Lüftung Gewölbekeller

16.11.2011



Hallo!
Habe viel gelesen hier und das hat mich leider etwas verwirrt. :-)

Also, es handelt sich um einen Gewölbekeller mit Lehmboden und Ziegelwände.

An beiden Seiten des Kellers ist ein Luftschacht zur Straße hin das mit einem Gitter abgedeckt ist. Es ist also permanent Durchzug im Keller.

Da es dort Salzausblühungen gibt und im Erdgeschoss auch teilweise etwas Feuchtigkeit vorhanden ist, denke ich mal es liegt am Kondeswasser. Im Keller gibt es keine Fenster oder sowas, also sind die Luftschächte immer offen, egal ob Sommer oder Winter und das scheinbar schon immer. Ferner stand das EG bestimmt 10 Jahre komplett leer und wurde daher sicherlich nicht von der alten Dame geheizt und gelüftet wie es sich gehört.

Was genau mache ich denn jetzt? Setze ich da jeweils ein Fenster rein und lasse es den ganzen Winter über offen und im Sommer geschlossen? Wie genau läuft da die korrekte Lüftung?

Vielen Dank im Voraus!

Gruß

Micha



Entsalzung



eine Entsalzung des Mauerwerkes wäre neben einer geregelten Lüftung eine gute Maßnahme um den Feuchtegehalt abzusenken.
mfG



danke



vielen dank, allerdings wäre für mich der erste schritt die geregelte lüftung. haben sie da einen tipp zur richtigen variante?

mfg



Durchzug



Zum Thema Keller Lüften ist hier schon viel geschrieben wurden,grob gesagt ,lüften dann wenn die Luft ausserhalb kälter ist wie im Keller.Früher wurden die Öffnungen im Sommer geschlossen und im Winter geöffnet.
Im Einzelfall ist alles komplizierter...

Grüße Martin



hm...



....aber im Forum gab es auch Aussagen, dass es schlecht ist im Winter die Luken offen zu lassen weil das EG auskühlt und dann auch die kalte Luft von unten auf den wärmeren Boden von oben trifft?

Also im Keller dann nicht durchgehend offen lassen sondern alle paar Tage mal ne Stunde lüften oder gibt es Probleme wenn es da nicht permanent offen ist?

Es gibt zwar viele Einträge im Forum, aber auch extrem viele Widersprüche die dann in Diskussionen zweier Lager enden wo es am Ende dann persönlich wird und die eigentliche Frage noch immer nicht wirklich abschließend beantwortet wurde. :-)



Gefühl



Hallo Micha,

alles ein wenig mit Gefühl. In Zeiten mit niedrigen Außentemperaturen ist das Lüften ganz besonders wirksam, da die kalte Luft - die eben gerade wenig Feuchte enthält - beim "einströmen" an den Oberflächen erwärmt wird. Hierbei sinkt die relative Luftfeuchtigkeit, die Luft wird „trockener“ und gerade jetzt erst richtig aufnahmefähig für die abzutransportierende Feuchtigkeit. Die relative Luftfeuchtigkeit steigt nun wieder an, bis auf etwa 70%, dann ist die normale Aufnahme weitgehend erschöpft, ein erneutes Lüften ist nötig. Je kälter die Außentemperatur ist, um so effektiver erweist sich die Lüftung.

Wenn nun aber der Keller monatelang bei Minustemperaturen offen steht, frieren nicht nur die Wasserleitungen ein, sondern die Kellerdecke kühlt tatsächlich aus.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



vielen Dank!



Vielen Dank!
Also ist der erste Schritt mal Fenster einzubauen in die Luken und dann wie in den Wohnräumen ab und an mal Fenster auf und wieder schließen.

Frage mich echt, wie die Dame das die letzten Jahrzehnte gemacht hat???

VG

Michael



Kartoffelsack?



Bei einem anderen Fachwerkhaus habe ich mal gesehen, dass dort die Kellerlöcher mit Kartoffelsäcken zugestopft waren. Die Idee find ich gut und habs bei unserem Haus grade ausprobiert: Billige Kartoffel- oder Kaffeesäcke gibts im Online-Auktionshaus, die mit trockenem Sand gefüllt in die Löcher gestopft - klappte gut. Ich hoffe dass der Keller damit nicht so kalt wird, dass die Wasseruhr einfriert...



Gewölbekeller



Kondensfeuchtikeit spielt eine unwesentliche Rolle. Sie steigt kapillar auf im Mauerwerk.



"Kondensfeuchtikeit spielt eine unwesentliche Rolle"???



Nun bin ich doch sehr erstaunt. "Kondensfeuchtikeit [sic!] spielt eine unwesentliche Rolle"?

Abgesehen von dem was ich vor vielen Jahren in Physik gelernt habe, sagt auch der "Praxistest" etwas ganz anderes. Zumindest im Sommer ist durch das offene Kellerloch so viel warme feuchte Luft in unseren Gewölbekeller gekommen, dass es heftig von der Decke getropft hat.

Können Sie Ihre Aussage daher bitte mal genauer erläutern?





Wenn das einzige Werkzeug, das Du besitzt, ein Hammer ist, dann bist Du geneigt, jedes Problem als Nagel anzusehen.

Wenn das einzige zur Verfügung stehende Werkzeug eine Mauersäge ist, so wird die Schadensdiagnose immer kapillarem Ursprunges sein und die Schadensbehebung immer immer auf dieses Gerät hinführen. Die Diagnose "Kondensatausfall" würde nicht zum Geschäftsabschluss führen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



aber....



Dieses Thema beschäftigt ja viele Betroffene und es herrscht auch immer eine gewisse Uneinigkeit bei der Ursache und der Behebung. :-)

Jetzt mal für Laien: Wenn das Feuchtigkeitsproblem bei einem alten Haus (Bj. 1900) besteht, dann wird die ja wahrscheinlich nicht erst seit gestern vorhanden sein. Also wenn da schon seit über 100 Jahren Feuchtigkeit ist, macht die dann überhaupt etwas aus außer das es problematisch ist mit tapezieren usw.?

Wenn man jemanden kommen lässt der die Ursache für die Feuchtigkeit finden soll, was kostet sowas ca. und kann man überhaupt sicher sagen aus welchem Grund die Wände im Sockelbereich feucht sind?

Beste Grüße

Michael



feuchter Keller



Hallo Michael,
das kommt drauf an. Auf die Umstände, die Person...
Etwas Hintergrundwissen dazu können Sie auf meiner Homepage unter Tipps und Infos erfahren. Da steht etwas zu feuchten Kellern, zu den Mechanismen in einer feuchten Wand und etwas über richtige und falsche Experten im Beitrag zur Baustellenetikette.

Viele Grüße