Feuchter Keller/Sanierung/Putz+Balkenerneuerung?




Hallo allerseits,

möglicherweise ist bei uns keine Mauertrockenlegung möglich. Deshalb meine Frage, man könnte natürlich immer wieder den Putz erneuern, der an den feuchten Kellerwänden abbröckelt.

Nun ist es so, dass ja ein Balken, der im Keller direkt auf die Erde führt und Bodenkontakt hat, vor sich hin gammelt, habe hier auch ein Foto von dem drin. Der ist mit Pelz übersät und sieht einfach eklig aus.

Könnte man den einfach teilweise rausschneiden und durch einen neuen ersetzen? Vom Boden bis zum Knie etwa. Gibt es da auch was, was man um den neuen Balken herummachen könnte oder wenigstens auf die Erde, so dass er mit der Bodenfeuchtigkeit keinen Kontakt hat? Oder an sein Ende ein Metallteil oder ähnliches, dass er sich nicht von unten vollsaugt? Allerdings saugt er sich ja auch sicher von der Seite voll, wo er Mauerwerkskontakt hat.

Danke für die Info.lg Nicole



Keller



Welche Funktion hat dieser Balken?
Gibt es mehr davon?
Ist das Schimmel oder sind das Salzausblühungen?

Vielleicht versuchen Sie mal ein Foto einzustellen, auf dem das gesamte Bauteil zu sehen ist. Mit diesem Ausschnitt kann man nichts anfangen.

Viele Grüße



Hallo



der Balken geht an seiner oberen Stellen in die Wand, da sieht man leider nicht mehr, ich stelle mal den ganzen Ausschnitt rein! Hoffe, dass das Bild besser ist!

lg Nicole





Hallo,
Ich möchte Sie ja keinesfalls bange machen, aber wie bereits bei einer Ihrer vorherigen Beiträge erwähnt ist auf diesem Bild:

http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showPicture/15404$.cfm

eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Fruchtkörper des echten Hausschwamms nicht zu leugnen.

Bitte, bis diesbezüglich Gewissheit herrscht nichts überstürzen. Sie sollten den Pilz unbedingt im Labor untersuchen lassen. Ich rate Ihnen nochmals zum Kontakt mit Herrn Parisek. Der kann sie hier auch sehr kompetent beraten.

Gruß vom Edersee







Keller



Hallo Nicole,
das neue Foto zeigt die gleiche Situation wie das erste, außer ich weiß jetzt welches Muster der Läufer hat.

Noch mal:
Ist es nur ein Balken oder mehrere?
Wenn ja, wo stehen die anderen?
Wo steht der Balken? An einer Außenwand, an einer Innenwand?
Was ist über dem Balken bzw. was stützt er ab? Einen Teil der Treppe? Einen Unterzug der Decke?
So langsam habe ich das Gefühl, der Keller wurde nachträglich eingetieft.
Kann das sein? (müsste an der Treppe, falls die noch orginal ist, zu sehen sein)
Aus welchem Material bestehen die Kelleraußenwände?

Um meine Frage zu beantworten, ob der Flaum Schimmel oder Salz ist:
Nimm ein etwa postkartengroßes Stück Papier, ein Messer und ein Feuerzeug,
geh in den Keller,
kratz ein wenig von dem Flaum auf das Papier,
riech daran- Schimmel richt schimmlig-pilzig, Salz nicht,
zünde das Papier mit dem darauf liegenden Flaum an- aber nicht die Bude abfackeln!
Schreib mir was dann passiert.

Viele Grüße



Oh je..



ich denke, der echte Hausschwamm hat Fruchtkörper!!!!!!!!!!!!! Da sind aber keinerlei Fruchtkörper!!! Und so, wie es da aussieht, sieht so seit 20 Jahren aus. Ja, der Balken geht irgendwo in die Wand, der Balken ist nirgendwo mehr zu sehen und er ist im Haus INNEN an der Innenwand.

Das Problem ist, dass meine Mutter da nichts weiter machen lässt und ich ohne sie nichts machen kann...


lg Nicole



ach ja



ich weiss nicht, ob der Keller die Treppe abstützt, irgendwo, weiter oben beginnt eine treppe, ob der keller nachträglich eingetieft wurde, kann ich nur schwer sagen...



Keller



Ich versuche dann mal, mit diesen mageren Informationen einen Zwischenstand aufzuzeigen:

1. Der Keller ist massiv gebaut, es gibt nur eine Stütze aus Holz, die an einer Innenwand steht.
2. Die Feuchte im Keller ist für das Baualter üblich und angemessen. Die Decke über dem Keller liegt weit außerhalb der Feuchtezone, für die Fachwerkkonstruktion besteht keine Gefahr.
3. Die Stütze ist vermutlich nachträglich eingefügt worden, entweder um die Treppe zu stützen, einen defekten Deckenbalken abzufangen oder es wurde oben eine Innenwand versetzt.
4. Die auf den Fotos erkennbaren Ausblühungen sind wahrscheinlich kein Schimmel oder Pilzmycel, sondern Salze.
Falls der von mir beschriebene Flammtest positiv verläuft (der abgekratzte Salzflaum erzeugt auf dem glimmenden Papier winzige Lichblitze beim Vebrennen)dann sind Nitrate vorhanden.
Das Nitrat deutet auf Eintritt von Fäkalien in den Untergrund. Wenn es keine größere Havarie in den letzten Jahren gab, sollte die Grundleitung auf Dichtigkeit geprüft werden.
5. Wenn die Tragfähigkeit der Stütze im unteren Bereich nicht mehr gegeben ist (Würfelbruch ist auf den Fotos nicht zu erkennen) dann kann das Profil ganz getauscht oder gegen Stahl bzw. einen gemauerten Pfeiler ersetzt werden.

