer dünnen Betonschicht überzogen hat, die Kellerfenster sind alte Stahlgitterfenster.
Die Kellerwände sind zum Teil verputzt, mit welchem Verputz ist mir unbekannt. Dieser Putz platzt schon seit ich denken kann auf und es bilden sich Salzausblühungen. Ich muss dazu sagen, der/die Keller wurde(n) lange Zeit als Holzlager verwendet und waren komplett zugestellt mit Gerümpel.

Seit einiger Zeit (2 Jahre ca) versuche ich die Luftfeuchtigkeit im Keller mittels Zwangsbelüftung (2 Venilatoren) in den Griff zu kriegen. Also Winter fleissig Lüften und im Sommer in den frühen Morgenstunden, dann alles dicht zu machen. Da ich die Kellerfenster nicht unbedingt tauschen will (sind ganz praktisch zum Aushängen für die Ventilatoren) hab ich mir aus einer Styroporplatte und Hanfdämmung eine Art flexibler Wärmedämmung gebaut, mit der ich dann im Sommer zu mache.

Ich habe nicht vor den Keller bewohnbar zu machen, es soll ein reiner Lagerkeller bleiben.

Zu meiner Frage, ich will versuchen die Luftfeuchtigkeit auf ein halbwegs normales Maß zu senken.
Aus diesem Grund würde ich soweit möglich den Putz entfernen und mittels Kalkanstrich die Ziegel roh offen lassen, damit die Wand besser durchtrocknen kann.

Gibt es hier einen speziellen Anstrich den ihr empfehlen könnt oder reicht einfach aus dem Baumarkt Weisskalkhydrat?
Welche Tipps für eine Luftfeuchtigkeitsreduktion hättet ihr noch für mich?


Lieben Gruß
Grantler



Keller Luftfeuchtigkeit regulieren



Den Fußboden abdecken, damit von hier keine Feuchtigkeit eindringen kann.
Bei den Wänden ist die Frage ob Feuchtigkeit von außen eindringt oder durch Kondensat gebildet wird.
Bei korrekter Lüftung sollte kein Kondensat entstehen.

Entweder die Steine säubern, Fugen auskratzen, tragfähig Verputzen (Zementputz oder hydr. Kalkputz) und zb mit MB 2K o.ä. von innen abdichten.

In der Regel genügt Kalkputz bzw Kalkzementputz und statt Kalkfarbe besser Silikatfarbe verwenden, wobei der Putz auch ungestrichen bleiben kann.

Höhere Luftfeuchtigkeit im Keller ist unschädlich, außer höherwertige Nutzung ist geplant.



Altbaukeller



Danke für die Antwort. Als wäre es nicht sinnvoll den rohen Ziegel mit Weisskalkhydrat zu bestreichen und in Ruhe lassen? Wassereintritt habe ich keinen, es handelt sich eigentlich nur um Kondensat. Ich fürchte es dürfte Jahre dauern bis ich im Sommer die Luftfeuchte auf ein halbwegs normales Maß habe.

LG Grantler



Kellerfeuchtigkeit



Die Kalkfarbe dient ja nur der optischen Aufhellung und hat keinen entfeuchtenden Effekt- allerdings kann die nur bei trockenen Ziegeln trocknen/karbonatisieren.

Wenn die Feuchtigkeit primär durch Kondensat entsteht mußt du nur den Zutritt warmer Luft verhindern um Kondensat auszuschließen.
Alternativ den Keller erwärmen, was aber unpraktikabel ist.

Sonst gibts nur Entfeuchter, was aber bei permanet zu hoher Feuchtigkeit unpraktikabel ist und dauerhaft Stromkosten verursacht.



Altbaukeller



Morgen,

danke für die Antwort, also die Wände unverputzt lassen ist nicht so schlau wie das nun mitbekommen habe. Gehört nach dem der alte Putz entfernt und die Fugen ausgekratzt sind die Wand erstmal etwas getrocknet?

Eine Abdeckung des Lehmbodens würde wie aussehen? Die Raumhöhe ist ja relativ begrenzt (ca 2,10m) was den Bodenaufbau betrifft.

LG Grantler



Altbaukeller



Hallo,

hat jemand einen Tipp für mich wie der Aufbau aussehen soll?

LG



Zwangslüftung



habe ich auch gemacht, dies hat sogar schon einigen Erfolg gehabt. Der Hauptfeuchteeintrag kommt bei mir aber von den Wänden und vom Boden.
Mein größtes Problem war, dass bei mir ein Zement (Beton) Putz aufgebracht wurde, nach dem motto der alte war bröckelig dann kann das nur gut sein. Ergebnis war, dass ich Feuchtigkeit im Geschoß darüber bekommen habe. Also war mein erstes Ansinnen diese Sperrschicht (auf ihr lief das Wasser direkt runter) zu entfernen. Jetzt nach ca. 1/2 Jahr ist es deutlich trockener geworden. Also bitte keinen Zementputz verwenden.
Luftkalkputz mit Ziegelmehl als hydraulefaktor sind diffusionsoffen und dienen als Opferschicht für die diffundierenden Salze. Damit bleibt die Mauer darunter stabil.

Den Fussboden habe ich angefangen zu betonieren. Ich hatte hier nur unebene Ziegel und Kohlendreck. Hin und wieder stand Wasser im Keller (nach langen Regenfällen) und auf Beton lässt es sich besser rauskehren oder aufwischen. Dazu habe ich den Dreck ausgeschachtet (Achtung nicht tiefer als das Fundament) und dann 10-15 cm 8/16 Kies (Split wäre besser) eingefüllt. Darauf habe ich eine Folienabdichtung (besser verschweißte Dichtungsbahn) und darüber 6-10 cm Beton.
100 % Dicht ist das immer noch nicht, aber deutlch besser als vorher.