Waschmaschine & Trockner im Gewölbekeller?

02.01.2012



Hallo zusammen.

Vorneweg: Ich bin Laie.

Ich habe vor ein paar Monaten ein Stadt-Haus aus 1934 erstanden. Es ist aus Tuffstein gemauert und hat keinen Aussenputz, sprich Sicht-Tuffstein.

Ich habe vier Stockwerke, Souterrain (ca. 120cm davon unter der Erdlinie), Erdgeschoss, Obergeschoss und Dachgeschoss. Über dem Dachgeschoss dann noch der Speicher (ungedämmt) und drei Treppenstufen vom Souterrain nochmal runter dann noch einen Gewölbekeller.

Dieser Gewölbekeller ist meine einzige Möglichkeit, Waschmaschine, Trockner und Krempel unterzubringen, da alle anderen Räume im Haus Wohnraum sind.

Der Keller ist vermutlich aus Lehmziegel gemauert. Er ist dünn verputzt, sprich es lässt sich noch ganz grob eine Steinform erahnen. Die Sichtschicht ist weiss (ich vermute Farbe) und darunter ist sie grau. Ich habe an einer Stelle geringe Abblätterung dieser Schicht. Der Boden ist gestampfter Lehm und ich habe zwei Belüftungsfenster recht weit oben, Größe jeweils ca. 50cm x 30cm, nach oben klappbar, aber nur ca. 30cm weit zu öffnen.

Die Wände fühlen sich nicht feucht an.
An einer Stelle war der Lehmboden mit einer Art Scheibenmatte (Isoliermatte für Autoscheiben) überdeckt. Als ich diese entfernt habe, war es darunter feucht.

Jetzt, seitdem ich alles was auf dem Boden rumgefahren ist, enstorgt habe, scheint keine offensichtliche feuchte Stelle mehr erkennbar.

Ich habe in meinem Firmengebäude einen Hausmeister beschäftigt, den ich nun ebenfalls für die Pflege des hier angesprochenen Tuffsteinhauses einsetze. Ich habe ihm gesagt, dass Waschmaschine und Trockner in den Gewölbekeller müssen und eben und ausniveliert stehen sollen. Gut gemeint hat er dann Zementestrich besorgt und ausgehend von einer Ecke eine 2qm große Fläche mit Lattenschalung abgetrennt. Er hat mir dann aus dem Zementestrich einen Sockel DIREKT auf den Lehmboden, sprich in Verbund mit Lehmboden und in Verbund mit den zwei angrenzenden Wänden der Ecke, erstellt. Der Sockel hat größtenteils 15 cm Stärke, an einer Stelle (Lehmbodenunebenheit) sogar wahrscheinlich 20cm Stärke. Er hat dann auch noch Metallgitter als Armierung eingelegt.

Nun Waschmaschine und Trockner stehen eben und Sockel ist hart.

Ich habe mich die letzten Wochen nun versucht etwas hier (und auch anderwo) einzulesen und habe seither ein wenig Bauchschmerzen.

Zum einen würde ich gerne von euch wissen, ob mir dieser Sockel einigermaßen hält (Risse wären egal, steht ja nur Waschmaschine und Trockner drauf) und ob ich Probleme mit der Feuchtigkeit darunter bekomme bzw. bekommen kann?

Desweiteren würde ich den Keller gerne als Lagerraum für Krempel nutzen, da wäre allerdings auch bisschen Papierkram, paar Klamotten und vielleicht auch das ein oder andere Möbelstück darunter. WENN möglich.

Habe mir einen Hygrometer gekauft und die letzten Tage gemessen (hat desöfteren bei uns geregnet).

Tempertaur war die ganzen letzten Wochen so um die 10 Grad, ging auch mal auf bis 7 Grad runter.

Luftfeuchtigkeit bewegt sich zwischen 77 und 86 %, je nachdem wo ich das Gerät hinstelle.

An Sylvester Nachmittag war die Temperatur bei geöffneteten Fenstern auf 7,3 Grad und Die Taupunkt-Anzeige auf 4,8 Grad. RH auf 86 %.

Da bin ich schon etwas erschrocken, kann man sagen...

Wichtig wäre mir: Schaden diese Verhältnisse meiner Waschmaschine und meinem Trockner?