Viele Grüße



Keller



Nachtrag:
ich habe mir das von mir geschmähte Foto mal genauer angesehen.
Das sieht aus, als ob Wasser zwischen Stützenfuß und Wand temporär einsickert, also Regen- oder Schmutzwasser!

Viele Grüße



Hallo Georg



danke für Deine tolle Antwort! Wo wohnst Du denn?

Das mit dem Test wird noch eine Weile dauern, da wir momentan nicht vor Ort sind!

lg Nicole



Hallo Georg



und was bedeutet dass dann, wenn da das Wasser einsickert? Meinst du, dass eine Grundwasserleitung unter dem Haus nicht dicht ist? Oder was meinst du mit Grundleitung?

Den Balkenteil wollte ich austauschen, weil es halt ziemlich eklig aussieht und damit es nicht immer weiter gammelt (wird dann wohl wieder von neuem gammeln) oder gar hochgammelt,

lg Nicole



Keller



Meine Adresse findest Du unter meinem Profil.
Einfach anklicken.

Georg



Also...



wenn das Salze sind fress ich n´Besen, Georg...
Hierbei handelt es sich definitiv um einen Schwamm bzw. Pilz!
Währe nur noch die Frage zu klären um welchen...

Schönen Gruß
Mathias



Einwände



Möchte mich mal in Sachen Pilzbefall einklinken:
Auf den Fotos sind definitiv keinerlei Mycelien oder Fruchtkörper eines Pilzes erkennbar. Am Stützenfußpunkt sind lediglich Spinnengewebe sowie Salzausblühungen auffällig. (@Herr Böttcher: der Flammtest hat mir übrigens sehr gut gefallen.) Nichtsdestotrotz sind im Bereich des Fußpunktes optimale Lebensbedingungen für holzzerstörende Pilze vorhanden (Der Stützenfuß sieht im Randbereich auch schon angefault aus). Für die Kontaktbereiche der Restschwelle mit dem Mauerwerk sind auf jeden Fall Gefährdungsklasse 3, tlw. auch GK 4 anzusetzen. D.h. auch Eichenkernholz ist langfristig gefährdet.
Zu den rötlichen Putzausblühungen: auf dem Foto ist definitiv nichts pilzartiges erkennbar. Befindet sich hinter der Wand evtl. ein Schornstein? Sieht mir nach Versottung aus (mal "Versottung" in die google-Bildersuche eingeben).
Ich halte aufgrund der Salzausblühungen und der Verfärbungen wie Herr Böttcher auch den Zutritt von Fäkalwasser für durchaus wahrscheinlich.

Gruß



Hallo Boris



danke für die Antwort! Ich glaube nicht, dass da ein Schornstein langläuft, wobei es zwei unterschiedliche Stellen, die weiter auseinanderliegen, mit diesen rötlichen Gebilden gibt (also nicht der pelzige Balken).

Wenn Sie meinen, dass könnten Fäkalsachen sein, müsste man den ganzen Boden aufreissen und nachsehen, ob da irgendwelche Leitungen undicht sind, richtig?

Nochmal zu dem vergammelten Balken: was heißt das mit der Gefährdungsklasse? Das sagt mir gar nichts..(am besten wäre wohl ein Abriss des Hauses, anders bekäme man den Keller wohl nicht trocken..aber da ist ja der Denkmalschutz),

ich dachte ja, falls man den Keller nicht trockenlegen kann und auch das Haus nicht abreissen darf, könnte man sich doch so behelfen, dass man von Zeit zu Zeit (das Problem wird natürlich immer wieder auftreten), ein Stück des Balkens erneuert, bis dieser dann wieder hinüber ist usw...., tja, und diese rötlichen Ausblühungen...



Handlungsbedarf besteht...



...aber mit Abriss hat das alles nichts zu tun. Alle wichtigen Tips wurden eigentlich schon gegeben. Insbesondere das Ersetzen der Holzkonstruktion durch Stahl o.ä. Dann ist auch die Einteilung des Holzes in Gefährdungsklassen vom Tisch (GK 4 z.B. gilt für Holz mit Erdkontakt, also dauerhaft feucht, also dauerhaft pilzgefährdet).
@Ermittlung der Feuchtequelle: entweder Sachverständigen (z.B. für Bautenschutz) beauftagen oder selbst suchen (mit ungewissem Ausgang). Einige Fachbetriebe bieten auch die Inspektion von Rohrleitungen mit Kameras an. Habe ich bisher nur einmal miterlebt. Inspektion von 35 Meter Rohleitung kosteten so um die 350€, incl. Filmaufzeichnung. Wir konnten dadurch Setzungsschäden aufspüren. Kleinere Schäden müssen aber nicht zwangsläufig erkennbar sein.
Für derartige Schäden bin ich aber der falsche Ansprechpartner.

Gruß und viel Erfolg



Hallo Boris



oh, 350 euro sind aber billig! das haus hat nur eine grundfläche (inkl. hof!!!) von 46 qm...also das Holz kann man auch durch Stahl ersetzen oder habe ich das jetzt falsch verstanden? ich glaube, bodenkontakt wird da immer sein.