Sandsteinkeller mit Lehm abdichten

17.03.2005


Hallo miteinander,

wir haben ein Altes Siedlungshaus von 1928 gekauft und bauen dieses gerade um.

Im Keller ist eine Wand massiv feucht (bei Starkem Regen kommt sogar Wasser aus den fugen). Es handelt sich um einen Keller aus Bruchsandstein mit einer Wanddicke von 50-60cm. Der ragt ca 80cm aus dem Boden.

Die Feuchtigkeit stammt mit ziemlicher Sicherheit von einer defekten Regengrundleitung die ungafähr einen meter von der Wand wegliegt. Zu allem Unglück wurde vor langer zeit für die Elektroeinführung ein Loch von ca 40x40cm!!! in die Wand gebrochen welches garnicht bzw. nur sehr Mangelhaft geschlossen ist.

Da wir also außen ohnehinn aufgraben müssen um die Grundleitung zu erneuern wollen wir die Wand mit einer Stampflehmschicht abdichten. Hat jemand damit schon Erfahrungen gemacht:

-wie "dicht" und dauerhaft das ist?
-Welche Stärke soll die Lehmschicht haben?
-Welchen Lehm nimmt mann dafür und wo bekommt man Ihn?
-Davor nochmal eine Drainage oder nicht?

Oder gibt es andere Vorschläge wie das Abzudichten ist? Dick und Dicht auf irgendeinem Putz funktioniet glaube ich nicht weil putz auf Sandstein nicht so gut hält oder?

Wir sind Handwerklich begabt und machen das meiste selbst. Die Abdichtung soll auch nicht so viel kosten weil das Gesamtbudget für den Umbau nicht so doll ist. Andererseits solls auch was für "immer" sein weil wir die Wand nicht zweimal freigraben wollen ;-)

Achso der raum um den es sich hauptsächlich dreht ist der Heizraum. Im daneben liegenden Raum in dem noch ca. 2m Wand betroffen sind soll eine kleine Werkstatt eingerichtet werden. Die trockenen teile der Werkstattwand haben wir schon mit Trass-Kalkputz verputzt (Empfehlung eines Sanierungserfahrenen Malers). Die Restwand der Werkstatt soll auch noch so verptutzt werden, die Heizraumwand soll unverputzt bleiben.

Vielen Dank für Eure Hilfe im Voraus.

Gruß Steffen

P.S. Ich bin zwar Bauleiter im Gewerbebau aber für sowas fehlt mir das Wissen und die Erfahrung :-)



Hallo



Also ich würde Luftkalkmörtel nehmen.habe damit selber mein feuchtes Kellergewölbe in den Griff bekommen.
weitere Infos zuh Thema Luftkalkmörtel auf meiner Homepage.
Berate Sie aber auch gerne Tel.0174/1466995

Gruß Peter Schneider





Hallo
setzen Sie sich doch mal mit der Fa. Dernbach in Verbindung,
Hersteller von Tonabdichtungen.
Heinrich Dernbach
Meißelstr. 29
45476 Mühlheim/Ruhr
Tel.:0208/4002-79
MfG
Wolfgang Masching



Dernoton



Die Empfehlung von Wolfgang Masching möchte ich unterstützen. Wir haben schon erfolgreich mit Dernoton gearbeitet. Das Prinzip der Tonabdichtung wurde bei uns auch traditionell angewendet. Dernoton ist so eingestellt, daß es beim Austrocknen keine Risse bildet. Das Material, insbesondere auch der Transport, ist nicht ganz billig, läßt sich aber in Eigenleistung gut verarbeiten.

Rudolph Koehler



Danke für die schnellen Antworten



Herr Köhler,

können sie mir eine ungefäre Preisvorstellung für das Material nennen? Mir ist klar des es regionale Preisunterschiede und Unterschiede in den Lieferkosten gibt. Aber eine ungefäre Richtung für dem Quadratmeterpreis wäre hilfreich für weitere Überlegungen.

Weiss jemand ob mann dafür auch normalen Lehm nehmen kann, im Erdreich dürfte ja die Gefahr der Rissbildung durch Austrocknen nicht so groß sein?

Danke für weitere Antworten!

Gruß Steffen.



Abdichtung am Keller



Hallo
mE. ist es wichtig, dass ein Keller Luft bekommt - von innen und von aussen.
Dichtmaterialien - ob schwarz, ob braun sind immer etwas problematisch!
Man sollte das Wasser gar nicht in die Nähe kommen lassen, und um den Keller Kalkschotterpackungen, "Drainsysteme, die funktionieren"
Und bei Grundwasser an der Kelleraussenwand ………???!!

Wenn die Grundleitungen intakt sind, un dalles andere in Ordnung ist kann man immer noch Überlegungen anstellen!

Das ganze Gebäude als System erkennen und behandeln - und sich systematisch Gedanken machen - nicht so, wie anscheinend heutzutage üblich - mal hier was und mal da was .... (so internetmässig)

Untersuchen! Ein Konzept! Dann Handeln!

Mein Motto und meine Grüsse

Florian Kurz



Dernoton



... am besten Herrn Dernbach direkt anrufen (Tel. siehe oben) und konkrete Preise anfragen. Herr Dernbach berät freundlich und umfassend zu seinem Produkt.

