feuchtes jurahaus

18.02.2004



Hallo Gemeinde,

ich besitze ein uriges Jurahaus aus 1895. Die Tragmauern sind etwa 50cm dick und sind aus unbearbeiteten Bruchsteinen aufgebaut. Seit einem Jahr ist das Haus nun unbewohnt und wir koennen im Winter nur durch ständiges Heizen die Feuchtigkeit im Putz ausreichend zurückhalten, ansonsten würde diese bis zu 1,50m hochsteigen. Die Mauer ist etwa 50cm tief auf lehmigem Boden gegründet, es ist kein eigenes Fundament vorhanden. Mein Plan ist, das Haus zu renovieren unter der Voraussetzung, dass ich diese Mauern nachhaltig trocken kriege. Der Standort ist etwa 150m entfernt vom Rhein-Main-Donau-Kanal. Da dieser nun in Beton gebettet ist, dringt im Keller nur bei sinkendem Hochwasser Grundwasser ein (auf den Keller kann ich notfalls ganz verzichten). Wir haben zur Bestandsaufnahme einige Gräben auf der Hausinnenseite ausgehoben. Was haltet Ihr von einer Horizontalsperre (+Vertikalsperre) aus Beton o.ä.? Ich weiss, die Wände sind relativ dick und die Steine fallen schon beim Hinschauen raus, aber gibt es dennoch Methoden, wie ich z.B. je nur ein kleines Mauerstück Freilegen kann und dann sofort hinterfülle? Die Wände sind von Innen und Aussen sehr gut zugänglich. Ich habe in alten Beiträgen in diesem Forum bereits viele nützliche Hinweise bekommen, die meiner Meinung aber nicht unbedingt weit genug gehen, um die Feuchtigkeit permanent zurückzuhalten. Zeit spielt an dieser Stelle nur eine untergeordnete Rolle, ich möchte es einfach gscheit machen.

Ich halte sehr wenig von diesen Kartuschen oder Sperr-Blechen, das scheint mir mehr eine Verzweiflungstat zu sein und ist extrem teuer.

Vielen Dank für die Unterstützung
Peter Knittl



Re



Ich kann nur von den klassischen Horizontalsperren abraten. Diese sind mit sehr hohen Kosten/ Aufwand und oft mit zweifelhaftem Nutzen verbunden. Wir arbeiten mit thermischen Horizontalsperren die sehr einfach einzubringen sind. D. h. direkt auf dem Mauerwerk wird ein wasserführendes Rohr verlegt das mit Putz umschlossen wird. Dieses wird dann an die ganz normale Heizung angeschlossen. Viele Grüße Gerd Meurer



Jurahaus



Guten Tag Herr Knittl,

ein paar Probleme tun sich da auf: Das bei sinkendem Pegel drückende Wasser (wir am Niederrhein nennen es Qualmwasser) kann auf geschlossene Keller einen gewaltigen Auftrieb erzeugen: Ihr Haus spielt Schiff und kann vielleicht sogar in Schräglage kommen, wenn es nicht genügend auftriebssicher ist. Wir lassen das Qualmwasser deshalb lieber rein. Und beides, nämlich flutbarer Keller und trockener Keller geht nicht.
Eine Dichtung lohnt sich deshalb nur zum Schutz der Erdgeschoßmauern. Hier allerdings kann man den Boden austauschen gegen Sand und eine Drainage legen.
Betonsperren nutzen nicht viel, sie sehen nur dicht aus, sind es aber erst ab B 35wu einigermaßen, und den kriegen Sie unter Baustellenbedingungen nicht hin.

Die Bleche und die Verkieselungen sind keine Verzweiflungstat, sondern hochwirksam. Das Einschießen von Blechen kann aber auch die Statik gefährden und ist absurd teuer.
Wenn aber schon Steine herausnehmbar sind, könnte man überlappende Bahnen, z.B. G 60 von Hand einziehen- in ganz kleinen Abschnitten- das ist allerdings extrem arbeitsintensiv.



Großeschmidt



Hallo,

ich schließe mich den Vorrednern hier an und nach vielen Recherchen bin ich auch der Meinung dass Horizontalsperren - sei es nun Bohrlochverfahren oder Bleche viel zu teuer sind. Ausserdem sind die baubiologischen Faktoren beim Bohrlochverfahren für mich noch zweifelhaft.

Ich denke die von Herrn Meurer angesprochene Sockeltemperierung nach Großeschmidt würde Sinn machen. Herr Meurer kennt sich da ganz gut aus. Vielleicht einfach mal anrufen. Ist mit Sicherheit die billigste Lösung.

Allerdings... wenn der Keller Flutbar sein soll ist natürlich auch diese Lösung eine sinnlose Investition. Dann lieber im Erdgeschoss temperieren um aufsteigende Feuchtigkeit von der Kelerwand in die EG-Wand zu unterbinden.

Viele Grüße
Andreas Göttler



feuchtes Jurahaus



Hallo Herr Knittel,
Bei Bruchstein kann ich Ihnen auch nur von Verkieselungen,Vergeelungen oder Edelstahlverblechung abraten. Der Abschnittsweise Einbau einer Bitumenbahn fällt sicher auch aus, da das statische Probleme nach sich ziehen könnte. Wenn Sie auf den Keller keinen Wert legen , könnte ich Ihnen aus eigener Tätigkeit den Einsatz unserer Elektroosmostechnik Dry Tech nah legen( unser Vorzeigebeispiel ist die Trockenlegung der Cyriakykapelle in Nordhausen - Bruchsteinmauerwer D= ca. 0,8 m ). Ganz sicher wäre ich mir aber erst nach einer Objektbesichtigung, bzw. wenn Sie mir Fotos mailen und Grundriß und Schnitt Ihres Hauses faxen. Meine Firma führt sei über 11 Jahren erfolgreich Feuchtigkeitssanierungen aus. Bitte informieren Sie Sich unter www.bau-sanierung-tabatt.de. Da finden Sie auch alle erforderlichen Angaben zu meiner Firma.
MfG Frank Tabatt