Holzboden im Altbau-Keller

28.04.2010



Hallo,

wir haben vor 2 Jahren ein schönes Haus von 1910 gekauft und dieses mit viel Eigenleistung in den letzten beiden Jahren kernsaniert. Nun ist der Keller an der Reihe und wir überlegen auf den vorhanden Estrich/Betonboden (ziemlich uneben, rauh usw.) einen einfachen Holzboden (Lärche-Glattkantdielen evtl. mit Fugen auf Lattung) zu verlegen, sodass alles "atmen" kann. Der Keller ist soweit man dies bei Kellern aus dieser Zeit sagen kann eigentlich trocken und das soll er nach Möglichkeit auch bleiben. Nun zu meiner Frage: Ist diese etwas ungewöhnliche Idee totaler Quatsch und ich muß sicher in 5 Jahren alles rausreißen oder hat jemand mit Holz im Keller vielleicht sogar positive Erfahrungen? Worauf sollte ich achten? sollten die Latten unbedingt impregniert werden oder z.B. auf Folienstreifen gelegt werden, damit Sie nicht verrotten?

Freue mich über jeden Tipp!
Olli





Der Schaden eines Echten Hausschwamm sieht dann unter Umständen so aus.

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Grüße aus Schönebeck



Fußboden mit Kreuzlattung



Hallo,

bei dem angedachten Fussbodenaufbau handelt es sich nicht um totalen Quatsch. Wir praktizieren diese Art von Fußbodenaufbauten in Bremen seit ca. 20 Jahren.

Wir empfehlen folgenden Aufbau:

Verlegung einer Gefitas Dampfsperre, untereinander verklebt. Wenn irgendwie möglich und vorhanden, den Anschluss zu einer Horizontalabdichtung oder Mauersperrfolie herstellen.

Nach Verlegung der Dampfsperre, Verlegung von Kreuzlattung oder einfacher Lattung. Wichtig ist dabei darauf zu achten, dass es sich beim Unterkonstruktionsholz um getrocknetes Holz handelt. Wir setzen meisten Konstruktionsvollholz ein.

Dabei gilt, wenn es die Möglichkeit einer Kreuzlattung gibt, ist diese der einfachen Lattung gegenüber zu bevorzugen. Nach Verlegung der Unterkonstruktions Dämmung derselben mit einem Schüttdämmstoff, z.B. Isofloc oder Blähton Liapor.

Im Keller braucht unterhalb der Hölzer keine Trittschalldämmung eingesetzt werden, falls doch gewünscht könnten Sie Hanffilzstreifen, oder Kokosfaserstreifen nehmen.

Sobald die Unterkonstruktion ausgehöht, nivelliert und gedämmt ist, geht es dann an die Verlegung des Holzfussbodens.

Wichtig ist bei der Verlegung von Massivholzdielen darauf zu achten, dass diese entsprechend getrocknet sind, z.b: Holzfeuchte 9% +-. Mittlerweile gibt es in Deutschland renommierte Anbieter für Massivholzdielen, z.b. in Europ. Lärche, Dopuglasie, frz. Seekiefer usw.

Wir arbeiten mit den Produkten der Fa. Drüsedau aus dem Kellerwald, Woodline aus Frankreich, Berthold aus Bonn, und diversen Sägewerken aus unserem norddeutschen Raum.

Bei weiteren Rückfragen zu diesem Thema melden Sie sich gerne nochmal.

Nachfolgend die schlagenden Vorteile einer Unterkonstruktion.

1. jahrhunderte alte Verlegetechnik.
2. kein Einsatz von Bauchemie, da Verschraubung
3. sehr fußwarmer Aufbau
4. sehr gute U-Wert in Verhältnis zum Nassestrich
5. keine Trockenzeiten zu beachten
6. hohe Verlegesicherheit
7. ökologisch und baubiologisch unbedenklicher Aufbau, bei dem mit Einsatz von heimischen Holz auch die hiesigen Sägewerke gefördert werden.



So ein Mist!



"1. jahrhunderte alte Verlegetechnik."

Aber nicht im Keller!

Auch wenn das Haus schon eine Horizontalsperre der Aussenwände hat, und diese (unwahrscheinlich) immer noch voll funktionstüchtig ist, ist dennoch mit einer deutlich erhöhten Luftfeuchtigkeit, und mit geringen Luftwechseln zu rechnen. Ideal für Pilzwachstum.

Dielen gehören nicht in den Keller - falls sie nicht das komplette Programm durchziehen wollen, mit durchgehender gleichmäßiger Beheizung, gedämmter kapillarbrechender und gesperrter Unterbau, ausreichendes Lüften. Nicht unwahrscheinlich, daß die Kelleraußenwände gedämmt und isoliert werden müssen. Entweder außen auf Kosten der Rosenbeete, oder innen (z.B. I-Bausystem von Edmund Bromm, hier im Forum). Beides kostet Geld.

Noch 'mal drüber nachdenken. Es gibt wunderschöne Cottoplatten, die auf einem abgesperrten Unterbeton ihren Keller aufwerten, ohne zum Biotop zu verkommen.

