Basalthaus Keller nass, Außenwand innen im EG nass

03.01.2010



Wie besitzen seit 7 Monaten ein wunderschönes altes, kleines Bauernhaus(ca.90qm) mit kleiner Scheune (ca.60qm) aus dem Jahr 1870. Wir sind sehr glücklich mit unserem Häuschen und es ist wirklich gut in Schuss - wir haben aber ein kleines Feuchtigkeitsproblem.
Zur Erklärung: Die Außenwände des Hauses sind (abgesehen von der kleinen Dachaufstockung) aus Basalt und jeweils zwischen 50 bis 60cm dick. Der Keller ist extrem feucht, beherbergt aber verschiedene Anschlüsse (Gas, Wasser, Telekom...). Die Telefonbox haben wir bereits erneuern lassen, da Telefonieren kaum noch möglich war - Beim Öffnen der Box flossen uns dann die Drähte samt Rostschlamm entgegen. Der kleine Keller ist nach außen hin durch zwei Kellerfenster/Löcher offen. Diese befinden sich beide auf der Vorderseite des Hauses. Also eine große "Anpassung der Lüftung und Steuerung der Luftzirkulation" ist nicht möglich. Er hat Lehmboden bzw. Erdreich. Wir sahen auch schon 3 Pilze auf diesem Boden wachsen... Zur Seite oder nach hinten ist keine Öffnung/Lüftung möglich, da der Keller nur unterhalb des Esszimmers liegt.
Küche und Eingangsbereich sind nicht unterkellert. Man erreicht den Keller über eine Luke (und Holztreppe.), die unterhalb der Wohnhaustreppe liegt und immer zugeklappt ist. Dass der Keller feucht ist, spielt für uns nicht wirklich eine Rolle. Wir wußten worauf wir uns einlassen und dass man in diesem Keller eben höchstens mal eine Flasche Wein lagern kann. Das Problem ist aber, dass wir im EG an der Wand über der Luke und im Eingangsbereich Feuchtigkeit (Salpeter?) haben. Der Mineralputz über der Luke zeigt weißen Belag, der auch nach Entfernung nach einiger Zeit wieder auftritt - der Putz brökelt aber (noch?)nicht wirklich ab. Beim Lehmputz im Eingangsbereich ist die oberste Schicht bereits abgebrökelt. Daher haben wir ihn vom Boden aus ca. 40 cm bis auf die untere Lehmschicht abgeschabt. Zuerst dachten wir das reicht, aber nun bildet sich auch hier weißer Belag (Salpeter?). Dieser Teil ist nicht unterkellert, sonden grenzt nur an die Luke/den Keller.

Wir können bisher keinen Schimmel entdecken (nirgends im Haus) oder ist dieser weiße "Auswurf" doch Schimmel. Das wäre allerding tragisch... Es riecht aber nicht.

Wir haben von vielen, vielen, vielen Menschen gehört, dass wir lieber weniger als mehr machen sollen. Das "Ökosystem" dieses Hauses funktioniert seit 1870 und wir sollen uns hüten, irgendwelche Schimmelkatastrophen zu provozieren.

Was meinen die Experten oder erfahrenen Laien? Was können wir tun, ohne es zu verschlimmern?

Für den ein oder anderen Rat wären wir sehr dankbar.
Liebe Grüße,
CHristinE



Diese



Keller sind nichts ungewöhnliches. Aber meist haben Sie ein Entwässerungssystem über eine alte Steinzeugschleuse. Ist das vorhanden (noch) und funktioniert es ?
Sehen die weißen Flecken wie folgt aus:http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/image/a/showPicture/20208$.cfm





Die weiße Belag sind wohl aus kristallisierende Salze. Das ist in so Fern normal, das es dort passiert wo die Feuchtigkeit soweit abtrocknet das die Salze nicht mehr genügend Feuchtigkeit haben um in Lösung zu bleiben. Wenn das stört, solltet ihr über den nachträglichen Einbau einer Horizonttalsperre nachdenken. Diese würde verhindern, das die Feuchte mit den gelösten Salzen aus dem extrem nassen Keller in die Wohnebene kommt. Auch sollte über eine Optimierung der Belüftung des Kellers nachgedacht werden.
Hier sollte ihnen ein Fachmann vor Ort entsprechende Ratschläge geben und vor eventuellen Fehlinvestitionen warnen.



