Sanierung Fachwerkhaus Bj 1725

22.02.2009



Hallo an alle,

ich bin gerade dabei ein Fachwerkhaus zu erwerben.
-Denkmalschutz
-Baujahr 1725
-Größe Haus ca. 8m x 15m
-Teilunterkellert (Bruchstein)
-2 Ausgebaute Stockwerke (EG + 1.OG)
-Speicher
-Fachwerk ist mit Lehmausfachung (ca.15cm)
-zusätzlich nochmal eine Scheune ca. 13m x 15m

Zum Zustand:
Außen sind nur wenigen kosmetische Maßnahmen notwendig.
Keller (Bruchstein, gewachsener Boden) ist etwas Feucht.
Zwischen Keller und EG wurde vor ca 15-20Jahre eine neue Kaiserdecke eingezogen.
EG und 1.OG abgewohnt, gefangene Räume usw.
Keine Zentrale Heizung.
Im EG ist auf der Westseite eine Bruchsteienwand ca 50cm.
Fenster wurden ebenfalls vor ca. 15 - 20Jahre durch isolierverglaste Fenster ersetzt.
Dach ist auch in Ordnung

Meine Vorhaben:
Keller etwas ausgraben, innenliegende Ringtränage einbauen und mit Schotter oder Kiesel wieder auffüllen. Keller wird nicht als Heizraum oder Ähnliches benutzt nur Lagerraum. Keller ist nur von Außen zugänglich. Keine Verbindung zum Wohnbereich.

Den kompletten Wohnbereich entkernen.
Innenraumisolierung: Auf Fachwerk eine Lattung aufschrauben, mit Lehmputz einen Ausgleich schaffen und auf Lattung abziehen. Trocknen lassen. Dünne Lehmputzschicht aufziehen, Weichholzfaserplatten in den feuchten Putz setzen und mechanisch auf der Lattung fixieren. Auf die Holzfaserplatten Wandheizung und dann wieder Lehmputz.
Nur die Bruchsteinwand im EG nicht isolieren!!!???
Ist dies so realisierbar???????????
Wohnbereich neu aufteilen und ausbauen.

Als Heizung soll eine Kombiheizung (Pellets/Stückholz) mit Solarunterstützung dienen. Außenwände: Wandheizung. Und im EG zusätzlich Fussbodenheizung.

Jetzt seid ihr dran...
Erfahrungen, Tipps, Kritik usw.
Vielen Dank im Voraus



Sanierung Fachwerkhaus



Hallo Niko,
ich bin mir nicht ganz im Klaren, was Sie mit der Dränung im Keller bezwecken wollen.
Steht denn Wasser im Keller bzw. kurz unter dem Kellerfußboden?
Wenn ja, wissen Sie wo das Wasser herkommt?
Wie wollen Sie das Wasser aus dem Keller bekommen?
Wissen Sie überhaupt, wofür eine Dränung verwendet wird und wie man sie fachgerecht baut?
Falls Sie eine dieser Fragen nicht beantworten können, lassen Sie das mit der Dränung.

Zur Innendämmung des Fachwerkes:
Das ist eine diffizile Sache, deren Planung und Ausführung nicht in die Hände von Laien gehört.
Auf keinen Fall sollte Ihre Variante zur Anwendung kommen.
Wenn Sie wirkliches Interesse haben, sollten Sie vor dem Kauf mit einem Fachmann das Haus anschauen und mit ihm Ihre Ziele hinsichtlich der Nutzung, die Wege dahin und die Kosten durchsprechen.
Dieser Fachmann kann dann auch Kontakt zur Denkmalpflege aufnehmen.
Er wird Sie entsprechend beraten können, vor allem was den ungefähren finanziellen Aufwand betrifft.



Viele Grüße



Zur Dränung und Innendämmung



Steht denn Wasser im Keller bzw. kurz unter dem Kellerfußboden?
-JA

Wenn ja, wissen Sie wo das Wasser herkommt?
-Grundwasser

Wie wollen Sie das Wasser aus dem Keller bekommen?
-Im Keller ist bereits eine Schacht mit Anschluss an den Kanal

Wissen Sie überhaupt, wofür eine Dränung verwendet wird und wie man sie fachgerecht baut?
-JA

Warum sollte mein Aufbau der Innendämmung nicht funktionieren???
Bitte um eine Erläuterung



Sanierung Fachwerkhaus



Hallo Lase,
das man früher Keller in den Grundwasserhorizont eingebaut hat, ist mir neu, aber ich will mich aus der Ferne nicht über die Wasserquelle mit Ihnen streiten.
Da ein Pumpensumpf bzw. Schöpfloch im Keller vorhanden ist, gehört der Wasserstand schon seit Längerem zum Keller, der Keller und das Haus kommen also ganz gut mit dem Zustand aus.

Zur Dränung:
Eine Dränung wird üblicherweise im Bauwesen eingesetzt, um kurzeitig drückendes Wasser von senkrechten Abdichtungen fernzuhalten und so den Lastfall Bodenfeuchte/nichtstauendes Sickerwasser zu sichern.
Das trifft für Ihren Keller nicht zu.

Eine Flächen- oder Ringdränung als offene Wasserhaltung in Ihren Keller zu bauen, ist m.E. überflüssig und kann die Standsicherheit des Gebäudes gefährden (partieller Grundbruch).
Wenn Grundwasser vorliegen sollte, stellt Ihr Vorhaben zusätzlich einen nicht genehmigten bzw. unzulässigen Eingriff in den Grundwasserhaushalt und eine nicht genehmigte Einleitung von Wasser in die öffentliche Vorflut dar.
So was kann teuer werden.

Viele Grüße



Vielen Dank



Sie sind da ganz meiner Meinung:

ich will ja nicht das Wasser aus dem Keller bekommen.
mein Gedanke war eigentlich nur um einen trockenen Boden zu erhalten und 10-20cm des gewachsenen Bodens ausheben, Dränung, und wieder mit Kies oder Schotter auffüllen.
Das Haus bzw der Keller kommt schon seit fast 300 Jahren mit dem Wasser zurecht und greift auch nicht das dar aufliegende Fachwerk an deswegen will ich auch nicht den Keller bzw das Mauerwerk "austrocknen".

Und was ist jetzt der Fehler bei meiner Innendämmung???



Sanierung FW- haus



Gegenvorschlag:
Bauen Sie 10 cm Kies und darauf knirsch verlegte Gehwegplatten in den Keller als Fußboden ein. Die angehobene Ebene sichert einen trockenen Boden.
Zur Problematik Innendämmung kann ich mich nur wiederholen, bei Fachwerk ist so etwas sorgfältig zu planen und auszuführen. Das gehört in die Hände von Fachleuten.
Ihre Lösung birgt die Gefahr von Durchfeuchtungen, also Hände weg.
Sonst können Sie Ihr Haus bald in die Reihe der in Eigenleistung kaputtsanierten Häuser einreihen.

Viele Grüße