Gewölbekeller sucht neues "Dach"

05.03.2013 Knöpflesmaler



Hallo Forumsgemeinde

Auf unserem Grundstück (ehemamliges Landwirtschaftliches Anwesen) steht als Überbleibsel eines Bauernhauses ein Gewölbekeller den ich - aus mehreren Gründen - gerne wieder fit machen würde.

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Hier die Vorgeschichte:

Das alte Haus wurde 1994 abgerissen, mit der Option an gleicher Stelle evtl. auf dem Gewölbekeller wieder ein Haus zu errichten. Die Entscheidung viel damals jedoch zugunsten der anderen Grundstückseite, da dort wesentlich weniger Verkehr vorbeifließt (Bundesstraße versus Nebenstraße). Möglicherweise auch aus finanziellen Gründen.

Seitdem steht der Keller nun alleine da und wartet...

Hier mal zur Übersicht die ungefähren Daten:
- Grundriss ca. 8m x 13m (komplette Hausfläche)
- Material: Sandstein?, teilweise mit Backstein gefüllt
- Der Keller ragt zwischen 1-2m über Oberflächenniveau heraus (leicht ansteigender Grund)
- Zugang übers Haus: abgewinkelte Treppe in der Mitte der Längsseite
- Zugang von außen: Treppe in der Mitte der anderen Längsseite (gegenüberliegend)
- an der Stirnseite außerhalb befindet sich ein alter Brunnenschacht
- angeblich soll der Keller bis über 400 Jahre alt sein. Auf einer Karte, welche zwischen 1808-1864 entstand, ist der gleiche Grundriss bereits verzeichnet. Es kann natürlich auch sien, dass zumindest vor 400 Jahren an gleicher stelle bereits ein Haus mit Gewölbekeller stand ;-)


Mittlerweile (direkt nach dem Winter) tropft es kräfitg durch die Decke und der Lehmboden gleicht eher einem Matschfeld. Die Luftfeuchtigkeit ist entsprechend Hoch

Gleich nach dem Abriss wurde der Keller mit Bauplanen und einem Behelfsdach (alter Dachbalken mit Backsteinen aufgebockt) abgedeckt. Über die Jahre entstanden immer mehr Risse und Löcher in der Plane, sodass ich diese vor einigen Jahren entfernt habe ohne mir weiter Gedanken zu machen. Der Effekt in Sachen Abdichtung war jedenfalls der gleiche. Wie lange der Keller nun schon ohne Plane steht kann ich nicht genau sagen. Beweisfotos mit Plane gibt es von 2006 (allerdings schon mit teilweise großen Löchern), Google-Earth-Material von 2008 zeigt den Keller ohne Plane. Auf der Oberseite ist der frühere Fußboden noch "erhalten". Man kann Fließen, Dielen und Betonflächen erkennen. Allerdings wächst auch so einiges dazwischen.

Weil durch den Keller auch die Wasserleitung mit Zähler für die Scheune verläuft, wurde er sonst zur kälteren Jahreszeit mit alten Strohballen und anderem Material an allen Öffnungen abgedichtet und diese im Sommer wieder entfernt. Einmal ist auch der Wasserzähler geborsten und es Stand Wasser im Keller. In letzter Zeit ist der Außenzugang (seitliche Kellertreppe von außen) jedoch nur noch durch einen Vorhang "verschlossen".
Die alte Holztür sowie Teile der Außentreppe(ehemaliger Hauseingang) wurden Opfer eines rückwärts rangierenden LKW´s(2006). Zwischen dem eigentlichen Kellergrundriss und der Hauseingangstreppe machte sich zudem ein Baum zu schaffen, was ebenfalls dem Wasser einen Weg bereitet hat.

Früher war der Lehmboden eigentlich relativ trocken. Zumindest kann ich mich nicht an Pfützen erinnern. D

... und jetzt wieder zurück in die Gegenwart
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Mittlerweile habe ich meine Liebe zu Gewölbekellern entdeckt und bin zudem in der glücklichen Lage einen solchen direkt "vor" der Haustür zu haben. Ich würde ihn gerne vor weiterem Zerfall bewahren. Mein Traum wäreihn als Partykeller zu nutzen.

Mir ist klar, dass von oben auf jeden Fall etwas passieren muss, die Frage ist nur was? Ein Haus bauen kommt momentan (noch?) nicht in Frage, die Option soll idealerweise erhalten bleiben. Es würde sich also anbieten eine abdichtende Deckschicht aufzubringen. Diese könnte als Terasse, oder nennen wir es "Freifläche für Sitzgelegenheiten", genutzt werden.
Ich habe auch schon überlegt ob man einfach direkt auf den Keller ein Dach setzen sollte, sodass das Dichtheitsproblem gelöst wäre. Allerdings wäre das ein Dach ohne Funktion, zudem vermutlich nicht ganz billig. Und ob sich das fertige Dach vielleicht für einen späteren Hausbau nutzen lässt (anheben??) kann ich nicht beurteilen.