Keller richtig lüften



Hallo, ChristinE,
es ist dazu im Forum schon viel geschrieben worden. Ich kann aber jetzt nicht nochmals die gesamten physikalischen Abläufe darlegen. Bitte mal selbst suchen nach "richtig Lüften im Keller".
Auf dem ersten Blick scheint das nicht logisch, hängt aber mit der unterschiedlichen Wasserdampfaufnahme der Luft zusammen. Hilfreich ist es, jetzt bei Frost s t ä n d i g zu lüften, im Sommer aber die Fensterluken geschlossen zu halten. Dann wird das Haus insgesamt trockener, weil die Feuchtigkeit dann von der Luft besser aufgenommen wird.
Wenn aber irgendwo Grundwasser direkt in Euren Keller gedrückt wird, dann wird das auch nur wenig helfen.

Ich denke auch, daß es eher Salpeter ist und kein Schimmel.
Die geringste Mühe ist, diese Salze immer wieder vorsichtig abzukehren und zu entsorgen, vielleicht über die Mülltonne.
Wenn Wasser nicht mehr an Wänden und Putzen aufsteigen kann, dann bildet sich auch kein Salpeter mehr.

Versucht es erst einmal mit: Richtig Lüften im Keller.

Gutes Gelingen wünscht D.Fr.



Ob dies Salpeter ist?



Es werden im Volksmunde einfach alle Salze als Salpeter bezeichnet.
Es ist jedoch eher ein anderes Salz.
Es ist jedoch nicht so entscheidend welches Salz, sondern wie oder was zu tun ist.
Dazu noch Fragen wie z.B.:
wie ist die Nutzung geplant?
welche Temperaturen sind gewünscht usw.?
Eine Horizontalsperre ist sicher nicht erforderlich!
Hat dieser Stein doch so gut wie keine Saugfähigkeit.
Was jedoch sein wird ist, dass die Temperatur der Wände doch relativ niedrig ist und dann kommt es bei einem Luftwechsel sehr oft zu Tauwasserbildung und somit zu den Feuchteschäden.
Also wären Bilder vom Keller aber auch vom EG sehr hilfreich.



Über den Kellerrand hinweg schauen



Nasse Keller können durch die Optimierung der Randbedingungen meist in einen akzeptablen Zustand versetzt werden. Dazu gehören z.B. Beobachten des Ablaufen von Oberflächenwasser am Gebäude (Hangwasser, Bodenniveau mit Gefälle zum Gebäude etc.), Feuchtigkeitseinträge über die Kellerfensterschächte, eventuelle defekte Standrohre der Dachentwässerung Geschädigte Fugen der Kellerwände an der Außenseite, einwachsendes Wurzelwerk usw. Das dauerlüften in den Wintermonaten sorgt zwar für eine geringere Luftfeuchtigkeit im Keller, führt aber auch zu einem auskühlen der Wände. Daraus kann eine Kondenswasserproblematik im Sockelbereich der angrenzenden Wände im Erdgeschoss enstehen (wie es sich hier scheinbar im Bereich der Kellerluke, konvektionsbedingt, zeigt. Die hier ausblühenden Salze können sich als Folge ihrer hygroskopizität zu einem Selbstläufer entwickeln. Ein klatschnasser Keller sollte ersteinmal durch Dauerlüftung auch im Sommer, denn einaufgewärmter Keller führt auch zu einer verstärkten Verdunstung und somit, selbst unter Berücksichtigung der hier eingetragenen Luftfeuchtigkeit, zu einem deutlichen Trocknungsprozeß. Danach sollte jedoch auf eine kontrollierte Lüftung zurückgegriffen werden. Hat man keine Zeit regelmäßig die Klimaparameter zu studieren und dementsprechend mehrmals täglich den Keller zu lüften, kann man auch einen feuchtigkeitskontrollierten Lüftermotor einbauen, der dann die Lüftung ingang setzt wenn die Klimaparameter innen und außen es erlauben.

Also, äußere Wassereinträge vermindern, ein Jahr durchlüften, ggf. Bodenluke zur Querlüftung öffnen, danach kontrolliert lüften, Schadsalze im EG aber auch im Keller regelmäßig abbürsten und entsorgen. Ist der Keller dann trockener, die versalzenen Putzbereich im EG entfernen und neu aufputzen.



