Feuchter Keller

06.03.2008



Feuchter Keller
ich habe ein problem. ich habe vor 10 jahren ein haus, Baujahr 1949, gekauft. der Keller wurde nie beheizt. es waren ausblühungen an der wand, die von meinem vater beseitigt wurden und die sich auch die jahre über im rahmen hielten. nun musste ich an einigen stellen wieder Feuchte stellen entdecken. diese befinden sich in ca. 10 - 50 cm höhe. der Verputz ist klamm und lässt sich ablösen. seit 3 jahren wird das haus im Winter durch einen kohleofen beheizt, wodurch auch die Feuchtigkeit etwas nachgelassen hat d.h. einige feuchte stellen sind nun trocken. in dem keller befindet sich auch eine waschküche, die wiederum hat trockene wände. gibt es ohne großen, finanziellen aufwand, eine möglichkeit (für eine frau) die wände von innen zur gartenseite, abzudichten und wenn ja, können sie mir ein produkt nennen, welches ich verwenden kann. aufgraben ist unmöglich,mangels masse :-( über eine nachricht würde ich mich sehr freuen. besten dank im voraus



Zu den feuchten Kellern



gibt es hier im Forum zahlreiche Beiträge (hast du schon über die Forumssuche recherchiert?).

Erste Aufgabe ist immer, die Ursache festzustellen (oft schwierig und je mehr Leute Du fragst, desto mehr Meinungen bekommst Du...).
Von innen Abdichten geht garantiert in die Hose, oder das Problem verlagert sich nur.

Was für ein Putz ist drauf? Hast Du Fenster im Keller und wie lüftest Du?

Ich würde es erstmal mit evt. Putz runterklopfen und einem Luftentfeuchter versuchen (gibt's im Baumarkt mittlerweile für 120 Euro und tun's ganz gut).
Vielleicht kannst Du auf diese einfache Weise das Problem eindämmen. Andere Maßnahmen werden sicher teurer und aufwändiger.

mag



Woher kommt denn die Feuchte? Dies muss nicht von außen sein!