Was mich momentan am meisten beschäftigt ist natürlich die Frage: Kann man den Gewölbekeller überhaupt noch retten? Ist er überhaupt noch tragfähig? Und wenn ja, wie kann ich ihn, auch ohne ein Haus darauf zu errichten, "haltbar" machen.

Entschuldigung für den langen Text
Viele Grüße
Florian



Weinkeller



Hallo,
ich habe zwar keinen konkreten Lösungsvorschlag für Euren Keller aber ich bin oft in Südmähren unterwegs. Dort war ich bei meiner Verwandtschaft und bei Freunden schon in vielen Gewölbekellern, die als Weinkeller genutzt werden. Diese sind alle komplett unter der Erde und zumeist nicht überbaut sondern nur mit mehr oder weniger Erde bedeckt. Bei manchen befindet sich darüber sozusagen der Gemüsegarten. Die Keller machen alle einen guten stabilen Eindruck. Sie sind nicht trocken aber es laufen auch keine Bäche durch. Für Weingärung und Lagerung optimal aber als Partyraum eher nicht geeignet, da zu kalt und feucht.



Keller-Recht



Hallo

Wenn das Haus nicht mehr draufsteht kann es sein, dass das Baurecht was dagegen hat, dass da noch mal was drauf kommt.

Würde erst mal mit der Gemeine etc. darüber reden was da überhaupt noch möglich ist …

Ein Gewölbe und die das Gewölbe tragende Mauern "leben" von der Auflast und sind ein "eingespieltes" Team … da ist es meist nicht zuträglich, wenn es lange Zeit "unbelastet" ist …

Ob man nun wieder Mauern und Haus drauf erreichtet oder das Ganze mit Erde überschüttet ist dann wieder eine andere Sache …

Was für ein Gewölbe ist es denn… gibts ein oder zwei Fotos von der Situation … eins von oben und eins von innen …

Florian Kurz



Bilder



hatte ich zwar gestern noch schnell hochgeladen (über Profil einsehbar), aber dann vergessen hier noch zu verlinken.



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Nr. 2



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Nr. 3



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Nr.4



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Nr. 5



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Nr. 8



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Baurecht



Rein Gefühlsmäßig sollte das erneute Bauen an gleicher Stelle kein Problem darstellen, da die Gemeinde darauf bedacht ist Baulücken im Innenort zu schließen. Ein aktueller Flurplan zeigt den Keller nicht mehr. Somit gilt das Haus wohl als abgerissen?

Mir ist bewusst, dass die fehlende Auflast der Hausmauern nicht günstig für das Gewölbe sind. Allerdings hat es mittlerweile fast 20 Jahre ohne diese Auflast überstanden, bzw. ist zumindest nicht eingefallen. In den letzten schneereichen Wintern stellte die Flächenlast auch keine günstige Belastung dar.

Der Keller liegt allerdings auch zum großen Teil unter der Erde. Dient das Erdreich nicht auch begrenzt als Gegenlager?



Bau-"Rechts"-Gefühl



Hallo

Das mit dem Baurecht und dem Bauchgefühl ist so ne Sache.
auch wenn sich beide nur sehr wenig unterscheiden in den Buchstaben - die Realität sagt da ganz was anderes!

Gehen Sie auf die Gemeinde oder das zuständige Bauamt und die werden Ihnen dann schon erklären was Sache ist …

… aber mauern sie die Tür mal vorsichtshalber zu, nicht dass ein paar Kinder im Abenteuerspiel darin Schaden nehmen, wenn das Teil oder Teile davon einstürzen …

Vom Prinzip gehen folgende Möglichkeiten:
- Abriss - Platt machen
- Sanierung, Instandsetzen und eine Erdüberdeckung drüber
- Sanierung, Instandsetzen und eine Überdachung drüber
- Sanierung, Instandsetzen und eine Garage, Carport mit Überdachung drüber
- Sanierung, Instandsetzen und ein Haus drüber

Vorab alle Möglichkeiten im Bauamt klären und dann bei den letzten 4 Möglichkeiten gut planen lassen … eine statische "Unbedenklichkeitserscheinung" wird m.E. sehr schwierig werden in dem Fall … aber nach 20 Jahren ist da m.E. nichts mehr zu retten …

Viel Erfolg


Florian Kurz



Vielen Dank



Vielen Dank schonmal an euch für die schnellen Antworten.

Mit dem Gedanken den Keller einzuschmeißen kann ich mich ehrlich gesagt nicht so ganz anfreunden.



… finde ich auch nicht "schön" …



…wenn man so einen alten schönen Keller "umbringt" … aber das hat man die letzten 20 Jahre gemacht …

reden Sie mit dem Bauamt … was die dazu sagen …

ein statischer Nachweis wird m.E. sehr viel Aufwand um was drauf zu bauen …

aber ob der gesamte Aufwand dann für einen "Partykeller" nicht zu gross ist …?

Florian Kurz