Außendämmung Am Fundament




Hallo, kurze Frage.
Möchte meine Kellerwände von außen trockenlegen und ggf. dämmen. Das Problem ist dabei, die Wände sind entweder aus Naturstein ( Bruchstein ) oder aus Lavagestein.
Reicht das aus, dei Wände mit Kaltanstrich einzustreichen (2*), Styropurplatten und Noppenbahn draufzukleben und davor ein Drainagerohr mit Kiesschicht zu legen ? Oder sollte man ein ganz anderen Weg wählen, da ja die Wände nicht eben sind.Für andere preisgünstige Vorschläge bin ich dankbar.
Danke im voraus für eine Antwort.



Keller trockenlegen



Der preisgünstigste Vorschlag ist,
alles so zu belassen.
Keller wurden so gebaut, das sie eine hohe Luftfeuchtigkeit besitzen.
Wenn man sie in ihrer Funktion ändern will, z.B. als Aufenthaltsraum, sind eine Menge Kosten und Baumaßnahmen fällig, die vorher einer gründlichen Analyse bedürfen.

Also:
- Ist der Keller feucht, wenn ja, wie äußert sich das?
- Wie soll der Keller künftig genutzt werden?
- Wie ist die äußere Belastung des Kellers mit Feuchte
(Erdfeuchte, kurzzeitig drückendes Wasser, Hochwasser)?

Viele Grüße



Lösungen sollten gut durchdacht werden!



Natürlich werden diese Lösungen, so wie Sie sie geschrieben haben, tausendfach so ausgeführt, doch lassen viele sehr zu wünschen übrig!

Wenn Sie sich für einen solchen Weg entscheiden, dann können Sie nicht einfach nur Kaltanstrich aufbringen, sondern müssen eine gute Austrocknung der Wandbereiche erst einmal gewährleisten. Dies bedeutet, lange Offenhaltung der freigelegten Kellerwände.
Einen Auftrag mit Kalkputzen (vielleicht auch Kalk-Zement) ist zu einer Begradigung der Wandbereiche sicherlich günstig.
Mineralische Dichtschlämmen nachher sind gut denkbar, da diese auch auf kappilar-feuchte bereiche aufgebracht werden können.
Styropore als Dämmplattenvorbau eher nicht, wenn, dann die grünen oder blauen oder gelben Erzeugnisse (Perimeterdämmplatten).
Trotzdem sollte sich die Situation ein guter Fachmann einmal mit Ihnen begutachten und anschauen, damit nachher nicht ein größerer Feuchteschaden entsteht, als was man jetzt als Baufeuchte hat.
Vielleicht braucht man auch gar nichts tun, weil es nicht besorgniserregend ist!

Eine alternative Lösung wäre die belüftete Variante mit Kalkputzauftrag, Kokosfasermatten (10 cm) und vorgestellter Wellzementplatten. Davor abgekiest, am Fundamentbereich eine gute Drainageverlegung erstellt und es kann stets atmen und ablüften.

Grüße Udo Mühle



Wenn von außen aufgegraben wird, wird es meist "schlechter" wie jetzt werden!



Bitte erst die Fragen von Herrn Böttcher beantworten.
Aber noch konkreter - wie hoch und auch wie oft steht das Wasser innen?
.
@ Udo Mühle dieser Vorschlag ist nicht zu empfehlen.
Kokosfaser im feuchtem Milieu, das fault doch sehr schnell.
Außerdem würde so das Wasser eingeleitet - nicht nur von oben sondern auch seitlich bei den Stößen.
Und "atmen" tut das auch nicht wirklich. Warum auch?
Bei über 75% Luftfeuchte bleibt es da drunter immer feucht.



@ Edmund



Diese Kokosfaserlösung hat ein Altarchitekt konzipiert, in Zusammenarbeit mit dem Bauherren!
Der obere Abschluß erfolgte natürlich noch und ist jetzt mit einem Wetterschutz aus Blech versehen, sodaß es darunter ablüften kann.
Komischerweise funktioniert diese Variante aber doch, auch mit Deinen angesprochenen Bedenken!
Denn diese Lösung ist bereits 6 Jahre alt und das bewohnte Untergeschoß (hanglagige Etage) komplett trocken und ohne bituminöse Beschichtungen.

Nachdenklicher Gruß

Udo



Wenn das Haus nasse Füße hat ...



Hallo Herr Glowka,

ist der Keller nur etwas feucht oder richtig nass?
Wie sieht die Hausumgebung aus, zugepflastert, bepflanzt, etc.
Was für ein Fußboden ist drin?
Was haben Sie da unten in Zukunft vor?

Zunächst wäre mal zu klären, wo das Wasser überhaupt herkommt, erst dann sind weitere gut überlegte Maßnahmen sinnvoll. Alles ander wäre ein stochern im dunkel, "trial an error"-Methode. Möglicherweise kann man erstmal "klein" anfangen, bevor man die Kanonen in den Keller rollt.

Hessen ist groß und mächtig. Wo steht denn Ihr Haus, vielleicht kann ich mal einen Blick drauf werfen.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer





Die Kokosfaserlösung halte ich für grundvernünftig, weil
- kein stauendes Wasser entstehen kann
- im Mauerwerk eventuell aufsteigende Feuchte nach außen
kapillar abgezogen wird und ablüften kann.

