Sandsteinkeller ausgraben und sanieren

18.07.2006



Hallo ans Forum,
als gelegentlichen und hochinteressierten Leser hier im Forum habt ihr mich schon sehr oft als echte Profis überzeugt. Daher nun mal auch von mir ein paar Fragen:

Ich habe ein Haus (Bj. ca. 1950) mit 60cm-Sandsteinmauern im gesamten Kellerbereich (Keller ist ca. 2/3 unter der Erde, Rest darüber). Den Stampflehmboden möchte ich nun ausgraben und eine kleine private Bildergalerie, sowie einen großen gemütlichen Partyraum mit Fitnessgeräten dort einrichten.

Meine Fragen:
1. Die Deckenhöhe soll von derzeit ca. 1,90cm auf 2,20 cm erhöht werden, so dass eine Ausgrabung not tut. Dummerweise liegen die Fundamente dann komplett ebenerdig oder sogar knapp offen. Wie kann man diese dicken Steinmonster sauber abfangen, ohne dass das ganze Haus einstürzt???
Reicht es z.B. aus, alle paar Schritte zunächst meterlange Strecken tief auszugraben, Beton unter die so freigelegten Fundamentstrecken zu gießen und erst nach dem Aushärten des Betons auch die zunächst ursprünglich belassenen Zwischenräume abzugraben und dort selbiges zu tun?

2. welchen Bodenbelag sollte ich wählen? Bisher scheint der Keller recht trocken (keine Ausblühungen, Versalzungen, Feuchte Stellen oder dergleichen), aber die Fitnessgeräte würden wohl trotzdem ziemlich schnell rosten, wenn ich - wie ich es aus meiner laienhaften Sichtweise sehr gerne täte - lediglich einen stabilen Dielenboden auf Balken oder schwimmend auf Perlit (evtl. darunter eine Sperrfolie? was wäre dann aber mit der Luftzirkulation?) oder anderen Trockenschüttungen reinlege. Was meint ihr als Fachleute, welcher Bodenaufbau wäre sinnvoll und auch bezahlbar??

3. falls ich den Boden doch betonieren muss (heul), muss ich dann auch die Wände von innen mit Dampfsperren abdichten? Das wäre eine mittlere Katastrophe, denn gerade das tolle Ambiente treibt mich ja dazu, die großen und wunderschönen Räume nicht nur als dunkle Rumpelkammern verkommen zu lassen!

Für eure ehrlichen Tipps bin ich sehr dankbar!
Sonnige Grüße aus "Underfranggn",
Albrecht


Ob du glaubst du kannst es, oder du glaubst, du kannst es nicht - du wirst in jedem Fall Recht behalten! (von JFK ?)



Das mit den Fundamenten ...



wird das schwierigste Problem werden, wenn Sie das so durchziehen wollen.
Mit Beton etc. würde ich nicht arbeien ... mich lieber von allzu hohen Raumhöhenerwartungen verabschieden .... und eine gewissen Feuchte wird immer vorhanden sein ...

FK



Keller tiefergraben



servus albrecht, ohne den keller gesehen zu haben kannst du vermutlich ausgraben, wie du schreibst ist der keller noch 1,2m in der erde, bei 60er Sandstein hast du ein vielfaches
an widerlager und Auflast wie bei den momentan mit 36 er Betonstein gemauerten und 2,50 m angefüllten wänden, ich gehe mal davon aus das das Mauerwerk homogen und aussen nicht ein Hang oder eine straße anschließt, wie tief sind den die fundamente??
auch mit sandstein oder bruchsteine?? vom prinzip ist deine angedachte unterfangung richtig und am schnellsten auszuführen,
meterweise Freilegen beachten!! mit beton wird der Untergrund fester und tragfähiger wie das momentane erdreich, bei 30 cm
tiefe hast du schnell einige kontrollöffnungen freigemacht und siehst was drunter ist, auch dein vorgesehener neuer Fußbodenaufbau kann funktioniern wenn der keller trocken ist, das bezweifele ich aus der Ferne, stell doch dein trimmrad mal rein, schätze
in 2 tagen ist der flugrost drauf, wie oft bist du im fitnesraum und wieviel feuchte gibst du da an die raumluft ab, sind Fenster zum entlüften da?? wie trocken lagerst du derzeit deine bilder?? grundsätzlich ist alles machbar, nur der aufwand sollte gerechtfertigt sein, partyraum sollte machbar sein, wieder abhängig wie oft und wann die partys steigen, braucht es eine Heizung??
was hast du denn momentan im keller?? immer die kirche im dorf lassen, ich schaue mir unverbindlich deinen keller mal an, ist werbung ich weiß, klappern gehört zum handwerk,
man soll gott für alles danken auch für einen mittelfranKen,
gruß martin



Details



Hallo,
danke erstmal herzlichst für die Mitteilungen, zumindest für die konstruktiven - es gibt ja immer mindestens 100 Gründe, warum man etwas NICHT tun sollte!
Angst vor dem erwähnten Umbau habe ich keine, da hab ich in dem Haus und im Leben auch schon andere Sachen gewuppt.

