Aufstocken, Anbauen oder Neu bauen?

30.11.2012 Lisa



Hallo liebes Forum,

wir als 5-köpfige Familie stehen momentan vor einer grossen Entscheidung und sehen bis jetzt noch nicht klar.

Kurz: Aufstocken, Anbauen oder ganz neu bauen?

Es geht um ein 1955 erbautes, 120m² grosses (EG+DG), renovierungsbedürftiges Haus in ländlicher Region.

Hauptproblempunkt: Grundwasserproblem im Keller
Wenn es ca 2-3 Tage viel regnet, dringt am 3. Tag Wasser durch die Bodenplatte in den Keller hinein.

Wir wollen in jedem Fall ein grösseres Haus (als die jetzigen 120m²) haben, so dass 5 Personen dort gut leben können.

1. Aufstocken
Würde bedeuten, das jetzige obere Geschoss, samt Dach zu entfernen und ein neues 1. OG und Dachgeschoss aufzusetzen. Dann hätten wir also EG+OG+DG und nicht wie jetzt nur EG+DG.

Voraussetzung wäre in unseren Augen, bei einer solch grossen Investition, dass man den Keller trocken bekommt. Er braucht kein perfekter Wohnkeller zu werden, aber derzeit ist er nicht akzeptabel, wenn man weiter oben viel Geld investieren möchte. Er soll die Heizungsalage unterbringen könen und als Vorrats-/und Abstellraum dienen können.

2. Anbauen
Hier würde man das Haus so lassen wie es jetzt ist, also EG+DG und zusätzlich einen Anbau ( vermutlich dann auch EG+DG oder aber EG+OG+DG?) machen.
Auch hier ist die Voraussetzung, dass man den Keller gut saniert bekommt

3. Neubau
Das jetzige Haus abreissen und ganz neu bauen

Wir sind wirklich noch völlig im Dunkeln, was die beste Lösung ist.

- Wo ich bei der Variante "Aufstocken" Bedenken habe ist, dass man ja quasi einen Grossteil des Hauses schon abreisst (also das gesamt obere Geschoss) und ausserdem einen Keller hat, der grundlegend saniert werden muss. Dann ist man ja, was die Strukturen des Hauses betrifft, eigtl. gar nicht mehr so weit entfernt von einem Neubau....Vll. wäre es vor dem Hintergrund sinnvoller ganz neu zu bauen?
- Bei der Variante Anbau sehe ich -gegenüber Aufstockung - den Vorteil, dass man mit dem Anbau die Möglichkeit hat, eine für sich geschlossenen Einheit zu schaffen, die später z.B. von einem der Kinder genutzt werden könnte. Ausserdem hätten wir beim Anbau die Möglichkeit, den Anbau zu unterkellern und somit noch z.B. einen Hobbykeller zu schaffen. Vermutlich bedeutet die Variante Anbau auch weniger Eingriffe in das bestehnde Haus als die Variante Aufstockung?
- Einen Neubau möchte ich nur machen, wenn es keinen Sinn macht, an den aktuellen Strukturen festzuhalten. Wenn sich mit den aktuellen Strukturen jedoch "gut arbeiten lässt", bin ich sehr dafür, dass man das Bestehende erhält und zusätztlich Raum schafft durch Anbau oder Aufstockung

Vielleicht kann man - ohne das Haus gesehen zu haben - keine endgültigen Ratschläge geben. Aber vll. könnt ihr mir doch ein paar Entscheidungshilfen, Richtungsweisungen, Ratschläge geben. Oder evtl. auch ein Buch empfehlen, das einem weiterhilft.

Für jegliche Hilfe bei dieser grossen Entscheidung wären wir sehr dankbar,

viele liebe Grüsse,
Lisa + Familie



nasser Keller



Hier ein Tipp von mir zum Wasser im Keller:
Schauen sie sich die Regenwasserführung und -Entsorgung genauer an.
Gibt es eine Dränanlage?

