Feuchte Kellerwände (Bruchsteinmauerwerk)

17.08.2007



Wir haben vor einigen Jahren ein typisches 2-Familien Siedlungshäuschen (Baujahr 1938, Grundfläche 8 x 8 m. Es handelt sich hierbei zwar nicht um ein Fachwerkhaus, jedoch sind die Gegebenheiten im Kellerbereich identisch) gekauft und zu einem 1-Familienhaus umgebaut. Dabei blieb der Keller bisher unangetastet. Früher gab es dort ein Plumpsklo und eine Schweinebucht. Die Kellerwände bestehen aus Bruchstein, der Kellerfußboden aus gestampftem Lehm, in Teilbereichen mit einer Schicht Hartbrand-Ziegeln; über die ganze Fläche wurde irgendwann eine 2-3 cm dicke Schicht Estrich gezogen (ein Hammerschlag reicht...) Da wir den Keller wegen der hohen Feuchtigkeit nur sehr eingeschränkt nutzen können(da Werkzeuge rosten und alles andere muffig wird), besteht hier nun Handlungsbedarf. Habe mich im Web, hinsichtlich Trockenlegung von älteren Kellerräumen, versucht schlau zu machen. Dabei habe ich von div., teils dubiosen (und sehr kostspieligen) Methoden bishin zu "...unmöglich..." alles gelesen. Gibt es an dieser Stelle jemanden der einschlägige Erfahrung mit dem beschriebenen Problem hat oder sogar Lösungsvorschläge machen kann?

Vielen Dank im Voraus!

Ulrich Fischer



Nicht abgedichtete Keller sind halt feucht



Wenn Sie das ändern wollen, bedeutet das grundlegende Eingriffe in die Bausubstanz. Überlegen sie, ob Sie wegen einem rostenden Hammer fünfstellige Summen investieren wollen.

Gezieltes Lüften könnte Ihr Problem etwas mindern und den Modergeruch beseitigen, z.B. mit einer feuchte- und temperaturgeührten Entlüftungssteuerung. Schauen Sie doch 'mal unter www.zila.de nach der Entfeuchtunggsteuerung ES 1.

Grüße

Thomas



Aber dies bedeutet auch, immer dann wenn die Feuchte reduziert wird, dass umso mehr nachgesogen wird.



Da sollte man schon genau ermitteln ob dies nicht zu einer "Verschlechterung" führt.
Denn wenn innen etwas an Feuchte reduziert wird kommt auch etwas anderes als Wasser nach.
Ob dies immer sinnvoll ist?
Besser ist die Wände innen dampfdicht zu machen.
Dann lässt sich mit einem Luftentfeuchter die Feuchte soweit reduzieren, dass nichts mehr rostet.
Da schauen Sie auf meiner Homepage mal bei Schriften nach. Insbesondere 12 + 14.



Feuchter Keller



Vielen Dank für die bish. Hinweise.

Zu Hr. Thomas Böhme: bin inzw. soweit informiert, dass mit Lüften allein nichts erreicht wird, da so Feuchtigkeit nur noch beschleunigter "nachdiffundieren" kann. Ausserdem geht es vorrangig nicht nur um rostiges Werkzeug, sondern evtl. später um Schimmel, Schwamm & Co. sowie um Folgeschäden an der restlichen Gebäudesubstanz.

Zu Hr. Edmund Bronn: Ihre Vorschläge zur Kellerabdichtung von innen finde ich grunds. sehr interessant, jedoch scheint mir das (als Laie) nur eine halbe Sache zu sein. Ist es nicht sinnvoller das Problem zunächst einmal von außen anzugehen (Bitumenanstrich, Perimeterdämmung, Noppenfolie, Dräinage, etc.) oder ist diese Vorgehen bei Bruchstein-Mauerwerk, auch in Verbindung mit dem Lehmboden im Keller nicht ratsam? Irgendwo habe ich gelesen, Bruchtein müsse "atmen" (meinetwegen muss er das nicht, wenn dafür mein Keller trocknet...). Wenn es hilfreich wäre, bin ich auch bereit, den Lehm im Keller vorsichtig auszuschachten, ohne dabei die Fundamente zu unterhöhlen. Dies hätte den Nebeneffekt, dass im Keller eine akzeptable Deckenhöhe erreicht wird und der Boden (Folie, Dämmschicht, Estrich???) trockengelegt wird. Oder bin ich hier komplett auf dem Holzweg?

mfg Ulrich Fischer



Tja, wenn es immer so einfach wäre



Das mit dem ausschachten wegen der Kellerhöhe ist jedoch ein völlig anderes Thema. Ansonsten kann ich dem zustimmen.
.
Aber was soll das mit dem atmen?
Wände gleich welcher Baustoff brauchen und können nicht atmen. Dies sind nur Phrasen.
Und zur Kellerinnenabdichtung möchte ich doch bemerken. Denken Sie doch an den Biergarten und stellen Sie sich eine kühle Maß vor, da entsteht doch das Tauwasser an der Außenseite aber ist deswegen der Krug undicht?
Der Schaden entsteht von innen und muss auch hier repariert werden.
Ganz abgesehen von den Kosten, wenn Sie außen aufgraben und abdichten. Das Gebäude kann niemals wasserdicht werden!



