Wo kommt denn die Kellerfeuchte her?

26.11.2006



Die Nutzung eines feuchten Kellers, d.h. insbesondere eines Kellers der nicht Wärmegedämmt ist oft sehr eingeschränkt. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Luft eine bestimmte Menge Feuchte aufnimmt und zwar bis zur maximalen Sättigung (Taupunkt) und der Wandoberflächentemperaturen oder auch der Bodenflächen.
Viele Menschen wundern sich, wenn Sie in Ihrem Keller Karton oder Holz oder auch höherwertigere Materialien lagern in welch kurzer Zeit diese von Schimmel befallen sind.
Hier wird ein Extrembeispiel eingefügt nämlich das Klavier im Keller, das voll mit Schimmel ist.
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Tatsache ist, es gibt überall Hausstaub und überall Schimmelsporen und es braucht somit nur noch die richtige Feuchte und das richtige Temperaturverhältnis und schon können solche Sporen oder Pollen anfangen zu keimen. Da diese jedoch nicht genug Nahrung haben wird das weitere Wachstum oft unterbrochen und es kommt zu Fäulnisschäden. Diese Schimmelpilze und oft auch damit zusammenhängend Bakterien führen zu dem bekannten Modergeruch. Dies wiederum führt dazu, dass sehr oft die Fenster im Keller geöffnet werden und dies völlig unabhängig davon welche Temperatur und welche Feuchtigkeit außen vorhanden ist.
Durch dieses falsche Lüften kommt es weiterhin zu Feuchteschäden und somit ist die Problematik vorgegeben, dass sich dieser schlechte Zustand schnell aufschaukelt.
Nun sollte durch eine Instandsetzung (ich spreche hier bewußt nicht von einer Abdichtung) die Situation verändert werden und in der Regel werden nun Fach- bzw. auch Bautenschutzfirmen beauftragt den Keller trocken zu legen. Dass dabei sehr oft dilletantisch und unfachmännisch vorgegangen wird zeigen die vielen feuchten Keller die zum Teil schon kurz nach ihrer Sanierung oder Instandsetzung wiederum sehr starke Schäden aufweisen. Zum einen sind dies sehr starke schimmelgeschädigte Wandflächen gelegentlich ist auch gerade nach eine Instandsetzung festzustellen, dass auch Kellerschwamm als auch Hausschwamm ideale Bedingungen vorfinden. Dies insbesondere wegen der relativ hohen Feuchte zum anderen sind auch sehr starke Schädigungen der neuaufgebrachten Putz festzustellen.
Völlig unverständlich ist, warum feuchte und salzgeschädigte Wandoberflächen in einem Keller immer noch entweder mit Entfeuchtungsputzen oder auch mit Sanierputzen bearbeitet werden. Diese sind in den meisten Fällen der feuchten Keller überfordert.
Oft entstehen überhaupt keine Sanierputze da die notwendige Trocknung entfällt. Sanierputze brauchen um die in sie gesteckten Erwartungen überhaupt zu erreichen
a) ausreichend Zeit um abtrocknen oder austrocknen zu können was sehr oft in den feuchten Kellern überhaupt nicht möglich ist und
b) hier kommt noch ein weiteres Schädigungspotenzial durch Abkühlung hinzu, dabei sind andere Putze d.h. gipshaltige Verputze aber auch harte Zementputze ebenso ungeeignet.
Auch Kalkputze werden bei Salz- und Feuchteschäden schnell den Geist aufgeben.
Dies einmal wegen der zu hohen Wasseraufnahme oder/aber auch wegen der zu hohen Festigkeit. Was sich sehr oft in hohl liegenden Putzen zeigt.
Dabei ist ganz klar, dass die Oberflächenfestigkeit der durch feuchte- und salzgeschädigten Ziegel keinesfalls dem Festigkeitsprofil von
a) dicken und
b) harten Zementputzen für oder als Haftgrund geeignet sind.
Logischerweise ergibt sich auch durch das Absanden der sowohl Wand- als auch der Deckenflächen eine starke Beeinträchtigung, nicht nur der Staub und Schmutz der herunterfällt, sondern auch die Salze greifen die gelagerten Gegenstände sehr schnell an.
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Nun gibt es auch oft den Wunsch - mit einem feuchten Kellerraum zu leben.
Ist dieser doch gut geeignet, um sowohl Kartoffel als auch Obst und sonstiges Gemüse aber auch den Wein und eine Reihe anderer Vorratsgüter zu lagern. Wenn hier die Feuchte aber und auch die Temperatur „ ideal“ sind, dann kann dies diese Feuchte in anderen Kellerbereichen durchaus dazu führen, dass der Schimmel dadurch gezüchtet wird.
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Die Nutzung der Keller wird weiterhin stark eingeschränkt oder beeinträchtigt, wenn z.B. die alten Möbel, insbesondere die größeren Schränke als Aufbewahrungsstücke im Keller an der Außenwand stehen oder auch durch ihre fehlende Unterlüftung direkt auf dem Boden aufstehen. Dabei betrifft dies auch die neueren Keller, bei denen eine Wärmedämmung zwar an der Außenwand vorhanden ist, aber weder die Fundamentbodenplatte noch die Streifenfundamente wärmegedämmt sind, so dass die relativ kalten Erdtemperaturen dann durch diese falschen innenliegenden Wärmedämmungen klar verhindern, dass die sowieso schon niedrige Temperatur mit ca. 15 ° bis 18 ° nochmals weiter abgekühlt wird.
