Gewölbekellersanierung

11.03.2009



Ich bemühe schon seit längerem Google und hier die suche, finde jedoch leider nicht heraus, mit welchen Suchbegriff ich einen Profi für Gewölbekeller finde. Vielleicht gibt es einen Fachbegriff den ich nicht kenne? Oder kennt von euch jemanden in Rheinland-Pfalz der sich der Sanierung / Reparatur von Gewölbekellern verschrieben hat?



Kappendecken



Gib mal Kappendecken ein.
Da kommt aber einiges.Könnte was dabei sein.





hm, danke erst mal, aber Kappendecke ist doch nicht gleichzusetzen mit unserem gewölbe, oder? oder meinst du damit, dass einer der sich mit kappendecken auskennt dies auch mit gewölben tut?



Aber



da könnten doch links sein die dich führen.
Ich nehme es mal an.Ist denn hier auf der Seite nichts?



Kranker Keller



Was hat er denn, der Keller?

Nur nass? Lösen sich die Stirnwände ab? Zuganker durchgerostet? Absanden in den Fugen?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Zuganker kann ich gar keine erkennen, kann es sein, dass kleiner Gewölbekeller gar keinen haben? Feucht ist der Keller nicht, es kommt das Fugenzeugs und der "Putz" runter und die hintere Wand die nach aussen geht hat sich um ca. 5-10cm eher fünf über die Jahre nach aussen hin geneigt und so ist ein Spalt oben entstanden, ich vermute, dass das auch ein Grund für meine Risse im Putz ist. Ich habe das "Gefühl", dass das Gewölbe sich gesenkt hat, zumindest etwas, oder ist es normal, dass bei einem 100 Jahre alten Haus der Bogen des Gewölbes kein exakt geometrischer halber Kreis ist? ;-)



08



Ich habe mal im Forum nachgesehen.
Ein gewisser Erik hatte wohl auch Probleme.
Er hat einen Sachverständigen dabei geholt.
Mach das auch lieber.Besser als Ferndiagnosen.





also, unser Architekt hat mich etwas beruhigt… alles im rahmen. an die hintere wand soll ich mal lehmbatzen machen um zu sehen ob da noch was in bewegung ist. so kommen wir auch direkt zu frage eins: wie macht man so einen lehmbatzen?
frage zwei wäre: es sind ja trotz allem steine locker und der Lehmputz oder was auch immer das ist kommt teilweise runter, mit was für "zement" bringe ich die losen steine dazu an ihrer stelle zu verbleiben?





Habe ich eigentlich auch schon mal DANKE gesagt an dieses Forum? Nein? Dann DANKE auch schon einmal im voraus meine letzte Frage betreffend :)



weiss denn wirklich…



… niemand etwas dazu zu sagen? :(



Was sind es...



...denn für Steine? Manche werden empfehlen, Kalkmörtel zu nehmen, egal welcher Stein. Bei Naturstein könnte ein Trassmörtel auch gehen.

Gruß Patrick.





Das sind Bruchsteine wenn mein Laienauge mich nicht trügt. Ein Bild hab ich mal angehängt :)



Ich würde...



...es mit TrassKalkMörtel versuchen. Ich selbst verwende gerne Maxit, da heißt er "maxit mur 956".

Gruß Patrick.





danke :) das werd ich mal probieren.





kann ich mit trasskalkmörtel auch verfugen und / oder auch aussenputz ausbessern?



Gewölbekeller



Mit dem Foto kann man endlich was zur Frage sagen, ich bin nämlich kein Hellseher.
Das Tonnengewölbe auf dem Foto sieht sehr gut aus, es ist anständig aufgeführt, hat keine Verformungen und keine Risse.
Nur der Putz hat im Laufe der Zeit gelitten.
Außer ein paar Schönheitsreparaturen ist keine Sanierung erforderlich; und ob ein Keller Schönheitsreparaturen wirklich braucht, ist Ansichtssache.

Ich würde die Oberflächen mit einem harten Besen bzw. Bürste abkehren und losen Putz entfernen.
Die tiefen Fehlstellen in den Fugen der rückwand auswerfen und einen Pinselputz auftragen. Als Material reicht ein Kalkputz PI.
Anschließend kann man die gesamten Oberflächen mit einer Schlämme aus Weißkalkhydrat streichen.

Das wars.

