Drückendes Wasser im Keller

04.07.2011



Wir haben seit 7 Monaten drückendes Wasser im Keller bei hohem Grundwasserstand in der Region; es steht ca. 10 cm hoch (steigend) und muss täglich abgepumpt werden, die Wände sind bis zur Sperrschicht trocken, das Wasser dringt also irgendwie durch die Sohle. Die Ring-Drainage funktioniert (wurde gespült u. gereinigt), das Wasser im Drainageschacht steht unterhalb der Sohle. Das Haus (gebaut 1994)kann nicht rundherum aufgegraben werden, da ein Anschlussbau ohne Keller besteht! Was können wir tun? Wie kann man feststellen, wo das Wasser eindringt?





Dass das Wasser im Schacht unterhalb der Solle steht muss nicht zwangsläufig heißen das die Dränage funktioniert.
Wie viele dieser Schächte hat die Dränage?

Grüße
Oliver Struve





Dass das Wasser im Schacht unterhalb der Solle steht muss nicht zwangsläufig heißen das die Dränage funktioniert.
Wie viele dieser Schächte hat die Dränage?

Grüße
Oliver Struve



Nasser Keller



Definitiv funktioniert Ihre Dränung nicht, trotz Spülen.
Was die Quelle des Wassers betrifft:
Ich behelfe mir in diesen Fällen mit Uranin, einem ungefährlichen Farbstoff. Damit kann man mögliche Wasserquellen einfärben. Wenn es dann im Keller statt in der Dränung grün wird, hat man eine Entscheidungsgrundlage.

Viele Grüße



WSA



Auch wenn die Dränung dicht sein sollte muß doch ein Haus trotzdem dicht sein! Ich befürchte dass der Wand- Sohle- Anschluß defekt sein wird. Also mit Messtechnik am besten feststellen in welchem Bereich dass ist und von innen sanieren.

Viel Erfolg
Uwe H.



Nasser Keller



Herzlichen Dank für Eure Nachrichten!
Also: wir haben nur einen Schacht für die Dränageleitung, die immer noch Wasser fördert (aber wohl nicht ausreiched!).Würde ein zweiter zweckmäßig sein? Dass das Haus zwischen Sohle und Wand nicht dicht sein könnte, ist uns auch in den Sinn gekommen; (es wurde allerdings damals eine sogenannte "Sandwich-Wanne" gebaut, mit Stahlblech, Folie u. wasserdichtem Beton in den Zwischenwänden). Wir vermuten eine Undichtigkeit unterhalb des Anschlussbaues,so dass wir dort von außen gar nichts machen können. Wie kann man den Wassereintritt messen? Die Lösung mit dem Uranin klingt gut, ist aber noch nicht so ganz klar; wo sollen wir das Färbemittel ausbringen? Wir hatten schon die Idee einen kl. Schacht im Keller selbst zu bauen und dann dort abzupumpen. Erscheint uns allerdings unangenehm, da es ein Wohnkeller werden sollte. Wir haben Fußbodenheizung ausgelegt! Vielen Dank für Eure Rückmeldung!



nasser Keller



Zum Beitrag Uwe Hermanski:
Das die Sohle keinem drückenden Wasser standhält kann sehr wohl sein. Genau deshalb und nur aus diesem Grund baut man Dränungen, sie sollen Abdichtungen die nur gegen Bodenfeuchte ausgelegt sind vor kurzzeitig aufstauendem Sickerwasser schützen. Wenn dann die Dränung versagt, gibt es eben nasse Füße.
Zum eigentlichen Problem:
Entweder hat sich Ihr Bemessungswasserstand verändert und Ihr Haus steht jetzt dauernd im Grundwasser, dann nützt Ihnen auch keine funktionierende Dränung etwas oder die Dränung ist falsch geplant, ausgeführt oder schlecht gewartet worden.
Was mich etwas verunsichert ist Ihre Beschreibung des Kellers. Teile davon klingen nach einer weißen Wanne aus nachträglich vergossenen Fertigteilwänden (Hohlwandelementen) mit Abdichtung der Fuge zur Bodenplatte durch ein Fugenblech. So eine Ausführung benötigt keine Dränung, da sie druckwasserdicht sein sollte (WU- Richtlinie).
Zu einer Dränanlage gehören z.B. mindestens 4 Kontroll- und Spülschächte und ein Übergabeschacht mit Sandfang.
Um Ihnen Genaueres zu Ihrem Problem mitteilen zu können brauche ich einfach mehr Angaben zur Bauweise des Kellers und zum Zustand der Dränung. Am besten wäre es wenn sich ein Fachmann die Sache vor Ort ansieht.