Immer wieder gibt es Diskussionen wegen Abdichtungsarbeiten im Keller.
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Manche empfehlen da hilft nur außen aufgraben, abdichten und dann auch noch gleich alles mit einer Wärmedämmung ausführen.
Dabei noch eine Drainanlage einzubauen usw..
Wenn ich dann das Objekt besichtige, stelle ich oft fest, dass eine Abdichtung überhaupt nicht möglich ist. Denn gegen was sollte abgedichtet werden und dann, wie?
Die erste Frage ist immer, wie hoch steht das Wasser im Keller? Denn wenn wir eine Abdichtung brauchen so muss man gleichzeitig darüber diskutieren, wie hoch denn das anstehende Wasser von der Außenseite sein kann. In den meisten Fällen stelle ich dann fest, dass weder die Grundwasserstände und auch nicht bekannt ist, ob Stauwasser entstehen kann.
Die Annahme, dass es sich um Wasser von außen handelt, wird fast immer nur davon abgeleitet, weil eben der Keller an der Innenseite feucht ist.
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Ein Beispiel aus meiner Praxis.
An einem größeren Gebäudekomplex in der Bundeshauptstadt wurde die Planung für die Abdichtung von einem namhaften Planungsbüro durchgeführt. Bei der Diskussion ergab sich dann, dass die Abdichtung so ausgeführt werden solle, dass diese einen Wasserdruck von
1,5 Meter standhalten müsste. Dies auch deswegen, weil in unmittelbarer Nachbarschaft ein Bachlauf war. Dieses Gebäude war aus Ziegelstein gemauert und es war schon vorgesehen, dass als Abdichtung im Mauerwerkquerschnitt die Abdichtung mit Chromstahlplatten ausgeführt werden sollte. Nun ist zwar das Verfahren durch Eintreiben der Chromstahlplatten
als eines der sichersten Verfahren gegen kapillare Saugfähigkeit anzusehen. Es ist jedoch nicht geeignet, um eine Abdichtung im Querschnitt gegen Wasserdruck herzustellen, da Wasser als Flüssigkeit ja durch die Anschlussfugen eindringen könnte. Des weiteren wurde diskutiert wie dem Wasserdruck von 1,5 Meter Wassersäule entgegen gewirkt werden könnte. Dabei ergab sich eindeutig, dass zumindest im Bodenbereich eine 75 cm starke Betonplatte eingebaut werden müsste um dem Wasserdruck von 1,5 Meter stand zu halten. Außerdem müsste im Bereich bis zu 1,5 Metern Höhe ebenfalls gegen diesen Wasserdruck eine Art Wanne ausgebildet werden die noch dazu mit der Bodenplatte nach zustand verbunden werden muss. All diese Maßnahmen waren jedoch sowohl räumlich als auch technisch als unsinnig bezeichnet worden.
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Hierbei zeigt sich natürlich wieder ganz deutlich, dass alleine wegen der spekulativen Stauwasserhöhe ein nicht zu vertretender Aufwand betrieben worden wäre. Bei der weiteren Diskussion ergab sich, dass auch die Abdichtung mit anderen Verfahren und Produkten nicht besser abschneiden können. Nach dieser Diskussion habe ich mir erlaubt zu fragen, wie oft der Keller im Laufe der letzten Jahre mit den Problemen eindringenden Wassers belastet wurde, dabei stellte sich heraus, dass die letzten 100 Jahre nie Wasser eingedrungen ist. Es gab noch viele Diskussionen, aber ich konnte mich letztendlich dazu durchringen, dann auf eine Abdichtung, sowohl im Mauerwerksquerschnitt als auch gegen aufstauendes oder drückendes Wasser ganz zu verzichten und statt dessen konnte ich den Vorschlag der Instandsetzung mit dem I-Bau-System einbringen. Dabei handelt es sich um eine Instandsetzung der durch Feuchte und Salz geschädigten Wandinnenseite, durch das Aufbringen einer dichten Folie mit einem aufgebrachten Putzträger auf den dann in der Regel mit Sanierputz oder mit sogenannten wärmedämmenden Leichtputzen die wasserabweisend eingestellt sind eine neu verputze Oberfläche herzustellen.
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Eine Abdichtung an der Außenseite sowie im Mauerwerksquerschnitt an der Unterseite würde zwar letztendlich eine „trockenere“ Wand ergeben, wobei trotz dieser sehr teuren Maßnahme an der Innenseite die gleiche Thematik und die gleiche Problematik, nämlich die Tauwasserentstehung und damit der Wechsel zwischen feucht und trocken weiterhin stattfinden würde, was zu den bekannten Problemen führt. Das durch diesen Wechsel Salze
a) Feuchtigkeit aufnehmen und
b) beim Abtrocknen einen sehr hohen Druck durch die Kristallisation entsteht.
Um zu verdeutlichen welche Problematik dabei gelöst wird gebrauche ich immer den Vergleich: Man denke an einen schönen Biergarten, vor sich eine schöne kühle frische Maß und jedem wird sofort klar, dass der Maßkrug an der Außenseite beschlägt, d.h. es entsteht sehr schnell Tauwasser auf Grund der Feuchte in der Luft und der relativ kalten Oberfläche des Kruges. Wobei kein Mensch auf die Idee käme, diesen Krug an der Innenseite abdichten zu wollen, um an der Außenseite das Tauwasser wegzubringen.
Neben den vielen Messungen von mir, sowohl der Temperaturen als auch der Feuchte in Keller, hierbei sind insbesondere die Arbeiten von Herrn Professor Dreier und Herrn Hecht aus der TU in Wien entscheidend mit eingeflossen, ergibt sich eindeutig, dass es sehr oft "nur" Tauwasserprobleme sind. Des weiteren beschäftigte sich Herr Professor Weichert ehemals Bundeswehrschule Neubiberg bei München, mit diesem Phänomen und kam ebenfalls zu diesen Ergebnissen.
Letztendlich wird die von unserer Firma gemachte Erfahrung bestätigt, dass durch eine sogenannte Innen-Instandsetzung die Mauer zwar noch feucht bleibt, was ihr ja auch nicht schadet, denn weder der Ziegel noch der Mörtel fault, eine kostengünstige und sichere Sanierungsmöglichkeit ist.
Daraus kann ableiten werden, wenn es gelingt, dass die Salze in Lösung bleiben (die Mauer also feucht bleibt) und auch die damit zusammenhängenden Kristallisationsprobleme wegfallen und außerdem die Feuchteabgabe in dem Raum reduziert wird, bzw. ganz verhindert wird, dann ist der Raum gut und hochwertig zu Nutzen. Es geht letztendlich nur noch darum, eine saubere trockene Oberfläche zu bekommen.
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Was hilft eigentlich eine Drainanlage?
Hierzu wird sehr oft kontrovers diskutiert.
Ab wann ist eine Drainanlage sinnvoll?
Ab wann ist ein Kiesgraben eine Verbesserung?
Wann ist eine Unterfangung notwendig?
In den letzten Jahren wird sehr oft auch bei alten Gebäuden um das Haus aufgegraben und eine Drainanlage eingebaut so wie ein Kiesgraben bis zur Oberkantegelände hochgezogen und dies alles führt sehr oft eher zu einer Verschlechterung als zu einer Verbesserung.
Vorab muss erwähnt werden, dass die Abdichtungsnorm auch einen Hinweis auf eine einzubauende Drainanlage nach DIN 4095 vorsieht. Es ist jedoch auch klar, dass diese Normen nur für den Neubau gelten und auch nur dann, wenn feststeht, dass es darum geht, Abdichtungen vor erhöhtem Wasserdruck zu schützen.
Sehr oft wird bei einer nachträglichen Instandsetzung jedoch das Gegenteil erreicht, insbesondere bei alten Gebäuden. War bisher Erdreich - (zum Teil auch vermischt mit Bauschutt) darüber Humus bis am Haus, durch diesen Belag nur sehr wenig Wasser in flüssiger Form eindringen konnte, so wird nach dem Herstellen eines Kiesgrabens und einer Drainanlage das Wasser regelrecht „angesaugt“ und um die gesamte Hauslänge verteilt. Dies führt sehr oft dazu, dass an allen Stellen Feuchtigkeit in erhöhtem Maße vorhanden ist.
Ebenso tritt jetzt in den oberen Randbereichen, ein ständiger Wechsel zwischen Feucht und Trocken - nicht nur über das Wasser, sondern auch über die Kondensation statt. Dieser Wechsel zerstört oft die mit Sockelputzen ausgeführten Bereiche.
Und weiter wird beim wiederauffüllen und dem verdichten oft ein größerer Schaden gemacht.
Beim Verdichten entstehen erhebliche - auch seitliche Drücke und können die Wand eindrücken aber auch vom Auflager verschieben. Dies kann wieder zu einer Undichtigkeit führen.
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Es ist also nicht ganz so einfach, immer das Richtige zu tun.
@ Frau Hinterkeuser, wenn Sie den Vorschlag machen - erstmal den Verputz ab und dann noch die Feuchte absenken, glauben Sie denn nicht auch, dass man dann noch mehr Feuchte aus den Wänden zieht?
Das Problem ist jedoch nicht das Wasser, sondern mehr die mittransportierten Salze und die daraus resultierenden Schäden.
Dem kann ich so nicht zustimmen.