Viele Grüße





nun… ganz so hübsch sieht es leider nicht mehr aus. ich werde mal aktuellere bilder machen und freue mich auf rückmeldung dazu :)



ach ja



die frage ist trotzdem noch aktuell:
kann ich mit trasskalkmörtel auch verfugen und / oder auch aussenputz ausbessern?

:)



Gewölbe



Natürlich kann man mit Trasskalkmörtel verfugen und putzen. Die Frage ist bei der Materialauswahl nicht wie das Zeug heißt, sondern welche Eigenschaften es hat.
Eine wichtige Eigenschaft ist die Festigkeit des Mörtels, die auf den Untergrund abgestimmt sein sollte.
Am besten ist es, Sie schauen in das betreffende Technische Merkblatt des Putzes, bei Markenherstellern stehen die im Internet.
Die etwas abgeflachte Form eines Tonnengewölbes (auf dem Foto nicht erkennbar) kann sich schon während der Herstellung durch ein unter der Last des Gewölbes sich verformendes Lehrgerüst oder fehlende Belastung im Bereich der Widerlager einstellen. Wichtig ist, das sich solche Verformungen nicht weiter verändern (neue Risse).
Die Stirnwand eines Tonnengewölbes ist i.d.R. nur raumabschließend, allerdings kann darauf die Giebelwand stehen. Im Kellerbereich ist ein Auswandern nach außen entweder bereits bei Bau aufgetreten, da die Anfüllung der Baugrube fehlte oder es sind später Aufgrabungen vorgenommen worden.
Denn ohne Not beult sich solch eine massive Wand nicht nach außen. Gegen das anstehende Erdreich, das auf Grund seiner Masse und Vedichtung einen Druck entgegen der jetzigen Bewegungsrichtung ausübt (aktiver Erddruck) eine nennenswerte Verformung nach außen zu erzielen, ist sehr schwer (passiver Erddruck).
Wie tief ist denn der Keller an der Stelle im Boden?
Wurden dort in letzter Zeit irgendwelche Aufgrabungen vorgenommen?

Viele Grüße





was meinen sie mit "wie tief ist der keller im boden"?
aufgrabungen wurden dort in letzter zeit nichts und auch vor "der letzen zeit" wurde meines wissens nach nichts gegraben.
ich wollte maxit mur 956 verwenden wie von einem "vorredner" empfohlen.
wie gesagt, ich werde mal ein paar weitere bilder machen dann wird vielleicht vieles klarer :)
tausend dank auf jeden fall schon einmal.



Gewölbe



Ich präzisiere:
Wie groß ist der Höhenunterschied (oder senkrechter Abstand) zwischen Kellerfußboden innen und Geländeoberfläche außen?

Viele Grüße





das müssten ziemlich genau 2 meter sein. bilder folgen gleich, habe einige gemacht ;-)





So und jetzt hab ich auch die Bilder fertig. Habe der Einfachheit halber ein Flickr Album mit all den Bildern angelegt, hier ist der Link: http://www.flickr.com/photos/hansmueller/sets/72157618811197054/



Gewölbe



Mit den neuen Fotos ergibt sich ein differenzierteres Bild der Lage.
Leider kann man nicht erkennen, ob die einzelnen Risse in etwa parallel zum Scheitel verlaufen.
Auf jeden Fall sind die Risse sehr alt, das Gewölbe ist also stabil.
Über die Ursache der Risse kann man nur orakeln, mögliche Ursachen (Entstehung kurz nach dem Bau oder nach einer Umbaumaßnahme am darüberliegenden Fußboden, Veränderung des passiven Erddrucks) habe ich schon genannt.
Wichtig ist für weitere Sanierungsmaßnahmen, keine zusätzlichen Belastungen in das Gewölbe einzutragen.
Fehler können beim Einbau eines neuen Erdgeschossfußbodens passieren.
Hierbei besteht aber auch die Chance, das Gewölbe durch Auflast im Auflagerbereich zu stabilisieren.
Bei der anstehenden Aufschüttung gab es sicher keine Bewegung der Stirnwand nach außen (ausbeulen)
Ansonsten bleibe ich bei meinen Empfehlungen zur Sanierung mit Kalkmörtel, der auf das vorhandene Material von der festigkeit her abgestimmt sein sollte.
Keinesfalls dürfen die Fugen mit zu festen bzw. hochfesten Mörteln ausgefüllt werden.
Bei veränderter Belastung kann es dadurch zu schweren Schäden am Gewölbe, wie Auswandern der Stützlinie und Abscherbeln der Steine kommen.