Viele Grüße



Nasser Keller



Vielen Dank für Ihre letzte Antwort, Herr Böttcher! Wir haben mehrere Spülrohre und einen tiefen Schacht, in dem die Pumpe steht. In die Spülrohre kommt man angeblich nicht 'rein (zu eng, zu verwinkelt!?). Das Kamerasystem hat gezeigt, dass es Absenkungen und Verformungen in der Dränage gibt. Da kann man wohl nichts mehr machen.
Eigentlich sollte eine weiße Wanne gebaut werden, es wurden aber dann doppelte Kalksandsteinwände auf der Sohle inkl. Stahlblech errichtet, die mit einer Folie ausgeschlagen wurden. Hier wurden Stahlmatten eingebracht (die natürlich die Folie beschädigt haben), danach wurde wasserdichter Beton vergossen. Von außen wurde eine schwarze Dickbeschichtung aufgebracht und zur Sicherheit die Dränung verlegt. Alles hat 15 Jahre wunderbar funktioniert bis Dez. 2010. Dass die Dränage gewartet werden müsste, hat uns niemand erzählt und da alles ok. war, haben wir uns die Frage auch nicht gestellt.
Was halten Sie von dem Schacht im Keller, oder kann man von innen den Wassereinbruch, so man ihn denn findet, abdichten?
Viele Grüße!



nasser Keller



Sie sollten zuerst feststellen,
warum bzw. woher das Wasser kommt. Hat sich in der Umgebung etwas verändert wie Oberflächenprofilierung, Wasserführung, Vorfluter?
Hat sich der Boden um das Haus abgesenkt?
Funktioniert die Vorflut, kann es Rückstau geben?
Gibt bzw. gab es Eingriffe in den Grundwasserhaushalt?
Funktioniert die Dachentwässerung? usw.
Wenn Sie die Ursache wissen kann man gezielt dagegen vorgehen.

Zum grundsätzlichen Problem:
Das was Sie betreffs des Kellers schildern klingt nach völliger Konfusion.
Trotzdem kann man versuchen, einzelne Leckagen nachträglich zu dichten, falls es nur einzelne Stellen/Bereiche sind. Meistens ist die Aufstandsfuge zwischen Bodenplatte und aufgehenden Außenwänden undicht. Diese Stellen kann man orten und dann nachträglich dichten.

Viele Grüße



Drückendes Wasser im Keller



Tja, woher das Wasser kommt, wissen wir ja leider nicht; keine Ahnung, ob sich in der Umgebung etwas verändert hat - vermutlich ist die Aufstandsfuge undicht. Wie kann man sie orten? Messtechnik? Einfärbung? Wir wären für einen genaueren Methodenhinweis sehr, sehr dankbar.

Vielen Dank für Eure Hinweise!!



Drückendes Wasser im Keller



Übrigens, noch einer Frage: Was heißt "Übergabeschacht mit 'Sandfang'? (Ihre Antwort vom 5.7., Herr Böttcher). Bedeutet das, dass im Übergabeschacht der eingespülte Sand aus den Dränagerohren aufgefangen wird? Das wäre bei uns der Fall - diesen Sand muss man dann vermutlich von Zeit zu Zeit heraufholen, oder?
In unserem Schacht hat der letzte Ring unten einen Boden. Aus der Fuge zw. dem tiefsten und dem darüber liegenden Ring läuft das Grundwasser in den Schacht. D.h., das Wasser steht oberhalb des 2.Ringes und damit zu hoch! Die Dränagerohre liegen nur kurz über dieser Fuge. Das bedeutet, unser Haus steht im Grundwasser!
Das ist wohl eigentlich nicht Neues, aber es hat 15 Jahre lang funktioniert!
Kann man den Boden im Übergabeschacht öffnen, so das das Grundwasser schneller eintritt und eher abgepumpt werden kann? Oder wird dann der Schacht immer tiefer sinken, weil mit dem aufsteigenden Grundwasser zuviel Sand eingedrückt wird?



