Kellerboden/Naturboden mit Klinkerstein verlegen

14.08.2008



Hallo an Alle,

wir haben ein altes Haus aus dem Jahre 1824 erworben und wollen nun den Keller wieder flottmachen. Der Keller ist ein Gewölbekeller aus Bundsandstein, der die letzten 50-60 Jahre mit irgendeinem Mörtel verputzt war. Der Mörtel war feucht und der ganze Keller roch stark modrig. Wir haben daraufhin, den ganzen Mörtel von den Sandsteinen gekloppt, so dass diese jetzt wieder frei liegen und gut "atmet".

Der Keller hat einen gestampften Lehmboden. Ich möchte rund dreiviertel des Kellerbodens nun so aufbereiten, dass ich dann auf dieser Fläche "feuchtigkeitsscheue" Gerätschaften (Werkbank/Tiefkühltruhe...) abstellen kann. Das restliche Viertel soll als Lehmboden erhalten beleiben.

Als Bodenbelag hatte man mir Hartbrandziegel angeraten, die in einem Sandbett verlegt werden sollen. Unter dem Sandbett soll zudem noch eine PE-Folie/Noppenfolie zur Vermeidung von aufsteigender Feuchtigkeit verlegt werden.

Ich habe nicht vor den Keller "trockenzulegen", sondern möchte vielmehr nur eine begrenzt trockene Standfläche schaffen und dabei nicht das nun entstande angenehme Kellerklima zerstören.

Könnt Ihr meine Vorgehensweise unterstützen oder mache ich hier wogmöglich etwas falsch? Danke vorab für die Anregungen.



Kellerfußboden



Hallo Sylvio,

erst mal gut, das Sie hier vorher fragen und nicht wie viele andere, die erst schießen und dann fragen.

Zu Ihrem Vorhaben:
Das mit dem "Atmen" ist Quatsch. Wände atmen nicht. Baustoffe können überschüssige Luftfeuchte (Kondensat) mehr oder weniger gut aufnehmen. Dieses Kondensat bildet sich, wenn die Luft an der kälteren Wand bzw. dem Gewölbe abkühlt.
Sandstein kann viel weniger Wasser aufnehmen als Kalkputz, die Folge können nasse Steinoberflächen sein.
Dem Gewölbe schadet das nicht.

Zum Fußboden:
In solchen Kellern war eine hohe Luftfeuchte gewollt, die Verdunstung sollte im Sommer den Raum kühlen.
Wenn Sie einen Teil der Verdunstungsfläche des Fußbodens sperren, wird sich das auf das Raumklima nur unwesentlich auswirken, die relative Luftfeuchte wird immer noch ziemlich hoch sein.
Feuchteempfindliche Sachen gehören nicht in einen solchen Keller.
Wenn Sie ihn so nutzen wollen, dann nur mit einem vollständig gesperrten Fußboden.
Wieweit noch Feuchte durch die Mauern und die Gewölbekappe eindringen kann, ist pauschal nicht zu sagen. Nach meiner Erfahrung spielt aufsteigende Feuchte bei Natursteinmauerwerk kaum eine Rolle.
Eventuell noch überschüssige Luftfeuchte kann dann mit einem angepaßten Lüftungsverhalten abgeführt werden.
Ob nun Hartbrandziegel das richtige Material sind, sei dahingestellt. Ein einfacher Beton auf einer Dichtfolie tut es auch.

Viele Grüße





Hallo Sylvio,

wenn er jetzt schon mal nicht mehr müffelt (der Keller) ist das Ziel eigentlich erreicht.
Feucht wird der Keller immer sein und aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Werkzeug das nicht leiden kann. Klinker halte ich nicht für die richtige Wahl, eher einen normalen Vollziegel der die Feuchtigkeit durchlässt Sieht dann etwas besser aus, hat aber keinen wesentlichen Vorzug hinsichtlich der Feuchtigkeit gegenüber dem Lehmboden.

Ich habe bei mir beides. Im großen Keller mit Lehmboden allerdings kann ich außer Wein lagern nichts veranstalten. Dem geht es dafür aber sehr gut...

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



ähnliche Gedanken



hallo,
ich habe eine ähnliche problematik, in sofern würde mich der ausgang interessieren. ich habe auch ein Sandstein gewölbekeller, inzwischen die wände auf fordermann gebracht, neu verfugt ect.
ich bin nun an der punkt, an dem ich mir über den boden gedanken mache muß.
da die alten häuser keine Bodenplatte hatten ist bei auch eine art lehmboden.
ich wollte zunächst, da ich auch der meinung war/bin der feutigkeit wegen keine betongplatte (abgesehen dass das wohl nicht so doll aussehen würde)rein machen. mir schwebte eine bodenplatte aus antrazithfarbene pflastersteinen
(betongsteine) vor. diese wollte ich L / R legen und in der mitte ein holzsteg. das hätte den vorteil dass es bestimmt gut aussieht, ein kontrast zur roten wand bildet, mann die "laufwege" auf dem dunkelen boden nicht sieht und ich an eine Wasserleitung welche im mitten raum lang läuft zu jederzeit reparieren könnte.
nun habe ich aber gehört, dass ich mit kopfsteinplaster, besser beraten wäre. dies wollte ich eigentlich nicht legen , da ich davon ausging das diese mir die oberfläche zu dicht macht und so das raumklima getstört ist und die feuchtigkeit die ja die ganze zeit über den boden sich reguliert hat, an den wänden hoch geht.
was ist nun das bessere material, ich wollte den raum nicht unbedingt als lageraum nutzen eher als art Weinkeller oder so.
falls da irgendwelche vorschläge da sind, wäre ich dankbar für diese.
M.f.G. Beisiegel



Kellerboden



An Ulrich Beisiegel:
Für ihren Fall sind Gehwegplatten, Rechteckpflaster oder Verbundpflaster in Sandbettung die beste Lösung.
Auch Ziegel hochkant oder als Flachschicht können verwendet werden.
Kopfsteinpflaster geht technisch gesehen auch, ist aber schwerer zu Verlegen und ergibt eine unebene Oberfläche.
Am einfachsten und billigsten für Sie ist ein Belag aus Gehwegplatten im Sandbett.

Wenn Sie Führungen in Ihrem Keller veranstalten wollen, können Sie den Boden natürlich mit eingefärbtem Rechteckpflaster und dazu passendem Holz schmücken.
Besser wird der Boden dadurch nicht.

Viele Grüße