Logischerweise entsteht dann hinter oder unter diesen Möbelstücken ebenfalls wieder verstärkt Tauwasser.
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Ein weiterer eklatanter Mangel ist, auch dann festzustellen, wenn der alte und ausgediente Teppich im Keller eingesetzt wird, da dieser ja geeignet ist die kalte Erdtemperatur abzuhalten. Gerade in diesen Teppichen, seien sie nun alt oder neu ist das Züchten der Schimmelpilze und der Fäulnisschäden in idealer weise vorgegeben. Auch wenn noch so oft mit dem Staubsauger das meiste an Staub und Schmutz entfernt wird in dem engen Flor insbesondere in den Rand- und Eckbereichen lagert sich Staub, Schmutz, Hausreste, Sporen und Pollen ab und dies kommt meist innerhalb kürzester Zeit zum faulen.
Um nun die Nutzung eines alten und feuchten Kellers doch zu ermöglichen gibt es eine Reihe von Möglichkeiten um diese Problematik in den Griff zu bekommen.
Das zunächst wichtigste und einfachste ist, die Luftfeuchtigkeit zu senken.
Dies geschieht in der Regel durch Aufstellen eines geeigneten Luftentfeuchters. Über die in der Regel eingebauten Hygrostate können die elektrisch betriebenen Geräte so eingestellt werden, dass z.B. bei überschreiten von 65 % relativer Luftfeuchtigkeit das Gerät automatisch einschaltet und z. B. bis auf 55 % heruntertrocknet. Damit wäre zunächst eine doch relativ hochwertige Nutzung möglich. Es ist jedoch dabei darauf zu achten, dass wenn die Kellerräume trockener werden und die Wandflächen außen und die Bodenflächen keine ausreichende Feuchteabdichtung aufweisen, dann um so mehr sowohl an Wasser als auch an Salzen z.B. Chlorite und Sulfate im Volksmund (Salpetersalze) genannt an der Oberfläche auftauchen und zu den bekannten Zerstörungen führen. Um jedoch diesen Effekt der Feuchteabgabe zu unterbinden wurde das I-Bau-System entwickelt, dabei wird eine Dampfdichte in der Regel Noppenbahn wie eine Wärmedämmung an der Wandoberfläche aufgebracht und mit Sanierputzen wieder verputzt.
Das dabei insbesondere die Überlappungen und die Stöße sowie die Öffnungen von Elektro- oder Heizleitungen besonders zu bearbeiten sind versteht sich von selbst.
Es bedeutet jedoch in jedem Falle, das durch die fehlende Verdunstung von Wasser an der Oberfläche die Feuchte im Keller ganz erheblich reduziert wird.
In Verbindung mit einem Luftentfeuchter ist somit eine Reduzierung der Feuchte ohne, dass etwas nachwandert gegeben.
Weitere Beschreibungen über die sehr oft gestellten Fragen, z.B. was passiert hinter der Wand, kann auf dieser Fläche dann noch Schimmelpilz entstehen etc. sind ausführlich in dem Beitrag für die Gebrauchsmusteranmeldung von der I-Bau-System (auf meiner Homepage) beschrieben.
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Die weitere Thematik oder Problematik, nämlich das richtige Lüften im Keller ist besonders wichtig.
Dieser Aufsatz ist von mir hier schon öfters eingestellt worden.
Bleibt noch, dass auch eine Reduktion der relativen Luftfeuchtigkeit dadurch möglich ist, dass z. B. auch die Temperaturen erhöht werden. Dies ändert zwar nichts an der tatsächlichen Veränderung der Feuchte. Es kann jedoch auch als Mittel dafür eingesetzt werden, z. B. durch eine Konvektion und Abstrahlung und Wärme im Bereich einer erwärmten Sockelleiste, dass das Wachstum von Schimmel verhindert wird.
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Ganz allgemein kann noch angefügt werden, dass es falsch ist, wenn man annimmt den Keller etwas zu erwärmen und dabei die Heizungstüre offen steht um mit dieser so genannten Abwärme auch die übrigen Kellerräume zu erwärmen.
Wenn dann noch, wie sehr oft der Fall der Heizungsraum die Frischluftzufuhr nur über ein geöffnetes Fenster gegeben ist, kann eigentlich nur von Energieverschwendung durch das Entweichen der warmen Luft sowohl von der Abwärme des Heizkörpers als auch der Heizungsrohre, aber doch auch insbesondere in der Zwischenzeit wo die Heizung nicht Frischluft ansaugt sondern die kalte Luft durch das geöffnete Fenster in den Keller streicht und die gesamten Deckenflächen der darüber liegenden Wohnung abgekühlt werden und diese Wärme direkt zum Fenster hinausgeschmissen wird.
Ich wundere mich sehr oft, dass nur in einem geringeren Teil der Keller durch das Anbringen von Zuluftrohren die bis knapp über die Bodenflächen reichen ständig Geld, sprich Abwärme zum Fenster hinausbefördert wird.
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Es bleibt unverständlich warum dies nicht sowohl der Heizungsbauer als auch der Kaminkehrer verbietet.
Logisch erscheint mir dies auf keinen Fall. Belastest es nicht nur den Geldbeutel des Hausherren sondern auch unsere Umwelt ...



