Keller feucht, wie richtig anfangen ihn halbwegs trocken zu bekommen?

09.12.2014 Rob



Hallo, ich habe gerade ein alte Haus geerbt dessen Keller ziemlich feucht ist. jetzt möchte ich gerne wissen wie ich hier am besten vorgehe um ihn wieder halbwegs trocken zu bekommen. Es ist ein altes Steinhaus, Kellerwände aus Granit, gemauert, ca. 1,6 m unter der Erde. Kellerboden aus Tonziegeln, hier und da mal etwas Beton. Das Haus ist freistehend, d.h. Ich könnte theretisch ausbaggern und mit Noppenmappe etc. von aussen abdichten. Ich habe aber keine Ahnung ob das überhaupt sinnvoll ist. Feuchtigkeit an Boden und Wänden, z.t. Grün und schimmlig. bin über hilfreiche Vorschläge sehr dankbar. fotos könnten auch gemacht werden. Danke, gruss, rob



Erstmal Ursachenermittlung



Hallo Rob,

Du musst erstmal ermitteln woher die Feuchtigkeit kommt, oft ist es nur Kondenswasser, was sich im Laufe der Zeit ansammelt. Wie sieht die Lüftungsmöglichkeit in Deinem Keller aus? Anbei ein Bild meines Kellers, ebenfalls ein Feldsteinsockel und ja der Keller ist feucht aber nicht schimmelig.

Gruß Jan



Danke schon mal!



Hi Jan, vielen dank erst einmal. so schaut es bei mir auch ungefähr aus. Ich werde mal ein paar aktuelle bilder einstellen. Wo die feuchtigkeit her kommt weiss ich nicht genau. Der keller ist teilweise mit diesen tonziegeln ausgelegt, dann tlws mit beton zugegossen oder auch nur mit einem kiesbelag. Ich nehme an das die feutigkeit vom boden her kommt. Es sind Fenster, Einfach, vorhanden. Lüftungsmöglichkeiten sind sehr recht gut.



dann versuch es doch mal mit Lüften



Bei mir sind es nur gemauerte Öffnungen, wie man eine im obigen Bild sieht, von innen mit einem Holzbrett verschlossen und von außen ist da nix weiter, also ziemlich luftig. Habe jetzt für den Winter die Öffnungen von außen noch mit strohgefüllten Jutesäcken ausgestopft.
Wenn bei Dir Fenster drin sind, wird es wohl keinen nennbaren Luftaustausch geben, am besten bei Frost immer mal wieder für Durchzug sorgen.

Gruß Jan



Keller feucht



Ich würde zuerst die Wände gründlich säubern.
Ggf mit Hochdruckreiniger, auch wenn dadurch erst einmal zusätzlich Feuchtigkeit eingebracht wird.
Dadurch werden die Fugen und die Steine gesäubert, Bewuchs abgewaschen, einige hygroskopische Bestandteile entfernt und somit die Verdunstungsmöglichkeit stark verbessert.

Dann ggf den Boden etwas tieferlegen, und Schotter o.ä. als Kapillarsperre verteilen, Vlies darauf legen und eine dünne Betonschicht aufbringen- 8-10 cm, jenach Belastung und Unterbau.
Oder den Beton mit Dichtungsmittel direkt auf den Boden, vorher noch eine stärkere PE-Folie verlegen.

Dadurch bekommt man einen stabilen, glatten einigermaßen trockenen Boden, sodaß zumindest durch diesen kein Feuchtigkeitseintrag passiert.

Dann für gute Trocknungsmöglichkeit sorgen, Fugen mit hydraulischem Kalkmörtel ausbessern und alles, sofern gewünscht, mit Kalkfarbe oder Rein-Silikatfarbe streichen.
Will man dann noch mehr machen kann dies immer noch anschließend erledigt werden.
Andreas Teich



Boden im Keller



wenn ich den kellerboden aber derart abdichte kommt dann nicht erst recht die feuchtigkeit an den wänden herauf? Ich habe mir überlegt ob es nicht sinnvoll wäre ein diffusionsoffene boden wie zb mit tonziegel, wie im oberen bild, herzustellen. Dann kommt zwar die feuchtigkeit hoch, aber sie setzt sich vieleicht nicht so sehr an den wänden ab. Weiss wer ob es sinnvoll ist aussen herum aufzubaggern und eine noppenmatte oder zumindest schotter samt drainagerohr hineinzugeben?



