Boden Gewölbekeller

28.08.2012 Heimwerker



Hallo, musste in meinen Gewölbekeller auf Grund eines Hausschwammbefalls den Boden abgraben. Momentan sind nur Kieselsteine auf dem Boden. Meine Frage, was könnte man da für einen Boden reinmachen? Der Gewölbekeller besteht aus 3 Gewölben, und ist zur Zeit ziemlich feucht (ca. 60-70%).
In einem Teil wurde durch eine Baufirma eine Bodenplatte aus Beton eingegossen, da eine neue Pelettsanlage installiert wurde.



60-70%



für einen älteren Keller finde ich das ganz ok, mein Hygrometer zeigt ggw. in den Wohn- und Sanitärräumen 55-65% an. Ob ich in so einem Keller allerdings Pellets lagern würde?
Die müssen doch "Knochentrocken" liegen

Gruß Götz



Der Belag ...



... sollte in erster Linie nach der Feuchte des Untergrundes und der beabsichtigten Nutzung gewählt werden.

Von alters her sind gestampfte Lehmböden gebräuchlich.
Sie sorgen für eine optimale Befeuchtung des Kellers, die bei der Lagerung von Obst, Gemüse, Kartoffeln usw. aber auch Wein wichtig ist.
Wenn der Grundwasserspiegel allerdings relativ hoch liegt, kann es zu feucht werden. Dann wird der Boden aufgeweicht und er verliert seine Tragfähigkeit. Zudem wird der Keller muffig. Falls keine ausreichende Lüftung gegeben ist, kann es dann auch zu Schimmelbildung kommen.

Wenn aus welchen Gründen auch immer ein Lehmboden nicht gewünscht wird oder aufgrund der Feuchtebedingungen des Untergrundes nicht angebracht ist, können Natursteinplatten oder Ziegelsteine als Bodenbelag verwendet werden.
Je nach Feuchte des Untergrundes sollten die Beläge auf einem reinen Sandbett oder zusätzlich noch über einer unter der Bettung befindlichen kapillarbrechenden Tragschicht verlegt und abgesandet werden.
Beide Belagstypen lassen auch noch ein gutes Keller-Lagerklima zu, da sie Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben können.
Prinzipiell können auch Betonplatten oder -pflastersteine verwendet werden, wobei dann allerdings ein nennenswerter Feuchteaustausch nur noch über die Fugen stattfindet.

Betonböden führen in der Regel zu einem für die Lagerung von Lebensmitteln / Weinen zu trockenen Kellerklima.
Zudem besteht die Gefahr, dass die Bodenfeuchte, deren Weg noch oben durch den Beton weitetsgehend blockiert ist, dem Weg des geringsten Widerstands folgend, in die seitlichen Sockelbereiche drückt.





Hallo,

nachdem Sie "abgegraben" haben, sehe ich eine ganz andere Gefahr: die des weggleitens der Fundamente oder des Grundbruchs. Dagegen hilft nur eine dicke betonbodenplatte, deren Eisen Sie bitte kniehoch mit den aufgehenden Wänden verbügeln. Das Ganze aber bitte unter fachkundiger Aufsicht .

Viel Erfolg !





Wie sieht es denn mit Grundwasser usw. aus? Befindet sich das Gebäude an einer Hanglage? Wie sind die Gewölbewiderlager eingebunden? Graben Sie niemals zu tief, nicht unter Gründung, sicherheitshalber sollten Sie einen Statiker einschalten.
Wenn ausreichend Einbauhöhe vorhanden ist, dann wäre folgende Variante möglich.
Unterbau aus Kies, darauf Gehwegplatten im Splitt-/Sandbett, Fugenverschluß mit Brechsand-Splitt-Gemisch. Umlaufend ist ein Rand von >10 cm auszubilden, der mit Splitt (grau oder schwarz) zur Ableitung von ggf. eindringenden Regen oder Schichtenwasser aufgefüllt wird.
Gehwegplatten 30x30x4,5cm.
Evtl. ist bei Bedarf zusätzlich ein Pumpensumpf anzulegen.
Wenn man es etwas hochwertiger mag, bzw. das Material für einen Wiedereinbau schon vorhanden ist, dann kann natürlich auch Naturstein o.ä. gewählt werden.

Bernd Kibies



Keller



60-70% rel. Luftfeuchte sind für einen Keller ein normaler bis guter Wert. Entweder sie bauen einen naturfeuchten Boden (siehe Bernd Kiebis) oder Sie machen mit Beton (6-8 cm reichen) weiter. Mit Betonböden sinkt die Verdunstungsrate. Eine erhöhte Durchfeuchtung der Wände wird deshalb nicht eintreten.

Viele Grüße



Boden Gewölbekeller



Der Boden wurde nicht komplett abgetragen, nur ca. 10 cm, Grundwasser ist vorhanden. Das Gebäude steht auch an Hanglage, von wo auch immer Wasser durch der Keller läuft. Durch graben habe ich eine alte Abflussleitung gefunden, die muss schon seit beginn an da drin liegen. Habe sie auch drin gelassen, weil ich davon ausging das dies absichtlich so gemacht wurde.
An einen Lehmboden habe ich auch schon gedacht, war ja vorher auch drin.
Lüftungslöcher sind in jedem Raum vorhanden, habe auch schon viel über die Art der Lüftung gelesen. Stimmt das das man im Sommer alle Fenster schliesen muss?
Danke schon mal für Ihre Antworten.