Viele Grüße



Buchempfehlung …



Hallo

Ein Buch?
Da würde es 1000 geben aber ob dann die Entscheidung leichter fällt bezweifle ich …

Wenn der Baugrund dort heikel ist, empfiehlt es sich keinen zu bauen, lieber Erdgeschossig zu bleiben … von der Ferne … Tipp von Georg annehmen … mal schauen was das Wasser so macht …

Was sind das für Steine, mit denen das Haus gebaut wurde?
Man müsste die Konstruktion (… und tausend andere Dinge auch …) kennen um weiter helfen zu können …

Abreißen und neu bauen ist auch nicht so einfach … wo leben Sie während der Bauzeit …

es gibt da tausenderlei Möglichkeiten und Ratschläge … aber es wird nichts bringen, wenn keiner tiefere Kenntnisse hat …

Gutes Gelingen …

und bei Bedarf mailen …

Florian Kurz
www.slow-house.de



Keller



Herr Böttcher, vielen Dank für Ihren Tipp.

Es gibt eine Drainage, die in der Bodenplatte zu erkennen ist.
Haben Sie evtl. noch spezifische Tipps, worauf ich bei der Beobachtung der Regenwasserführung achten sollte?



Keller, Bausteine



Herr Kurz, vielen Dank für Ihre Antwort!

Aus Ihrer Empfehlung, bei heiklem Baugrund keinen Keller zu bauen, schliesse ich, dass es noch nicht einmal heutzutage 100% garantiert ist, einen trockenen Keller hinzubekommen? Ist dies wirklich so? Kann ich im Falle eines Neubaus mit Kellerwunsch bei heiklem Baugrund nicht davon ausgehen, dass ich einen absolut trockenen, Wohnbedürfnissen entsprechenden Keller bekomme? -Vorausgesetz man wählt eine gute Bauweise....(was auch immer das im Einzelnen dann heisst)

Leider konnte ich in den Unterlagen nichts zu den verwendeten Steinen finden. Zumindest habe ich einmal die Wandstärke gemessen: 34cm. Könnte man denn eine Vermutung anstellen, aus was für Steinen 1955 in der Region Oberbayern im ländlichen Bereich gebaut wurde?

Das Problem der Unterkunft der Familie im Falle eines Neubaus könnten wir zum Glück sehr gut lösen. - Das wäre kein Hindernis.

Beste Grüsse,
Lisa



Komplexe Situationen ...



... können nur an Ort und Stelle beurteilt werden. Ferndiagnosen sind dazu nicht geeignet. Sie nehmen am besten Kontakt zu einem Architekten Ihres Vertrauens auf, lassen eine BAuaufnahme durchführen und die Bauvarianten durchrechnen, die sinnvoll sind.

Sie können in jeder Situation einen trockenen Keller bauen. Das ist nur eine Frage des (finanziellen) Aufwandes. Heißt bei Ihnen: erst einmal nachfragen, wie der Bemessungswasserstand ist (höchster Grundwasserstand), ob drückendes Grund- oder sonstiges Bodenwasser ansteht, wie die Bodenklasse zu bewerten ist (Versickerungsfähigkeit / Drainage etc.) und derlei mehr. Im ungüstigsten Falle müssen Sie dann eine "Weiße Wanne" aus wasserdichtem Beton bauen lassen. Geht alles, kostet nur. Und ist nichts für Selbstbauer.



feuchter Keller



Hallo Lisa,
IN der Bodenplatte liegt keine Dränleitung, eher eine Grundleitung für Regen- oder Schmutzwasser. Die Dränanlage liegt immer außen um das Haus herum. Wenn solche Anlagen nicht gewartet werden kann das zum Wasseranstau im Kellerbereich führen, deshalb mein Hinweis.
Die Grundleitung unter der Bodenplatte kann ebenfalls die Ursache sein, wenn es bei längerem Regen zu einem Anstau kommt. Prüfen sie die gesamte Anlage durch, das heißt beginnend vom Übergabepunkt am Hausanschlußschacht über die Grundleitungen bis zu den Standrohren der Dachentwässerung.

Viele Grüße



Keller



Herr Pickartz, vielen Dank für Ihren Beitrag.

Gut, dass es möglich ist, in jedem Fall einen trockenen Keller zu bauen. Ich denke, dass das bei unserem Boden dann eher eine teurere Lösung werden würde.



Regenentwässerung



Vielen Dank, Herr Böttcher.

Ich werde die gesamte Anlage durchprüfen lassen.