Grüße

Thomas





Hallo,

erstmal vielen Dank für die Antworten und Tipps. Leider sind die Antworten erwartungsgemäß ziemlich kontrovers. Mir ist natürlich schon klar, daß Holz im Keller nicht optimal ist, andererseits liegen in unserem Keller noch die vermutlich originalen Holzschweller (d.h. seit 100 Jahren) mit direktem Bodenkontakt ohne dabei nennenswert verrottet zu sein. Natürlich möchte ich mir keinen Hausschwamm reinholen, kann aber eben genau dieses Risiko schlecht einschätzen. Bei beschriebenem Bodenaufbau mit Lattung und Fugen zwischen den Dielen habe ich doch zumindest etwas Luftzirkulation die ein solches Risiko minimiert, oder? Übrigens möchte ich aus unserem Keller keinen Wohnkeller machen, sondern es geht hier um reine Vorrats-, Lager- und Werkskellerräume. Ich kann durchaus damit leben in 20-30 Jahren den Boden kpl, rauszureißen, möchte aber eben keinen kapitalen bauphysikalischen Fehler machen!? Zumindest in Bremen scheint das ja auch unter Beachtung verschiedener Randbedingungen seit 20 Jahren zu funktionieren.

Grüß
Oliver





Wenn der Keller trocken ist und das auch bleibt, Sie ein angemessenes Holz Auswählen, wird das möglicherweise auch für 20 oder 30 Jahre funktionieren.
Ich persönlich finde ein Kellerboden sollte ein vielfaches davon Schad- und Risikofrei überdauern können.

Grüße aus Schönebeck



Moin Oliver,



ich hab mal zu meinem 40. in unserem damaligen Gewölbekeller eine rudimentäre Unterkonstruktion + Spanplatte installiert, um einen Tanzboden zu haben - den ganzen Kram konnte ich nach 4 Jahren teilweise kompostieren - da is allerdings auch das Wasser bei Starkregen zwischen den Bruchsteinen reingelaufen.....

Bei einem Freund haben wir folgendes gemacht: Gewölbekeller, Lochziegelboden, darauf Rahmen im Versatz am Ende 20cm kürzer, Luftschlauch + Computerlüfter (mit Zeitschaltuhr) vom Heizungsraum, Abluft raus durch den Schacht, OSB-Boden. Wir haben also die aufsteigende Feuchte unter dem OSB-Boden mit der Wärme ausm Heizungskeller abgetrocknet - war alles staubtrocken beim Auszug.

Ich denke, dass deine Idee funktioniert, wenn du einen relativ trockenen Keller hast und du deine Dielen entsprechend vorbehandelst.

Leider hat das Holz heutzutage nicht mehr die Qualität wie früher, "Nachbauten" halten nicht mehr so lang. Aber probiers doch einfach....Versuch macht kluch.

Gruss, Boris



Das funktioniert auch in Bremen...



...ganz überwiegend nicht. Nicht 'mal bei den Ostfriesen :-(((

Da hat jemand einfach überlesen, daß es um einen Keller geht.

Was spricht denn gegen einfache Kanalklinker für ganz wenig Geld, verlegt im Sand? Die leben länger als das restliche Haus, sind preiswert und auch selbst verlegbar. Sie brauchen keine Oberflächenbehandlung und keinerlei Pflege. Aus den Lärchenbrettern bauen Sie mal besser ein Bücherregal.

Grüße vom Dielenleger

Thomas





Hallo,

na da sind ja einige Tipps zusammengekommen. Dafür allen ein herzliches Dankeschön!!!. Die Idee mit den Kanalklinkern finde ich klasse, wobei mir die Aufbauhöhe dann vermutlich zu hoch wird und das Verlegen in Sand ein gelegentliches Wischen auch eher schwierig machen dürfte. Anfangs habe ich ja auch an konventionelle Maßnahmen wie Ausgleichmasse oder Nivellierestrich auf den vorhandenen Betonestrich plus Betonfarbe (ist halt nicht gerade atmungsaktiv) gedacht oder eben Fliesen auf Dickbettmörtel (zum einen wegen der Unebenheiten zum anderen ist ein normaler Fliesenkleber vermutlich auch nicht gerade diffusionsoffen), aber irgendwie habe ich da einfach die Befürchtung dass ich zuviel absperre und ich mir dadurch Feuchtigkeit in die Wände hole, daher der Ansatz mit dem unterlüfteten Holzboden.

Nochmals Danke an alle
Grüße
Oliver





Die Aufbauhöhe einer Dielung mit Unterkonstruktion ist auch nicht unbedingt geringer als die von Klinkersteinen.
Alternativ können Sie auch alte Bieberschwänze in Mörtel verlegen, verfugen und dann schleifen.

Grüße aus Schönebeck



die Idee mit den Kanalklinkern...



... in Sand verlegt, hat mich nun doch überzeugt! Nun muß ich aber feststellen dass Kanalklinker nicht gerade billig sind (~ 30.-/m²). Am liebsten wäre mir ein möglichst flacher (4-5 cm) Klinker mit einer glatten Oberfläche (wegen Wischen). Woher bekomme ich den so etwas möglichst günstig und genügt hier ein dünnes 1 bis 2cm hohes Sandbett? Und nun meine letzte Frage: verlege ich die Klinker am besten fugenfrei, also auf Stoß um die Reibung zu erhöhen?

Grüße
Oliver



Das Sandbett...



...dient nur dem Ausgleich, muß nicht hoch sein. Verlegen Sie's fugenfrei, und kehren Sie das Ganze mit sehr feinem Sand aus. Wischen im Keller? M.E. nicht unbedingt erforderlich, oder nur selten. Der Besen im Handvorschub funktioniert doch auch.

Grüße

Thomas



Holzfußboden im Keller



Hallo,

wir haben vor einiger Zeit ein altes Bahnhofsgebäude von 1899 gekauft. Der Gewölbekeller hat einen Eichen-Fußboden der seit nun mehr als 100 Jahren keinerlei Schimmelbildung zeigt... wer per se behauptet ein Holzfußboden im Keller ginge nicht kann meiner Meinung nach kein Fachmann sein.