Feuchter Sandsteinkeller renovieren

06.08.2006



Hallo,

ich könnte ein paar Tipps für meinen feuchten Sandsteinkeller gut gebrauchen. Habe kürzlich das Haus bekommen und muss ziemlich viel renovieren. Unter anderem macht mir der Keller viel Kopfzerbrechen. Der Sandsteinkeller liegt zu 2/3 unter der Erde, ist wohl kaum isoliert und an manchen Stellen leicht feucht. In mittlerweile 90 Jahren wurde alles mögliche an Putzen und Anstrichen an die Wände geschmiert. Manches bröselt einfach weg, teilweise kann ich die Fugen mit der Spachtel auskratzen. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei 75 - 85 %. Temeratur konnte ich nicht über einen längeren Zeitraum messen - das Haus stand länger leer und eine neue Heizung wird erst eingebaut. Leider hat vom Architekt über Mauer bis Verputzer jeder nur ein Schulterzucken übrig oder gibt mir Tipps wie "Drüberputzen" oder Gipskarton davor schrauben. Ich kann nicht glauben, dass das wirklich sinnvoll ist. Aber konkret zu meinen Fragen: 1. Wie kann ich die Mauer säubern. Zurzeit arbeite ich mich mit dem Hammer und Meisel zentimeterweise weiter. 2. Was ist sinnvoll zu neuen Verfugen der Mauer? 3. Mich stört die Feuchtigkeit eigentlich nicht weiter. Schimmel habe ich keinen gesehen. Sollte ich trotzdem was unternehmen? Oder kann ich die Sandsteinmauer einfach offen lassen. Übrigends soll in einen Kellerraum die Heizung und Hauptschaltkasten für Elektrik. Stört da die Luftfeuchtigkeit? Richtig nass ist es nicht, nur die Außenwände leicht feucht. 4. Von 3 Seiten ist die Oberfläche außen mit Pflaster versiegelt, die 4. Seite aber Garten. Sollte ich hier außen etwas ändern?

Wahrscheinlich seht ihr an meinen Fragen, dass ich bei Renovierungsarbeiten absoluter Laie bin. Deshalb bin ich für jeden Tipp oder Information dankbar.

Vielen Dank, Christina





Immer schwer, mitunter bei aller Unverbindlichkeit auch riskant, hier aus der Ferne Tips zu geben. Mit Hammer und Meißel zunächst schadhaften Putz zu entfernen, ist aber sicher vorteilhaft.
Der Keller ist nur unzureichend beschrieben. Wie groß, wie konstruiert, stehen da tragende Wände und laufen da Grund-oder Fallleitungen durch ? Usw.
MfG



Feuchter Sandsteinkeller renovieren



Hallo, erst mal vielen lieben Dank an alle, die sich schon gemeldet haben. Echt klasse. Die angegebenen Internetadressen werde ich gerne aufsuchen. Zum Keller wurde nähere Infos erbeten. Er umfasst 4 Kellerräume mit Flur, insgesamt ca. 58 qm. Jeweils 1 Zugang über Treppe nach außen und in das Erdgeschoss. 1 Keller wurde als Waschküche genutzt, 1 alter "Kartoffelkeller", einer war als Werkstatt eingerichtet mit Heizungsanlage, im letzten standen die Öltanks. Ein großer Teil der Feuchtigkeit rührt sicher noch von einem großen Wasserschaden vor ca. 1 Jahr her. Damals stand das Haus leer und der Schaden wurde erst nach Tagen bemerkt. Aber sicher dringt auch etwas Feuchtigkeit vom Erdreich ein. Von außen kann ich erst nach und nach abdichten, leider reicht das Budget nicht, um alles gleich zu machen. Die Kellerwände sind schon tragende Wände. Die Raumaufteilung ist oben genauso und alle Schienen und Balken oben übertragen das Gewicht auf die Wände. Die Innenwände sind aber trocken und alle Wände ziemlich dick. (Ich müsste jetzt nachmessen). Unter dem Haus verlaufen keine Leitungen, aber Abwasserrohre, Leitungen usw. werden jetzt neu verlegt und führen durch den Keller. Achja, ein Kanal führt von der Waschküche unter dem Boden nach außen. Hier ist schon früher Wasser eingedrunegen. Der Schacht soll blind gelegt werden. Soweit meine laienhaften Infos. Danke an alle, die meine Wissenslücken schließen.

Liebe Grüße, Christina



Woher kommt die Feuchte im Keller?