...das Argument von Herrn Kurz "Luft an die Kellerwand" ist ein wenig luftig, wenn es drückendes Wasser gibt.

Rudolph Koehler



Luft und Wasser



Hallo
Wenn drückendes Wasser an die Kellerwand gibt - und das von der beschriebenen "defekten Grundleitung" kommt, dann wäre die Dernotonabdichtung m.E. wie mit Kanonen auf Spatzen schiessen.
Mein Grundsatz: "erst die Ursache herausfinden und dann die Maßnahmen ergreifen" - auch wenn es luftig ist! und auch wenn man aus der Ferne es nicht so gut ersehen kann
Grüsse aus Nürnberg

Florian Kurz



Gemach gemach



drückendes Wasser ist ja nicht mehr wenn die Grundleitung repariert ist, aber ganz ohne Abdichtung nur mit Schotterpackung davor würde ich mich nicht wohl fühlen.

Ich werde Herrn Dernbach am Montag anrufen.

Trotzdem nochmal, weiss jemand ob man das auch mit normalem Lehm machen kann, wenn ja wie und welcher Lehm und woher bekommen?

Danke nochmals!



keller mit oder ohne



Hallo
das Haus hat seit 1928 ohne Lehm- und sontiger Abdichtung - und mit intakter Grundleitung gelebt - und jetzt, wenn das eine repariert ist, soll es doch auch ohne gehen??!!
Mein Gefühl sagt ja auch, dass es sinnvoll sein könnte - aber eben nur könnte - und wenn, wie auch geschrieben, der Kalkputz (aussen und innen im Keller) und Reparatur der Grundleitung und kapillarbrechende Kalkschotterschicht nicht helfen - kann es dann "Dernoton"???
Ich will es nicht schlecht reden - weit gefehlt (lieber "braun" statt "schwarz" - aber doch bitte nur wenn es unbedingt sein muss!!!
Grüsse aus Franken
Florian Kurz



Lehm oder Ton



Guten Abend,

normaler Lehm hat keine ausreichende Quellfähigkeit bzw. schwindet bei Austrocknung zu stark. Im Deponiebau sind Tondichtungen Stand der Technik. Leider aber nur da, so daß ich fürs Bauwesen die Empfehlung nicht geben darf. Für mich selber würde ich es machen.



Alles klar



danke Herr Beckmann, das war die entscheidende Antwort. Dann werde ich mal auf das Angebot von Herrn Dernbach warten.

Danke auch nochmal allen anderen für die Antworten



Antworten nach meiner Meinung nicht so passend



Hallo Steffen,
ich habe gerade selber einen Keller aus Grantisteinen mit Bruchsandstein gemischt trocken gelegt. Hier meine Vorgehensweise:

Ich habe bei allen Wänden die Feuchtigkeit messen lassen und als Ergebnis kam heraus das die Innenwände eine Feuchtigkeit von 20 - 30% haben (gilt somit als trocken) und die Aussenwände hatten eine Feuchtigkeit von 70-80%. Diese Angaben sind je nach Messgerät natürlich unter- schiedlich. Für mich war es aber somit klar, dass ich keine neue Horizontalsperre im unteren Bereich der Mauer benötige (in dem Keller ist ein Horz-Sperre in Augenhöhe). Ziel der Aktion war es auch die Wände trocken zu bekommen und den Keller als Lagerraum nutzen zu können. Ich wollte auf jeden Fall keine Wohnräume daraus machen.
Ich habe den Keller von Aussen aufgegraben und den Putz von den Wänden abgeschlagen. Der Putz war in einem sehr schlechten Zustand und auch nicht nötig, da auf Granitsteinen kein Putz hält. Weiterhin habe ich die Fugen bis auf eine Tiefe von ca. 5 cm (grenzwertig) ausgekratzt/ausgestemmt. Die Fugen habe ich mit "normalen" Speis (Mischung von 3 zu 1) neu ausgeschmiert und nicht verputzt. Achtung, der Sand darf kein mineralischer Sand sein, also ganz Normalen. Nach einer entsprechenden Trocknungszeit habe ich die Wand mit etwa einer 3 bis 5 mm starken Bitumenschicht (im 30 Liter Eimer beim Praktiker) überzogen und diese auch 3 bis 4 Tage trocknen lassen (Voranstrich nicht vergessen). Als doppelte Absicherung habe ich noch eine Noppenfolie (auch vom Praktiker) für Kellerwände davor gestellt, damit die Bitumenschicht nicht durch Steine kaputt gemacht wird.
Alles im allen habe ich alles selber gemacht und für zwei Wände mit einer Oberfläche von 28 m² 6 Eimer a 45EUR Bitumenmasse, Voranstrich für 20 EUR, Folie für ca. 50 EUR und Zement für 15 EUR plus Sand an finanziellen Mitteln aufbringen müssen.
Zum Abschluss muss ich sagen, dass wir hier einen ziemlich sandgen Erdboden habe, der die Feuchtigkeit nicht lagen hält und ich deshalb denke das diese Massnahmen ausreichen.

Falls Du noch fragen hast => einfach Email schreiben.

Gruß
Joachim