Eine Frage noch hierzu



wie beurteilen Sie den Einsatz einer KWL für den Keller?



Warum mit einem feuchten Keller leben... wozu?



Hallo Herr Bromm

nun Ihr Beitrag ist schon etwas älter, bin jedoch erst jetzt da drauf gestoßen, da ich erst seit kurzem dieses Forum kenne.
Sicher, es ist nicht ratsam Teppiche direkt auf einem feuchten Kellerboden zu legen - das spricht für sich. Eine nasse Wand jedoch ist
ein sehr guter Wärmeleiter und dann wärmt man in der Tat für draussen. Der Luftaustausch ist daher in solchen Räumen um so wichtiger
und gerade im Winter trocknet sichs gleich viel besser. Wenn dazu ein wasserdampfdiffusionsoffener Entfeuchtungsputz aufgetragen wird,
denke ich, ist das schlimmste schon überstanden, gute Erfahrungen zeigen dies.

Sie zitieren hier: "In Verbindung mit einem Luftentfeuchter
ist somit eine Reduzierung der Feuchte ohne, dass etwas nachwandert gegeben."

Wenn nun ein Entfeuchtungsputzsystem ständig auch Wasser der Wand entzieht wie der Luftentfeuchter (wie es sich gehört) ist doch wohl Ihre Behauptung
in Forum No 65254 nicht korrekt,

Ihr Zitat Forum 62402: "Tatsächlich wird jedoch nur eine Art Kreislauf angeregt - denn was an der Oberfläche
schneller verdunstet, kommt von unten um so schneller nach."

mmh, was ist nun richtig? Wir bitten um Aufklärung!?