Kellerboden abdichten



Hallo Rob,
Beim Boden ist das anders als bei Wänden.
Wenn der Boden abgedichtet wird kommt durch diesen Bereich keine Feuchtigkeit mehr- sie bleibt im Boden.
Wenn der Boden als Verdunstungsfläche dienen würde hättest du immer eine hohe Luftfeuchtigkeit in dem Raum, da sie ja ständig nachgeliefert wird.

Nur wenn du z.b. deine Kellerwände von innen abdichten würdest und die Feuchtigkeit weiterhin von unten oder der Außenseite eindringt nimmst du der Wand die Verdunstungsmöglichkeit, sodaß die Feuchtigkeit weiter aufsteigen kann.

Oder du mußt alles komplett absperren wobei du ja den Bereich unter der Wand eh nicht erreichst.

Der Aufwand ist aber beträchtlich und wenn die Feuchtigkeit bisher keine Schäden verursacht hat kann man damit wohl leben.

BeimLüften nur darauf achten, daß nur kühle Luft in den Keller kommt, da sonst durch warme feuchtere Außenluft an den kühleren Kellerwänden Kondenswasser entsteht-
im Winter ist das natürlich kein Problem.



Also im sommer nur wenig lüften...



Danke Andreas für die ausführliche Beschreibung. heißt dass, dass ich im sommer eher wenig Lüften sollte dafür im winter aber sehr viel? Ich werde am abend noch ein paar bilder reinstellen. Der aufwand mit dem ausbaggern ist groß, das stimmt, jedoch nicht unmöglich da das haus komplett freisteht und dort zügig gearbeitet werden kann. Ich schätze die kosten dafür nicht all zu hoch. Ich tue mich schwer von innen anzufangen da ich ja vermute dass die feuchtigkeit duch die nicht abgedichteten aussenwände und natürlich den boden durchkommt. Heute wird um jeden keller eine Drainage verlegt und bis oben hinauf mit schotter angefüllt. Da sickert das wasser natürlich schön weg....daher meine frage ob ich nicht erst mal das wasser von aussen ordentlich ableitensollte und dann mit den arbeiten innen beginnen....



Keller feucht



Hallo
Im Sommer nur ab frühem Abend bzw wenn es draußen kühler geworden ist, lüften.

Es werden nicht bei allen Neubauten Drainagen gelegt und wenn, auch schon mal verkehrt, sodaß das Wasser zum Haus geleitet wird.
Die setzt auch voraus, daß die Leitungen gereinigt werden, die Versickerung nicht überläuft etc.

Wenn dein Gebäude bzw der Keller aus Granit gebaut ist kann ohnehin nichts passieren- das lebt dann länger als wir alle.
Granit selbst leitet keine Feuchtigkeit und ob nur über die Fugen soviel nach oben steigt wäre zu überprüfen.

Ich würde auch die Dachentwässerung kontrollieren.

Wie war denn die bisherige Nutzung ?
und wie ist insgesamt der Zustand, Dämmung, Fenster, Dach, Entwässerung etc?
Wo befindet sich dein Haus ?

Andreas Teich



Nun das hört sich immer gut an - Ursachenforschung - aber wie?



Ob der Keller "trocken" sein soll und auch wie "trocken" hängt doch nur von der späteren Nutzung ab.
Es ist doch ein Unterschied - ob für den Vorrat an Obst; Gemüse oder Kartoffel oder für welchen Bedarf sonst??
Ob dieser beheizt werden soll oder ob er kalt bleibt usw..
Und dann wäre es Nonsens darüber zu diskutieren, ob eine Abdichtung von außen mit oder ohne Drain Anlage herzustellen ist - insbesondere dann wenn kein Wasser eindringt.
Und die Empfehlungen zum Lüften sind ausschließlich vom Feuchtegehalt abhängig zu machen.
Wenn die Feuchte außen höher ist als innen kann man sich diese auch einbringen.
Dazu muss man aber auch diese Feuchte außen und innen messen können.
Falsch ist die Annahme, dass wenn der Boden dicht gemacht wird, dass dann die Feuchte an der Wand hochsteigt!
Da werden oft nur Märchen erzählt.
Letztendlich ist bei allen Maßnahmen die spätere Nutzung entscheidend.




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