Danke!



Liebe Forumsmitglieder,

herzlichen Dank für die zahlreichen Einträge.
Ich bin überwältigt!

Ich werde morgen in Ruhe und detailliert Antwort geben.
Bis morgen,
vielen Dank!
Christine



Danke und Antwort auf die EInträge



Hallo, Zusammen!

Erstmal nochmals meinen herzlichen Dank an alle!

Nun zu den Einträgen:
Fotos können wir leider dezeit nicht anbieten, denn unsere Digitalkamera ist defekt. Aber unser Problem sieht nicht wie in den Bildern vom Link (v. Olaf aus Sachsen) aus. Eher wie ein leichter weißer Pelz, der "blüht". Auch sind die Stellen viel, viel kleiner (zum Glück ;-)).

Wir werden uns an die Ratschläge halten (bzw. zum Teil haben wir dies aus Instinkt schon ähnlich gemacht) und mal schauen, was die Wand im nächsten Herbst "sagt". Wir überlegen, ggf. nächstes Jahr dann Fenster in die Kellerluken zu setzen - so wäre das Lüften besser zu steuern.

Die Steinzeugschleuse (v. Olaf aus Sachsen) haben wir noch nicht entdeckt. Entweder sie war nie da oder ist vielleicht verschüttet? Ich werde (wenn es wieder über Null ist) nochmal auf die Suche gehen und etwas "graben".

Ansonsten werden wir weiterhin lüften, lüften, lüften und nicht in Panik verfallen. Dank der zahlreichen Antworten sind wir nämlich sehr beruhigt.

Vielen Dank,
Christine



äh,



du brauchst nur innen suchen - also wetterunabhängig, außen wirst du keine Chance haben, es sei denn, es gibt ein Schleusensystem mit Zwischenschächten.



hey



Olaf,

Es gibt ein Schleusensystem, nämlich die Mauerfugen. Ist außen z.B. ein Fallrohr defekt, setht dauernd Wasser am Haus etc. und werden Wandbereiche dort eine längere Zeit bewässert wird es auch innen nass. Sind Fugen stark geschädigt kann man manchmal in Kellern auch beobachten wie Wasser dürch die Wände drückt.



retur



Olaf habe ich falsch verstanden sorry. immer schön weitersuchen (innen)



zu Äh von Olaf aus Sachsen



Lieber Olaf,

ja! Ich weiß, dass ich nur Innen suchen muss ;-)
Aber bei derzeit ca. minus 8-12 Grad möchte ich ungern im Keller nach alten Steinzeugschleusen suchen und im Schutt wühlen - in unserem Keller ist es nämlich nicht wesentlich wärmer als draußen. Sobald das Thermometer wieder über Null ist, mache ich mich auf die Suche. Trotzdem nochmal Danke für den Hinweis. Das ist sehr nett.

Liebe Grüße,
Christine



P.S.:



P.S.: Aber ehrlich gesagt bin ich sehr neugierig, denn ich wußte von diesen Schleusen vorher nicht wirklich etwas. Vielleicht treibt mich die Neugierde ja dann doch schon bei "nur" minus 2-4 Grad in den Keller ;-)
Man muss ja auch nicht so ein Weichei sein...





Wohlmöglich noch heute Nacht



Hm Flaum?



Sieht der vielleicht so aus?



Oder so?



[pubimg 20305]



Ja, so ähnlich



Hallo, Zusammen!

Also, ich würde sagen das Foto von Herrn Th.Kehle kommt dem schon sehr nahe. Nur, dass es bei uns nicht soviel ist.

Liebe Grüße,
Christine



2. Bild



Nochmal ich...

Das zweite Foto (von Oliver Struve) sieht zum Glück komplett anders aus, als unser Wand-Problem.

Was um Himmelswillen ist das? Schnee im Keller oder eine Schimmelpilzinvasion?

Aber witzigerweise (oder tragischerweise...?) sieht der weiße Belag auf diesem Bild genauso aus, wie die toten Kadaver unserer Kellerspinnen!
In unserem Keller hängen 2 - 3 tote Spinnen und diese haben genau diesen Flaum. Ist das ein Pilz?

Liebe Grüße,
Christine



Das Bild 133337 zeigt Echten Hausschwamm!