Zu Martins Fragen:
1. Der Keller liegt an einer ganz leichten Steigung (2-3%) und ist im Mittel ca. 1m - 1,20 unter der Erde. Alles massive und gut erhaltene 60er Sandsteinmauern (große Quadersteine) mit Lehmfugen, die aber wohl nachträglich verspachtelt wurden. Diese Mauern sind gleichzeitig die tragenden Hausfundamente und liegen ins Erdreich eingebettet. Die Mauer-Unterseite verläuft sehr gerade und ist unten oft auf breitere Lagersteine aufgesetzt. Drei kleineren Räumen (macht zusammen die Hälfte des gesamten Kellers) hab ich bereits vor Jahren ca. 20cm tief ausgegraben (Heizungsraum, kleiner Partyraum und letztes Jahr einen Schlachtraum), dort allerdings Estrich mit Fliesen, bzw. Steinplatten auf Sand reingelegt (alles bisher problemlos und ohne jede spürbare/sichtbare Feuchtigkeit). In diesen Räumen endeten die Sandsteinfundamente beim Ausgraben genau ebenerdig mit meiner ausgegrabenen Sohle, sie sind also nun durch den Beton-Estrich, bzw. die Platten auf Schüttung von innen fixiert, von außen ist ja eh stützendes Erdreich.

2. in dem großen Raum, der nun dran ist, muss ich aber tiefer gehen, vermutlich 10 - 20cm unter die Fundamenttiefe und habe da ein wenig Sorgen, dass es mir womöglich die Mauern nach innen drückt. Insofern dachte ich hier an ein schrittweises Abfangen durch Betoneingüsse wie beschrieben.

3. Lüftung:
fast in jedem Raum sind Fensteröffnungen (ca. 40*60cm). Im Heizungskeller ist diese Öffnung ganzjährig komplett offen, wegen unserer Umluft-Wärmepumpe, die dort seit nunmehr 24 Jahren ohne Rost und ohne Klagen ihren Dienst verrichtet.
Im anderen Raum habe ich Glasbausteine mit Kippvorrichtungen eingebaut, die ganzjährig einen Spalt offen stehen. Der Schlachtraum kann durch die Kellereingangstür belüftet werden.
Im nun zu bearbeitenden großen Raum befinden sich ebenfalls zwei dieser Fensteröffnungen - derzeit komplett offen, die ich vermutlich auch mit Glasbausteinen und Kippvorrichtung vermauern werde.

Erwähnenswert ist evtl., dass die gesamte Deckenkonstruktion über dem Keller belassen wurde. Auf alten stählernen Munitionspaletten aus dem II.WK. (liegen auf Betonträgern) hat man einfach Balken aufgelegt, Erde dazwischen gekippt und Dielen darüber verlegt. Das Raumklima im Erdgeschoss wie im Keller ist bisher absolut nicht zu beanstanden, auch im Erdgeschoss ist keine Feuchtigkeit aus dem Keller zu spüren oder zu riechen. Trotzdem wird meines Erachtens hierüber eine Menge der Erdfeuchte abgeleitet und findet der Luftaustausch statt, weshalb ich daran auch nichts ändern will.

4. Heizung: bis auf diesen traumhaften Sommer heuer hatten wir bisher sommers wie winters meistens ~10 - ~15 Grad im Keller (jetzt 20!) und mussten daher bei Partys kaum zuheizen.
Die Hauskamine gehen bis auf die Sohle im Keller runter. Im kleinen Partyraum steht ein alter Holzküchenofen, der im Winter zum Heizen ausreicht, wenn rechtzeitig eingeschürt wird. Wenns mal überraschende Feiern gab, wurde ein Elektroheizkörper dazugestellt.

In den großen Fitness-/Partykeller soll ein zusätzlicher Holzofen gestellt werden, den Rest muss die Muskelheizung erledigen. Das bischen Schweiß wird das Raumklima in dem Riesenraum nicht beeinträchtigen - ich bin kein junger wilder Hüpfer mehr :-)

5. In dem großen Raum liegt und steht seit Jahren allerhand Gerümpel. Z.B. seit vielen Jahren auch ein großes altes Bild - es sind daran keine nennenswerten Schäden feststellbar.
Allerdings sind Eisenteile, die auch seit 10 - 20 Jahren dort im Dunkeln schlummern, mittlerweile natürlich vom Rost angegriffen. Aber weder übermäßig viel Rost, noch ist das Eisen feucht. Insgesamt scheint mir der Keller hervorragend klimatisiert, weshalb ich ja auch unbedingt den Boden durchlässig halten will. Und wenn die Fitnessgeräte in 10 Jahren etwas Flugrost ansetzen, ist es mir auch egal, dann bin ich schon fast in Rente.