Alles andere halte ich für Materialverschwendung.

Grüße



@ Dietmar B.



Danke für die netten "Blumen".

Grüße an den Communarden,

Udo



Was soll denn daran gut sein?



Unten ist es doch feucht!
Wer was anderes sagt, hat so etwas nie gemessen.
Unter OKG ist es immer feucht.
Die Feuchte kommt entweder seitlich oder von unten.
Oder es ist Tauwasser durch den Luftaustausch.
Erdtemperatur ist überall um 8 - bis 12 Grad. Entspricht auch dem Kaltwassertemperaturen.
Luftfeuchte ist auch überall in Deutschland bei ca. 75% und auch höher, nun ist es ein leichtes auszurechnen, wann Tauwasser ausfällt.
Und das Zeug fault doch sehr schnell.
Und wie kommt denn das Zeug unter die Erde?
Aufgraben ...abdichten und wieder verfüllen, aber doch nicht ohne zu verdichten. Dann verschiebt man wieder die Wände auf den Fundamenten und es kann wieder undicht werden!
Also kein brauchbarer Vorschlag.
Und wir wissen immer noch nicht, wie hoch das Wasser im Keller steht.
Es sei denn jemand hat eine andere Physik.



So aus dem Bauch raus habe ich mit der Kokosfasermatte



kein gutes Gefühl. Kann mich da den Bedenken von Herrn Bromm nur anschließen. Aber was mich interessiert, sind die Kokosfasermatten für sowas eigentlich zugelassen? Kann Kokosfaser einer Bruchsteinwand überhaupt kapillar Feuchtigkeit entziehen?

Gruß Marko



Fragen zum Thema beantworten.



Ja hallo erstmal! Ich bin überwältigt von dem großen Interesse, welches meine Frage hervorgerufen hat. Nun kurz zu den von Ihnen gestellten Fragen : Haus steht in Bruchköbel/ Hanau ist von drei Seiten zugepflastert( 2 Seiten Hof/1 Seite Nachbarhof-Blumenrabatte,1 Seite Gehweg). Unter der Hofdeckschicht ( Gehwegplatten oder Betoniert)und Straßenseite ist größtenteils Lehm. Der Keller ist mit derzeit 1.50 m ziemlich niedrig und soll im Laufe der nächste 2 Jahre auf ca. 1.80-1.90 m ausgebuddelt werden, da der Boden aus fester Erde/ Lehm besteht. Nutzen möchten wir den Keller dann als Vorratsraum / ev. als Hobbykeller. Es soll eine Betonplatte mit Kies und 10 cm Styropurdämmung reinkommen, ich denke , daß das der Dämmung hilft. Eigentlich ist der Keller nur erdfeucht mit dem Hang zur Nässe. Keller müsste ständig belüftet werden, da sich schon nach 2-3 Tagen Wassertropfen an den Wänden bilden, sobald die Kellerfenster zu sind. Auch sind Ausblühungen an den Wänden zu beobachten. Besonders schlimm ist die Nässe an den Hofseiten, ich vermute, das ein Tonrohr von der Hofentwässerung kaputt ist.
Da ich meine Hof dieses Jahr neu Verlegen muss, wollte ich gleich eine Außendämmung an den Fundamenten vornehmen, aber die weitere Vorgehensweise hängt auch von den Vorschlägen hier im Forum ab.
Ich hoffe, alle Fragen ausreichend beantwortet zu haben und auch weiterhin eine rege Beteiligung bei der Beantwortung
Schönes Wochenende noch
MFG
D. Glowka



Keller trockenlegen



Hallo Daniel,
das mit der Grundleitung kann eine hauptsächliche Ursache der Feuchteerscheinungen sein, also abstellen.
Die Oberflächenversiegelungen halten Sickerwasser vom Keller fern, wenn ihre Neigung VOM HAUS WEGFÜHRT und nicht umgekehrt.
Es bleibt erst einmal abzuwarten, ob die Reparatur der Grundleitung bereits zu einer Beseitigung des Feuchteeintrages führt.
Gründliches Lüften vor allem im Winter kann helfen, in der Wand dann ein neues, niedrigeres Feuchtegleichgewicht einzustellen.
Eine Wand aus Natursteinen kann nur über die Fugen Feuchte von außen transportieren; die Steine selber sind praktisch wasserdicht.
Die geplante generelle Vertiefung des Kellers halte ich für bedenklich. Bei einer Vertiefung um ca. 70 cm besteht die Gefahr eines partiellen Grundbruches, wenn Sie auf bzw. unter Niveau der Fundamentsohle gelangen.

Viele Grüße



Bruchsteinmauerwerk trockenlegen



Hallo Herr Glowka,

"von aussen trockenlegen" reicht nicht aus bei einem Stein mit Kapillarsystem. Welches Gestein verwendet wurde sollte herauszubekommen sein.

Mit freundlichen Grüssen

A. Cyba



Steinart



Hallo,
also ich ja kein Steinfachmann, aber meiner Meinung nach ist das Lavagestein und Feldsteine. das Lavagestein ist ziemlich porös , sieht aus wie ein Schwamm).Die Fenstereinfassungen sind Sandstein

D. Glowka