Warum soll eine Feuchte Mauer überhaupt „trocken“ gelegt werden ?
Wer hat geprüft wieviel woher eindringt?
Unter anderem kann auch folgendes pauschal gesagt werden.
Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, unter anderem:
1. Dass keine Salzausblühungen an den Oberflächen entstehen und somit keine Zerstörungen von Farbe und Verputz erfolgen
2. Auch, um eine optische Verschönerung des gesamten Gebäudes zu erreichen
3. Verhinderung von Schimmelpilzwachstum, dadurch Vermeidung von Allergien und Gesundheitsschäden
4. Moose, Algen und Flechten zu verhindern und dadurch Zerstörungen der Oberflächen vermeiden
5. Vermeidung von Fäulnisschäden im Innenbereich der Balkenauflager und der Fußbodenkonstruktionen
6. Der wohl wichtigste Grund ist jedoch die Verbesserung der Wärmedämmung, weil dadurch - nicht unerheblich - Energie eingespart werden kann
.
Um dies zu verdeutlichen folgende Tabelle:
Veränderung der Wärmeleitfähigkeit von Ziegelmauerwerk in Abhängigkeit vom Feuchtegehalt

entnommen aus der Homepage: Verband Österreichischer Ziegelwerke

Die Ängste sind jedoch oft ein schlechter Lehrmeister
Die Angst ein Gebäude durch falsche Trockenlegungsmaßnahmen zu beschädigen treibt sonderbare Blüten aus. Manche greifen dann doch lieber zu sogenannten „schonenden“ Verfahren. Wie anders ist es zu erklären, dass heute noch all die Anbieter der „Zauberkästchen“ in all ihrer Vielfalt ihr Auskommen haben.
In Österreich sind diese Verfahren sogar in der Ö-Norm aufgeführt. Dabei steht schon lange fest, dass diese Verfahren für die Trockenlegung an alten salzverseuchten Gebäuden nicht funktionieren können. Siehe hierzu meine Schriften insbesondere: Mauertrockenlegung, mittels Elektroosmose oder andere elektrophysikalische Methoden.
Nummer 6 bei. www.isarbautenschutz.com
Meistens erfolgt eine Bewertung der verschieden Verfahren von selbsternannten Fachleuten oder auch von sogenannten Bautenschützern. Es ist klar, nur das von ihm angewendete Verfahren ist das Beste. Ich kenne genügend Ausschreibungen bei denen steht: es dürfen nur Werkzeuge verwendet werden mit denen „schonend“ gebohrt wird. Als ob nicht klar wäre, dass ein Loch im Mauerstein üblicherweise beim Bohren nur durch Zertrümmerung hergestellt werden kann.
Es wäre auch sinnvoll vorab darüber zu diskutieren was ist überhaupt „trocken“ ist und ab wann wird ein Baustoff durch Feuchte geschädigt?

Was schädigt Baustoffe, Ziegel und Mörtel?
Die Bedenken, dass eine Wand feucht bleibt und Schaden nimmt, wenn sie nur von innen „isoliert“ oder abgedichtet wird, sind unbegründet!
Denn:
• im Erdreich sind Baustoffe in der Regel nicht frostgefährdet,
• sie werden durch Salze nicht geschädigt (diese bleiben in Lösung)
• und sie können nicht faulen.
• Die Mauern dichten sich zum Teil selbst ab, wenn die Kapillaren mit Wasser gefüllt sind.
Es gibt auch kein Gesetz, wenn ein Gebäude fünfzig oder mehrere Jahre feucht war, dass durch eine Abdichtung von innen sich das Wasser anschließend einen anderen Weg suchen könnte.
Ob sich somit der arbeits- und kostenaufwändige Einsatz, außen aufzugraben, lohnt, ist äußerst fragwürdig.
Ferner ist auch zu überlegen welche Probleme noch zusätzlich auftreten können!
Wie können zum Beispiel:
• Sparten (Gas, Wasser, Strom, Telefon, Fernheizung und dergleichen) verlegt werden?
• Anschlüsse im Bereich der Kommunewände hergestellt werden?
• Anbauten z.B. Eingangspodeste, Treppen abgedichtet und,
• unter Garagen und Begrenzungsmauern etc., die Verbindungen zu den Abdichtungen ergänzt werden?
.
Das richtige Maß finden.
Bei der Instandsetzung und Trockenlegung von alten Gebäuden wird leider sehr oft entweder zuviel ausgeführt oder es erfolgen Aktionen die völlig ungeeignet sind.
Wie oft werden Häuser außen aufgegraben, obwohl diese nicht durch Grund,- Hang,- oder Stauwasser gefährdet sind.
Man ist heute durchaus in der Lage, auch mit anderen Maßnahmen, nur von der Innenseite ausreichend trockene Oberflächen herzustellen, und dies ist in der Regel weitaus kostengünstiger als von außen abzudichten.