Übrigens:
Selbst wenn geschlachtet wurde (bisher 2mal), war kein Kondenswasser an den Decken oder Wänden - davor hatten wir etwas Bammel.
Insofern möchte ich nun auch den großen Kellerteil sinnvoll nutzen, denn zum Vergammeln und Zurümpeln ist der einfach wirklich zu schade.

Wenn du dir den Keller ansehen willst Martin, hab ich natürlich nichts dagegen. Aber ich warne dich vor: ich arbeite extrem gerne selber und habe mit Handwerkern aller coleur eher schlechte Erfahrungen gesammelt. Daher wirst du kaum ein Geschäft mit mir machen. Da nutzt auch das nette Klappern nix :-)


Wer kämpft kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren!



hört sich gut an



Servus albrecht,
Wer kämpft kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren!
so ists recht, es heißt nicht umsonst,
hilf dir selbst dann hilft dir Gott,

die anderen meinungen siehst du an meiner negativen bewertung für den beitrag,

Zu Martins Fragen:
1. Der Keller liegt an einer ganz leichten Steigung (2-3%) und ist im Mittel ca. 1m - 1,20 unter der Erde. Alles massive und gut erhaltene 60er Sandsteinmauern (große Quadersteine) mit Lehmfugen, die aber wohl nachträglich verspachtelt wurden.

sorry habe nicht nach der längsten freistehenden Wand gefragt, wieviele Stockwerke sind drüber, wegen auflast??

2. in dem großen Raum, der nun dran ist, muss ich aber tiefer gehen, vermutlich 10 - 20cm unter die Fundamenttiefe und habe da ein wenig Sorgen, dass es mir womöglich die Mauern nach innen drückt. Insofern dachte ich hier an ein schrittweises Abfangen durch Betoneingüsse wie beschrieben.

bei 1,20 m einbindtiefe im Erdreich sollte das eigengewicht der Wand und die auflast höher sein wie der erddruck außen,
die unterfangung wie du sie vorhast ist sinnvoll, ein ringbalken wenn machbar wär noch besser, dann kannst du noch weiter runter wenn es nötig ist,

3. Lüftung:
fast in jedem Raum sind Fensteröffnungen (ca. 40*60cm).
Im nun zu bearbeitenden großen Raum befinden sich ebenfalls zwei dieser Fensteröffnungen - derzeit komplett offen,

mach sie zu bei der Wärme, und nur in der Nacht auf,

die ich vermutlich auch mit Glasbausteinen und Kippvorrichtung vermauern werde.

lass die glasbausteine wo sie sind und mach ein fenster zum aufmachen rein.

Erwähnenswert ist evtl., dass die gesamte Deckenkonstruktion über dem Keller belassen wurde. Auf alten stählernen Munitionspaletten aus dem II.WK. (liegen auf Betonträgern) hat man einfach Balken aufgelegt, Erde dazwischen gekippt und Dielen darüber verlegt.

schätze richtung reiterswiesen, da waren die mun bunker,
die decke wäre für unsere baupysiker interessant,
die möcht ich mir auf jeden fall mal anschauen,

4. Heizung: bis auf diesen traumhaften Sommer heuer hatten wir bisher sommers wie winters meistens ~10 - ~15 Grad im Keller (jetzt 20!) und mussten daher bei Partys kaum zuheizen.
In den großen Fitness-/Partykeller soll ein zusätzlicher Holzofen gestellt werden, den Rest muss die Muskelheizung erledigen.

das fenster ist sinnvoller wie die die gbst. dein holzofen
braucht auch luft,

Das bischen Schweiß wird das Raumklima in dem Riesenraum nicht beeinträchtigen - ich bin kein junger wilder Hüpfer mehr :-)

andersrum, je oller de toller,

Übrigens:
Selbst wenn geschlachtet wurde (bisher 2mal), war kein Kondenswasser an den Decken oder Wänden - davor hatten wir etwas Bammel.

kann ich fast nicht glauben, wenn der Kessel kocht und das greatelfläsch durch ist,

Wenn du dir den Keller ansehen willst Martin, hab ich natürlich nichts dagegen. Aber ich warne dich vor: ich arbeite extrem gerne selber und habe mit Handwerkern aller coleur eher schlechte Erfahrungen gesammelt. Daher wirst du kaum ein Geschäft mit mir machen. Da nutzt auch das nette Klappern nix :-)

ist scho recht, eigentlich eine herausforderung für mich,
ende september habe ich eine baustelle in deiner nähe, wenn es dir da noch reicht, ansonsten wenn es mal regnet,
grüße aus pläffeld
Martin Pfister