Hier müsste schon sehr viel organisches Material (z.B. Holz) dabei sein.



Stehe auf der Leitung



Welches Bild ist Bild 133337?
Ich stehe etwas auf der Leitung...
Gehe aber davon aus, dass Bild 133337 die "weiße Katastrophe" vom Bild des Herrn Oliver Struve ist.
Dann haben unsere Keller-Kadaver-Spinnen Hausschwamm...

LG



Also...



...Echter Hauschwamm ist das auf meinem Bild nicht.
Wer es errät kriegt ne Kiste Bier frei Haus.



Kann natürlich auch ein anderer Schwamm sein...



...ich wollte damit nur den Unterschied erklären.
Salz zu Myzel.



übrigens...



Hallo, zusammen!

Herr Welp hat im Forum einen Eintrag verfaßt, dem auch ein Foto beigefügt wurde: Forumeintrag-Eintrag

---Forenreferenz-----------
Mauern aus Natursteinen und Erde / Ausblühungen -
Moin, moin! (wie der Wahl-Oldenburger in Italien so sagt)

Mir stellt sich folgende Problematik bei der ich um Mithilfe bei der Lösung bitte:

Ich möchte eine Wohnung in einem italienischen Altstadthaus, welches ca. 200- 250 Jahre alt sein dürfte, sanieren. Die örtlichen Handwerker sind da natürlich auch willens gegen ein fürstliches Salär weiterzuhelfen, leider jedoch ohne Erfolg.

Es handelt sich um eine Art Erdgeschoss/Souterrain-Wohnung. Betritt man die Wohnung, so ist das Fußbodenniveau ca. 50 cm unterhalb des außenliegenden Vorplatzes. Allerdings steht das Haus am Rande eines Hügels, so daß auf der anderen Seite der Wohnung das "ebenerdige Fußbodenniveau" in einer Dachterrasse mündet, welche ca. 3,5 Meter über der dortigen Straße liegt.
Die Wände sind teilweise bis zu 2 Meter dick und aus Natursteinen und Erde aufgebaut. Teilweise (s. Foto) gibt es aber auch zugemauerte Nischen. Zwei große Zimmer sind z.Zt. noch mit dem alten Putz (sehr weicher stark sandender Putz) bestückt.
In einem anderem Zimmer hatte ich nun im letzten Jahr den Putz abgeschlagen, da er zum einen stark sandend war aber aber auch Ausblühungen zeigte. Darauf wurde von einem örtlichen Handwerker ein Kalk-Zement-Putz aufgetragen. Darauf sollte ein reiner Kalkputz aufgetragen werden. Wie ich mit meinen inzwischen besseren Italienisch-Kenntnissen herausgefunden habe, handelte es sich aber doch um einen Gipsputz (Gesso Scagliola) Nach nun 1,5 Jahren (die ich nicht vor Ort war) treten noch immer starke Ausblühungen aus. Wenn ich sie abfege, sind bereits nach 1 Woche wieder ca 1 cm "nachgewachsen".

Die Wohnung kann nicht beheizt werden und die Luftfeuchtigkeit
ist hier in Apulien meist so um die 80%. Nichtsdestotrotz herrscht in der Wohnung ein angenehmes Raumklima und die Temperatur sinkt nicht unter 15 Grad.

Ich vermute nun, daß in den Erdwänden soviel Feuchtigkeit ist, daß sie in die Wohnung "wandert" und dabei diverse Salze mit hinaustransportiert. Woher die Feuchtigkeit kommt bleibt mir ein Rätsel, da neben und über den betreffenden Wänden eine homogene Bebauung vorliegt, durch welche meines Erachtens kein Regentropfen in die entsprechenden Bereiche vordringen kann. Eine "Kapillarwirkung" scheint mir aufgrund der Lage auf einem Hügel doch auch recht unwahrscheinlich.

So nun kommt endlich meine Frage:
Wer hat eine gute Lösung, um die Ausblühungen zu stoppen?

Mein italienischer Nachbar hat EPS-Platten (wie Jackodur / Styrodur) von innen vor die Wand gesetzt und diese dann verputzt. Allerdings ist dieses auch erst 1 Monat her, so daß der Erfolg oder das Desaster noch abzuwarten bleibt.