MfG

acp>



Gute Frau Cyba Sie sind nicht nur spät dran sondern verfehlen auch noch das Thema



Nicht nur das was man sieht ist entscheidend, sondern was man messen kann.
Eine schön gestrichene und frisch verputze Wandfläche sagt zur Feuchteabgabe überhaupt nichts aus!
Dies ist auch der Grund dafür, warum viele Anbieter (Hersteller und Verarbeiter) immer noch mit sehr fragwürdigen Putzen über die Gewährleistungszeit kommen.
Bis der Kunde merkt was los ist ist es meist zu spät.
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Was ist dran an den Entfeuchtungsputzen?
Der Name dieser Putze ist zwar vielversprechend, aber sachlich falsch. Auch kein Patent konnte bisher für die Trockenlegung einer Mauer mit Entfeuchtungsputzen, garantieren!
Ähnlich dem Effekt der Röhrchen (aus den 50er und 60er Jahren bekanntes Verfahren) soll dieser Verputz durch eine bessere Verdunstung die Mauer trocknen. Es wird jedoch nur der Kreislauf angeregt - denn: was schneller verdunstet, kommt von unten um so schneller nach. Ob diese Putze also der Weisheit letzter Schluß ist, wage ich zu bezweifeln. Es werden auf diese Weise nicht nur Wasser, sondern auch bauschädliche Salze nachtransportiert.
” Entfeuchtungsputze” Entfeuchten nicht, sie wirken bestenfalls ähnlich wie ein Sanierputz.
Sehr oft ist eine solche “Sanierung" mit Entfeuchtungsputzen nur deswegen erfolgreich, weil es sich “nur” Kondenswasserbildung aus Gründen einer falschen Nutzung handelte oder um technische Schäden, wie beispielsweise eine undichte Regenrinne. Möglicherweise wurden auch Fugen abgedichtet, die Heizung an der richtigen Stelle angebracht, die Fassade gestrichen usw. - und somit ist der eigentliche Schaden beseitigt. Es ist dann sehr leicht zu suggerieren, dass die Pseudotrockenlegung den entsprechenden Erfolg gehabt hat.
Bis man erkennt, was wirklich geschehen ist, vergehen meist Jahre und für eine Reklamation zu spät.
Das Bild zeigt einen solchen Entfeuchtungsputz nach 5 Jahren.
Mich jedenfalls können Sie mit solchen fragwürdigen Methoden nicht überzeugen.



na doch nicht



Guten Tag,

da sehen Sie mal wieder auf einem Bild einen nicht dampfdiffusionsoffenen Putz - das kommt davon, ja ja.

Nun jeder weiss, wie ein Bild auszieht, wenn es der Wand putzmässig nicht mehr so gut geht. Keiner kann jedoch schmecken, fühlen oder riechen welcher putz da drauf ist

Wir haben noch nie ein Problem damit gehabt das Putzsystem auch auf Erfolgsbasis anzubieten (für ganzohnevertrauenmenschen)

MfG



Frau Cyba mir geht es nicht um Tricksereien, sondern um Sachlichkeit im Umgang mit Putzen



Ich bin selbst Inhaber eines Betriebes (als Vollhandwerk in Handwerksrolle eingetragen) und beschäftige mich seit 1970 mit Instandsetzung von durch Feuchte geschädigten Objekten.
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Zum Bild: Ich war als Sachverständiger bei der Bewertung dieses Schadens beauftragt und daher weis ich genau von was ich rede.
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Es war (laut Verarbeiter) sehr wohl ein dampfdiffusionsoffener "Entfeuchtungsputz", sogar mit Patentanmeldung!
Womit wieder einmal klar wird auch ein Patent wird zwar erteilt, was aber noch lange nicht heißt, dass so etwas auch hält was es verspricht.
Solche Angaben sind doch Phrasen. Was heißt denn dampfdiffusionsoffene ...?
Damit haben Sie aber auch wieder nicht zu den vorhergehenden Beiträgen Stellung bezogen.
Sie bringen immer wieder was neues, aber beantworten die offen gebliebenen Fragen nicht.
Damit werden Ihre Werbebeiträge auch nicht glaubhafter.



Dieser Ton, Frau Cyba...



...steht Ihnen nicht zu, Sie verstoßen klar gegen die Regeln des Forums. Gleichzeitig haben Sie überhaupt nichts Sachdienliches zu bieten.

Diesmal ohne Grüße

Thomas W. Böhme