Fenster schließen...



... ist kein "Muss", aber ein "Sollte", insbesondere bei nicht explizit abgedichteten Kellern...

LG, sh



Ablaufleitung?



Ist beim Graben auch ersichtlich geworden, ob ursprünglich ein Gerinne, ggf. in Form von Muldensteinen oder einer mehrreihigen Pflasterzeile vorhanden war?



Moin Heimwerker,



Ziegel oder Naturstein in Splitt verlegt wäre auch noch eine Variante.

Gruss, Boris



Boden Gewölbekeller



Das Wasser läuft durch ein Betonrohr in einen Schacht, der Schacht ist ca. 1-2 m tief. Von dem Schacht aus läuft es dann wieder in die Kanalisation. Der Schacht ist immer bis zur Ablaufhöhe gefüllt, eventuelles abpumpen würde glaube ich nichts bringen weil es immer wieder bis zur dieser Höhe nachläuft.
Die Luftfeuchtigkeit ist seit dem der Lehmboden entfernt wurde um ca. 10 - 15% angestiegen, kann dies mit dem entfernen zusammen hängen? da ich in dem Gewölbe gerne Regale aufstellen würde, müsste ich ein bis zwei Stellflächen Betonieren, den Restlichen Teil mit einem Lehmboden bedecken. Muss mann hierbei etwas besonderes beachten?
Wo bekommt man so einem Lehmboden her?

Danke an alle für die schon geschriebenen Vorschläge :-)





wenn's nur um Regale geht, würden ein paar billige Gehwegplatten nicht reichen?



Für mich ist ...



... noch nicht so ganz klar, wie das Wasser in das Betonrohr gelangt, durch das es in die Sammelgrube geleitet wird. Ist's eine Drainage oder gibt's einen Einlauf?

Der Anstieg der Luftfeuchtigkeit hängt m. E. mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit der fehlenden Lehmbodenschicht zusammen.

Als Auflager für die Regalständer würden Platten, u. U. sogar Ziegelsteine völlig ausreichen.





Trauen Sie sich das als Heimwerker zu? Da benötigen Sie schon einiges an Erfahrung.
Eine Sperrschicht stellen Sie mit einem fetten Lehm her, darunter ist eine Schotterschicht mit kappilarkraftbrechender Wirkung einzubauen.
Darauf könnte ein Lehmestrich aus fettem Lehm, Grobsand und Splitt eingebaut werden.
Die Oberfläche ist zu verdichten, bis sie glatt ist und glänzt.
In historische Böden, befahrbar, wurde zur Erhöhung der Abriebfestigkeit noch Hammerschlag, Rindergalle, -blut oder Teer eingearbeitet.
Heute wird zur Erhöhung der Wasserfestigkeit der Oberfläche das Anmachwasser durch Leinölfirnis ersetzt. In Wohnräumen wird zu dem nach Monaten eine Hartwachsschicht aufgebracht.
Da ich die Örtlichkeiten nicht kenne, sehen Sie meinen Beitrag nur als allgemein gültig an.
Wenn Sie es selber machen wollen, dann entscheiden Sie sich für eine einfachere Variante, siehe oben.

Bernd Kibies



Boden Gewölbekeller



Da wie schon gesagt das Gebäude unmittelbar an einem Hang steht, vermute ich da das Oberflächenwasser oder Qwellwasser ist. Da es sehr sauber von einer Ecke des Hauses reinläuft. Ein abgraben dieser Stelle von Aussen ist momentan noch nicht möglich da sich noch ein Gebäude (Scheune/Stallung) darauf befindet. Diese jedoch später einer Garage weichen soll.

Das mit dem Lehmboden hört sich schon ein wenig kompliziert an, aber ich denke das müsste ich hinbekommen.
Spielt hierfür die Jahreszeit eine Rolle (Sommer/Winter) wegen dem trocknen?

Vielen Dank für die vielen Ratschläge.

Bin erst seit kurzem angemeldet, und finde es toll das sich die Leute so mühe mit den Tipps geben.



Viele Wege führen nach Rom



Hallo!!

Warum nehmen Sie nicht fertige Lehmziegel und Verlegen diese Trocken?? Könnte evtl eine Alternative sein.
Ansonsten mal Augen aufhalten nach Baugrubenaushub.
In diversen Gegenden steht brauchbarer Lehm an.

Üblicherweise könnte hier auch eine Verlegung eines Ziegelbodens sinnvoll sein.
Dieser wirkt als Membran was die Feuchtigkeitsaufnahme und abgabe betrifft.

Grüße ausm Schwarzwald



Boden Gewölbekeller



Danke für den Tipp mit den fertigen Lehmziegeln, ist auch eine Alternative. Und gegen die Feuchtigkeit hilfts eventuell auch ein wenig.
Muss aber erst mal die Kosten überprüfen.