Kann es sein, dass die Luftfeuchtigkeit so heftig ausfällt, weil es ein Kondenstrockner ist? Sprich ohne ausleitenden Schlauch.

Und: Wie soll ich weiterverfahren um meinen Keller für den angesprochenen weiteren Verwendungszeck einigermaßen nutzbar zu machen?

Ausgleichsschüttung Granulat oder Kies und darauf Kellerklinker? Folie unter die Schüttung?

Komplett Estrich? Mit Folie? Ohne?


Bin momentan etwas ratlos. Würde gerne das Beste daraus machen.

Vielen Dank im Voraus.



Moin Alex,



wir haben einen ähnlichen Keller und als Lager für alles was rosten oder müffeln kann nur ein kurzes: Vergiss es!

Wama und Trockner sehe ich kein Problem, solange gut belüftet ist.

Falls dir Lustnau nicht zu weit ist, kannst ja mal auf nen Kaffee rumkommen.

Gruss, Boris





Hallo Alex,

da schließe ich mich Herrn Kehle in seiner Beurteilung an. Die Frage ist nicht nur, ob die Verhältnisse den Geräten schaden, sondern auch, ob die Geräte die Feuchteverhältnisse gar verstärken.
Die Geräte bringen zusätzliche Feuchtigkeit in den Raum und erwärmen auch die Raumluft. Warme Raumluft wiederum kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte. Wenn diese dann abkühlt oder auf kalte Wandflächen, ausgekühlte Laibungen um die Fenster etc. trifft kommt es zum Kondensatausfall.

Kleidung, Papier, Holz, etc. haben dort unten nichts verloren, das Wäschaufhängen sollte dort auch nicht stattfinden.

Ich würde einen anderen Ort für die Geräte suchen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



.



@ NEW...|Th. Kehle

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Also, wie gesagt, WaMa und Trockner MÜSSEN dort stehen, alles andere was durch Feuchtigkeit gefährdet ist, kann ich zur Not auch bei mir im Geschäft abladen. Ist halt eben umständlich.

Wofür ein Gewölbekeller früher gebaut wurde, ist mir bewusst. Auch dass richtige Trockenlegungen ein mutiges Unterfangen bis hin zur Unmöglichkeit darstellen können, habe ich mittlerweiel gelernt.

Aber irgendwie muss es doch möglich sein, die Feuchtigkeit etwas zu verringern, oder?

Macht eine Folie das ganze wirklich nur noch schlimmer, sprich "kriecht" die Boden-Feuchtigkeit dann die Wände hoch? Dann Schüttung und Kliner drauf? Stell ich mir das zu einfach vor?



@ Boris Webler

Moin Boris, Lustnau ist mir definitiv nicht zu weit, eher Katzensprung. Willy's Street. ;-)
Hast du WaMa und Trockner auch in deinem Gewölbe stehen?



@ Christoph Kornmayer

Vielen Dank für die Antwort. Was würdest du zu meinem Bodenbelagsplänen sagen? Hilfreich? Falsch? Kann das mit dem Sockel Probleme geben?





keine Folie, keinen Estrich, keine den Feuchtetransport hemmende Materialien. Die Feuchtigkeit kann tatsächlich in die Wände ziehen. Denkbar wären z. B. Mauerziegel, weniger der Klinker.
Stell doch mal ein Foto von der abblätternden Schicht ein.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Moin Alex,



wir haben in Dusslingen mal aus einem Gewölbekeller (50'er Jahre) ein Zimmer gemacht:

Lehmboden
Splitt
Lochziegel
40/60 Holz-UK, jeweils wechselseitig mit Handbreit Abstand zur Wand verlegt.
OSB
Teppichboden

Vom danebenliegenden Heizungskeller haben wir dann einen Schlauch gelegt und mittels Computerlüfter und Zeitschaltuhr regelmässig trockene,warme Luft unter den Boden geblasen und über das Schachtfenster abgeleitet.

Das hat gut funktioniert, der Keller war allerdings sowieso recht trocken und dauerbeheizt.

Wir haben bei uns 2 WaMa's + Gefriertruhe stehen. Alles was auf Palette und luftig steht leidet nicht - die Paletten meucheln allerding über die Jahre weg.