Daß Feuchtigkeit...



...beschleunigter nachdiffundieren täte, bezweifle ich, warum sollte sie? Freilich wird das Wasser nicht schneller, aber möglicherweise etwas mehr nach oben steigen, da ja auch mehr verdunstet. Es würde sich aber mit einer kontrollierten Lüftung die Luftfeuchtigkeit verringern, damit auch der Anteil der Kondensfeuchte. Ob der möglicherweise leicht verstärkte Salzeintrag in das Mauerwerk relevant ist, hängt wohl stark von den Gegebenheiten ab.

Meine Beobachtungen in alten Kellern ist eher, daß dort die Schäden größer sind, wo alle Löcher verrammelt wurden, als in Kellern, wo die Kellerfenster offen blieben. Insofern meine Annahme, daß sich die Verhältnisse mit einer kontrollierten Lüftung nochmals verbessern ließen.

Schimmel, Schwamm & Co. drohen doch vorallem dort, wo Schmackhaftes lauert, hohe Feuchten dauerhaft vorhanden sind und wenig Luftbewegung stattfindet. Soweit im Keller kein organisches Material still in der Ecke gammeln kann, ist doch schon viel gewonnen. Ein neuer Kalkputz der Wände wäre sicher auch nicht verkehrt (Auch der Staub der Jahrzehnte auf der Wand kann ja schimmeln). Der Fußboden könnte gegen aufsteigende Feuchte isoliert werden (Daß dann mehr Wasser in den Wänden aufsteigt, wird zwar des öfteren behauptet, eine schlüssige Begründung dafür habe ich aber noch nicht gefunden).

Wichtig ist ja letztlich, wie die Räume genutzt werden sollen. Für eine nahezu vollwertige Nutzung ist das I-Bausystem mit Sicherheit eine gute Lösung. Man spart das Aufgraben. Freilich sollte dann die Abdichtung zum Erdgeschoß wohl funktionstüchtig sein oder erneuert (Edelstahl, Infusion, Sägen)werden. Alles in allem kein kleiner Aufwand.

Grüße

Thomas



So weit, so gut aber was sonst?



Das Haus ungefähr 8 X 8 mtr. d.h. außen aufgraben und abdichten und so weiter. Kosten pro lfm ungefähr 1000 € pro lfm. somit 30.000 €.
Dazu kommen noch folgende mögliche Kosten: Anbau Treppe Garage Gartengestaltung usw..
Und innen bleibt das Problem, dass die Oberfläche bearbeitet werden muss.
Dies geht jedoch nur mit Sanierputzen und dementsprechenden Vorleistungen.
Somit innen nochmals Kosten - 70 m² Wandfläche mal 120 € pro m².
Nun können die Kosten doch nur sehr grob geschätzt werden, weil keine Höhen weder innen noch außen bekannt sind.
Aber die Richtung lässt sich erkennen!
Und dann die Frage, ist hier der Aufwand noch gerechtfertigt?
Ich denke nein.
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Eine andere Sache ist das mit dem Verdunsten.
Ich weiß, dass es logisch ist, wenn eine Wand an der Oberfläche abtrocknet, dass dann Feuchte wieder nachwandert.
Nun kommt dazu: auch Salze, sowohl aus Huminsäuren als auch saurer Regen und möglicherweise auch Streusalz weiter aus dem Baustoff eingebrachte Stoffe.
Und dies gilt es doch auch zu verhindern.
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Noch zur Horizontalsperre: wenn keine vorhanden ist und tatsächlich die aufsteigende Feuchte ein Problem sein sollte, dann muss eine eingebaut werden. Aber dies hat mit einer Abdichtung - weder von außen noch von innen - nichts zu tun.
Noch generell, hier geht es nicht um eine Abdichtung, (diese wäre nachträglich nicht möglich, weil der statische Zustand eine solche nicht zulässt) sondern nur darum, die Feuchte im Keller zu reduzieren. Sodass eine bessere Nutzung möglich ist.



Feuchter Keller



Ich sehe schon, das Problem wird auf diesem Wege nicht gelöst werden können.Ich werde mich einem Fachmann anvertrauen müssen, der sich vor Ort ein Bild macht und Lösungsvorschläge unterbreitet. Dass es sich dabei möglicherweise um ein recht kostspieliges Unterfangen handelt, wird mir dsbei immer klarer. Nach ausgiebiger Recherche im Web und den hier erhaltenen Informationen, gehe ich jedoch nicht unvorbereitet an die Sache heran. Daher nochmals vielen Dank und Grüsse aus Ostwestfalen!

U. Fischer



Ich wünsche



ein gutes Gelingen.

Grüße

Thomas



Absperren immer von außen



Also ein Mauerwerk das von außen und von unten abgesperrt ist,ist trocken.Alles andere ist Mist.