Die zweite Innenmauer wäre vielleicht eine Lösung, doch was ist wenn die Feuchtigkeit auch in diese eindringt - zudem geht so viel Raum verloren.

Was ist in Bezug auf die Feuchtigkeit zu der EPS-Platten-Lösung zu sagen (vom Gefühl/den Materialien her sagt sie mir nicht zu) aber bei 2 Meter dicken Wänden brauche ich mir wahrscheinlich keine Sorgen zu machen, dass die Wand Schaden nimmt!? oder doch?

Vielen Dank für konstruktive Beiträge

Peter Welp mehr ...
----------------------------------


| | Region: Apulien

Die auf dem Bild zu sehenden Ausblühungen sehen schon sehr (!) so aus, wie unser Wandproblem. Nur, dass bei uns die Fläche viel geringer ist.

Liebe Grüße,
Christine

P.S.: Zum Ratespiel ... Keine Ahnung, was das auf dem Foto von Oliver Struve zeigt. Aber es sieht auf jeden Fall sehr bedrohlich aus!



Gute Nachrichten vom Gutachter



Hallo, Zusammen!

Gute Nachrichten: Der Gutachter war da!
Ja, es sind Salzkristalle - und es kann sehr gut Abhilfe geschaffen werden.

Also, alles bestens!

Nochmal herzlichen Dank -
es grüßt eine sehr glückliche
Christine





Was hat Ihnen der Gutachter denn zur Abhilfe geraten?



Gutachter sagt...



Hallo, zusammen!

Ich berichte gerne:
Also, der Gutachter sagt (Kurzfassung ohne Gewähr!):

An unserer seitlichen Außenwand stehen im unteren Bereich Steine vor. Das dort wachsende Moos und kleine Pflanzen zeigen deutlich, dass dort Wasser stehen bleibt und sich so die Feuchtigkeit der Wand noch erhöht. Am sinnvollsten und einfachsten wäre es - als erste Maßnahme - außen einen Sockel anzulegen. Dazu werden die unteren Steine begradigt/leicht abgeschlagen, die Aussenwand ca. 50 cm ausgehoben, die gesamte Wand gut gesäubert, der Sockel mit 2 x 2cm aufgeputzt/gestaltet (mit schrägem Sockeloberrand, damit das Wasser abläuft). Der Sockel wird dann weiter in die Erde gezogen, in diesem "unterirdischen Teil" eine Feuchtigkeitssperre aufgeputzt. Erdreich und oberer Split wieder aufgetragen - fertig. Er hat uns das im Detail erklärt, sogar aufgemalt - so dass wir das gut selbst erledigen können.

Im Innenraum empfiehlt er zusätzlich an den betroffenen Stellen einen Sanierputz, der die Salzkristalle aufnimmt. Da die Stellen/Wandflächen überschaubar sind, ist das preislich gut (und selbst) machbar. Vorher muss natürlich alles runter von der Wand.

Ganz klar (aber nochmal vom Gutachter betont): Man sollte in solchen Häusern nur mineralische/natürliche Materialien/Putze verwenden, so dass die Feuchtigkeit gut austreten kann. Auch empfiehlt es sich keine Tapeten zu verwenden, sondern nur Putz. Aber das hatten wir sowieso alles schon so gemacht - aus natürlichem Instinkt sozusagen.

Unser Keller ist zusätzlich ja sehr nass und daher wird
er nun mit dem richtigen "Lüftungsrhytmus" etwas trocken gelegt. Auch sollte alles Material raus (gelagerte Styroporplatten etc., morsche Holztreppe raus und durch Metalltreppe ersetzen, etc.), Boden von Dreck und Schutt befreien, Boden gerade ziehen, leichten Splituntergrund auftragen, Platten als "Weg" locker auflegen. So kann der Erdboden "atmen", aber trotzem ist der Keller sauber und begehbar. Wir haben eh nur Leitungen dort, also paßt das perfekt.

Wir haben uns natürlich sehr gefreut, dass der Gutachter unser Haus als in einem sehr guten Zustand bewertete. Wir haben keinen Schimmel, Schädlinge oder sonst irgendwas - alles gut! Diese Beruhigung ist uns das Geld wirklich wert gewesen!

