Bodenaufbau über Keller: Folie oder nicht?

12.04.2007


Hallo liebe Mitforis,

ich bin jetzt durch das Lesen anderer Beiträge nicht weitergekommen:

Bodenaufbau von Unten nach Oben:

Gewölbekeller Sandstein (trocken bis naß, je nach Wetter)
Betondecke 10 cm (schlechte Qualität, Bestand)

Absperrfolie?

40mm Holzweichfaserplatten
22mm Landhausdielen Lärche

Sollte ich die Absperrfolie einbauen,
oder wirkt die sich hier kontraproduktiv aus?

Der Raum mit den Dielen wird beheizter Wohnraum,
der Keller bleibt derzeit unbeheizt.
Der Wassereintrag im Keller ist überwiegend Oberflächenwasser,
dieser ist mittelfristig verhinderbar (Zuwegung sanieren).
Die Betonplatte ist derzeit sichtbar und ganzjährig trocken.

In welcher Richtung verläuft eigentlich der Dampfdruckgradient,
von oben nach unten (meine Vermutung) oder von unten nach oben?

Viele Grüße,
Philipp Kawalek



Ich würde abdichten.



Es erscheint mir sehr unwahrscheinlich, daß eventuelle von oben kommende Kondensfeuchtigkeit nach unten verschwinden könnte, umgekehrt aber sehr wahrscheinlich, daß Feuchte durch die Betonplatte aufsteigen kann.

Wenn der Dielenboden diffusionsoffen aufgebaut wird (also keine abgesperrten "Landhaus" - Dielen, Öl ohne Harz- oder Wachsanteile), könnte er durch Kondensation entstandene erhöhte Feuchten auch nach oben wieder abgeben. Schließlich ist es ja ein normal belüfteter Wohnraum.

Grüße

Thomas



Ich schließe mich an



statt der Folie würde ich eine Bitumenbahn G200 wählen.
40 mm Holzweichfaser ist allerdings nicht ausreichend. Erforderlich wären 60, empfehlen würde ich 90 mm.





Danke für die Antworten. :-)

Ich werde also eine Abdichtung verbauen.

Die restlichen 3/4 des Hauses sind normal unterkellert,
mit 18 cm Stahlbeton (Bestand), allerdings oben wie unten trocken,
ich würde hier zur Zeit auf eine Abdichtung verzichten.

Die Dielen sind aus Vollholz und lediglich vorgeölt.
Nicht der Knüller, aber auch kein Laminat. ;-)

Mehr als 65-70mm Gesamtaufbauhöhe läßt sich nicht realisieren (Bauen im Bestand),
ich könnte zwar in Falle des Gewölbekeller eine Radikal-OP machen,
aber ich will auch keine Holzbalkenkonstruktion in eine (ehemalige) Kellerschwammproblematik legen,
außerden steht auf der Betondecke noch ein bißchen Wand.

Zum Ausgleich bekommen die Außenwände neue Fenster und etwas Innendämmung spendiert.
Neues Dach mit 20 cm Thermohanf ist ja auch drauf.

Die restlichen Kellerräume werden entweder mitgeheizt (Heizkeller, Wirtschaftsraum),
bzw. können unter der Kellerdecke noch ein paar cm zugunsten Dämmung verlieren.

Viele Grüße,
Philipp Kawalek



Ich wollte



nur darauf hinweisen, dass die EnEv einzuhalten ist. Auch bei einem Altbau, auch wenn kein Bauantrag erforderlich ist. Aber das mag im beschriebenen Gesamtkonzept durchaus funktionieren. Am Einzelbauteil jedoch nicht. Es wäre also günstig sich einen entsprechenden Nachweis erstellen zu lassen.



Aaaalso



unser Spezi, der uns den Bad-Boden einbringen soll (Trockenestrich) hat uns von einer Folie abgeraten (wir haben einen Keller mit Kappendecke). Nach Entfernung der Schüttung wird Blähton eingefüllt, dann kommt der Estrich drauf. Wie es allerdings in den anderen Zimmern (dort kommt Dielenboden rein) aussehen soll, haben wir noch nicht gefragt...
Spezi meinte nur, wenn der Boden vom Bad her mal nass wird und das Wasser auch in den Boden eindringt, wäre eine Folie nur hinderlich, so dass das Wasser unter dem Fliesen-/Estrichboden hängenbleibt.

Grüße
Andrea



Dann wird man wohl die Risiken



abwägen müssen. Ziemlich sichere fast ständige Belastung aus dem Keller, gegen hoffentlich (!) nie auftretende Undichtigkeiten in der Badinstallation.
Bei einer Decke zwischen bewohnten Räumen könnte ich dem Spezi folgen, zwischen feuchtem Keller und EG ... ???