Feuchtigkeit im Keller, Altbau-Teilsanierung

24.08.2006



Hallo,

mehrere Fragen eines unwissenden und überforderten Laien.
Ich möchte ein ca. 150 Jahre altes Bauernhaus in kleinem finanziellen Rahmen (hoechstens 20TEUR!) teilsanieren, um es in 10 Jahren größer sanieren zu können. Wir müssen aus finanziellen Gründen sofort in dieses Haus ziehen, die notwendige Großsanierung muss warten. Dennoch soll das ganze möglichst bewohnbar sein.

Problem 1: Über 50 Jahre Elektroleitungen und Sicherungen; das Haus hat Fachwerkwände mit Strohmatten - es besteht also Brandgefahr.

Problem 2: Habe vor 14 Tagen den Gewölbekeller ausgeräumt: Buntsandstein, ca 3,5m Höhe, Boden aus Sandstein, ca. 30qm. Es befand sich reichlich alter Schutt und Feuchte Erde (wohl von diversen Feldfruechten im Keller. Habe einen Tag dort gearbeitet, anschließend 10 Tage akuter Ausschlag im Gesicht und an weiteren Körperpartien. Habe ein Klimagerät zum Entfeuchten aufgestellt (ja ich weiss, das 20 Liter pro Tag lächerlich sind, aber wir haben leider kein Geld für etwas besseres). Nach einer Woche hat sich an vielen Stellen ein dichter weißer/grauer Wollrasen gebildet. Schimmel? Hausschwamm? Ich weiss es nicht. Vielleicht verursacht er diese Allergien bei mir.

Problem 3: Das Haus steht seit zwei Jahren leer. Das Fachwerk wurde von einem Pfuscher von außen mit nicht atmenden Styproporplatten zugeklebt. Feuchtigkeit an allen Enden.

Problem 4: Kein Warmwasser (noch alter Holzboiler).

Sicher könnte ich noch tausend Informationen zum Haus schreiben, aber jetzt lasse ich einfach einmal Raum für Gegenfragen. Wer mir Hilfe in unserer Region (...Achtung BUDGET!) weiß, bitte melden.

Vielen Dank für jeden guten Ratschlag.

Freundliche Grüße



Mal sehen



Fragen:
- Wie sieht es mit den Innenwänden aus? Zugeputzt? Tapeziert?
- Strohmatten als Haftgrund für den Oberputz ??
- Dächer dicht?
- Keller unterirdisch ohne Fenster?

PS: wir haben ein ähnliches Budget... "geht nich gibts nich" !



mal sehen...



danke fuer deine schnelle Antwort. Ist ja troestlich wenn noch mehr Leute mit so einem Budget kaempfen.
a) Innenwaende (ausser Keller) - zugeputzt, Tapeten; Strohmatten als Haftgrund (teilweise) bzw. Schilfmatten in den Decken (keine Ahnung wozu); im Keller: Frueher mal Putz rundum; mittlerweile nur noch an der Decke - der Rest ist der Feuchtigkeit zum Opfer gefallen
b) Daecher: Scheune ist dicht(im Verbund gebaut) - Ziegel 35 Jahre alt; Haupthaus: ca. 50 Jahre - der Gutachter meinte noch 10 Jahre - dann kommt sowieso der Dachstuhl herab. :-)
c) Keller: 2/3 unterirdisch. Nur noch ein "Schlitzfenster" von ehemals drei (dank der Nachbarn); Groesse dieser Belueftung: 70cmx25cm
Allgemeinzustand: ein Baugutachter schaetzte das Wohngebaeude auf max. 13 Jahre Ueberlebensdauer. Dann duerfte es durch Kriegsschaeden, Hausschwamm u. Holzwurm dem Ende entgegengehen bzw. muss mit groesseren Maurer- u. Zimmermannsarbeiten gerechnet werden.

Sodele. Schau mer mal.



neues zum feuchten Keller



Juhuuuu- der Fachmann hat gesagt es seien "Salze" im Keller.
Dafür war sein Sanierungsangebot mit 3.7oo Eur bezüglich Holzwurmbekämpfung haarstreubend.

Nuja - wer ein altes Haus hat, fuehlt sich gleich alt...
zumindest, wenn er auf den Kontoauszug schaut....



Reihenfolge



Hallo war sehr lange weg...

ich versuch mich hier nicht in "handwerklichen" Tips, aber vielleicht in Erfahrungswerten:

Wir haben als erstes 2 Räume fertiggemacht für den Winter, haben versucht die Fenster u.a. dicht zu kriegen, um im Winter nicht die Umwelt mit Wärme zu versorgen.

1. wir haben entkernt, also Tapeten runter (Müll), Lehmoberputz mit Schilfeinlagen hinterm Haus gestapelt, und zwar fast das ganze Haus damit alles wieder atmen kann.
2. 2 Räume komplett neu verputzt, allerdings mit offenem Fachwerk innen (aussen haben wir eine Verkleidung). Lehmputz ist in Grosspackungen erhältlich (Claytec) und sogar für den kleinen Beutel zu haben.
3. Lehmfarbe auch von Claytec, gibts in versch. Farbtönen.
4. Wichtig war uns das Verlegen der Heizung und die Installation einer (alten) kleinen aber funktionalen Küche.
5.Nach und nach haben wir die alten elektrischen Leitungen durch neue ersetzt (haben allerdings auch einen Elektriker an der Hand).
6. Die undichten Dächer haben wir abgeplant das reicht erst mal für ein Jahr.
7..... Gemeinsam gehts, wenn jemand nicht mitzieht wirds harzig.

... alles in allem haben uns unsere ersten Sofortmassnahmen ca. 15 Euro gekostet, das teuerste dabei war die neue Heizung, wobei wir die Leitungen dazu eigenhändig verlegt und gelötet haben.