Nasser Keller



Die Leckagen zu orten ist für einen Fachbetrieb kein Problem.
Am einfachsten ist eine kontrollierte Flutung des Arbeitsbereiches der Baugrube. Wenn der Keller vorher trockengepumpt wurde, kann man die einzelnen Leckagen schnell erkennen. Zur Flutung wird Wasser vom nächsten Hydranten über einen Feuerwehrschlauch ans Haus geleitet. Die Dränanlage wird vorher mit einem Gummiball verschlossen.
Das was Sie schildern verstärkt meine Vermutung das die Dränanlage falsch bemessen und ausgeführt wurde.
Die Einleitung von Grundwasser ist in der Regel nicht erlaubt und bedarf zumindestens einer Genehmigung.
Falls die von Ihnen geschilderten Fakten (erhöhter Grundwasserstand) zutreffen, dann sollten die Leckagen des Kellers nachträglich gedichtet werden. Ob das möglich ist, hängt von der Art und Qualität der jetzigen Abdichtung ab. Die Dränung kann dann stillgelegt werden, da der Lastfall zeitweilig drückendes Wasser nicht mehr zutrifft. Sie sollten sich unbedingt jemanden ins Haus holen der die Abdichtung kontrolliert; nur mit vor-Ort-Kenntnissen kann man brauchbare Sanierungsvorschläge machen.

Viele Grüße
p.s. Das Bild zeigt eine weiße Wanne mit Außenwasserstand, es wurde ein Kellerfenster eingebaut



Drückendes Wasser im Keller



Vielen Dank für Ihre Nachricht!
Allerdings sehe ich ein Problem, Wasser von außen ans Haus zu leiten. Es ist ja keine Baugrube mehr, das Haus ist fertig und angeschüttet. - Was war mit Uranin?
Wir werden uns unbedingt jemanden zur weiteren Beratung holen, ich wollte mich nur vorab informieren, damit ich wenigstens ein bischen mitreden kann. Ich melde mich!

Viele Grüße



Nasser Keller



Die Baugrube ist zwar zugeschüttet, aber immer noch vorhanden. Sie wurde mit nicht bindigem, gut durchlässigen Boden verfüllt. Dort wird das Wasser eingeleitet. Uranin brauchen Sie nur, wenn es darum geht die Quelle der Vernässung zu lokalisieren; hier bei Ihnen entweder die Regenentwässerung oder die Dränung/Grundwasser. Dann wird zuerst etwas Farbe in ein Fallrohr gegeben, der Übergabepunkt am Anschlußschacht gedichtet und dann Wasser in ein Fallrohr eingeleitet.

Viele Grüße

p.s. Das Bild zeigt einen Keller mit mäßig drückendem Schichtenwasser, das über die Kellersohle einsickert. Ursachen einmal vernachlässigte Vorfluter in der Feldflur und das nasse Frühjahr.



Drückendes Wasser im Keller



Also, nun werde ich doch hellhörig: wir leben im Außengebiet, inmitten von Wiesen und Feldern. Das Wasser wird abgeleitet in einen nahe gelegenen verrohrten Fluss, an dem natürlich nie jemand arbeitet (vernachlässigter Vorfluter klingt sehr wahrscheinlich!) Wer kann das eruieren? Da ist ev. die Gemeinde verantwortlich?! Die Ableitungsrohre auf unserem Grundstück müssten dann wohl auch noch "durchgesehen" werden. Wir werden uns kümmern und ansonsten den Tipp mit Uranin befolgen. Vielen Dank ersteinmal für Ihre gute Aufklärung (hoffentlich war es das!!!).

Viele Grüße!