Wasser Eintritt im Keller

17.06.2007



Hallo zusammen,

nachdem ich mich nunmehr seit einigen Tagen durch eine Vielzahl von Berichten, Wunderheilern und Foren gelesen habe, scheint mir dieses Forum die beste Adresse zu sein, meinem "Problem" Herr zu werden.

Das "Problem" besteht darin, dass in unseren Keller, der um 1900 mit Backsteinen (rote Ziegel) errichtet wurde, bei starkem Regen an verschiedenen Stellen über die gesamte Hausbreite an der Außenwand Wasser eintritt. Der Eintritt reicht dabei von harresbreiten Strahlen bis hin zu - man könnte fast sagen eingebauten Gartenschläuchen - also etwa Fingerdicker Strahlen die je nach Höhe in der Wand etwa 20 - 60 cm später auf den Boden treffen - dabei jeweils aus den Fugen.

Da sich aus diesen Fugen die Füllung nunmehr auch sichtlich weg gespült haben, stellt sich die Frage, wie man diese wieder füllt, damit der Wassereinbruch entsprechend gemindert werden kann.

Die Ursache ist noch nicht genau klar. Die Spekulaionen reichen von einem defekten Kanal bis hin zu möglicherweise einem defekten Regenrinnenabwasser Rohr.

Leider kann ich das Erdreich nicht öffnen, da die betroffene Wand direkt an die öffentliche Straße angrenzt.

Den genauen Schaden klären aber gerade die Versicherung mit der Stadt - Ergebnis bleibt abzuwarten.

Was passiert bei starkem Regen ?
Der Kanal ist meiner Meinung nach zu schwach dimensioniert. Bei starken Regen laufen die Gullis über und es kommt zu Rückstauungen, wie ich an anderer Stelle des Abwasser Systems nachweisen konnte. Durch einen weg geflogenen Verschlußstopfen habe ich vor drei Jahren etwa 35000 Liter Wasser im Keller stehen gehabt - der Stopfen lag ungefähr 1 mtr. unterhalb der Straßenoberfläche.

Mir geht es hier definitiv NICHT darum, über die Ursache des Wassers zu spekulieren, sondern vielmehr darum, wie ich die ausgespülten Fugen (langfristig) und ohne die Steine zu gefährden reparieren kann und gleichzeitig dicht bekomme.
Das derzeitge (noch vorhandene) Füllmaterial ist sehr Sandhaltig und lässt sich "bequem" mit einem einfachen Schraubenzieher heraus kratzen.

Erster Gedanke war Zement-Mörtel.
Hierzu habe ich an anderer Stelle aber gelesen, dass dieser zu "Salzreich" ist und aus diesem meist alkalienreichen Trass-, bzw. Zementmörtel die Steine "angreift" und diese dann Ihre Festigkeit verlieren können und schlimmstenfalls verwittern würden.

Was kann man tun, bzw. womit kann man die Fugen wieder füllen, um
a) den Keller wieder "dicht" zu bekommen
und
b) die Substanz nicht zu gefährden ?

Für jeden Tipp bin ich dankbar ...

Viele Grüße
Stefan



moin,





moin,



Sie handeln richtig daran keinen Zementmörtel zu nehmen allerdings nicht, weil dieser den Stein angreift oder Salzreich wäre, das ist Humbug, vielmehr passt der Zement nicht zum System Ihrer Mauer, die wurde nähmlich mit Kalkmörtel (ich gehe mal davon aus, da es zu dieser Zeit Usus war) gemauert, auch das ist nicht mal 'so wichtig', vielmehr ist die Mörtelgruppe wichtig, d.h. die Festigkeit.
Aber selbst wenn Sie jetzt mit dem richtigen Mörtel vefugen bringt Sie da snicht wirklich weiter, denn so wie ich das verstanden habe, ist die Strasse unterspült und eine 'Leitung' führt direkt zu Ihrem Keller und das muss behoben werden.
Was Sie mit Sicherheit können, ist die Strasse zu öffnen, selbst wenn es die A3 am Frankfurter Kreuz wäre, Sie müssen das nur mit dem Ordnungsamt abstimmen, denn die Reperaturen an Ihem Objekt müssen gewährleistet sein.





Ui - vielen Dank für die schnelle Reaktion !!!

Also dass ich im zweiten Schritt die Straße aufmachen muss - da wird sicher kein Weg drann vorbei führen. Zuvor muss aber noch geklärt werden, wer für den Schaden "verantwortlich" ist. Dies wie gesagt klärt die Versicherung mit der Stadt.

Die Stadt selbst hat auch nichts dagegen, die Straße zu öffnen - jedoch dürfen das nur "zugelassene" Firmen, was auch direkt "zugelassene" Kosten bedeutet.

Ist das Rohr tatsächlich von mir zahlt es zwar dann die Versicherung - ist der Kanal nachweislich defekt kann die Stadt sich darum kümmern ;-)

Egal, wie dieses hin- und her ausgehen wird, bleiben aber die Spuren an der Wand, um die ich mich kümmern will und muss.

Ihren Ausführungen zur Folge kann ich also dann doch mit Zementmörtel neu verfugen ? Ob es seinerzeit tatsächlich Kalkmörtel gehandelt haben mag weiß ich nicht - für mich sieht es doch eher aus wie Sand (übertrieben gesprochen). Die Fugen sind eher alles andere als "stabil" - zumindest die Wände - bei den darüber liegenden Gewölbedecken scheint man einen anderen Stoff verwandt zu haben - hier ist die Festigkeit gegeben.

Worauf muss ich denn bei der Auswahl des Füllstoffes genau achten ???

Danke und Gruß
Stefan



Wassereintritt im Keller



Eine Ziegelwand
nachträglich von innen gegen Wasser, das unter hydrostatischem Druck steht, dicht zu kriegen, ist praktisch unmöglich.
Sie können nicht sämtliche Fugen neu vermörteln, egal mit welchem Mörtel.
Und wenn die Wand dicht wäre, würde das Wasser durch den Fußboden kommen.
Die einzig machbare Lösung ist das Aufschachten der Kellerwand, die Suche nach der Ursache für den Wasserandrang und deren Beseitigung.
Ich empfehle Ihnen, mit den für die Entwässerung zuständigem Betrieb (Stadtwerke, Abwasserverband...) Kontakt aufzunehmen. Dort gibt es i.d.R. eine Plankammer, wo Sie die Leitungsverläufe vor Ihrem Haus feststellen können. Ein Gespräch mit den Handwerkern des Betriebes, wie einem zusrtändigen Schachtmeister, kann eine Menge Informationen bringen und ev. eine Menge Geld sparen.

Viele Grüße
Georg Böttcher