Die feuchten Wände werden kaschiert.
Oft erfolgen auch Maßnahmen wie z.B. Verkleidungen (man denke nur an die Fassaden mit asbesthaltigen Platten) oder an all die hässlichen Kunststoff, - oder auch Aluminiumplatten aber auch an die Fassaden mit völlig sinnlosen Wärmedämmverbundsystemen (bei, sowieso ausreichend dicken Wänden).

Das Problem mit den Erschütterungen wird oft hochgespielt
Es werden manchmal Maßnahmen nicht zugelassen, weil es zu "Erschütterungen" kommen könnte aber anschließend wird ein Arbeitsraum rund um das Gebäude ausgehoben und somit alle Mauern vom Anpressdruck „entlaßtet“.
Oft werden, um ein Haus von außen abdichten zu können, auch Spundwände unmittelbar am Gebäude eingerammt.
Nach den Abdichtungen werden diese Öffnungen wieder aufgefüllt und dabei werden mit erheblichen Erschütterungen dieser Arbeitsraum wieder mit Rüttelplatten verdichtet, oder es werden anschließend die Außenflächen mit Pflastersteinen belegt und mit Rüttelplatten geglättet. Jeder am Bau beschäftigte kennt diese Erschütterungen.

Was ist zu tun?
Es gibt wenige Bereiche im Bauwesen, bei denen die Ungewissheit das Richtige zu tun so groß ist. Dabei hört man oft dann oft: das haben wir schon immer so gemacht.
Bei Abdichtungsplanungen auf dem Gebiet der Altbauinstandsetzung heißt es immer wieder: „Wenn wir schon dabei sind, dann machen wir’s doch gleich gescheit“. Dann wird der alte (und durchaus nicht immer zutreffende) Spruch zitiert, dass die Ursache für Feuchtigkeit im Keller stets von außen eindringendes Wasser sei. Und so wird fleißig von außen aufgegraben, abgedichtet, wärmegedämmt, geschützt und wieder verfüllt - und dabei eines völlig außer acht gelassen: das Kosten-Nutzen-Verhältnis.
Manchmal wünsche ich mir mehr mit Fachleuten darüber zu „streiten“, ob alles was machbar ist, auch wirklich notwendig ist. Aber auch, dass die Mittel die eingesetzt werden müssen, für die „Gesundheit“ der Menschen und der Gebäude sinnvoll und angemessen eingesetzt werden.
Hierbei kann meiner Meinung nach nur „miteinander gerungen“ werden, denn der einzelne ist bei der Gesamtbetrachtung der Probleme oft überfordert.
Als Blattformen für diese Diskussionen dient mit Sicherheit die WTA e.V. (Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege) aber auch der DHBV (Deutscher Holz- und Bautenschutzverband e.V.) ein Zusammenschluß qualifizierter Fachleute, die in der Bauwerkserhaltung, der Denkmalpflege und im Neubau tätig sind.
Und deswegen ist es so wichtig vorher zu prüfen.



Feuchter Keller



Hallo,

schau mal unter http://www.exzellent.com nach. Wir haben den Putz auf feuchten Wänden im Sockelbereich verwendet und sind sehr zufrieden. Der Putz transportiert im Gegensatz zu den normalen "Sanierputzen" nicht nur das Wasser sondern auch die anfallenden Salze an die Putzoberfläche.
Gruß

Thomas



Ist es nicht logisch, dass wenn Feuchte und Salz an die Oberfläche kommen,...



dass dann um so mehr Schäden entstehen?
Alles was nachgesaugt wird führt zu weiterer Anreicherung.
Sollte dies das Ziel sein?
Dabei ist es völlig gleich welcher Putz verwendet wird.



Feute und Salze



Da aufsteigende Feuchte meistens auch Salze enthält welche sich hinter absperrenden Putzen sammeln ist es logisch diese nach außen zu bringen um ein abplatzen des Putzes, wie es sehr oft bei handelsüblichen Sanierputzen vorkommt, zu verhindern.
Für uns war es wichtig, daß der Putz nicht alle paar Jahre von der Wand kommt und wir den Aufwand nochmal haben den Raum auszuräumen und neu zu verputzen. Der Hersteller gibt auch 10 Jahre Garantie auf die Funktion des Putzes. Das war schon ein Argument.

Gruß

Thomas