Hallo Frau Tavernier,

ich würde das zunächst mal ohne Abdichtung versuchen, ich bin mir nicht so sicher ob das bei Ihnen zu etwas führt. Möglicherweise kommt die Feuchtigkeit "von Innen".

Erstmal als Faustregel: Die Fenster und Türen des Kellers nur dann zur Lüftung öffnen, wenn die Außentemperatur DEUTLICH geringer ist als die Innentemperatur. Also im WINTER LÜFTEN, im SOMMER NICHT.
Warme Luft kann einfach mehr Feuchtigkeit transportieren als kalte und diese schlägt sich dann gerne an den kälteren Kellerwänden nieder.

Ein weiteres – möglicherweise größeres – Problem wird die Waschküche sein, die in ihrer ureigenen Funktion feuchte Abwärme produziert. Und eben diese schlägt sich genauso an den kühleren Kellerwänden nieder. Warum nicht in der Waschküche und hauptsächlich in den anderen Räumen? Durch die Abwärme der Geräte (ich vermute Waschmaschine und Trockner) werden die Innenwandflächen der Waschküche mehr erwärmt als jene der anderen Räume. Das Wasser wird sich hier in geringerem Maße niederschlagen und wird später, durch die Wärme der Wand wieder an die Luft abgegeben.
Diese kann ja später wieder Feuchte aufnehmen, die Sie an die anderen Wände abgegeben hat :-)