Noch ein Tipp: Wer einen wirklich guten Gutachter/Sachverständigen sucht, sollte sich an http://www.dhbv.de/ wenden. Wer dort nicht sofort das passende findet (wir wollten eine Person ohne Anbindung an eine Sanierungsfirma oder ähnliches), der kann sich vetrauensvoll an den Fachbereichsleiter "Sachverständige" wenden. Er gibt dann weitere Empfehlungen für gute Sachverständige. Also, wir waren sehr zufrieden und wurden umfassend beraten. Unser Sachverständiger war wirklich jeden Cent wert.

Ich hoffe meine Erklärungen waren einigermaßen verständlich!
Liebe Grüße,
Christine





Na das hört sich doch gut an.
Wozu allerdings der Sanierputz sein soll verstehe ich nicht ganz.
Wenn es nur darum geht den Keller halbwegs sauber zu haben reicht ein Kalkanstrich bestens aus. So ganz einfach ist die Verarbeitung von Sanierputz auch nicht.
Wenn, wie in Ihrem Fall der Feuchtetransport nicht gänzlich verhindert wird, kann man bei entsprechender Nutzung und Lüftung durch aus so machen, dann werden immer wieder Salze im Sanierputz eingelagert bis das Porenvolumen gefüllt ist. Dann fällt alles wieder ab und geht von neuem los.
Ich würde den Putz hier weg lassen, die Fugen mit Kalkmörtel verschließen und die Flächen mit Sumpfkalk streichen..

Grüße aus Schönebeck



Herr Struve



hat das mit dem Sanierputz sehr gut erklärt und erläutert.
Zusätzlich möchte ich noch anfügen, dass es durchaus auch möglich ist, die Salze dauerhaft aus den Wänden zu entfernen und neuen Eintrag zu verhindern! Denn wenn Sie die Salze, und damit auch die Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk herausbekommen und heraushalten, werden Sie auch Ruhe vor solchen Schäden haben.





Anders herum Herr Hoppe,

wenn das Mauerwerk trocken ist haben die Salze nicht genug Feuchtigkeit um in Lösung zu bleiben. Sie kristallisieren im Mauerwerk aus und gut.
Über eine Trockenlegung erfolgt keine Entsalzung von Mauern.


Grüße aus Schönebeck



Herr Struve,



es ist richtig, das über eine Mauerentfeuchtung keine Mauerentsalzung erfolgt(so hatte ich es auch gemeint). Aber vergessen Sie bitte nicht die hygroskopische Feuchte, wenn die Salze in der Wand verbleiben. Egal ob in Lösung oder nicht. Nur mit abkehren ist es da vermutlich nicht getan.





Herr Hoppe,

Um Hygroskopische Feuchte zu analysieren bedarf es einer Salz Bestimmung,
hygrisch gehen nur Nitrate ab ca. 50% rel. LF in Lösung, alle anderen brauchen Feuchten ab 70%

Sieh Foto, alter Kuhstall.
[pubimg 19371]

Grüße aus Schönebeck



Wieder richtig



Herr Struve. Jetzt bleibt nur noch die Frage zu klären wie hoch die Luftfeuchte und Salzbelastung in o.g. Keller im Durchschnitt ist.
Nach dem lesen der Frage von Christine vermute ich, dass die LF im Keller sehr hoch ist.
Wenn das so ist, weiß Christine nun auch was zu tun ist.



Missverständnis



Hallo, die Herren!

Um das jetzt mal aufzuklären:
Der Sanierputz soll NICHT in den Keller! Da hätte er - wie Herr Struve richtig bemerkt - auch wenig Sinn. Der Sanierputz soll auf die Innenwand im Eßzimmer. Dort finden sich ja in einem begrenzten Gebiet die Salzausblühungen. Nachdem also die Außenwand mit Sockel versehen wurde, wird die Innenwand mit Sanierputz versehen.

Liebe Grüße,
Christine



P.S.



Hat eigentlich schon jemand den Kasten Bier gewonnen?





Hallo,
Der Kasten steht noch aus.
Der Pilz ist übrigens nicht so gefährlich wie er aussieht, ganz im Gegenteil.

Grüße aus Schönebeck



Im Esszimmer würde ich



Luftkalkmörtel anstatt Sanierputz vorziehen, die Eigenschaften des Luftkalkmörtels snd nahezu gleich.
Streichen kann man mit Sumpfkalk.

Grüsse Thomas