Gruss, Boris



Ich weiss, es hört sich vermessen an,



aber ein Sprichwort bei uns sagt, man kann nicht mit aller Gewalt einen Igel entflohen.
Aber ich kann Herr Kornmayer nur beipflichten.

Es ist mir durchaus bewusst, dass die Zeit bei Dir drängt und es schwer ist nicht das zu hören was man gern hören möchte, aber es hilft nix, um dein Anliegen zu lösen, bedarf es mehr als nur ein paar Sätze hier im Forum. In deinem Fall bedarf es einer sorgfältigen Planung und vor allem eine Vor Ort Beratung von einer Fachfirma. Keiner der hier anwesenden Fachleute kann Dir die ultimative Lösung aus dem Ärmel schütteln. Weil keiner die Gegebenheiten vor Ort kennt.

Grüsse



Ich habe...



noch keine Nachweise gefunden oder eigene Erkenntnisse gemacht, daß ein dichter Boden Feuchte in die Wand treibt.

Ich bin der Auffassung, daß ein nach unten abgedichteter Betonboden Ihre Luftfeuchtigkeit reduziert, ohne anderswo Schäden zu provozieren.

Ein übriges tut eine feuchte- und temperaturgeführte Be- und Entlüftung. Für die Lagerung von Papier wird das aber sicher nicht reichen.

Grüße

Thomas





Gestern Abend bin ich in meinen Gewölbekeller runtergelaufen, weil ich am Sylvester-Abend die Fenster zu gemacht habe und diese wieder öffnen wollte.

Hygrometer hat mich erneut geschockt, mit 7 Grad und 91% Luftfeuchtigkeit. WaMa und Trockner liefen seither nicht, d. h. die beiden haben das nicht beeinflusst. Fenster aufgemacht und innerhalb zehn Minuten auf 80% gesunken. Muss heute mal nachsehen, was das Hygro sagt.

Soll ich so einen Luftentfeuchter reinstellen? Oder lieber eine Art Konvektions-Frostwächter mit Thermostat und / oder Zeitschaltuhr?



@ Thomas W. Böhme

Grundsätzlich nachvollziehbar, da ja jedes Haus auf "Dreck" steht und sich auch nicht unausweichlich das ganze Mauerwerk "vollsaugt".
Aber ich dachte, nachdem was ich alles hier gelesen habe, dass Gewölbekeller einen Sonderfall darstellen.
Andererseits kenne ich hier bei uns auch mindestens zwei Gewölbekeller, die ausbenotierten Boden haben und komplett verputzt und gestrichen sind. Ob da allerdings die Feuchtigkeit die Wand hoch geht und / oder sonstige Schäden verursacht, weiss ich nicht.

Würde Ihrer Meinung nach auch meine bereits angesprochene Variante mit der Folie funktionieren? Folie Verlegen und abdichten, Schüttung drauf, Bodenbelag (z.B. Steine, Ziegel, Klinker, Platten) ?

Haarige Sache das Thema...



Eine dauerhafte Sperre...



...gegen aufsteigende Feuchte braucht auch eine feste Basis. Das ist mit einer Folie und Schüttung drüber nicht gegeben.

Gewölbekeller sind in dieser Hinsicht kein Sonderfall, warum auch?

Vorschlag: Schotterpackung / Geovlies / Unterbeton / Bitumenschweißbahn / Estrich. Den Estrich entweder als Sichtestrich (für Nebenräume eine praktische Sache), oder aber weiter mit dem Material Ihrer Wahl.

Verputzen würde ich nicht, oder aber nur mit Kalkputz. Mit dem falschen Putz können Sie tatsächlich Schäden anrichten.

Grüße

Thomas



Belüftung



Dirk Ottenhues ist hier im Forum dabei und bietet ein intelligentes Lüftungssystem an. Soweit ich die Unterlagen kenne, misst das die Situation innen und außen und lüftet nur dann, wenn's was bringt.

Grüße

Thomas



An der Vorgehensweise



die Thomas beschrieben hat ist in sofern nichts einzuwenden, wenn vorab eine Lastfallprüfung (Grundwasserspiegel, Oberflächenwasser, drückendes Wasser) durchgeführt wird.
Dazu kommt eine sorgfältige Planung der Anschlusspunkt und vor allem die richtige Materialauswahl der jeweiligen Maßnahmen.

Grüsse