Also erstmal nichts auf die Wände schmieren sondern versuchen den Feuchtehaushalt "natürlich" zu regulieren. Sie wollen ja - nehme ich an - den Keller nutzen wie zuvor und kein IT-Gewerbe betreiben.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



kellerfeuchte



Hallo guten tag ich würde ihnen eine Kalkputz empfehlen der ist feuchte regulirend und ist difusions offen, eine preiswerte sache und natürlich auch der einzige putz der schon seit huderten von jahren in dem bereich bekannt und genutzt wird. eine abdichtung wird ihnen nicht helfen



feuchter keller



danke für die nachrichten.
@ frau hinterkeuser,
der putz müsste ein normaler Zementputz sein. ich weiss nicht, was mein vater damals verwendet hat.
ich hab ein kellerfenster von ca. 40 x 60 drin und ich lüfte wie die ganzen jahre auch. nur da war nie die wand feucht. auch steht der trockner (kondenstrockner) und die waschmaschine seit 10 jahren in der waschküche. allerdings liegt die am anderen ende des kellerflures und kommt mit diesem keller eigentlich weniger in berührung. da müsste der direkt daneben liegende keller feucht sein, was er nicht ist. das wasser wird direkt aus der maschine in den Abfluss geleitet. ist also nicht mehr feuchte, wie in einer mietwohnung.
@ herr bromm,
danke für ihre ausführungen. aber ich denke für ihre abdichtung fehlt mir leider das geld. außerdem denke ich, Folie und feuchtigkeit... hm... irgendwie muss ich da immer an einen kopf salat denken, der in der tüte vergessen wurde?
mein haus steht nicht an einem hang, geschweige denn ist das Grundwasser hoch. ich wohne in einer großstadt und das haus ist ein reihenhaus. einige meiner nachbarn haben die häuser von aussen abdichten lassen, für ein heidengeld, und haben nun nach 6 jahren das gleiche problem. feuchtigkeit und alles was in dem keller steht ist klamm und fängt an zu schimmeln, Werkzeug rostet. aufgraben von aussen kommt bei mir auch nicht in betracht, weil der ganze vorgarten neu angelegt ist und ich für eine neuanlage eben auch kein geld mehr zur verfügung habe.
@ herr kornmayer,
lüften im winter ist ganz ok. aber... da heize ich ja für die katz.
im sommer muss ich lüften, weils sonst im keller müffelt und alles klamm ist... iiigitt. wenn ich dran denke an diesen geruch.
ich nutze den keller nicht als it-raum, aber ich halte mich sehr oft auf dort. speziell im sommer ist das das kühlste fleckchen. zu beginn dachten wir sogar daran, unser Schlafzimmer im sommer dort aufzuschlagen. aber ok, dieses thema ist jetzt abgehakt.
ich denke, ich werde den alten putz erst einmal abklopfen und dann schauen, was sich darunter für eine überraschung bereithält.
@ herr dahlbüdding
danke, für den tip. hab mir auch ihre hompage angesehen. ich werde es mir überlegen, denn eine Renovierung muss geschehen. die flecken können nicht bleiben.



Der neue Garten



Hm, kann es sein, dass die Feuchteprobleme mit der Neuanlage des Gartens zusammenhängen? Möglicherweise ist Erde aufgeschüttet worden und das Erdniveau ist nun höher oder so verändert, dass Feuchtigkeit von draußen besser ins Mauerwerk dringen kann?

Ein Zementputz ist natürlich die am wenigsten optimale Variante, er behindert das Ausdunsten der vom äußeren Erdreich kommenden Feuchtigkeit nach innen. Man denkt: klar, das soll er auch – aber es funktioniert meistens nicht. Statt dessen platz dann irgendwann der Putz ab und darunter zeigen sich nicht selten klatschnasse Wände.

Mein Rat bliebe weiterhin, den Putz erstmal runterzunehmen (kostet nichts, außer Arbeit und Entsorgung). Dann eine Weile offenlassen, um die Wände „ausschwitzen“ zu lassen – dazu lüften wenn draußen keine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Und dann – wir reden hier möglicherweise von Wochen oder Monaten – einen reinen Kalkputz auftragen. Er versiegelt die Wand nicht und hat zusätzlich eine desinfizierende Wirkung.

Viel Erfolg, mag



neuer garten



hallo frau hinterkeuser,
vielen lieben dank für ihren tip. es war eigentlich auch mein grundgedanke mit dem abklopfen und austrocknen lassen. der Garten wurde nur neu bepflanzt, also kein erdaushub. ok, ich werde dann irgendwann im sommer den kalkputz aufbringen und weiter hier berichten.
übrigens ne tolle homepage, die sie da gebastelt haben. ich wünsche ihnen mit ihrem anwesen weiterhin den ultimativsten erfolg.