Viele Grüße





wäre denn dieser maxit mur 956 zu verwenden oder ist der zu hart?
ich wollte eigentlich lediglich das was locker ist fest "zementieren" (mir fehlen die richtigen fachworte) und ansonsten den keller so lassen wie er ist, sehen sie darin ein problem? zu wenig sanierung? ist überhaupt eine "sanierung" notwendig?
das befestigen der losen steine wollte ich machen, weil ich mir sonst immer zu gedanken machen muss ;)



Gewölbe



Den von Ihnen genannten Mörtel gibt es in 2 Varianten. Beide Varianten sind für Ihre Zwecke nicht unbedingt erforderlich.
Ich empfehle Ihnen weiterhin die Vorgehensweise und das Material, die ich in meinem ersten Beitrag genannt habe.
Wenn Sie das genannte Material unbedingt einsetzen wollen, dann bitte die Kalkmörtelvariante.
Zur Befestigung loser Steine:
Zu große Lücken schließt man, indem sie zusätzlich zum Auswerfen mit Steinsplittern ausgezwickt werden.

Viele Grüße





Nun ja, verwenden wollt ich den Trasskalkmörtel weil ich den schon hier habe. Wenn also nichts gegen die Verwendung spricht (zu hart z.b.) würde ich diesen schon ganz gerne zur Anwendung bringen. (Von zwei Varianten dieses Produkts habe ich gar nichts gesehen?!)
Falls Sie doch sagen: nein, Hans du hast die falsche Variante gekauft, welches Produkt empfehlen Sie mir?



Luftkalkmörtel



@Hasn



Der Herr Böttcher hat schon recht, dass der Mörtel nicht zu hart sein sollte. In seinem ersten Beitrag weist er auf einen Kalkputz Gruppe P1 hin. Die großen Lücken mit kleinen Steinteilen schließen ist auch wichtig .
Meiner Meinung nach ist Trasskalkmörtel zu hart für Ihr Vorhaben . Um Sicher zu gehen würd ich Luftkalkmörtel P1a der Firma Solubel hernehmen (0-6mm) und mich genau an das Techn.Merkblatt + Anwendung halten , die Links sind hier zu finden.

http://www.solubel.de/solubel-cd/html/luftkalkmoertel_standard.html

http://www.solubel.de/solubel-cd/Technische_Merkblaetter/Techn_Merkblatt_Luftkalkmoertel-Standard.pdf


Die Kalkfehler-Seiten von Konrad Fischer , der hier im Forum auch Mitglied ist , sind auch sehr lesenswert :

http://www.konrad-fischer-info.de/2kalkfel.htm


Vielleicht hat einer der Experten noch einen anderen Herstellervorschlag (ich kenn für reinen Luftkalkmörtel nur die Fa. Solubel).

Gruß Uwe





na gut na gut. dann werde ich das so tun, keller ist mir ja wichtig.
was mache ich aber nun mit meinem trasskalkmörtel? kann ich den dann wenigstens für normale mauern nehmen? steht ja drauf, zum Restaurieren alter substanz und so…



@Hasn



nun warten Sie doch erstmal ab , was andere dazu meinen .

Wissen Sie , ich bin vielleicht ein bißchen extrem in meiner Ansicht . Zur Sicherheit würde ich immer das hernehmen , was meine Bausubstanz nicht zerstört , selbst wenn ich beim Verarbeiten einen Fehler mache . Dazu gehört der Luftkalkmörtel. Das Trass-Kalk-Gemisch ist mir schon zu gefährlich . Man muß sich m.M. zum Luftkalkmörtel ein bißchen einlesen denke ich , und nicht gleich loslegen , deshalb meine Verlinkungsvorschläge .

Außen: Wenn Sie außen einen Kalkputz haben , was ich vermute , würde ich auf jedenfall auch beim Kalkputz bleiben .

"Für Restaurierung auf alter Substanz und so" steht auf allen möglichen Mörteln drauf , aber das ist meiner Meinung nach einfach nicht ganz wahr ( man könnte extrem auch sagen : gelogen ) .

Tut mir leid , daß ich Ihren Trass-Kalkmörtelvorrat nicht schmälern kann , aber ich kann nur raten was ich ehrlich denke . Viele Grüße